Mittwoch, 2. Mai 2018

Me Made Mittwoch: Shirt Upcycling

Am ersten Mittwoch im Monat ist Me Made Mittwoch - das hat sich bei mir offenbar noch nicht richtig im Hirn festgesetzt, ich habe nämlich erst daran gedacht, als heute morgen bei mir die ersten Beiträge der anderen aufgetaucht sind. Nun denn, ich habe Fotos von neuen Näharbeiten, die ich jetzt zeigen kann.





Es ist eine  Upcycling-Arbeit. Beide Shirts waren mir an den Armen und am Rumpf zu eng. Ich wollte probieren, ob es mir gelingt, durch das Einsetzen von Stoffstreifen diese Oberteile wieder tragbar zu machen.

Und so bin ich vorgegangen:

Ich habe die Seiten- und Ärmelnähte auf- und dabei die Nähte komplett abgeschnitten. Dann habe ich gerechnet: Das Ganze sollte 4 cm weiter werden, plus 2x 1cm NZG am Streifen plus 2x 1cm extra, da ich diese Zentimeter durch die nötige NZG am Rumpf verloren habe. Folglich habe ich einen 8cm breiten Streifen zugeschnitten. Die alten Säume habe ich abgeschnitten und Ärmel (sie waren mir sowieso einen Tick zu lang) und Rumpf neu gesäumt.
Da beide Shirts einen eher großen Ausschnitt hatten, habe ich beim grauen einen gemusterten Stoffstreifen an den existierenden Ausschnitt angenäht und mit der Zwillingsnadel festgesteppt. Das blaue Shirt hatte einen V-Ausschnitt; an ihn habe ich einen Tunnel angenäht, der vorn in der Mitte offen ist, um ein Band einziehen zu können. An dieser Stelle habe ich mehrfach herumprobiert, weil ich etwas Fülle in diesem Tunnel haben wollte. Schließlich war ein Stoffstreifen aus naturfarbenem Baumwollvoile die Lösung, der im Tunnel die Breite hat, die ich mir für das Volumen gewünscht hatte und der nach unten für eine gebundene Schleife breiter wird.
Das blaue Shirt hatte ich zuerst bearbeitet und bei einer Anprobe festgestellt, dass noch etwas mehr Weite am Rumpf besser wäre. Also habe ich den Stoffstreifen für das graue Shirt zum Saum hin breiter, keilförmig, zugeschnitten.

Auf dem Foto wirkt die helle Farbe der Schluppe etwas krass, aber da beide Oberteile eh'  keine Haute Couture sind, will ich darüber hinwegsehen. Im Alltag sind sie tragbar.



Mittwoch, 25. April 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 4.1: Das Kleid

Mit einiger zeitlichen Verzögerung möchte ich nun mein "richtiges" Jil Sander-Kleid präsentieren.

Wer zufällig hier gelandet ist und nicht weiß, worum es geht, dem sei erklärt, dass die Bloggerkollegin Monika vor ein paar Wochen einen Sew Along ausgerufen hat, mit der Idee, ein Modell im Stil von Jil Sander zu nähen, wobei dafür der Anstoß von der Ausstellung in Frankfurt am Main kam. Meine Ausgangsidee für ein Kleid habe ich hier gepostet. Zwei Zwischenberichte gab es (hier und hier) und beim Finale habe ich bisher nur ein fertig genähtes Probekleid gezeigt, dem aber das "richtige" Kleid folgen sollte. Verlinken kann ich es bei Monika nicht mehr; das Tool ist inzwischen geschlossen.


Für dieses Kleid hatte ich als Vorlage nur ein Foto, keinen Schnitt. Ich habe also zunächst die Schnittkonstruktion ergründet und aus meinem Schnittmusterarchiv ein Modell gesucht, das ich mit Abwandlungen für dieses Kleid verwenden konnte. Mehrere Probemodelle aus Nesselstoff waren nötig bevor ich mich - immer noch unsicher, ob das alles so richtig ist - zu einem Probemodell aus einem preisgünstigeren Stoff entschieden habe. Dieses Kleid habe ich fertig genäht, obwohl es am Vorderteil eine weniger gelungene Schwachstelle hat. Erst dann habe ich mich an das endgültige Modell gewagt, das aus einem Viskosekrepp genäht ist.

Nun bin ich ganz glücklich, dass ich die Schwierigkeiten gemeistert habe. Ich habe viele Stunden Arbeit investiert, hauptsächlich beim Nachdenken und Ausprobieren. Und ich habe zweifellos viel gelernt. Unterstützung und einen Austausch hatte ich durch und mit Regina, die das gleiche Modell genäht hat, etwas anders, was beweist, dass es mehr als einen Weg und eine Lösung gab. Vielen Dank, Regina.


Das Original-Kleid ist ärmellos. Ich finde ja, dass das schöner und stimmiger aussieht, habe mich aber für Dreiviertelärmel entschieden, da ich das Kleid damit sicherlich häufiger tragen kann. Inwieweit ich damit richtig liege, wird die Zukunft zeigen. Da es kein Kleid für jeden Tag ist, sollte ich mir Anlässe verschaffen, wie Theater, Konzert, schick Essengehen ... Ich werde berichten und kann dann hoffentlich auch noch das eine oder andere Foto ergänzen, das das Kleid im richtigen Leben zeigt.


Die Fakten zum Kleid:

Stoff: petrolfarbener Viskosekrepp mit etwas Elasthan bei Florence bestellt, wo ich auch gleich das passende Futter bekommen konnte. Beim Zuschnitt habe ich den Stoff noch als sehr empfindlich eingeschätzt, was sich aber nicht wirklich bestätigt hat. Das Säumen von Hand war gar kein Problem.

Ausgangs-Schnitt: burdastyle 02-2012 Modell 110 (Link zum Original-Kleid)

Konstruktion: Das Kleid ist bis auf die Ärmel komplett gefüttert. Der Halsausschnitt wurde mit dem Futter verstürzt. Der außen liegende Teil der oberen Falte hat einen angeschnittenen Besatz, der bis zur Schulter reicht und dort in der Naht mitgefasst wird. Das hat jedoch noch nicht ausgereicht, um das Aufspringen der Falte zu bändigen. Da sich am hinteren Faltenbruch eine Naht befindet, habe ich ihre Zugaben ein Stück weit auf das Futter genäht und die Falte zusätzlich am Ausschnitt mit ein paar Handstichen fixiert. Beim Rückenteil  bin ich von der Jil Sander-Vorlage deutlich abgewichen, da ich die Schnittteile des erwähnten Ausgangsschnitts verwenden wollte (hat einfach zu gut gepasst).  Der lange nahtverdeckte Reißverschluss sitzt in der linken Längsnaht.

Fazit: viel Arbeit, viel gelernt, viel Spaß. Und die Motivation, mich in Zukunft mit Schnittkonstruktion zu beschäftigen. Ich hatte mal eine Zeitlang die Damen Rundschau abonniert und aus den Heften einiges aufgehoben - da hätte ich reichlich Material. Außerdem reizen mich einige Modelle, die ich bei Studio Faro gesehen habe. Dafür müsste ich auf jeden Fall konstruieren.
Ich bin selbst gespannt, wie es auf diesem Gebiet bei mir weitergeht.

Mittwoch, 4. April 2018

Me Made Mittwoch: in Urlaubskleidung

Ich glaube, dies ist mein erster Me Made Mittwoch-Beitrag direkt aus dem Urlaub. Ich habe Fotos und einen zuverlässigen Internetzugang - Bitteschön:


Zeitig am Morgen des Ostersonntags habe ich noch den neuen Frühjahrsmantel gebraucht, später dann nicht mehr. Es war ein wunderbarer, sonniger Tag in Verona. Dieses Foto ist unverkennbar in der Arena aufgenommen. Ich trage vier selbstgemachte Teile: den neuen Mantel (burdastyle 03-2009-115), einen schmalen Rock aus einem leichten Jeansstoff (hier beschrieben), eine Leinenbluse (hier beschrieben) und den selbstgefärbten Schal (entstanden beim Eco Print-Kurs vor rund einem Jahr).


Viel kann man ja auf diesen Fotos nicht vom Mantel erkennen, deshalb habe ich noch ein etwas aussagekräftigeres Bild von gestern:


Ich fürchte, bei diesem Fotos ging es mir gar nicht vorrangig um den Mantel ... Dass ich in Mailand den Jil Sander Store gefunden habe, fand ich schon sehr passend zu dem Nähprojekt, das ich zuhause zurück gelassen habe.

Die Schnittbesprechung des Mantels folgt, wenn ich wieder zuhause bin. Soviel kann ich schon jetzt sagen: Trenchcoat-Stil, jedoch ohne Koller und einreihig geknöpft, Reverskragen, aufgesetzte Taschen mit Falte und Klappe. Der Mantel war leicht zu nähen und ich kann den Schnitt weiterempfehlen. Vielleicht nähe ich ihn sogar noch einmal aus einem hochwertigeren Stoff und in einer anderen Farbe. Dieser hier füllt jedenfalls bei mir eine Lücke in der Garderobe.

Die vollständige Parade der MMM-Bekleidung aller beteiligten Hobbyschneiderinnen befindet sich heute hier.

Dienstag, 27. März 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 4: Finale (Probekleid)

Zum Finaltermin des Jil Sander Sew Alongs habe ich "nur" mein halbernst gemeintes Probekleid fertig bekommen. Nähereien für den bevorstehenden Urlaub und Vorbereitungen für die Reise haben mir nicht genügend Zeit gelassen. Und ausreichend Zeit möchte ich wirklich haben, um das endgültige Kleid, für das ich ein petrolfarbenen Viskosekrepp gefunden habe, zu nähen. Der Zuschnitt und die ersten Nähte habe ich noch vor der Reise geschafft, aber ich habe ja mein tragbares Probekleid aus einem dunkelblauen Halbleinen, das ich heute zeigen kann.



Zu den Fotos muss ich gleich anmerken, dass sie an einem Tag mit miesen Lichtverhältnissen entstanden sind; an den Schönwettertagen hatte ich einfach keine Möglichkeit zu fotografieren.  Deshalb kann man auch kaum Details erkennen und das Kleid sieht schwarz aus - es ist aber dunkelblau. Für das petrolfarbene Kleid werden die Chancen auf gute Bilder steigen - schließlich soll der Frühling kommen.



Die Konstruktion meines blauen Kleids habe ich bereits im Post für den Zwischenbericht beschrieben; daran hat sich nichts geändert. Einen entscheidenden Unterschied wird es zwischen erstem und zweiten Kleid geben: das blaue hat am äußeren Faltenbruch eine zusätzliche Naht, die ich nähen musste, da ich auf halber Strecke den Schnitt noch einmal geändert hatte und das Vorderteil nicht noch einmal zuschneiden wollte. Das zweite Kleid wird nur eine vertikale Naht haben, am hinten liegenden Faltenbruch. Wegen dieser Naht habe ich vorn am "Mittelpunkt" des Kleids mehr Stoff als gut ist.



Man sieht es im Foto: Die vielen Stofflagen und Nähte tragen unschön auf und durch ungünstigen Schattenwurf sieht man es deutlicher als in natura. Ich tröste mich damit, dass das beim zweiten Kleid entfällt.

Habe ich schon erwähnt, dass das zweite Kleid Ärmel haben wird? Ich werde über meinen Schatten springen und Dreiviertel-Ärmel einnähen, obwohl ich die normalerweise nicht so mag, aber hier ist es die Länge, die sich aufdrängt.Und mit Ärmeln ist das Kleid einfach besser tragbar. Ok, genug erzählt von Kleid, das noch gar nicht fertig ist! Dafür noch die Rückseite vom blauen Kleid, wo Nachbesserungsbedarf an der linken Schulter deutlich wird.


Inzwischen habe ich schon einige Berichte von Bloggerinnen über die Jil Sander Ausstellung in Frankfurt gelesen (hier, hier, hier und hier), war aber selbst noch nicht dort. Aber ich denke, dass ich das noch schaffen werde, bevor die Ausstellung Anfang Mai endet.

Da Monika, die Initiatorin des Sew Alongs, ihr Linktool noch eine ganze Weile offen läßt, habe ich die reelle Chance, mein zweites Kleid auch noch bei ihr zu verlinken. Danke, Monika!

Mittwoch, 7. März 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 3: Zwischenbericht

Das Jil Sander-Kleid verlangt mir allerhand ab. Das ist mit Sicherheit mein schwierigstes Projekt, das ich jemals angegangen bin und das Konstruieren bereitet mir arg Kopfzerbrechen. Aber ich werde am Ende  ganz viel gelernt haben.

Wer nachlesen möchte, worum es hier geht, schaut in meinen ersten und zweiten Post zu diesem Projekt.

Die Bearbeitung des Halsausschnitts fand ich schwierig. Ich habe am Sonntag jede freie Minute darüber gebrütet und mehrfach ausprobiert und wieder verworfen, aber ich glaube, ich habe es jetzt. Um auch wirklich auf Nummer sicher zu gehen, habe ich ein Probekleid aus einem "richtigen" Stoff begonnen zu nähen. Der endgültige Stoff ist gestern bei mir eingetroffen und ich zeige ihn etwas weiter unten.

Ein Blick auf meine Schnittmuster-Vorderteile verdeutlichen, wie meine Konstruktion jetzt aussieht:

Die Linien und Klebstreifen zeigen die zahlreichen Änderungen.


Der Halsausschnitt am großen Teil wird komplett verstürzt, damit auch die Falte. Auf diese Verarbeitung hat mich letztlich Regina gebracht, die hier detailliert und mit vielen Fotos die Konstruktion ihres Kleides beschrieben hat. Zur Erinnerung: Sie näht das gleiche Kleid wie ich.

Das kleine Vorderteil umfasst den ganzen Halsausschnitt und ist in der Mitte 1,5cm tiefer, damit mittig an der Kante ein Versatz zu sehen ist (wie im Original-Kleid). Die schrägen Kanten im oberen Vorderteil werden zusammengenäht und bilden den hinteren Faltenbruch. Ich werde keine Besätze verwenden, sondern das Kleid komplett mit Futter doppeln; das habe ich mir an dem Kleid, dessen Schnitt ich hier als Basis verwende (burdastyle 02-2012-110 mit Link zu meiner Schnittbesprechung) abgeguckt. Das Futter wird keine Falten haben; den Rockteil stelle ich soweit aus, dass ich die nötige Weite erhalte.

Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich das Rückenteil nicht nach dem Jil Sander-Vorbild nähen will. Ich glaube, diese ungewöhnliche Linienführung hätte ich nicht hinbekommen. Da die Rückenteile meines Basis-Kleids gut passen, werde ich einfach in die linke Längsnaht einen Zipper einsetzen und fertig.

Meine Nähfreundin Roswitha hat mir gestern bei unserem Nähtreffen gut zugeredet, das Probekleid auch wirklich fertig zu nähen - bevor ich mit dem "richtigen" Kleid anfange. Ja, ich glaube auch, das würde sonst zum UFO. Außerdem sichert es mich ab, denn vielleicht lauern da ja noch unentdeckte Fehler?

Für mein Probemodell habe ich ein dunkelblaues Halbleinen verwendet, das ich noch in meinem Bestand gefunden habe. Ich weiß, diese Farbe fotografiert sich schlecht, aber ich hoffe, dass noch alles Wichtige erkennbar ist.

Sorry, ein wenig verknittert ...

Hinten sitzt das Kleid noch etwas auf - wird geändert.

Und nun noch einen Blick auf den Stoff für das endgültige Kleid:

Das Futter konnte ich gleich mitbestellen; es passt perfekt.


Das ist ein Viskose-Krepp mit 4% Elasthan, der just in dem Moment im Florence-Shop aufgetaucht ist, als ich auf Stoffsuche war. Man darf ja mal Glück haben. Ein tolles Stöffchen!

Jetzt verlinke ich meinen Post bei Monika, an deren Jil Sander Sew Along sich - leider - nur ein paar wenige Hobbynäherinnen beteiligen, aber vielleicht kommt ja noch etwas nach. Nach Laufstegmode kann man ja immer nähen.


Dienstag, 27. Februar 2018

Cardigan Refashion

Ich bin in den Besitz eines mittelgrauen Cashmere-Cardigans gelangt. Er sah tadellos und wie neu aus, war mir jedoch eine Nummer zu groß und ich mochte den halsnahen runden Ausschnitt nicht.
Was tun? Weggeben oder umarbeiten?
Ich habe mich für ein Refashion-Projekt entschieden.



Bei näherer Betrachtung fielen mir dann zwei kleine Löcher hinten und vorn auf Schulterhöhe auf. Das musste ich nun in meine Umarbeitungspläne mit einbeziehen. In meinen Restekisten habe ich einen farblich passenden, gemusterten Wollstoff gefunden, und zwar den Rest von dieser Wickeljacke. Übrigens habe ich schon einmal Reste von diesem Jackenstoff verwendet: für diesen Schal.
Um die Größe anzupassen habe ich zunächst den Cardigan an den Seitennähten auseinander geschnitten. Dann wurden die Ärmel abgetrennt und die Schulterpartie mit den Löchern habe ich so abgeschnitten, dass ich den gemusterten Stoff wie eine Passe mit vorgezogener Schulternaht ansetzen konnte. Noch ein wenig länger wäre schöner gewesen, aber dafür hat der Stoff nicht gereicht.
Die nächste Entscheidung galt dem Ausschnitt. Ich habe mich für ein V entschieden. Für den nötigen Besatz hat der abgeschnittene Cardigan-Rest ausgereicht. Den Besatz habe ich mit der Zwillingsnadel festgesteppt; das mache ich wann immer es möglich ist, denn schlecht sitzende oder herauskrabbelnde Besätze kann ich gar nicht leiden.



Noch ein wenig langweilig, nicht? Aber ich hatte ja immer noch kleine Reststücke vom Rosen-Stoff übrig. Also habe ich die Blüten ausgeschnitten (man erinnere sich an den Schal), auf der Rückseite mit leichter Vlieseline bebügelt und mit einem dünnen Wollfaden aufgenäht. Dabei habe ich Reste von meiner selbst gefärbten Wolle verwendet (siehe das kleine Knäuel im ersten Foto).
Voilà:



Nicht alle Rosen, die ich aus den letzten Resten ausgeschnitten habe, waren noch vollständig. Die angeschnittenen habe ich an Ränder gesetzt - so sieht das ganz gewollt aus. Auf der Rückseite der Jacke kommt der gemusterte Stoff besser zur Geltung:


Deshalb bedauere ich im Nachhinein, dass ich die Schulterlinie nicht noch mehr vorgezogen habe. Dann wäre die Passe zwar hinten kürzer geworden, aber das hätte ich verschmerzen können. Na ja, besser geht immer.
Genau genommen: Wenn ich am Anfang schon geplant hätte, die Rosenmotive aufzunähen, hätte ich damit natürlich auch die kleinen Löcher verdecken können ...

Gerade jetzt, an den so kalten Tagen, kommt mir diese Jacke gerade recht.

Mit etwas Verspätung verlinke ich diesen Beitrag bei Gustas Upcycling Linkparty.

Sonntag, 18. Februar 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 2

Bevor ich mit meinem zweiten Beitrag zum Jil Sander Sew Along loslege, möchte ich mich bedanken: für die Kommentare und Mails, für die guten Tipps und fürs Mutmachen und überhaupt für das bekundete Interesse. Regina/Formspielerins Werke hat sich, wie ich an ihrem langen Kommentar erkennen konnte, soweit in das Kleid hineingedacht, dass sie es jetzt selbst auch nähen will. Ich finde das prima! Danke an alle - das gibt mir einen zusätzlichen Schub für mein kniffliges Projekt.

Das Kleid im Stil von Jil Sander, das ich mir ausgesucht habe, schaut man sich am besten in meinem ersten Beitrag an. Aus einer Mail von A. weiß ich nun, dass das Modell aus der Fall 2014 Ready to wear-Kollektion stammt. Sie hat mir auch einen Link zu einer weißen Version des Kleides (Look 10)  geschickt. Leserin M. hat mir geraten, es mit Drapieren zu versuchen; eine gute Idee, doch dafür waren meine Kenntnisse nicht ausreichend. Die Idee, dass das Vorderteil des Kleids aus einem Teil zugeschnitten sein soll, habe ich nicht technisch umsetzen können. Falls das funktionieren sollte, braucht man spätestens hier gute Drapier-Kenntnisse.

Also habe ich weiter herumprobiert. Ausgehend vom Schnittmuster eines Shiftkleids (schon einmal genäht und gut passend; hier gebloggt) habe ich mir mein neues Muster zusammengebastelt. Eine Weile habe ich geglaubt, es kann nicht funktionieren, die Längsnaht im hinten liegenden Faltenbruch verlaufen zu lassen. Doch, es geht. Die Verbindungsnaht endet genau am Nahtende: Stecknadel.



Am "Kreuzungspunkt" der oberen und unteren Falte wird das große Vorderteil am unteren Ende der Längsnaht eingeschnitten, damit man die Teile drehen kann um die Quernaht zu schließen.



Nachdem ich wusste, wie ich die Falten nähen wollte, habe ich nur grob den Bereich der Falte (Ich hatte schon zwei Fehlversuche und wollte nicht noch mehr Vlies investieren.) aus einem dünnen Vlies - Vlieseline L11 - zugeschnitten und genäht. Davon sind auch die Fotos. Alles klappt soweit; ich habe ein Vorderteil mit einer 5cm tiefen Falte, die auf Taillenhöhe die Richtung wechselt. Die Falte ist also überall gleich breit.



Was ich noch nicht weiß, ist, ob das Ganze ein tragbares Kleid wird. Wird die Falte im Stoff oben richtig liegen und unten gut fallen? Ob ich wohl den Brustabnäher auf der Seite der Falte auch weglassen kann (kleinere Oberweite)?

Als nächstes werde ich mir ein komplettes Schnittmuster zeichnen und ein Probemodell nähen. Dann habe ich auch die Chance festzustellen, wie elastisch der Stoff sein muss. Ein nicht elastischer Stoff ist, fürchte ich, nicht geeignet. Falls das doch ginge, wäre mir das nur recht, denn dann hätte ich evtl. etwas im Bestand.

Ich vermute, mein Entwurf ist weder der einzig mögliche noch der beste. Den Beweis erbringt Regina mit ihrer Version (siehe Link oben); sie hat wohl die Falte anders gelöst. Hier enden zunächst einmal meine Möglichkeiten. Wer Lust hat, noch weiter mit mir über das Kleid nachzudenken, ist natürlich mehr als willkommen.

Mit dem nächsten Post habe ich dann hoffentlich ein vorzeigbares Probemodell oder ich habe gemerkt, dass ich komplett auf dem Holzweg war.

Jetzt verlinke ich diesen Beitrag noch bei Monika vom Blog wollixundstoffix und danke nochmals für die Anregung.

Die Fortsetzung sollte in etwa 14 Tagen folgen. Dann erfragt Monika einen Zwischenstand und ab 25. März können die fertigen Jil Sander-Modelle präsentiert werden.

Samstag, 10. Februar 2018

Der Wintermantel

Alle paar Wochen treffe ich mich mit Roswitha (Blog: Blauraute) zum gemeinsamen Nähen. Dann wird ein Tag lang gerattert und geschnattert. Wir hatten uns einmal kennengelernt, als Roswitha einen Stoff aus meinem Flohmarktangebot gekauft hatte. Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt wohnen, haben wir uns zum Nähen verabredet und dann schnell gemerkt, dass das mit uns beiden gut funktioniert: Wir sind etwa gleich alt, haben die gleiche Menge Näherfahrung und Schneiderwissen und eine ziemlich ähnliche Vorstellung davon, wie gut etwas genäht sein sollte/muss, wenn wir damit zufrieden sein wollen.

Bei einem dieser Näh-Treffen noch im alten Jahr haben wir uns gegenseitig gezeigt, welchen Wintermantel wir vorhatten zu nähen. Und siehe da - es war das selbe Modell: burdastyle 12-2010-120 . Was lag dann näher, als diese Mäntel gemeinsam zu nähen? Nun endlich, beim letzten Treffen vor ein paar Tagen, haben wir es geschafft, ein Foto von uns in den Mänteln zu machen.



Wir sind beide sehr zufrieden mit unseren jeweiligen Mänteln und haben sie schon oft getragen. Wir erwägen auch beide, dieses Schnittmuster gelegentlich noch einmal zu verwenden; es eignet sich auch gekürzt für eine Jacke und aus einem etwas dünneren Stoff.




Mittwoch, 7. Februar 2018

Me Made Mittwoch: grauer Wollrock

Alle Beitragenden zum MMM wissen es längst, viele Besucher ebenfalls, gelegentliche Leser bekommen es vielleicht erst nach und nach mit: Den Me Made Mittwoch gibt es jetzt nur noch monatlich, und zwar am ersten Mittwoch des Monats. Heute hier.

Dann hat man relativ viel Zeit zu überlegen, was man präsentieren möchte. Wenn ich mich richtig erinnere, war ursprünglich der Gedanke, dass man die Kleidung zeigt, die man an diesem Tag gerade trägt um zu dokumentieren, wie wir Hobbyschneiderinnen unsere selbst gemachte Kleidung in unseren Alltag integrieren und diese Stücke ganz selbstverständlich tragen. Inzwischen wird sehr viel  neu Genähtes präsentiert; ob das nun gerade an diesem Tag auch wirklich getragen wird, ist eher zweitrangig (und ohnehin nicht nachprüfbar).

Ich glaube, ich habe immer neu genähte Kleidungsstücke gezeigt; man will diese Teile sowieso posten und dann ist der MMM eine schöne Plattform. So halte ich es auch heute:


Es geht um den Rock, den ich kürzlich genäht habe; ein Burdamodell aus Heft 11-2017 Nr. 106 (Link zum Modell auf der Burdaseite).
Der Stoff, ein mittelgrauer, eher dünnerer Wollflanell von Pavani,  lang schon länger in meinem Schrank und er war auch mal für ein anderes Modell vorgesehen. Zu diesem Schnitt passt er perfekt. Im Original ist der Rock nicht gefüttert - das geht gar nicht. Ich habe natürlich ein Futter eingenäht und dafür die Schnittmusterteile des Vorderteils aneinandergelegt und somit auf die Teilungsnähte verzichtet. Positiv aufgefallen ist mir, dass der Fadenlauf des hinteren Rockteils nicht der hinteren Mitte entspricht. Das hatte bei mir den Vorteil, dass ich auf eine Hohlkreuzanpassung gänzlich verzichten konnte. Die vorderen Teilungsnähte sind bei mir auch ganz klassisch genäht und haben keine Zierstiche. Das erschien mir bei diesem Stoff unpassend.

Ich kann mir diesen Rock sehr gut aus einem leichten Wollwalk vorstellen, mit offenkantiger Verarbeitung der Teilungsnähte. Was ich im Gegensatz zum zweiten Modell im Burdaheft nicht machen würde, ist, Ripsbänder aufzunähen. Das macht das Vorderteil steif, was m.E. nicht gut zu diesem Rock passt. Als Schnitt für einen Sommerrock habe ich ihn jedoch schon in Erwägung gezogen. Er ist ja ganz schnell genäht. Vielleicht sollte man dann durchaus noch etwas Weite einfügen und verlängern.

Oben trage ich zum Rock ein ziemlich altes Wickel-Oberteil, von dem ich aber irgendwie nicht lassen möchte; es trägt sich so angenehm (Wollgespinst: wärmt ein wenig, aber nicht zuviel). Unten habe ich den Rock mit einem anderen Wickelteil kombiniert. Das Gittermuster hat die gleiche Farbe wie der Rock.


Fazit: Ein rundum empfehlenswerter Schnitt.

Montag, 5. Februar 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 1

In Frankfurt/Main findet im Museum für Angewandte Kunst momentan eine Jil Sander-Ausstellung statt. Die möchte ich mir gern noch ansehen bevor sie im Mai endet. Vielleicht sogar in einem selbst genähten Modell à la Jil Sander? Monika hat mir diese Idee in den Kopf gepflanzt, als sie einen kleinen Sew Along auf ihrem Blog angekündigt hat. Es soll vier Termine geben; momentan läuft der erste, in dem die Ideen gesammelt werden.

Mein Modell habe ich bereits ausgewählt: Es ist ein Kleid mit einer raffinierten Falte im Vorderteil. Gefunden habe ich die Vorlage bei einem Modeversand im Netz. Dort ist auch das einzige Bild, das ich von diesem Kleid aufspüren konnte. Glücklicherweise kann man üppig vergrößern (bitte die Bildquelle anklicken).

Bildquelle





Und dann habe ich gegrübelt, wie dieser Schnitt funktioniert. Eine Idee habe ich, aber ich bin trotzdem auf eure Hilfe angewiesen. Wer eine Idee hat und sich die Mühe machen möchte, sich in diesen Schnitt hineinzudenken, ist sehr willkommen zu kommentieren (und alle anderen natürlich auch!).

Ich denke, das Vorderteil besteht aus zwei Teilen: rechte Vorderteilhälfte plus Rockteil der linken Seite; die rechte Hälfte oberhalb der Taille ist das zweite Teil. Man kann dort eine Naht in der Taille sehen. Die Falte scheint auf Taillenhöhe ihre Richtung zu ändern: oben liegt sie auf der rechten, unten auf der linken Seite. Rechts ist sie oben am Ausschnitt und auf Taillenhöhe mit ein paar durchgenähten Stichen fixiert (Kreuze in der Skizze). Das Kleid hat Brustabnäher, die aus der Seitennaht kommen. Soweit die Beschreibung dessen, was man auf dem Foto erkennen kann. Ich habe eine Skizze versucht:



Um hinter die Konstruktion zu kommen, habe ich mir ein Miniatur-Vorderteil aus einem Papiertaschentuch ausgeschnitten. So sehen meine zwei Vorderteile aus:



Damit die Falte in der Taille ihre Richtung ändern kann, muss man die komplette Falte einschneiden. Die vertikale Naht, die das linke, obere Teil mit dem Rumpf verbindet, dürfte genau unsichtbar im Faltenbruch liegen. Ich habe nur noch nicht herausbekommen, wie man die horizontale Taillennaht machen muss, damit sich alles richtig verbindet.

Hat sich jemand das Kleid von hinten angesehen? Raffiniert, was? Ich glaube, das werde ich mir schenken und einfach eine Mittelnaht mit dem Zipper einplanen. Ich glaube nicht, dass diese außergewöhnlichen Nahtlinien des Originals essenziell sind für einen guten Sitz des Kleides.

Wie habe ich die Belege zu machen? Am Arm ist es eigentlich klar; am Halsausschnitt in nicht so knapper Breite einmal rund herum, so dass der Beleg mit als Falte gelegt wird. So stelle ich es mir vor. Ich würde das Kleid auch komplett füttern wollen. Muss ich das Futter genauso zuschneiden wie den Oberstoff?

Und der Stoff? Im Original ein Krepp aus Wolle mit Polyester und Elasthan. Ein weicher Fall wird sicherlich gebraucht. Vielleicht habe ich etwas im Vorrat, wenn nicht, kaufe ich auch.

Oh, oh - Fragen über Fragen!

Mein Ehrgeiz ist zwar angestachelt durch diese selbstgestellte Aufgabe und ich sehe auch die Möglichkeit eines Scheiterns, aber ich möchte es versuchen.

Monika hat auf ihrem Blog wollixundstoffix ein Tool installiert, wo ich mich jetzt verlinke. Danke, Monika, für diese schöne Idee. Ich habe es ja insgeheim bedauert, dass ich mich im letzten Jahr nicht an deiner/eurer Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" beteiligt habe; mit meinem Jil Sander-Kleid hole ich da sozusagen etwas nach (hoffe ich).

Freitag, 2. Februar 2018

Favorit des Monats: burdastyle 01-2018-108

Sandra vom Blog "Zufall wenn's klappt" hat für dieses Jahr eine challenge ins Leben gerufen, mit der Idee, aus jedem Monatsheft von burdastyle (oder Fashion Style) wenigstens ein Modell zu nähen und dann bei ihr zu verlinken. Ich nähe sowieso meistens Modelle aus den Burdaheften, häufig sind es aber die älteren Ausgaben. Jetzt bekomme ich einen Ansporn, Schnitte aus den aktuellen Heften stärker zu berücksichtigen.

Ich habe ein sehr, sehr, sehr einfaches Modell genäht: Das Jersey-Jäckchen Nr. 108. Warum solch ein einfacher Schnitt in Kurzgrößen angeboten wird, erschließt sich mir nicht, denn genau so wie ich ihn durch geringfügige Verlängerung des Rumpfs und der Ärmel auf Normalgröße bringen konnte, hätte man das auch problemlos umgekehrt machen können. Da hat es sich die Burdaredaktion einfach gemacht.



Ein Schnitt mit Fledermausärmeln verlangt in der Regel Aufmerksamkeit beim Auflegen der Teile auf den Stoff. Da die angeschnittenen Ärmel Länge brauchen, muss man oft den Stoff einlagig zuschneiden. So sieht es Burda vor; ich habe es bei meinem Stoff auch in doppelter Lage geschafft; nur bei den Ärmeln konnte ich keinen Saum mehr zugeben und habe mich mit einem falschen Saum beholfen.

Mein Stoff ist ein Baumwolle-Leinen Pikee-Jersey, den ich mal vor zweieinhalb Jahren bei Florence gekauft habe; Farbe: beerenfarben-weiß meliert. Also Material aus dem Bestand, der sich mit diesem Jäckchen wieder etwas verkleinert hat. Der Stoff ist hochwertig; zwar eher dünn, aber mit viel Stabilität. Man spürt auch deutlich den Leinenanteil.



Ein paar Kleinigkeiten habe ich geändert. Im Original ist die Jacke sehr halsnah; das habe ich etwas entschärft, in dem ich oben ca. 2cm weggenommen habe, die bis auf Brusthöhe auslaufen. Meine Kanten und Säume sind breiter: unten und an den Ärmeln 2,5cm und vorn 2cm. Breiter war nicht möglich, weil sich sonst der Stoff am Hals nicht rund gelegt hätte. Einen Gürtel, wie ihn Burda vorsieht, habe ich bisher noch nicht (Stoff ist aber noch übrig); vielleicht ist die Optik mit Gürtel sogar schöner.

Für die Fotos habe ich das Jäckchen schnell über mein heutiges schwarzes Grundoutfit geworfen; das geht, aber mit weiß kombiniert ist es sicherlich besser. Und vielleicht finde ich ja noch ein beerenfarbiges Shirt für untendrunter. Es darf auch ein gekauftes sein.

 


 


Auf dem Foto unten links ist zu erkennen, dass das Jäckchen hinten etwas kürzer ist als vorn. Auch wenn es mir vor dem Zuschnitt klar war, wenn ich diesen Schnitt noch einmal verwenden sollte, würde ich das ändern und die Saumlinie begradigen. Oder sie ganze Jacke um eine Handbreit verlängern. Mit Gürtel sähe das vielleicht besser aus - also noch nähen und ausprobieren.

Die erwähnte Kombination mit weiß habe ich zumindest einmal auf diese Weise getestet:



Da habe ich noch einen Kombipartner für meine weiße Jeans. Das ist gut.

Schauen wir mal, was die anderen Hobbyschneiderinnen an Nähenswertem in den aktuellen Ausgaben von burdastyle und Fashion Style gefunden haben: Hier bei Sandra sind sie verlinkt.

Dienstag, 23. Januar 2018

Bequeme Sweater

Wer braucht sie nicht, die bequeme und unkomplizierte Kleidung für zuhause, den Urlaub, die lange Autofahrt ... Für diese Zwecke hatte mein Kleiderschrank zuletzt echte Lücken. Sie sind nun aufgefüllt mit drei neuen Sweatern, die ich in den letzten Monaten schon häufig getragen habe.


Der erste Sweater hat den Kragen von Schnitt "Käthe" (bei makerist zu bekommen). Er besteht aus einem unten abgerundeter Einsatz im Vorderteil mit einer Art Schalkragen. Ich habe ihn auf mein bewährtes und gut passendes Grundschnittmuster für Jersey/Sweatstoffe angewendet. Hier kann man es besser sehen:



Deshalb war alles schnell genäht, denn ich wusste ja, dass es passen würde. Der verwendete Stoff ist ein schwerer, sehr formstabiler Jersey aus Baumwolle und Modal plus Elasthan mit einem kleinen floralen Allover-Muster und einem längs verlaufenden Musterstreifen an einer Webkante. Aus diesem Musterstreifen habe ich nur den inneren Kragen zugeschnitten, da ich das Muster nicht so dominant haben wollte. Nun ist es aber nicht mehr besonders sichtbar, was auch wieder schade ist. Vielleicht hätte ich das doch andersherum anordnen sollen.
Den Stoff habe ich in einem kleineren Geschäft (das jetzt schließt, da es sich nicht mehr trägt; schade) in der nahen Stadt gekauft. Als ich ihn zuhause vor mir ausgebreitet hatte, spukte mir doch das Wort "Kinderstoff" durch den Kopf. Und tatsächlich: Einige Online-Stoffshops haben ihn in dieser Kategorie eingeordnet. Na gut, jetzt darf ich mich wieder ein wenig kindlich fühlen ...
Auf jeden Fall ist dieses Oberteil sehr angenehm zu tragen. Die Grundfarbe ist ja eine Art aubergine-violett und nicht dunkelblau, wie ich im Geschäft annahm; schwierig zu kombinieren oder auch gerade deshalb gleichermaßen passend zur blauen Jeans und zur schwarzen Hose.

(verschlimmbessert durch starkes Aufhellen)
Dieser Sweater aus dunkelblauem French Terry, ein leichter Sweat, auch Sommersweat genannt, ist nach dem gleichen Schnitt entstanden, nur den Verlauf der Kragenkurve habe ich etwas die Steilheit am Ende genommen, damit sich der Kragen etwas leichter umlegt. Eine gute Entscheidung, die ich besser schon beim ersten Sweater getroffen hätte. Die Innenseite des Kragens besteht aus einem Jerseyrest von einem Polo-Shirt (hier gezeigt).
Und auch dieses Teil ist wieder ein bequemes Alltagsstück. Überhaupt mag ich diese French Terry-Qualität sehr gern. Sie besteht aus Baumwolle mit etwas Elasthan und liegt so angenehm zwischen leichtem Jersey und dickem Sweat.


Für Sweater Nummer drei habe ich den Rest Stoff von Nummer eins verarbeitet plus ein neu dazu gekauftes Stück vom eben gelobten French Terry, wieder dunkelblau, deshalb so unattraktiv auf dem Foto. Man hatte mir ja beim Kauf des gemusterten Stoffs glaubhaft versichert, dass man ihn auch quer verarbeiten kann, ohne dass er sich zu stark dehnt oder gar ausleiert. Also habe ich den Rest meiner Bordüre für die oberen Partien genutzt; das war gerade so ausreichend für vorn und hinten. Die Ärmel haben ein "Bündchen" aus dem Kleingemusterten bekommen. Für den Halsausschnitt wollte ich eine andere Variante. Ich habe einen kleinen hochstehenden Kragen (2,5cm breit) gearbeitet, der eine Einlage aus einem dünnen Volumenvlies bekommen hat. So hat der Kragen Stand und ein wenig Fülle.

Wenn ich mir jetzt die Fotos anschaue - mal abgesehen davon, dass die dunklen Farben so schlecht herauskommen - denke ich, dass ein weiteres Exemplar in einer hellen, freundlichen Frühlingsfarbe nicht schlecht wäre.

Dienstag, 16. Januar 2018

Flohmarkt 2/2018

Ich möchte einen Teil meiner pflanzengefärbten Wolle abgeben. Schließlich beginnt bald die neue Färbesaison - zumindest wenn man frisches Pflanzenmaterial verwenden möchte - und ich möchte ja wieder färben können, ohne dass mein Vorrat an Wolle zu stark wächst. Ich bin halt auch nicht die schnellste Strickerin ...

Bei pflanzengefärbten Garnen muss man immer bedenken, dass die Farben mit der Zeit - ich spreche hier von Jahren - verblassen können (nicht müssen). Ich rate immer dazu, pflanzengefärbte Stoffe oder Garne dann lichtgeschützt aufzubewahren, wenn man sie nicht benutzt. Man muss auch berücksichtigen, dass die so gefärbten Fasern nach wie vor etwas abfärben können. Also nicht gerade dunklere Farben auf einer weißen Bluse tragen. Was ich allerdings nie beobachtet habe, ist, dass beim Waschen evtl. austretende Farbreste benachbarte Farben verfärbt hätten. Das als Vorab-Information für alle Interessenten.

Beim folgenden Garn handelt es sich immer um die selbe Qualität: 100% Schurwolle, Lauflänge 300m/100g. Jedes Knäuel wiegt ca. 50g.
Preis pro Knäuel: € 2,50
Ich habe 11 Knäuel abzugeben; wer alle zusammen nimmt, zahlt nur € 23.-
Hinzu kommt noch das Porto.

*************** LEIDER SCHON ALLES VERKAUFT **********************

Los geht's:

1. braune Zwiebelschalen


Links: erster Zug mit braunen Zwiebelschalen - Farbe wie ein Hokkaido-Kürbis.
Zwei Knäuel in der gleichen Farbe.
Rechts: zweiter Zug mit braunen Zwiebelschalen - sonnenblumengelb.
Zwei Knäuel in der gleichen Farbe.

2. Padouk und rote Zwiebelschalen


Links: Padouk ist ein exotisches Holz, dessen färbende Späne ich von einem Drechsler bekommen habe. Die Farben der beiden Knäuel (lachsfarben) unterscheiden sich minimal, denn es handelt sich um einen 1. und 2. Zug.
Rechts: Zwei gleichfarbige Knäuel in einem hellen, matten Olivgrün.

3. Eukalyptus und Solarfärbungen


Links oben: mit Eukalyptusblättern in der Flotte gefärbt: ein mattes Gelb.
Rechts oben: eine Solarfärbung (Link zu meinen Solarfärbungen im Blog) mit Eukalyptusblättern und roten Zwiebelschalen; ergibt ein gelblich-grünlich meliertes Garn.
Unten: eine Solarfärbung nur mit Eukalyptusblättern, fällt ein wenig unregelmäßiger aus als die Färbung in der Flotte - was aber seinen Reiz hat.
Diese drei Farben harmonieren gut miteinander. Eigentlich alle:



Interessenten melden sich bitte in den Kommentaren oder per Mail; die Adresse kann oben unter "Kontakt" aufgerufen werden. Die Kaufabwicklung erfolgt dann über Mail.

Hier auch noch der Verweis auf meinen ersten Flohmarkt, wo noch einiges zu haben ist.
Danke für euer Interesse.

ALLES VERKAUFT

Donnerstag, 11. Januar 2018

Flohmarkt 1/2018

Zur Jahreswende wurde bei mir aufgeräumt und aussortiert, so dass ich hier im ersten Flohmarkt des Jahres 2018 einige aussortierte Artikel anbieten möchte. Ich habe noch mehr - deshalb kann ich auf alle Fälle noch einen zweiten ankündigen.

Die Preise verstehen sich immer incl. Versand solange das Ziel in Deutschland liegt. Bei Versand ins Ausland ändert sich evtl. der Preis.

Alles ist nach bestem Wissen beschrieben und da jedes Angebot eigentlich ein Schnäppchen ist, würde ich auch nicht gern etwas zurücknehmen.

Bei Interesse bitte über die Kommentare melden oder eine Mail schreiben - Adresse kann oben unter dem Header "Kontakt" aufgerufen werden. Die Kaufabwicklung erfolg dann per Mail.

Ich habe alle Fotos klein eingestellt, deshalb bitte für einen besseren Eindruck bzw. Lesbarkeit anklicken.

Los geht's:


1. Filzwolle - Kammzug

Vor vier Jahren wollte ich einmal Nassfilzen ausprobieren und habe diese vier Päckchen Merino Schurwollkammzug bestellt.  Da es allerdings nie dazu gekommen ist, möchte ich jetzt diesen Artikel  verkaufen. Alles ist praktisch unangetastet; sogar die Original-Rechnung lag noch im Karton.


4 Päckchen Merino Schurwollkammzug à 10g, jeweils dreifarbig in grün, blau, rot und grau.
Preis incl. Versand in D: € 7.-


2. Buch: Selbstgenähtes für den Garten

neuwertig
mit Schnittmusterbogen
Preis incl. Versand in D: € 2.-


3. Buch: Kunstvolle Stickereien

neuwertig
Preis incl. Versand in D: € 2.-


4. Buch: Sticken mit der Nähmaschine

neuwertig
Preis incl. Versand in D: € 2.-


5. Stoff: Baumwollstoff mit Fransen

leicht transparent
Abstand der längs verlaufenden Fransenstreifen: 3 bzw. 4,5cm
Farbe: weiß
Menge: 1,80m, 140cm brt. (gewaschen, dabei haben sich die ursprünglich glatten Fäden verknüddelt wie auf dem Foto zu sehen)
Preis incl. Versand in D: € 8.-


6. Stoff: Baumwoll-Flanell mit Fischgratmuster


Dieser Stoff war ursprünglich für ein kerniges Männerhemd gedacht und ich denke nach wie vor, dass er dafür gut geeignet ist.
Kleine Webfehler (siehe Foto) ca. 60cm von einer Schnittkante und ca. 50cm von einer Webkante
Farbe: dunkelblau/natur
Menge: 3m, 140cm brt. (gewaschen)
Preis incl. Versand in D: € 8.-
VERKAUFT

7. Stoff: Leichtsweat aus Baumwolle


mit kleinem Elasthananteil
Farbe: pink auf rosa-meliert
Menge: 1,15m, 150cm brt. (gewaschen)
Preis incl. Versand in D: € 6.-


8. Stoff: Seidenkrepp


dünn und transparent wie Chiffon
geeignet z. B. für einen Schal; evtl. färben, bedrucken, bemalen, befilzen ...
Farbe: hellgelb
Menge: 2m, 100cm brt. (nicht gedehnt)
Preis incl. Versand in D: € 10.-
VERKAUFT