Ich habe vor, ein traditionelles norwegisches Webmuster zu verwenden, um einen Wandbehang zu machen. Das Muster heißt "Telemarksteppe". Telemark ist eine Landschaft in Norwegen und "Steppe" heißt Decke. Ich webe ja nun schon eine ganze Weile (gut sechs Jahre), aber das wäre mein erstes Projekt für die Wand.
Das Muster erlaubt Variationen und das finde ich gerade schön, denn dann kann ich meine eigenen Ideen und vor allem Farben einbringen. Zunächst habe ich eine Probe gewebt um herauszufinden, welches Garn sich eignet. Und mein "Lieblingsgarn", das ich meistens zum Färben verwende, kombiniert mit einem gekauften Garn, eignet sich sehr gut.
Also habe ich Farben, Töpfe und Werkzeuge herausgekramt und mich ans Färben gemacht. Meine 100g-Stränge Merino/Seide 80/20% mit einer Lauflänge von 400 Metern pro 100g habe ich zunächst in vier 25g-Stränge geteilt. Eine mühsame Arbeit in zwei Schritten; aber es musste sein, denn 100g Garn in einer Farbe wäre zu viel gewesen.
Mein Plan: drei oder vier Stränge in abgestuften Blau-, Rot-, Grün- und Gelbtönen. So sieht das Ergebnis aus:
Ich bin nicht sicher, ob alle Farben einer Gruppe so gut miteinander harmonieren, Aber ich will nicht zu kritisch sein und denke auch, dass die Farben im Gewebe ganz gut aussehen werden.
Vielleicht fällt auf, dass hier nur 13 Stränge zu sehen sind, statt 16 wie auf dem Foto oben. Drei Farben sind nicht gelungen bzw. passen nicht gut in die Reihe. Grün hat vier Stränge, weil ich am Ende der "Grünphase" noch ein wenig Farbe im Topf hatte, die ich nicht verschwenden wollte. Also habe ich noch einen Strang eingelegt, der schließlich das ganze Restfarbe aufgenommen hat. Das ist der Strang ganz rechts.
Wie sieht eigentlich das Muster gewebt aus? Hier ist ein Link zu einer Seite mit vielen Beispielen.
Ich werde mir Zeit lassen und plane, das zu einem Herbst/Winter-Projekt zu machen. Bevor es losgeht, muss ich eine Plan machen und denke, es wird sinnvoll sein, nicht gleich die erste Idee umzusetzen. Man kennt das ja auch aus anderen Bereichen: Einen Entwurf erst mal liegen lassen und am nächsten Tag wieder betrachten, vielleicht etwas ändern und wieder ruhen lassen .... bevor man sich entscheidet.
Zu einer Entscheidung gehört auch die Größe. Auf meinem Webstuhl mit den acht Schäften kann ich maximal 60cm breit weben und diese Breite werden ich wohl mehr oder weniger ausnutzen. Die Länge? Da werde ich auch schauen müssen, wie weit ich mit den gefärbten Garnen komme. Nachfärben kann ich nicht, denn die Farbtöne werde ich nicht wiederholen können. Ich habe das Farbpulver nicht abgewogen und habe teilweise auch Farben gemischt - also unmöglich.
Ausblick: Demnächst gehen die Stoffspielereien wieder los. Der September hat ein für mich schwieriges Thema: Die Kunst des Weglassens. Wie zeige ich etwas, das ich weggelassen habe?

