Dienstag, 30. Januar 2024

Quickie Nr. 1 - Resteverwertung

 


Resteverwertung? Wo sind denn hier die Reste? - Innen!

Wenn man webt, entsteht sog. Kettabfall. Das sind die Garnlängen, die beim Anbinden der Kette am Anfang und Ende der Webarbeit übrig bleiben und abgeschnitten werden. Da hat sich bei mir im Laufe der Zeit ein wenig angesammelt:


Man kann daraus eine Kissenfüllung machen. Zunächst habe ich ein Inlett genäht:


Und die Fäden hineingestopft. Dann kommt das Ganze in den Bezug:


Voilà! Ein neues Kissen für meinen Korbsessel, das sogar in der Breite genau passt.

Der Stoff? Gute Frage. Das ist eine Dupionseide, die ich vor längerem einmal im Eco Print Verfahren mit roten und braunen Zwiebelschalen sowie Blauholzspänen gefärbt habe. Jetzt habe ich dafür eine Verwendung gefunden. Da lohnt sich vielleicht auch ein zweiter Blick:



Sonntag, 28. Januar 2024

Stoffspielereien im Januar 2024

Unser erstes Thema in diesem Jahr lautet: Textile Schalen. Unsere Gastgeberin Gabi hat das Thema bestimmt und sammelt heute auf ihrem Blog langer-faden.de alle Beiträge.


Dieses Thema hat mich sofort an das Buch "Quilten in der dritten Dimension" denken lassen, das mich im Januar 2015 - vor neun Jahren! -  schon einmal bei den Stoffspielereien inspiriert hat.

Ich habe mich an Anleitungen im Buch gehalten (zugegeben: nicht sehr kreativ) und zwei Stoff-Schalen gearbeitet.

Die erste Schale:

Die Arbeitsweise ist eigentlich ganz einfach. Ausgehend von einem quadratischen Stoffstück stellt man ein Quiltsandwich, bestehend aus Oberstoff, Vlies und Rückseitenstoff, her und quiltet es.


Dafür habe ich einen Quiltstich meiner Nähmaschine verwendet. Dann habe ich das Ganze zu einem gleichmäßigen Quadrat geschnitten; das Quilten verzieht ein wenig den ursprünglichen Zuschnitt.

Die Kanten werden mit einem Satinstich fixiert. Die Autorin des Buches empfiehlt, das in mehreren Arbeitsgängen zu tun, damit die Schnittkanten des Stoffstücks auch gut umnäht sind. Ich habe zunächst ganz knapp am Rand einmal im Geradstich die drei Lagen Material zusammengenäht, damit nichts mehr verrutschen kann. Dann habe ich mit einem schmalen und noch nicht so eng eingestellten Zickzackstich ( Breite 2,5, Länge 2,5) einmal rund herum genäht. Bei der zweiten und dritten Runde habe ich den Stich immer etwas breiter und dichter eingestellt. Mit etwas mehr Übung und Erfahrung sind zwei Runden sicher auch ausreichend.

Sodann werden die vier Kanten in drei gleiche Teile unterteilt und mit Nadeln markiert.


Dann nimmt man eine Ecke, faltet den Rand an der ersten Markierung und legt die Ecke auf die zweite Markierung, wo die Ecke festgenäht wird. Wenn das rundherum vier Mal gemacht ist, erhält man eine Art Kissenform - also eine Schale in Kissenform.


Das Schwierigste war tatsächlich das Festnähen der Ecken. Als Vlies hatte ich Thermolam verwendet, das zwar für eine stabile Form gesorgt hat, aber nur mit Mühe zu durchstechen war. Außerdem musste die Nähnadel ja auch durch den Bereich das Satinstichs. Und es sollte noch einigermaßen sauber aussehen. Gut, dass man die Stellen innen nicht sieht!

Der Stoff? Das ist ein Baumwoll-Kretonne, den ich in Ice-Dyeing-Technik selbst gefärbt habe - hier wird's dann doch ein wenig kreativ ....


Mit hat eigentlich vorgeschwebt, eine kleine Serie von zwei oder sogar drei gleich geformten Objekten aus verschiedenen Stoffen zu nähen, aber dann war der Reiz, eine weitere Form aus dem Buch nachzuarbeiten größer.

Die zweite Schale:

Sie beginnt mit einem runden Stoffstück, auch hier wieder etwas Selbstgefärbtes, das ich zusätzlich mit einer Siebdruckschablone bedruckt habe.


Es wird wieder ein Quiltsandwich aus zwei Lagen Stoff mit dem Vlies in der Mitte hergestellt; links liegt mein "Schnittmuster". Gequiltet habe ich in Form einer Spirale und außen hält der Satinstich wieder alles zusammen:


Jetzt brauche ich ein Bild von meiner Vorlage aus dem Buch und erlaube mir ein Foto einzufügen:


Ganz witzig mit den farbigen Kabelbindern! Aber bei mir musste es anders gehen. Perlen und Knöpfe habe ich probiert, aber wieder verworfen, um schließlich bei einfachen Fäden zu landen:


Kurz nach Fertigstellung dachte ich: Ach, so laute Farben ...  Aber jetzt hat die Schale ihren Zweck gefunden und dann passt das ganz gut:


Für mich war das ein schöner Anlass, mal wieder das Buch von C. June Barnes zur Hand zu nehmen und etwas nachzuarbeiten. Was mir für die Zukunft vorschwebt, ist eine Serie von Gefäßen, wie sie auf dem Buchtitel zu sehen ist (siehe Link oben unter dem zweiten Foto). Dann mit eigens für dieses Projekt gefärbten Stoffen. - Ach, ich weiß, das ist wieder so eine Idee, die dann doch länger auf ihre Umsetzung warten muss. Oder gibt es am Ende in diesem Jahr ein Stoffspielerei-Thema, das passen würde? Schauen wir mal nach:

Stoffspielerei-Termine 2024:

25.02.2024: „Blumig“ bei 123-nadelei

24.03.2024: „XXS“ bei made with Blümchen

28.04.2024: „Papier küsst Stoff“ bei feuerwerk by KaZe

26.05.2024: „naturinspirierte Texturen“ bei Stoffnotizen

30.06.2024: „Griechenland“ bei Siebensachen zum Selbermachen (also bei mir)

Juli und August: Sommerpause

29.09.2024: „Naturfasern verarbeiten, mit Naturfarben färben“ bei Petersilie und Co

27.10.2024: „dreidimensional/skulptural“ bei zwisch-en-durch

24.11.2024: „zweiseitig-vielseitig“ bei Tyche

Dezember: Winterpause

Die Stoffspielereien sind eine Aktion für textile Experimente zu einem vorgegebenen Thema. Mitmachen kann jeder/jede. Es geht nicht darum, perfekte Arbeiten zu präsentieren, sondern eher um den Spaß am kreativen Umgang mit Stoff. Deshalb:

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Lass dich vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. 

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Samstag, 13. Januar 2024

Ein neuer Webstuhl und zwei neue Wandquilts

Ich habe einen neuen Webstuhl. Er hat vier Schäfte und sechs Tritte und steht, im Gegensatz zur Louet Erica (hier im Blog vorgestellt), die ein Tischwebstuhl ist, auf dem Fußboden. Der neue ist zwar "nur" 90cm breit, braucht aber durchaus seinen Platz. Nun habe ich glücklicherweise ein relativ großes Arbeitszimmer, aber eine gewisse Umräumerei war nötig, um einen geeigneten Platz für den Neuen zu finden. Aber es hat geklappt. Ein schmales Regalelement ist an eine andere Wand gerückt und dann war da plötzlich ein Stück leere, weiße Wand, die nach Deko gerufen hat. Natürlich musste da etwas Textiles, Selbstgemachtes hin - gut, dass ich da etwas in petto hatte. Es musste allerdings noch hergerichtet, sprich bestickt werden. Man kann es auch quilten nennen. Lange Vorrede - hier ist ein Foto:


Aber bitte etwas näher:



Das sind Rostfärbungen auf mit Gerbstoffen behandelten Baumwollstoffen. Akzentuiert habe ich mit Sticktwist.

Im Detail:



Das Ganze ist wie ein Quilt aufgebaut, mit Vlies und Rückseiten-Stoff und mit einer Holzleiste  aufgehängt.

Ach ja, der Webstuhl, der "Schuld" ist, dass diese Quilts entstanden sind:


Der Metaloom ist ein Second-Hand-Kauf. Ich hatte Glück; die Verkäuferin wohnte in relativer Nähe, so dass ich den Webstuhl, der sich etwas zusammenklappen lässt, im Auto transportieren konnte. Eine - lange - Kette war aufgezogen, die ich jetzt erst einmal abwebe, was mir die Möglichkeit gibt, einiges auszuprobieren.

Meine Erica werde ich auf jeden Fall behalten. Sie ist ideal zum Weben von Schals und von Proben.


Mittwoch, 6. Dezember 2023

Quickie Nr. 0 - Prolog

Wie oft habe ich hier auf dem Blog schon gesagt, dass ich öfters posten will? Und es dann doch nicht gemacht habe. Zum Teil lag und liegt es daran, dass mir meist ausführlichere Posts vorschweben, mit viel Text und ordentlichen Fotos. Das alles braucht Zeit und die nehme ich mir inzwischen seltener. 

OK, jetzt will ich es mal so versuchen: kürzere Posts mit weniger Fotos aber die mit Sorgfalt gemacht und ausgesucht. Thematisch möglichst mit einem kleinen Ausrufezeichen.

Ich werde diese Posts „Quickie“ nennen und heute gibt es den ersten in einer Nullnummer. Mein Plan: Im nächsten Jahr möchte ich dann jeden Monat einen Quickie-Post veröffentlichen.

Quickie Nr. 0

Im letzten Jahr habe ich mal mit Stoffstreifen gespielt, die ich zuvor zum Binden von Eco Print-Rollen (in diesem Post ganz gut zu sehen, wenn man ein wenig scrollt) verwendet habe. Diese Bänder haben durch den Färbeprozess natürlich auch Farbe abbekommen und behalten. Diese Farbspiele fand ich so schön, dass ich die Streifen zunächst für Geschenkbänder vorgesehen hatte. Einige Streifen habe ich nun auf passende Länge geschnitten, für mehr Stabilität auf Ripsband genäht, zur Hälfte gelegt und Metall-Endstücke für Schlüsselanhänger an den offenen Enden befestigt.

Das schaut dann so aus:


Der Stoff ist eine weiße baumwollene Tisch- bzw. Bettwäsche mit Webmuster, den ich einfach in Streifen gerissen habe. Der Stoff ist dicht gewebt und franst nur minimal, so dass ich die Streifen offen aufgenäht habe.


Diese Schlüsselanhänger werden, zusammen mit anderen selbstgemachte Kleinigkeiten, demnächst bei einer Weihnachtsfeier verschenkt.

Sonntag, 26. November 2023

Stoffspielereien im November 2023

 Die Stoffspielereien sind heute, am letzten Sonntag im November bei Kerstin zu Gast, die das Thema "Schneeflocken" vorgeschlagen hat.


Meine erste Idee war: Schneeflocken häkeln; meine zweite: Ist das nicht zu banal und unkreativ? Bei der Suche nach Vorlagen habe ich schnell festgestellt, dass das nicht unbedingt so ist. Es gibt allein viele schwierige und herausfordernde Häkelmuster, die die Handarbeiterin in mir angesprochen haben. Und Kreativität ist gefragt bei der Überlegung: Was kann ich mit den Motiven alles machen?

Also los: Garn war vorhanden und begonnen habe ich mit einem einfachen Motiv und mich dann an ein etwas schwierigeres gewagt.


Das einfache Motiv war dann letztlich so verführerisch - schnelles Merken der Stiche, fertig in ca. 10 Minuten, gut nebenbei machbar - , dass das Ganze etwas eskaliert ist:


Ich bin bewusst vom Schneeflocken-Weiß abgewichen und habe mich bei den Farben ausgetobt.

Anfangs sind die Motive ja noch etwas unförmig ...



... so dass erst ein Spannen die Form gut herausbringt:


Das habe ich allerdings nicht bei allen Schneeflocken so gemacht, denn das wäre mir dann doch etwas zu aufwändig geworden. Ich habe sie letztlich mit etwas Sprühstärke versteift, dabei allerdings nur gepresst und nicht gebügelt, denn das hat das Motiv für meinen Geschmack zu platt gemacht. Da nun ca. 30 Exemplare entstanden sind, deren Anfang- und Endfaden ich zu Aufhängern gearbeitet habe, bietet sich an, die Schneeflocken an adventliche Zweige zu hängen. Soweit ist es aber leider noch nicht, da ich die Zweige erst noch beschaffen muss.


Eine zweite Idee für die "Weiterverarbeitung" der Häkelmotive ist ebenfalls noch nicht vollendet. Dafür habe ich sieben gleiche, weiße Flocken gehäkelt, die ich zu einem großen schneeflockigem Motiv  zusammennähen möchte.


Ich hoffe, das schaffe ich noch an diesem Nachmittag. Und vielleicht hat jemand von euch eine Idee, was ich mit dem großen (ca. 14cm Durchmesser) Exemplar machen könnte. Meine Ideen bisher: auf Stoff aufnähen und dann? Vielleicht extrem versteifen und ans Fenster hängen?

Kerstins Thema hat mich wieder zur Häkelnadel greifen lassen. Ich habe schon gesehen, dass das auch bei der einen oder anderen Mitspielerin so gewesen ist. Hier auf Kerstins Blog Stoffnotizen kann man es sich anschauen; dort wird alles gesammelt, was heute an Spielereien zusammen gekommen ist.

Im Dezember machen wir eine Winterpause und nächstes Jahr geht es dann weiter - mit folgenden Themen:

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Auf der Homepage der Stoffspielereien kann man einsehen, was in der Vergangenheit alles gewerkelt worden ist.

Und außerdem: Wer gern mitmachen möchte, aber keinen eigenen Blog hat, kann sich gern an Gabi, die Organisatorin der Stoffspielereien, wenden, denn sie hat einen Weg, um Gastbeiträge zu veröffentlichen. Hier ist eine Übersicht der Spielregeln.


Sonntag, 29. Oktober 2023

Stoffspielereien im Oktober 2023

Das Thema ist diesmal: Mosaik - Bruchstücke.

Ich habe kürzlich einen kleinen Wandquilt aus "Bruchstücken" - ich nenne sie jetzt mal so - genäht, den ich heute präsentieren möchte. In der Hoffnung, dass das noch dem Thema angemessen ist.



Das Muster fußt auf dem Ostomachion. Und da das mit Mathematik zu tun hat, lasse ich wieder (wie auch hier, hier und hier) meinen Mann zu Wort kommen, der sich auf diesem Gebiet viel besser auskennt.

Das Ostomachion ist ein dem Tangram ähnliches Puzzle, das mit Archimedes von Syrakus in Verbindung gebracht wird.

Über das Leben von Archimedes weiß man wenig Gesichertes. Er lebte von 287 v.u.Z. bis etwa 212 v.u.Z. in der Hafenstadt Syrakus auf Sizilien, die damals ein Teil Griechenlands war. Zur Verteidigung seiner Stadt soll er u.a. Wurfgeschütze erfunden haben, die auch funktioniert haben sollen, im Gegensatz zu Entwürfen von da Vinci. Sowohl zur Mathematik als auch zur Physik hat er bedeutende Beiträge geleistet. Einige seiner mathematischen Überlegungen haben noch die neuzeitliche Mathematik befördert, besonders die Analysis.

Die Teile des Ostomachion kann man - wie beim Tangram - verwenden, um interessante Figuren zu legen. Diesen Aspekt erklärt auch die Wikipedia. Für Archimedes waren aber zwei andere Aspekte wichtig:

1) Die Flächeninhalte der verschiedenen Teile sind alle ganzzahlige Vielfache des Flächeninhalts der kleinsten Figur, also das Doppelte oder das 7-fache, nicht aber das 1,5-fache.Ein Quadrat so anspruchsvoll aufzuteilen, passt gut zu Archimedes’ Freude an komplizierten Fragestellungen. Die Größenverhältnisse wurden bei der Farbgebung zugrunde gelegt. Die beiden kleinen blauen Dreiecke entsprechen der Flächeneinheit und das Bild zeigt die Vielfachen.

2) Man kann mit den 14 Teilen natürlich unendlich viele phantasievolle Figuren legen. Archimedes dachte aber darüber nach, auf wieviele Arten sich aus den Teilen ein Quadrat legen lässt. Das sind ganz schön viele, wie man seit 2003 weiß. Mit einem Computerprogramm fand der Mathematiker Bill Culter 536 wirklich unterschiedliche Möglichkeiten. Auf wieviele Möglichkeiten Archimedes gekommen ist, weiß ich nicht.

Soweit der Göttergatte.

Wie bin ich darauf gekommen? Bei einem Museumsbesuch in Iraklion, Kreta, gab es im Shop das Ostomachion als hübsches Legespiel mit den 14 Teilen aus Messing auf einer Holzplatte.

Ich habe dann die Abbildung vom "Beipackzettel" als Vorlage genommen ...


... und mir eine Skizze gemacht mit der Farbaufteilung:


Beispiel: Die mit 12 gekennzeichnetes Flächen (5 Stück) haben den gleichen Inhalt und haben die Farbe grün bekommen. Usw.

Ich habe hauptsächlich mit der Foundation Paper Piecing-Technik gearbeitet. Die Quilterinnen unter uns werden wissen, wie das geht, für alle andern versuche ich eine kurze Erklärung: Die einzelnen Teile werden mit Nahtzugabe zugeschnitten und auf ein original großes Papier genäht, wobei man eine gewisse Reihenfolge beachten muss, damit es klappt. Das Papier wird nach Fertigstellung entfernt.

In meinem Fall musste ich mir die Reihenfolge gut überlegen. Ich habe mir die Mittellinie, die das Quadrat halbiert, zu Nutze gemacht, zunächst jeweils die zwei Bildhälften separat zusammengesetzt und diese dann mit einer langen Naht verbunden. Dummerweise habe ich vom Entstehungsprozess keine Fotos.

Mein Stapel Cona-Cotton aus dem Vorrat hat die Farben hergegeben, die ich für eine Darstellung mit der richtigen Aussage brauchte. Dann waren meine Nähfähigkeiten gefragt: Die Nähte sollen schön aufeinander treffen, spitze Winkel wollen gemeistert werden und am Ende muss in der Mitte alles passen.

Wenn man genau hinschaut, kann man sehen, dass ich eine andere Aufteilung gewählt habe, als bei den Messingteilen; da war mir die untere rechte Ecke mit den spitzen Winkeln zu schwierig zu nähen ....

Kleiner Exkurs:

Dieser Quilt ist der dritte in einer kleinen Reihe von mathematischen Quilts, die alle die gleiche Größe, den gleichen schwarzen Rand und das gleiche graue Binding haben. Sie hängen im Zimmer meines Mannes nebeneinander. Wenn ich meinen Blog durchgehe auf der Suche nach den Posts über diese Quilts, sehe ich, dass ich sie gar nicht gepostet habe! Ups! Sehr nachlässig von mir. Ich sollte das nachholen. Aber einen Link kann ich hier anbringen: Dieser Post zeigt vier flächenmagische Quadrate, die ich als Untersetzer gearbeitet hatte. In Groß (55x55cm) gibt es ein Motiv aus dieser Reihe. Und da ist wenigstens ein weiterer mathematischer Quilt, der gepostet ist: Die Möndchen des Hippocrates. Das Sierpinski-Dreieck habe ich auch in Stoff "verewigt", aber leider auch nicht gepostet. Also, da gibt es einiges nachzuholen.

Nun aber zurück zu den Stoffspielereien von heute!

Elvira sammelt auf ihrem Blog die Spielereien von diesem Monat, bitte hier klicken, um alle Beiträge zu sehen und zu lesen.

Am letzten Sonntag im November gibt es die letzten Stoffspielereien in diesem Jahr (im Dezember ist Weihnachtspause); da erwartet uns das jahreszeitlich passende Thema "Schneeflocken", vorgeschlagen von Kerstin/Stoffnotizen. Sehr willkommen sind immer neue Stoffspielerinnen, die sich beteiligen möchten. Eine Einladung findet sich auch auf der Homepage der Stoffspielereien. Dort werden auch die Themen für das nächste Jahr veröffentlicht.

Samstag, 30. September 2023

Ein schnelles und ein weniger schnelles Projekt

Das schnelle Projekt zuerst:

Es ist ein Täschchen für den e-reader, genäht aus einem Rest Handgewebe, bei dem ich ein paar Farben ausprobiert habe.


Der Reader sitzt so stramm drin, dass das Täschchen keinen Verschluss braucht. Es dient auch nur zum Schutz wenn ich das Gerät in der Tasche trage. Die Rückseite:


Die Original-Webkante bildet den oberen Rand, so dass ich hier nicht säumen musste. Es gibt nur zwei Nähte, unten und an einer Seite; sie sind nur soweit versäubert, dass sich nichts auflöst. Das Reststücken Gewebe hat gerade so ausgereicht.

Gerade suche ich, ob ich das "Original-Gewebe", bei dem dieses Restchen angefallen war, hier gepostet habe - die Antwort ist nein. Es gibt aber Fotos bei Ravelry (Anmeldung erforderlich).

Das etwas größere Projekt ist eine neue Umhängetasche, die ich nach dem schon einmal realisierten Vorbild "Gatherer Crossbody Bag" (freie Anleitung auf der Robert Kaufmann-Seite) genäht habe. Jetzt habe ich allerdings den Schnitt etwas vergrößert, da es die eine oder andere Gelegenheit gab, bei der mir Variation 1 ein wenig zu klein war.


Abgesehen von der Größe habe ich noch ein paar Änderungen vorgenommen. Hier gibt es einen Magnetverschluss.


Die Anschussteile für den Gurt kommen nicht aus der Seitennaht, sondern sitzen an der oberen Taschenkante. Da ist genug Platz und inzwischen leuchtet mir auch nicht ein, warum sie anders angebracht sein sollen - außer aus optischen Gründen. Aber das ist ja eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und auf der Taschenrückseite habe ich eine Paspeltasche für's Telefon eingearbeitet.


Auf dem Foto leider ohne Telefon - damit musste ich ja fotografieren. ;) Ich fand es zuweilen unpraktisch, immer erst die Tasche aufmachen zu müssen, wenn ich (unterwegs bzw. auf Reisen) mal schnell etwas fotografieren wollte.

Innen gibt es zwei Reißverschlusstaschen (hatte ich aber in der ersten Tasche auch schon, nur war eine etwas zu klein geraten; das ist jetzt besser) und ein in der Seitennaht des Innenfutters mitgefasstes Schlüsselband incl. Karabiner.


Die Stoffe sind alle aus dem Bestand. Der Außenstoff ist der Rest einer Hose (auch nicht gebloggt, sehe ich), den Kontrast-Stoff habe ich mit Siebdruckschablonen selbst gemacht und das Futter ist ein Stück aus der Restkiste. Deshalb alles ein bisschen wirr, aber man sieht ja nicht alles gleichzeitig. Die Schnalle am Tragegurt ist auch aus dem Kleinteile-Kästchen - ich hätte lieber eine aus Metall gehabt, aber das hatte ich nicht da. Der Reißverschluss ist vom Meter, versteht sich.

Irgendwie ist an der Tasche nicht alles so gerade wie ich es mir im günstigsten Fall vorstelle, aber das sieht wahrscheinlich wieder mal kaum einer außer mir. Und im Gebrauch wird es eh' nicht auffallen. Also, kein Gemecker an dieser Stelle.

Der Praxistest steht noch aus. Tatsächlich ist die Tasche gerade erst fertig geworden. So zügig habe ich schon lange nicht mehr gebloggt! Wenn sich das alles bewährt, habe ich noch Stoffe mit schwarzem Muster hier liegen.