Samstag, 27. Juli 2019

Genähte Kleinigkeiten - Teil 3: Für die Küche

Und weiter geht's mit genähten Kleinprojekten - heute Accessoires für die Küche. Aus einem großen Rest - von dem immer noch etwas übrig ist - Stoff mit "Provence-Muster" sind zwei Paar Topflappen, ein Küchenhandtuch und eine Kochschürze entstanden:




Die isolierende Schicht in den Topflappen besteht aus Thermolam; in einem Paar habe ich eine doppelte Lage, die ich mir wohl hätte sparen können, denn die einfache Schicht scheint auch ausreichend zu sein. Gequiltet habe ich in geraden Nähten im Musterverlauf. Gerade fällt mir auf, dass ich vom zweiten Paar Topflappen kein Foto habe - macht nichts, es unterscheidet sich nur im einfarbig blauen Einfass.



Für das Küchenhandtuch habe ich einen Rest Waffelpikee mit dem Provence-Stoff eingefasst; die Webkante habe ich ohne belassen. Zugegeben: das Weiß ist etwas empfindlich ...



Das Schnittmuster der Schürze verwende ich jetzt schon zum dritten Mal. Ich finde den Schnitt richtig gut, denn das Bindeband aus einem Stück verläuft seitlich durch einen Tunnel, um den Hals und auf der anderen Seite wieder durch einen Tunnel und ist somit variabel. Nummer eins ist hier zu sehen (etwas scrollen), Nummer zwei aus einem "maskulinen" Stoff war ein Geschenk für meinen hobbykochenden Sohn und diese Nummer drei füllt bei mir eine Lücke. Auf die aufgesetzte Tasche habe ich diesmal verzichtet.


Samstag, 20. Juli 2019

50 Jahre Mondlandung: Die Computerprogramme

 Rope Memory - Geflochtene Programme

Jetzt wird es etwas elektronisch: Ohne Computerunterstützung wären die Mondlandung und andere derartige Unternehmungen undenkbar gewesen. Ein großer Teil der Rechnungen wurde von großen Rechenanlagen auf der Erde erledigt, zum Teil schon lange vor dem Start. In den Raumschiffen selbst konnten die Astronauten den Apollo Guidance Computer (AGC) nutzen, der auch in der Rückschau eine technische Meisterleistung war. Während ein normaler Computer damals einen ganzen Raum füllte, war dieser nur so groß wie ein großer Schuhkarton. Sicher könnte er nicht mit der Leistung eines modernen Smartphones mithalten. Er funktionierte aber auch unter den harten Bedingungen eines Raumfluges. Hier gibt ein Astronaut über das DSKY-Interface (Eine normale Tastatur gab es nicht.) Daten in den Computer ein, der irgendwo unter der Deckplatte sitzt.


Zur Zeit der Apollo-Missionen waren „Ringkernspeicher“ der Stand der Technik. Kleine magnetische Ringe speicherten die berühmten Nullen und Einsen, mit denen unsere Computer auch heute noch arbeiten. Ein Teil des Speichers konnte gelesen und beschrieben werden, war also der Arbeitsspeicher. Durch jeden der winzigen Ringe mussten dazu mehrere haarfeine Drähte gefädelt werden.



Ein anderer Teil des Speichers konnte nur gelesen werden. In diesem Teil waren die während des Fluges benötigten Programme und Daten gespeichert, ebenfalls in Form der berühmten Nullen und Einsen. Auch hier mussten viele Drähte durch winzige Ringe gefädelt werden. Zum Speichern der Information wurde dann ein bestimmter Draht entweder außen um einen Ring geführt (eine Null) oder durch den Ring gefädelt (eine Eins).



Die Arbeit wurde unter dem Mikroskop durchgeführt und die Arbeiterinnen hatten den hoffentlich nett gemeinten Spitznamen „Little Old Ladies“ (LOL). Im Ganzen mussten 36864 Ringe richtig eingefädelt werden. Die Programme waren gewissermaßen in die Hardware eingewebt. Mal schnell eben ein Update einspielen war deshalb undenkbar. Zu einem bestimmten Zeitpunkt und recht lange vor dem Start wurde die Programmierung gestoppt (eingefroren), damit Fädeln und Testen rechtzeitig durchgeführt werden konnten.


Auch hier git es wieder ein Video anzuschauen.

Hier ist also die Verbindung zu Nadel und Faden, zu Fädeln und Weben. Ich habe mir mal überlegt, ob und wie ich einen Ringkernspeicher mit meinen Möglichkeiten nacharbeiten könnte, aber bisher ist es bei den Überlegungen geblieben...

Mein Mann, der Autor der drei Beiträge über die Apollo-Mondlandung, hat mich davon überzeugt, die Blogposts so zu timen, dass der heutige und letzte Beitrag mit der Mondlandung heute vor 50 Jahren zusammenfällt. Für die Beiträge über die Raumanzüge und die Fallschirme einfach ein wenig scrollen.

Vielleicht ergibt sich ja zukünftig eine weitere "Zusammenarbeit", bei der unsere Hobbys bzw. Interessengebiete eine Schnittmenge haben, die auch für meine Blogleser interessant sein kann.

________________

Zu den Quellen:

Dies ist kein wissenschaftliches Werk und wir nennen unsere Quellen nur ungefähr. Die wichtigste ist: Christopher Riley and Phil Dolling, NASA Mission AS-506, APOLLO 11, Haynes Publishing, ISBN 978 1 84425 683 9. Die ergänzenden Bilder findet man im Internet.






Freitag, 19. Juli 2019

50 Jahre Mondlandung: Die Fallschirme

Der letzte spannende Moment bei der Rückkehr von Apollo 11 zur Erde war sicher: Öffnen sich die Fallschirme oder nicht? Die Freude beim Öffnen der rot-weiß-gestreiften Fallschirme am Ende des Spielfilms „Apollo 13“ mit Tom Hanks als Jim Lovell kennen vielleicht auch „Spätgeborene“, für die das eigentliche Apolloprogramm nur Geschichte ist Auch hier war Nadelarbeit gefragt. Für einen Fallschirm waren etwa 2 Millionen Stiche erforderlich.


Die riesigen Fallschirme mussten der Belastung bei der Landung standhalten. Ihre Fläche entsprach fast der eines Fußballfeldes und doch mussten sie während des Raumfluges klein verpackt werden. Nach vielen Falt- und Bügelvorgängen waren sie „so hart wie Walnussholz“. Trotzdem haben sie sich immer geöffnet. Angeblich gab es nur eine Handvoll Spezialisten und Spezialistinnen, denen man das Falten und Packen der Fallschirme anvertrauen konnte.



Auch zu diesem Thema gibt es wieder ein Video.

Der erste Beitrag, der sich mit den Raumanzügen beschäftigt, befindet sich hier. Morgen, am Tag der Mondlandung vor 50 Jahren, folgt noch der Post über die Computerprogramme, die, man mag es kaum glauben, auch etwas mit "Nadelarbeit" zu tun haben.

Donnerstag, 18. Juli 2019

50 Jahre Mondlandung: Die Raumanzüge


Astronauten trugen Raumanzüge und die wurden klassisch genäht, wenn auch in vielen Schichten, die jeweils besondere Aufgaben hatten und mit teils speziellen Materialien. Jeder falsche Stich hätte für die Astronauten unmittelbar zu schlimmen Konsequenzen führen können. Eine solche Beinahekatastrophe ereignete sich 1966 bei einem Test in einer Vakuumkammer auf der Erde. Eine undichte Stelle in einem Anzug hätte fast den Tod eines Ingenieurs verursacht.


Raumanzüge werden oft als „tragbare Raumfahrzeuge“ bezeichnet und sie haben bei allen Apollomissionen gut funktioniert. Ganz innen in den Anzügen sorgte ein Geflecht von wasserführenden Schläuchen für die richtige Temperatur und ganz außen schützte ein Kunststoffgewebe aus 21 Schichten vor der Sonnenstrahlung, vor Wärme und Kälte und vor kleinen Meteoriten. Das ist die weiße Hülle, die man mit einem Raumanzug in Verbindung bringt.




Das absolut größte Problem war die mittlere Schicht mit der Aufgabe der Verteilung der Luft in den Anzügen. Die konnte man nicht einfach aufblasen, denn sonst hätten die Astronauten wie Michelin-Männchen ausgesehen, und sich nicht mehr bewegen können. Bei einem frühen „Weltraumspaziergang“ eines russischen Kosmonauten ist so etwas passiert aber zum Glück gut ausgegangen.


Was man also brauchte, war eine Firma, die flexible, dem Körper angepasste Kleidungsstücke fertigen konnte, die auch den Luftdruck gut verteilen konnte. Die fand man in der International Latex Company (ILC), die ein Ableger von Playtex war, also einer Firma, die eigentlich eine ganz andere Produktlinie hatte. ILC war bei der Verarbeitung flexibler Materialien besser als alle Konkurrenten, und so wurde die belüftete Schicht der Raumanzüge (Pressurized Inner Suit) aus Gummi und auch alles andere dort produziert. Das Bild zeigt die Produktion von A7L-Anzügen bei ILC.



Ein interessantes Video zum Thema kann man sich auf YouTube ansehen.


Zu den Quellen:

Dies ist kein wissenschaftliches Werk und wir nennen unsere Quellen nur ungefähr. Die wichtigste ist: Christopher Riley and Phil Dolling, NASA Mission AS-506, APOLLO 11, Haynes Publishing, ISBN 978 1 84425 683 9. Die ergänzenden Bilder findet man im Internet. 

Dienstag, 16. Juli 2019

50 Jahre Mondlandung

Am 20. Juli 2019 (UTC) jährt sich zum fünfzigsten Mal die erste Landung eines Menschen auf dem Mond.

(Quelle: Wikipedia/Nasa)

Wer erstens ausreichend alt ist und zweitens am 21. Juli (MEZ) zu nachtschlafener Zeit ausreichend interessiert war, erinnert sich an die verwaschenen Bilder und den mäßigen, immer wieder von Piepsen unterbrochenen Ton der Fernsehübertragungen. Sehr früh am Morgen wussten wir es dann: Neil Armstrong und Edward (Buzz) Aldrin waren auf dem Mond gelandet und machten dort ihre ersten Schritte. Noch besser: Einige Tage später kamen sie auch wohlbehalten wieder auf der Erde an.

Etwa vierhunderttausend Menschen waren direkt an diesem Projekt beteiligt, darunter selbstverständlich auch viele Frauen. In drei folgenden Posts gehen wir - ich, als Gastgeberin und mein Mann (ausreichend alt und interessiert) als Autor der Beiträge - besonders auf Arbeiten ein, die durch ihre handwerkliche Brillanz hervorstechen. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt und soll keinen falschen Eindruck hinterlassen. Zu allen Aspekten der Mondlandung, der Bahnberechnung, der Entwicklung der notwendigen Computer und Programme haben Frauen beigetragen. Eine Ikone ist ganz sicher die Programmiererin Margret Hamilton, ohne die der Eagle vermutlich nicht gelandet wäre.

(Quelle: Wikipedia/Nasa)


Am Tag der Mondlandung beginnen wir mit einem Post über die Raumanzüge, dann folgt ein Beitrag über die Fallschirme und schließlich einer über die Computerprogramme. Wenn es bei Raumanzügen und Fallschirmen noch einleuchtet, dass diese auf einem Blog über Stoffe und Nähen erwähnt werden, so mag das bei den Programmen ganz anders sein. Aber lasst euch überraschen.

Übrigens: Genau heute - und da sind UTC und MEZ gleich - vor fünfzig Jahren ist Apollo 11 gestartet.

Dienstag, 2. Juli 2019

Nachschlag zu den Stoffspielereien im Juni 2019

Nachdem mein rope basket fertig war, hatte ich ja noch Sisalkordel übrig. Das Beste ist doch, man verarbeitet sie gleich, bevor sie lange herumliegt. Also habe ich noch einmal Kordeln genäht, doch diesmal kein Körbchen, sondern ein zweidimensionales Objekt.


Ich habe wieder die Kordel mit Stoffstreifen umwickelt, diesmal jedoch ohne die Schnittkanten zu verstecken. Außerdem habe ich die Stoffreste verwendet, die von meinem "Bauhaus-Teppich" übrig waren.


Und was soll das nun sein?


Eine Pinnwand!




Sie hängt in meinem Nähzimmer neben einer gewöhnlichen Korkpinnwand, füllt eine Ecke der Wand und verdeckt ein unschönes Bohrloch.  Außerdem waren die verwendeten Stoffe nicht zufällig so ausgesucht; ich habe nämlich jetzt - obwohl das wahrscheinlich niemandem auffallen wird - ein farbliches Pendant zu meinem Bauhaus-Quilt, der genau auf der anderen Seite der Wand hängt. Beides zusammen zu fotografieren ist leider unmöglich.

Man kann es auf dem Foto praktisch nicht erkennen, aber meine Pinnnadeln sind Karens wunderschöne Stecknadeln mit Glaskopf.

Übrigens: Im Post zuvor haben sich einige gewundert, dass die Nähmaschine die Sisalkordel näht ohne die Nähnadeln zu schreddern. Es hat bei mir in der Tat problemlos geklappt und ich denke, es lag daran, dass meine Kordel eher weich war und nicht stark verdrillt. Mit ein paar Drehungen in Gegenrichtung konnte ich sie leicht aufdröseln. Insofern würde ich Nachahmern diese Art von Kordel empfehlen.