Samstag, 17. August 2019

Noch'n Sommerkleid (das letzte für diese Saison)

Fast zusammen mit dem ungeplanten Jerseykleid ist noch ein weiteres Sommerkleid entstanden, das ich zum Ausklang des Saison noch zeigen möchte.

Den Stoff für dieses Kleid hatte ich bei Karin gewonnen, die auf ihrem Blog unter den Mitmacherinnen des Sommer Sew Alongs Preise verlost hatte. Der leichte Baumwollstoff mit großen blauen Punkten wurde von den drei Damen vom Blog Petersilie&Co gestiftet. Danke nochmals an euch! Der Stoff hat nach etwas Sommerlichem gerufen, ganz klar. Für den Schnitt habe ich meinen Standardschnitt des Etiukleids (hier auf den ersten vier Fotos zu sehen) dahingehend abgewandelt, dass ich den Rockteil etwas weiter gezeichnet habe. Ich konnte also ziemlich sicher sein, dass es keine großen Anpassungen geben würde. Allerdings musste bei diesem hellen, ganz leicht transparenten Stoff ein Futter her, für das ich Baumwollbatist verwendet habe.


Das Kleid ist herrlich luftig, wie ich während der letzten heißen Tagen feststellen konnte.


Dennoch ist es kein "Rundum-Zufrieden-Kleid" geworden, denn der Rücken ...


... sieht so aus.
Vor dem Zuschnitt war ich davon überzeugt, dass es mir nie gelingen würde, den Musterverlauf in der rückwärtigen Mitte passgenau hinzubekommen, deshalb habe ich es erst garnicht versucht. Fehler! Wenn ich mir das jetzt anschaue, unzufrieden wie ich bin, denke ich, ich hätte den schrägen Verlauf der Punkte doch einigermaßen treffen können.
Soll ich das Kleid wieder auseinander nehmen und eine Rückenteilhälfte neu zuschneiden - Stoff ist noch vorhanden? Die grundsätzliche Frage ist, ob ich mit den zurückgeschnittenen Nahtzugaben der angrenzenden Teile zurecht kommen werde. Das ganze Kleid möchte ich mir bei solch einer Operation nicht verhunzen. Ich werde mal eure Meinungen abwarten und die Entscheidung in mir reifen lassen. Da die diesjährige Sommersaison quasi vorbei ist, muss ich nichts überstürzen und kann genau genommen mit der eventuellen Änderung bis nächstes Jahr warten. Und das Kleid vielleicht noch an einem der letzten warmen Tage so tragen, wie es jetzt ist.

Diesen Post werde ich wieder bei Karin verlinken, die zwar im August bereits den Herbst Sew Along ausgerufen hat, aber "gute Kunden" dürfen sich auch mit einem abweichenden Inhalt beteiligen. Danke, Karin!

Mittwoch, 7. August 2019

Me Made Mittwoch: Kleid, ungeplant

Ich bin nur ins Stoffgeschäft gegangen, um eine banale Nähzutat zu kaufen. Da sehe ich auf dem Ständer mit den Resten einen Baumwoll-Jersey, den ich mir sofort gegriffen habe. Das helle, freundliche, vornehmlich blaue Phantasie-Federmuster hat mir spontan gefallen und weil die Qualität solide und der Preis attraktiv war, gab es kein Zögern. Bei knapp zwei Metern Länge hatte ich einige Möglichkeiten, aber die Wahl fiel auf ein weiteres Kleid:



Diesen Schnitt habe ich bereits zweimal verwendet, insofern konnte ich sofort mit dem Nähen beginnen und auch ziemlich sicher sein, dass das Kleid passen würde. Es hat Raglanärmel und am Ausschnitt sind ein paar kleine Falten eingelegt. Ein Foto vom ersten Kleid zeigt das deutlicher. Dort und auch hier wieder habe ich den Ausschnitt eingefasst:



Der Schnitt stammt aus einem rund 11 Jahre alten Burdaheft und ich habe ihn bei der Vorstellung des roten Kleides besprochen. Modell Nummer 2 ist übrigens einfarbig grasgrün (ohne Foto).

  

Da dieses Kleid so angenehm zu tragen ist, überlege ich, ob ich den Schnitt nicht auch für einen Webstoff verwenden kann, evtl. dann mit Zipper im Rücken. Dann könnte ich auch die langen Ärmel des Originalmodells testen - mal sehen.


Außerdem habe ich noch ein Stück Jersey übrig, gerade genug für ein Shirt-Vorderteil - ich würde dann mit einfarbigem Jersey ergänzen.

Heute findet das monatliche Treffen beim Me Made Mittwoch statt, wo ich diesen Post verlinke.

Montag, 5. August 2019

Nadelbrief: Stille

Bei den Nadelbriefen liege ich weit zurück. Teilweise aus Zeitmangel, urlaubsbedingter Abwesenheit, Ideenmangel und auch wegen mißglückter Versuche am Thema. Heute möchte ich eine Arbeit nachreichen, deren Thema schon vor einigen Wochen dran war: Stille.



Wo gibt es auf dieser Welt Stille? Wahre, echte Stille, Lautlosigkeit, die Abwesenheit von Geräuschen - ja, so konkret liefen meine Vorübergegangen ab. Wahrscheinlich nicht auf hohen Bergen - es könnte ja gerade ein Flugzeug drüberfliegen - und wahrscheinlich auch nicht in der Tiefsee - das ist jedoch nur meine Vermutung. Wenn ich nicht auf der Erde fündig werde, dann vielleicht im Weltraum? Frage an meinen Haus- und Hofphysiker: Ist es im Universum still? - Ja!

Auf der Suche nach einer Umsetzung, die das stille Universum wiedergibt, bin ich recht schnell auf das "Wappengestirn" unserer Familie gestoßen: die Plejaden, oder das Siebengestirn. Sie erscheinen bei mir auf tief dunkelblauem Stoff, gestickt mit einem silbrigen Faden.



Ganz schlicht und reduziert, nur diese sieben Sterne auf der vorderen Außenseite. Innen habe ich das Weltraum-Motiv noch einmal aufgegriffen, in dem ich von einem Vollmond und einer Mondsichel jeweils nur den Umriss gestickt habe. Außer den drei kleinen Stickereimotiven gibt es nichts, was uns von der Stille ablenkt, noch nicht einmal ein Innenteil und auch keinen Verschluss. Aber eine Nadel gehört natürlich hinein, in den Nadelbrief. Ich nehme eine einzelne lange Sticknadel, die, so habe ich gedacht, einen Kometen symbolisieren soll.


Der Zufall will, das dieser stille Nadelbrief genau der siebte ist, den ich angefertigt habe und nun bei der großen Nadelbrief-Sammlung verlinke.

Samstag, 3. August 2019

Der Quilt zum Motto "Was lange währt ..."

Ein Quilt, den ich im Januar 2011 (!) begonnen habe, der lange liegengeblieben ist, zwischenzeitlich fast vergessen war, schließlich beim Aufräumen wiedergefunden wurde, ist jetzt fertig. Vor dem letzten Arbeitsgang vor ein paar Wochen habe ich noch beschlossen, kleinere Veränderungen vorzunehmen: der geplante einfarbige Rahmen um die gepatchten Teile ist weggefallen und ich habe mich für einen anderen Rückseitenstoff entschieden. Nachdem dieser gekauft war, ging der Rest dann eher flott.



Ursprünglich als Überwurf für ein Einmetervierzig-Bett gedacht, sollte er eine stattliche Größe bekommen, die sich jetzt durch den Wegfall des einfarbigen Rahmens auf 160cm Breite und 210cm Länge verkleinert hat. Damit könnten sich immer noch zwei Personen zusammen zudecken.

Im oben verlinkten Post kann man die Details über den Quilt nachlesen, hier nur kurz: Die Rechtecke (7x14cm) sind aus Feinleinen, die Dreiecke aus Doupionseide. Gequiltet habe ich mit einem Wellenlinien-Stich meiner Nähmaschine längs und quer im 14cm-Abstand über die Nähte.



Das folgende Foto zeigt den ganzen Quilt - nein, doch nicht; ich habe ihn zur Hälfte gefaltet, sonst wäre das Foto schwierig geworden:


Beim Stoff für die Rückseite (Baumwollstoff aus dem Patchworkladen im Nachbarort) habe ich mich für einen gemusterten entschieden. Ist er nicht schön?


Jetzt hatte ich das "Problem", dass ich den Quilt gar nicht selbst verwenden wollte; es wurde also ein Abnehmer gesucht, den ich schließlich in meinem Bekanntenkreis gefunden habe. Die zukünftige Besitzerin muss sich nur noch für einen Namen entscheiden, den ich dann auf der Rückseite anbringen werde, dann kann das gute Stück übergeben werden.

Ehrlich gesagt, habe ich schon die nächste Decke in Arbeit, die ich aber ganz sicher behalten werde, denn sie soll in Zukunft in Griffweite des Wohnzimmer-Sofas liegen. Ich werde demnächst hier darüber berichten.

Samstag, 27. Juli 2019

Genähte Kleinigkeiten - Teil 3: Für die Küche

Und weiter geht's mit genähten Kleinprojekten - heute Accessoires für die Küche. Aus einem großen Rest - von dem immer noch etwas übrig ist - Stoff mit "Provence-Muster" sind zwei Paar Topflappen, ein Küchenhandtuch und eine Kochschürze entstanden:




Die isolierende Schicht in den Topflappen besteht aus Thermolam; in einem Paar habe ich eine doppelte Lage, die ich mir wohl hätte sparen können, denn die einfache Schicht scheint auch ausreichend zu sein. Gequiltet habe ich in geraden Nähten im Musterverlauf. Gerade fällt mir auf, dass ich vom zweiten Paar Topflappen kein Foto habe - macht nichts, es unterscheidet sich nur im einfarbig blauen Einfass.



Für das Küchenhandtuch habe ich einen Rest Waffelpikee mit dem Provence-Stoff eingefasst; die Webkante habe ich ohne belassen. Zugegeben: das Weiß ist etwas empfindlich ...



Das Schnittmuster der Schürze verwende ich jetzt schon zum dritten Mal. Ich finde den Schnitt richtig gut, denn das Bindeband aus einem Stück verläuft seitlich durch einen Tunnel, um den Hals und auf der anderen Seite wieder durch einen Tunnel und ist somit variabel. Nummer eins ist hier zu sehen (etwas scrollen), Nummer zwei aus einem "maskulinen" Stoff war ein Geschenk für meinen hobbykochenden Sohn und diese Nummer drei füllt bei mir eine Lücke. Auf die aufgesetzte Tasche habe ich diesmal verzichtet.


Samstag, 20. Juli 2019

50 Jahre Mondlandung: Die Computerprogramme

 Rope Memory - Geflochtene Programme

Jetzt wird es etwas elektronisch: Ohne Computerunterstützung wären die Mondlandung und andere derartige Unternehmungen undenkbar gewesen. Ein großer Teil der Rechnungen wurde von großen Rechenanlagen auf der Erde erledigt, zum Teil schon lange vor dem Start. In den Raumschiffen selbst konnten die Astronauten den Apollo Guidance Computer (AGC) nutzen, der auch in der Rückschau eine technische Meisterleistung war. Während ein normaler Computer damals einen ganzen Raum füllte, war dieser nur so groß wie ein großer Schuhkarton. Sicher könnte er nicht mit der Leistung eines modernen Smartphones mithalten. Er funktionierte aber auch unter den harten Bedingungen eines Raumfluges. Hier gibt ein Astronaut über das DSKY-Interface (Eine normale Tastatur gab es nicht.) Daten in den Computer ein, der irgendwo unter der Deckplatte sitzt.


Zur Zeit der Apollo-Missionen waren „Ringkernspeicher“ der Stand der Technik. Kleine magnetische Ringe speicherten die berühmten Nullen und Einsen, mit denen unsere Computer auch heute noch arbeiten. Ein Teil des Speichers konnte gelesen und beschrieben werden, war also der Arbeitsspeicher. Durch jeden der winzigen Ringe mussten dazu mehrere haarfeine Drähte gefädelt werden.



Ein anderer Teil des Speichers konnte nur gelesen werden. In diesem Teil waren die während des Fluges benötigten Programme und Daten gespeichert, ebenfalls in Form der berühmten Nullen und Einsen. Auch hier mussten viele Drähte durch winzige Ringe gefädelt werden. Zum Speichern der Information wurde dann ein bestimmter Draht entweder außen um einen Ring geführt (eine Null) oder durch den Ring gefädelt (eine Eins).



Die Arbeit wurde unter dem Mikroskop durchgeführt und die Arbeiterinnen hatten den hoffentlich nett gemeinten Spitznamen „Little Old Ladies“ (LOL). Im Ganzen mussten 36864 Ringe richtig eingefädelt werden. Die Programme waren gewissermaßen in die Hardware eingewebt. Mal schnell eben ein Update einspielen war deshalb undenkbar. Zu einem bestimmten Zeitpunkt und recht lange vor dem Start wurde die Programmierung gestoppt (eingefroren), damit Fädeln und Testen rechtzeitig durchgeführt werden konnten.


Auch hier git es wieder ein Video anzuschauen.

Hier ist also die Verbindung zu Nadel und Faden, zu Fädeln und Weben. Ich habe mir mal überlegt, ob und wie ich einen Ringkernspeicher mit meinen Möglichkeiten nacharbeiten könnte, aber bisher ist es bei den Überlegungen geblieben...

Mein Mann, der Autor der drei Beiträge über die Apollo-Mondlandung, hat mich davon überzeugt, die Blogposts so zu timen, dass der heutige und letzte Beitrag mit der Mondlandung heute vor 50 Jahren zusammenfällt. Für die Beiträge über die Raumanzüge und die Fallschirme einfach ein wenig scrollen.

Vielleicht ergibt sich ja zukünftig eine weitere "Zusammenarbeit", bei der unsere Hobbys bzw. Interessengebiete eine Schnittmenge haben, die auch für meine Blogleser interessant sein kann.

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Zu den Quellen:

Dies ist kein wissenschaftliches Werk und wir nennen unsere Quellen nur ungefähr. Die wichtigste ist: Christopher Riley and Phil Dolling, NASA Mission AS-506, APOLLO 11, Haynes Publishing, ISBN 978 1 84425 683 9. Die ergänzenden Bilder findet man im Internet.






Freitag, 19. Juli 2019

50 Jahre Mondlandung: Die Fallschirme

Der letzte spannende Moment bei der Rückkehr von Apollo 11 zur Erde war sicher: Öffnen sich die Fallschirme oder nicht? Die Freude beim Öffnen der rot-weiß-gestreiften Fallschirme am Ende des Spielfilms „Apollo 13“ mit Tom Hanks als Jim Lovell kennen vielleicht auch „Spätgeborene“, für die das eigentliche Apolloprogramm nur Geschichte ist Auch hier war Nadelarbeit gefragt. Für einen Fallschirm waren etwa 2 Millionen Stiche erforderlich.


Die riesigen Fallschirme mussten der Belastung bei der Landung standhalten. Ihre Fläche entsprach fast der eines Fußballfeldes und doch mussten sie während des Raumfluges klein verpackt werden. Nach vielen Falt- und Bügelvorgängen waren sie „so hart wie Walnussholz“. Trotzdem haben sie sich immer geöffnet. Angeblich gab es nur eine Handvoll Spezialisten und Spezialistinnen, denen man das Falten und Packen der Fallschirme anvertrauen konnte.



Auch zu diesem Thema gibt es wieder ein Video.

Der erste Beitrag, der sich mit den Raumanzügen beschäftigt, befindet sich hier. Morgen, am Tag der Mondlandung vor 50 Jahren, folgt noch der Post über die Computerprogramme, die, man mag es kaum glauben, auch etwas mit "Nadelarbeit" zu tun haben.