Posts mit dem Label Weben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Weben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 6. April 2026

Neuer Webstuhl

 Ich habe einen neuen Webstuhl:


Es ist ein Tischwebstuhl von Ashford mit 8 Schäften. 8 Schäfte mussten es jetzt endlich sein, hatte ich doch die ganze Zeit so viele schöne Muster gesehen, für die man mehr als meine bisherigen 4 Schäfte gebraucht hätte und die lange unerreichbar waren. Ein Tischwebstuhl musste es aus Platzgründen sein, denn meinen großen Webstuhl (4 Schäfte) mit Tritten habe ich natürlich immer noch und er braucht einigermaßen Platz. Der neue Webstuhl teilt sich jetzt den Platz mit meiner Nähmaschine; d.h. die Nähmaschine wandert auf ein Regalbord, wenn sie nicht gebraucht wird und der Webstuhl, na ja, irgendwo hin, wo gerade Platz ist, wenn ich nähen will. Das geht.

Auf dem Foto sieht man, dass ich mir die Hebel, mit denen man die Schäfte bewegt, nummeriert habe. Das brauche ich (noch?), sonst würde ich Fehler über Fehler machen. Oben links sieht man zwei kleine Zettel, auf denen ich die Abfolge der Hebel-Stellungen notiert habe. Für mein erstes Projekt; es sind Gästehandtücher:


Für den Anfang hatte ich extra ein kleineres Projekt gewählt und das war gut so, denn zu Beginn hatte ich ein paar Fehler, die aber beseitigt werden konnten. Die Tücher sind ca. 43x23cm groß und so verschieden sie auch aussehen, sie wurden mit der gleichen Kette gewebt. Unterschiedliche Farben und Abfolge der Schäfte machen die Optik aus. Ich habe auch Baumwolle, Halbleinen und Leinen ausprobiert um die Ergebnisse zu sehen.


Auf dem Foto kann man gerade so erkennen, dass das zweite Tuch von links breiter ist als die anderen: Das ist das Tuch mit dem reinen Leinengarn im Schuss. Dass sich das so verhalten würde, war mir neu. 


Ich bin sehr zufrieden mit diesem Muster, das man quasi endlos variieren kann. Für Geschirrtücher würde es sich perfekt eignen; dafür brauche ich allerdings noch dünnere Garne, die ich nicht besitze. Ein Projekt für die nähere Zukunft.

Dienstag, 15. Oktober 2024

Quickie Nr.10 - Fertiggestellte Webereien

Der Oktober-Quickie ergänzt den Quickie vom Vormonat, wo ich Handwebereien in ihrem Entstehen gezeigt habe. Jetzt sind die zwei Arbeiten fertig und verdienen eine Präsentation:


und die Rückseite in der anderen Richtung:

Jetzt, wenn ich die Fotos betrachte, sehe ich erst, dass die beiden Seiten doch recht unterschiedlich wirken, da - zufällig - die Farben auf der einen Seite eher gedämpfter und auf der anderen eher leuchtender sind. Wie gesagt: zufällig, denn ich hatte beim Weben keine durchdachte Reihenfolge der Farben.




Der Schal ist in der gleichen Breite wie die Kissenhülle und mit dem selben Muster gewebt. Mit 50 Zentimeter Breite und knapp 2 Meter Länge großzügig bemessen und zum "Reinwickeln" gedacht und geeignet. Behalten werde ich ihn jedoch nicht, denn ich habe bereits einen, der diesen Platz einnimmt.

Freitag, 20. September 2024

Quickie Nr.9 - Neue Webereien

Meinen Webstuhl mit Tritten habe ich nun fast schon ein Jahr, habe aber aus verschiedenen Gründen noch gar nicht so viel darauf gewebt. Das letzte Projekt musste länger auf seine Vollendung warten, jetzt habe ich das Gewebe abgeschnitten. Es ist "einfach" ein Stück Stoff, das ich wohl für einen Kissenbezug verwenden werde. Das Schussgarn sind verschiedene Pflanzenfärbungen, mit denen ich einfach spontan Streifen gewebt habe.

Näher ran:

Ich hatte noch genug Kette auf dem Webstuhl, dass ich gleich das nächste Projekt beginnen konnte. Das Muster habe ich übernommen. Es wird ein Breitschal (50cm). Das Schussgarn ist hier eine gekaufte Schurwolle, leicht meliert blau mit ein wenig grau und hier und da ein heller Spot.



Samstag, 30. September 2023

Ein schnelles und ein weniger schnelles Projekt

Das schnelle Projekt zuerst:

Es ist ein Täschchen für den e-reader, genäht aus einem Rest Handgewebe, bei dem ich ein paar Farben ausprobiert habe.


Der Reader sitzt so stramm drin, dass das Täschchen keinen Verschluss braucht. Es dient auch nur zum Schutz wenn ich das Gerät in der Tasche trage. Die Rückseite:


Die Original-Webkante bildet den oberen Rand, so dass ich hier nicht säumen musste. Es gibt nur zwei Nähte, unten und an einer Seite; sie sind nur soweit versäubert, dass sich nichts auflöst. Das Reststücken Gewebe hat gerade so ausgereicht.

Gerade suche ich, ob ich das "Original-Gewebe", bei dem dieses Restchen angefallen war, hier gepostet habe - die Antwort ist nein. Es gibt aber Fotos bei Ravelry (Anmeldung erforderlich).

Das etwas größere Projekt ist eine neue Umhängetasche, die ich nach dem schon einmal realisierten Vorbild "Gatherer Crossbody Bag" (freie Anleitung auf der Robert Kaufmann-Seite) genäht habe. Jetzt habe ich allerdings den Schnitt etwas vergrößert, da es die eine oder andere Gelegenheit gab, bei der mir Variation 1 ein wenig zu klein war.


Abgesehen von der Größe habe ich noch ein paar Änderungen vorgenommen. Hier gibt es einen Magnetverschluss.


Die Anschussteile für den Gurt kommen nicht aus der Seitennaht, sondern sitzen an der oberen Taschenkante. Da ist genug Platz und inzwischen leuchtet mir auch nicht ein, warum sie anders angebracht sein sollen - außer aus optischen Gründen. Aber das ist ja eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und auf der Taschenrückseite habe ich eine Paspeltasche für's Telefon eingearbeitet.


Auf dem Foto leider ohne Telefon - damit musste ich ja fotografieren. ;) Ich fand es zuweilen unpraktisch, immer erst die Tasche aufmachen zu müssen, wenn ich (unterwegs bzw. auf Reisen) mal schnell etwas fotografieren wollte.

Innen gibt es zwei Reißverschlusstaschen (hatte ich aber in der ersten Tasche auch schon, nur war eine etwas zu klein geraten; das ist jetzt besser) und ein in der Seitennaht des Innenfutters mitgefasstes Schlüsselband incl. Karabiner.


Die Stoffe sind alle aus dem Bestand. Der Außenstoff ist der Rest einer Hose (auch nicht gebloggt, sehe ich), den Kontrast-Stoff habe ich mit Siebdruckschablonen selbst gemacht und das Futter ist ein Stück aus der Restkiste. Deshalb alles ein bisschen wirr, aber man sieht ja nicht alles gleichzeitig. Die Schnalle am Tragegurt ist auch aus dem Kleinteile-Kästchen - ich hätte lieber eine aus Metall gehabt, aber das hatte ich nicht da. Der Reißverschluss ist vom Meter, versteht sich.

Irgendwie ist an der Tasche nicht alles so gerade wie ich es mir im günstigsten Fall vorstelle, aber das sieht wahrscheinlich wieder mal kaum einer außer mir. Und im Gebrauch wird es eh' nicht auffallen. Also, kein Gemecker an dieser Stelle.

Der Praxistest steht noch aus. Tatsächlich ist die Tasche gerade erst fertig geworden. So zügig habe ich schon lange nicht mehr gebloggt! Wenn sich das alles bewährt, habe ich noch Stoffe mit schwarzem Muster hier liegen.





Freitag, 2. Juni 2023

Handgewebter Schal aus pflanzengefärbten Garnen

Ich habe eigentlich einige fertige Arbeiten, die ich hier zeigen könnte, aber ich kann mich in letzter Zeit nur schlecht dazu aufraffen, Blogposts zu schreiben. Aber heute gibt es dann doch einen Bericht von meiner letzten Webarbeit.

Es ist ein Schal aus einem Merino-Seiden-Garn, das ich mit den Blättern der Edelkastanie (taupe, für die Kette) und Krapp und Kamala (lachsfarben, für den Schuss) gefärbt habe.


Das Besondere sind die kleinen Perlen, die ich an den Fransen aufgefädelt habe. Die Inspiration aus dem Netz kam zeitlich gerade recht.

Wenn die Webarbeit fertig ist, wird sie zunächst gewaschen, was die Fasern "aufblühen" lässt. Der Unterschied zwischen vorher und nachher ist oft beträchtlich. In meinem Fall hier ist der Schal sehr schön weich geworden.

Dann habe ich die Fransen auf die gleiche Länge geschnitten:


Und dann die Perlen mit Hilfe einer feinen Häkelnadel aufgefädelt:


Vom Fransendrehen mit dem von meinem Mann konstruierten und 3D-gedruckten Wickler (hier zu sehen, etwas scrollen) habe ich leider kein Foto, aber fertig sieht das so aus:


Zunächst dachte ich, ich hätte mir mein dieser Art Fransen viel Arbeit eingehandelt, aber das Ganze ging schneller als gedacht. Das Fransendrehen braucht seine Zeit, aber das hätte ich ja ohnehin machen müssen.

Mit Entfernung betrachtet eher dezent, aber das ist gut so. Die Perlen sind so leicht, dass sie den Schal nicht spürbar beschweren.


Info:

Garn: Merino/Seide (70/30%), LL 400m/100g

Kette: gefärbt mit den Blättern der Edelkastanie, Garnverbrauch: 100g

Schuss: gefärbt mit Krapp und Kamala (nacheinander), Garnverbrauch: 140g

Webgerät: Louet Erica Tischwebstuhl (4 Schäfte) - hier ist ein Foto, etwas scrollen

Blatt: 50/10

Muster: Bird'e Eye, Handweaver's Pattern Book, Seite 72

Maße: 29,5cm breit, 190cm lang mit Fransen

Die Garne für den nächsten Schal habe ich mir bereits herausgesucht - ich habe zwei Kisten, mehr oder weniger gefüllt mit selbstgefärbten Garnen. Die Webarbeiten werde ich nicht alle behalten oder als Geschenke weitergeben wollen/können, deshalb kann es gut sein, dass in Zukunft das Eine oder Andere hier zum Verkauf angeboten werden wird....



Montag, 16. Januar 2023

Handgewebte Kissenhüllen

Ich übe mich weiter im Weben und bin zuletzt ein Webmuster angegangen, das mir schon vor einiger Zeit als besonders schön aufgefallen war. Ich habe es auch genutzt, um verschiedene Garne auszuprobieren. Es kam mir u.a. darauf an, herauszufinden, welche Garnsorte und -stärke mit diesem Muster und dem verwendeten Kettgarn zusammengeht.

Als alles fertig war, habe ich aus den vier gelungensten Mustern neue Kissenhüllen für die Sitzgruppe im Wohnzimmer genäht, hier alle zusammen auf dem Sofa:


Da das Gewebe schmaler war als ich es für das klassische 40x40cm Kissen benötigt hätte, habe ich aus Leinen einen Rahmen rundherum angenäht. Wenn ich mir das jetzt so betrachte, denke ich, der schwarze Rand hätte auch noch etwas breiter sein können. Na, dann vielleicht das nächste Mal.

Im Detail:



Hier nur beispielhaft zwei der Kissen. Das rote Garn des unteren habe ich selbst gefärbt. Es ist eine perlgarnähnliche Baumwolle, die ich doppelt verwebt habe. Auch für das gelbe Gewebe habe ich das Garn ebenfalls gefärbt (gleiche Qualität). Hier ist noch ein Foto, bei dem man auch die Rückseite des Musters sehen kann und bei dem der Farbton besser rauskommt; er ist nämlich eher golden als gelb:


Ein weiteres Schussgarn war mir für Kissen zu dick, aber als Handtuch - Gästehandtuch - finde ich es ganz gut geeignet.


Ich werde das Stück noch säumen und einem Test unterziehen. Wenn er positiv ausfällt, werde ich das demnächst angehen, denn neue Gäste- bzw. Händehandtücher brauche ich sowieso.

Wer bei Ravelry angemeldet ist, kann sich hier noch mehr Fotos anschauen und  meine Dokumentation durchlesen.


Freitag, 4. November 2022

"Ich muss verrückt sein ..."

Mein aktuelles Web-Projekt war eine spontane Entscheidung - ich fand das Muster so toll. Was ich nicht gleich bedacht habe, ist, dass man nur sehr langsam voran kommt.


Auf einem einfarbigen, hier schwarzen, Hintergrund werden Musterfäden eingetragen, die ich Zeile für Zeile, Schuss für Schuss einzeln einlesen muss. Nur die weißen Zwischenstreifen gehen etwas schneller, da ich dort Wiederholungen habe.
So sieht das im Einzelnen aus:


Im Bild sieht man den sog. Lesestab, mit dem ich die nächste Zeile des gelben Musters eingelesen habe. Unterhalb habe ich mir einen Streifen aus weißem Papier für einen guten Kontrast angebracht; das Mustereinlesen ist fehleranfällig.


Dann wird der Lesestab hochkant gestellt, damit sich ein Fach bildet, durch den man den Musterfaden hindurchschießt. Anschließend entfernt man den Lesestab und webt einen Schuss mit dem schwarzen Hintergrundfaden, der das Muster zusammen hält, aber auch etwas dünner sein soll, damit der Musterfaden ihn überdeckt. Nur so entsteht ein schön sichtbares Muster.

Die Technik ist in einem Buch mit dem Titel "Crazy Shot" (Ich empfehle ein Stöbern auf der verlinkten Seite!) beschrieben, von dem ich eine digitale Ausgabe besitze. Zum Ausprobieren habe ich Muster aus dem Buch verwendet, aber die Muster für mein Projekt habe ich "selbst entworfen". Nun, komplett eigene Ideen sind es nicht, ich habe nämlich bei den Einstrickmustern, die man ganz einfach im Netz finden kann, gestöbert und geklaut.

So sehen meine Vorlagen aus:


Beim Weben habe ich dann gemerkt, dass ein paar Änderungen am Muster besser sind, so ist z.B. der mittlere Punkt in der gelben Reihe (gewebt bei mir weiß) weggefallen.

Ich webe drei verschiedene Musterstreifen (das blaue im oberen Bild habe ich verworfen) und verwende vier verschiedene Farben, so dass jedes Muster einmal in jeder Farbe erscheinen sollte. Genau ausgerechnet habe ich das nicht - ich lasse mich überraschen, wie es am Ende ausgeht.

Und so arbeite ich mich mühsam voran. Das Ganze soll ein neuer Bezug für ein dickes Kissen werden; dafür brauche ich wenigstens 80cm Länge, bei 50cm Breite. Jetzt habe ich ca. 45cm geschafft. Frage bitte niemand, wie lange ich für einen Musterstreifen brauche - ich habe an keine Stelle die Zeit gestoppt.

Seit ganz Kurzem gibt es allerdings noch etwas, was mich im Vorankommen bremst ... das zeige ich demnächst.

Übrigens: Neben aller Begeisterung für das Weben - ich nähe auch noch. Kürzlich ist ein Hemd für meinen Mann fertig geworden und die leichte Jacke, die ich davor genäht habe und von der ich sehr begeistert bin, wollte ich eigentlich beim Me Made Mittwoch zeigen, aber die Fotos haben noch gefehlt. Das sollte ich auf alle Fälle auch noch posten, denn, wie gesagt: bin begeistert vom Schnitt.

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Brettchenweben - meine ersten Versuche

Mein (Geschenk-)Paket mit dem Inkle Loom (Bandwebrahmen) enthielt auch einen Satz Karten zum Brettchenweben. Es hat zwar ein paar Monate gedauert, bis ich damit angefangen habe, aber jetzt war es soweit. Anleitungen suchen, Videos schauen, Mustervorlagen entschlüsseln ... dann habe ich ein erstes Band gewebt; schmal und mit einem einfachen Muster.


Das sieht womöglich komplizierter aus als es ist, denn man dreht die Brettchen solange in eine Richtung, bis die Fäden sich zu stark eingedreht haben. Dann wechselt man die Richtung und die Spannung wird wieder gelockert. Die Stelle, an der man die Richtung gewechselt hat, ist im Muster sichtbar; auch das :


Hier zu sehen mit dem Band auf dem Rahmen.

Wer sich grundlegend informieren möchte, wie das mit dem Brettchenweben eigentlich funktioniert, dem empfehle ich dieses Video, nach dem auch ich gelernt habe. 

Für das Band oben habe ich mercerisierte Baumwolle mit einer Lauflänge von ca. 155m/50g verwendet. Beim nächsten Band habe ich dünnes Häkelgarn (Nr.10) genommen, was natürlich viel mehr Fäden braucht, um auf eine ordentliche Breite zu kommen. Hier ist das Ganze nach dem Einfädeln der Brettchen/Karten zu sehen:


Das ist ein ziemliches Durcheinander von Fäden und Karten; aber sortiert sieht das schon viel besser aus:


Dann kann es losgehen. Man dreht die Brettchen immer eine Viertelumdrehung zu sich hin oder von sich weg und schiebt dann das Schiffchen mit dem Schussgarn durch. Es wird kräftig angeschlagen. Auch hier - genauso wie beim Bandweben ohne Brettchen - ist das Schussgarn im Gewebe nicht sichtbar. Nur am Rand blitzt es ein wenig. Deshalb verwendet man die gleiche Farbe wie die Kantenfäden.

Bei meinem Muster habe ich viermal vorwärts und viermal rückwärts gedreht, um einen Rapport zu weben.


Nochmals größer:


Im Bild sieht man meine "Hilfsmittel": ein Etikett mit einem Pfeil, das ich immer nach vier Drehungen in die neue Richtung geklebt habe. Das war für mich vor allem wichtig, wenn ich die Arbeit unterbrochen habe. Erst nach einer geraumen Weile war ich in der Lage, das Muster so zu "lesen", dass ich erkennen konnte, an welcher Stelle ich war. Außerdem zu sehen: ein weißes Stück Papier unter dem Band für einen besseren Kontrast. Das macht es leichter, ordentliche Kanten zu weben.

Die Kanten sind ein Stichwort. Schöner sehen sie aus, wenn man die äußeren beiden schwarzen Fäden über eine längere Strecke in eine Richtung dreht. Auf dem ersten Foto oben zu sehen, wenn man genau hinschaut. Das kann ich also beim nächsten Band besser machen.

Dieses zweite Band ist ca. 2,5cm breit und nach dem ich alle nicht gut gelungenen und fehlerhaften Stellen herausgenommen hatte, gab der Rest noch vier Schlüsselanhänger:


Das Muster habe ich übrigens bei Pinterest gefunden; hier ist der Link dazu.


(Seufz: Die Autokorrektur macht aus Brettchen entweder Frettchen oder Bettchen ...)


Sonntag, 25. September 2022

Stoffspielereien im September 2022

Herzlich Willkommen zu den September-Stoffspielereien. Ich bin heute die Gastgeberin und durfte das Thema vorschlagen; es lautet: Webkanten.


Dies ist der erste Termin nach einem langen, meist heißen und sehr trockenen Sommer, während dem die Stoffspielereien pausiert haben.

Bevor ich meine eigene Arbeit mit Webkanten vorstelle, kommt hier die Liste der Beiträge der anderen Stoffspielerinnen:

Wer häufig näht, bei dem fallen Webkanten an. Man kann sie wegwerfen oder aufheben mit dem Gedanken, dass man sie noch „gewinnbringend“ einsetzen kann. Womöglich hat man auch schon eine konkrete Idee im Kopf. Das könnte besonders auf die Patchworkerinnen zutreffen, denn die Patchworkstoffe haben in der Regel besondere und markante, meist auffällig bedruckte Webkanten.

Ich habe drei Projekte, die ich zeigen möchte. bei den ersten beiden bin ich der womöglich naheliegendsten Verwendung von Webkanten gefolgt, beim der dritten Arbeit habe ich den Begriff besonders wörtlich genommen.

Zwei Täschchen


Für ein kleines Täschchen habe ich farblich zusammen passende Webkanten ausgesucht und schräg auf ein Stück Thermolam genäht. Dabei haben die nicht fransenden Kanten die Schnittkanten der Streifen überdeckt.


Da ich zunächst sparsam mit meinen Streifen umgehen wollte, habe ich für die zweite Seite ein schwarzes Leinen verwendet, das ich ebenfalls auf Thermolam genäht habe. Den Endlosreißverschluss hatte ich im Vorrat. Ich bin ja eigentlich keine geübte Taschennäherin, aber an eine der möglichen Verarbeitungen der Zipper-Enden habe ich mich erinnert.


Dafür näht man einen kurzen Schlauch in Zipperbreite, zieht ihn rechts auf rechts so über das RV-Ende, dass die Naht unten liegt, näht knapp fest und wendet bzw. verstürzt den Streifen: Alles ist sauber und gerade angenäht.


Handtaschen-Größe: 15x10,5cm.

Für ein zweites, größeres Täschchen gab es genügend Webkanten in farblicher Harmonie:


Den Zipper habe ich wieder genauso verarbeitet:


Hier kann man auch sehen, wie ich abgesteppt habe. Bei diesem Täschchen habe ich dann auch endlich begriffen, wie man die Ecken, wo der RV endet, schön kantig hinbekommt. Man muss dort den kleinen Stoffstreifen quer auf den Korpus steppen, um diese Optik zu bekommen:


Ich gebe zu: Diese Erklärungen sind wahrscheinlich für alle, die das sowieso wissen, ganz klar, aber für die anderen unvollständig und damit unverständlich. Bei Bedarf, kann ich das nochmals erklären.

Schließlich war alles zusammengebaut und dann das:


Auf der Rückseite stehen die Zahlen auf dem Kopf! Panne oder Design?

Ich hatte sogar noch ein drittes Panel begonnen, bei dem ich bedruckte Webkanten mit unbedruckten von Nicht-Patchworkstoffen kombiniert habe ...


... aber dann nicht mehr fertiggestellt. Zu Gunsten einer letzten Arbeit:


Hier habe ich Webkanten verwebt. Zugegeben: einige geschnittene Stoffstreifen habe ich hinzugefügt, denn dies war mein erstes Projekt, bei dem ich unsicher war, ob es gelingen würde; also bin ich hier besonders sparsam mit meinen Webkanten umgegangen. (An dieser Stelle möchte ich mich bei einer Nähfreundin für die Webkanten von Patchworkstoffen bedanken, die sie mir überlassen hat. Mein Vorrat wäre für all dies zu klein gewesen.)

Man kann sehen, dass die Stoffstreifen flach liegen und nicht zusammengeschoben sind. Das hat ein fragiles Gewebe ergeben, das ich zur Stabilisierung auf der Rückseite mit Vlieseline bebügelt habe.


Daraus ist dann eine Kissenhülle entstanden:


Die Rückseite ist aus farblich passendem Halbleinen und unten gibt es einen Reißverschluss.

Jetzt darf das Kissen erst einmal bei den anderen Platz nehmen ...


... obwohl diese Gruppierung nicht so recht zusammen passt. Inzwischen sind doch so viele Kissenhüllen entstanden, dass ich von Zeit zu Zeit wechseln kann - oder muss.

Und wer ausreichend Leselust hatte und bis hierher gekommen ist, dem sei verraten, dass an diesem Wochenende ein Treffen der Stoffspielerinnen stattfindet, die regelmäßig Gastgeberinnen sind. Da ich daran teilnehme, kann es zu Verzögerungen bei den Verlinkungen der heutigen Beiträge kommen und ich werde auch nicht vor Montag dazu kommen, bei den anderen zu kommentieren. Ich bitte um Verständnis.

Wenn du dich über die Stoffspielereien informieren möchtest, klicke bitte stoffspielereien.net an. Dort findest du alle Informationen, die Termine und die Themen. Und wenn dich das anspricht: Sei das nächste Mal dabei!