Mittwoch, 15. Januar 2020

Mittwochsmix Januar 2020 - Weiß und Linie

Neues Jahr - neue Mitmachaktion im Netz. Michaela Müller (muellerin-art-studio.de) und Susanne Heiß (nahtlust.de) haben ihre vorherigen Aktionen ab diesem Jahr zusammengelegt und bieten Gelegenheit, zu monatlich vorgegebenen Themen eigene Arbeiten anzufertigen, bei denen Stoff und Papier im Vordergrund stehen. Sie bilden zusammen oder einzeln die Basis; dazu kommt ein monatlich wechselndes Thema, das im Januar Weiß und Linie lautet.



Mich spricht die Idee an und der Gedanke, meinen Arbeitsbereich um das Material Papier zu erweitern, sehe ich als Herausforderung. Ich habe auch schon ein wenig experimentiert aber bei meiner ersten Arbeit doch wieder den mir vertrauten Stoff gewählt. Bei der Entwicklung meiner Ideen hat mir das Buch The Art of Manipulating Fabric von Colette Wolff geholfen. Dieses Werk hatte ich mir einmal ganz zu Beginn der Stoffspielereien angeschafft. Die darin gezeigten Möglichkeiten, mit Stoff zuarbeiten sind gefühlt endlos und ich werde sicherlich bis an das Ende meiner Hobby-Tage Anregungen darin finden.



Für meine erste Arbeit habe ich mit weißem Seidennähgarn auf weißem Feinleinen freie Biesen mit der Hand genäht. Die entstandenen Linien sind gerade und gebogen und nach dem ersten kleinen Entwurf lief die Idee in Richtung Zweige mit stilisierten Blüten und Beeren. Dafür habe ich andere und zum Teil naturfarbene Leinenstoffe verwendet, so dass mehrere Weißtöne zusammen kommen.




Dann habe ich mal ein Passepartout drübergelegt ...


... und als passend empfunden. (Sieht das ein bißchen japanisch aus?)
Hinein in den Rahmen und zur Probe aufgestellt:


Kann man erst einmal so lassen, denke ich.

Dank an Michaela und Susanne für diese Kreativ-Initiative, die, so hoffe ich, mich in meinem Tun wieder ein wenig weiter bringen wird. Und Spass macht es auch!

Die Linkliste mit allen Arbeiten des Monats Januar zum Thema "Weiß und Linie" befindet sich hier.

Mittwoch, 8. Januar 2020

Nadelbrief: Bauhaus 100

Das Nadelbrief-Jahr 2019 ist zwar schon vorbei, aber wir haben glücklicherweise noch bis Ende Januar Zeit, weitere Nadelbriefe bei Susanne zu verlinken.



Einen Nadelbrief zum Thema Bauhaus wollte ich natürlich unbedingt noch machen. Im Vorfeld gingen die Ideen hin und her, aber dass meine Arbeit etwas mit Weben zu tun haben sollte, war ziemlich sicher. Die gewebte Außenhülle ist es nun nicht geworden, aber ich habe versucht, mit Patchwork die Ästhetik der Bauhaus-Webereien einzufangen.


Die Stoffe sind aus meinem Fundus: schwarz, ein gedecktes Ziegelrot und schlammfarben.


Die einzelnen Streifen sind nur 1,5cm breit. Ich musste ja sehr kleinteilig arbeiten, um bei der Größe des Nadelbriefs (hier: zusammengeklappt 10,5x10,5cm) noch ein gut sichtbares Muster entstehen zu lassen.


Und innen findet sich dann doch noch etwas Gewebtes:


Auf einem verstärkten Stück schwarzem Stoff habe ich schwarze Kettfäden gestickt, in die ich Fäden in rot und graubraun gezogen habe. Auch auf der Rückseite dieses einzelnen "Einlageblatts" habe ich schließlich noch ein wenig gewebt:


Na ja, ein bißchen schief - nach meinem Webkurs, den ich Ende des Monats besuchen werde, kann ich das hoffentlich besser.

Jetzt noch schnell die Verlinkung bei Susannes Sammlung der Nadelbriefe im Großen Nadelbrief-Jahr 2019 und dann hoffe ich, dass mein letztes Projekt noch fertig wird, denn da hat sich ein Fehler eingeschlichen, der noch behoben werden muss.


Mittwoch, 1. Januar 2020

Flächenmagische Quadrate - aus Stoff

Was ist ein flächenmagisches Quadrat?

Bei mir hat es etwas mit Patchwork zu tun.

Klären wir doch erst einmal, was ein magisches Quadrat ist. Ein Quadrat ist in wiederum quadratische Felder unterteilt, die Zahlen beinhalten. Sie müssen so angeordnet sein, dass ihre Summe in allen Zeilen, Spalten und der beiden Diagonalen gleich ist. Eins der berühmtesten magischen Quadrate ist in Albrecht Dürers Kupferstich Melencolia zu finden.

In einem flächenmagischen Quadrat sind die Flächen aller Zeilen, Spalten und der beiden Diagonalen gleich groß. Die Patchworker kennen den nine patch, bei dem neun gleiche Quadrate ein weiteres Quadrat ergeben. Hier sieht man sofort, dass die gerade genannten Bedingungen erfüllt sind. Verschiebt man jedoch die Trennlinien der Zeilen und Spalten, ergeben sich verschieden große Einzelflächen, die, wenn die Bedingungen wiederum erfüllt sind, ein flächenmagisches Quadrat ergeben.

Das erste flächenmagische Quadrat stammt von dem Briten William Walkington. Er verschickte es als Neujahrsgruß an Freunde, die sich wie er für Unterhaltungsmathematik interessierten. Die Idee der area magic squares fand schnell begeisterte Anhänger und Nachahmer und es wurden neue Verfahren gefunden, ein großes Quadrat so in Teilstücke zu zerlegen, dass ein flächenmagisches Quadrat dabei herauskommt.

Entdeckt habe ich die flächenmagischen Quadrate in einem Artikel der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft vom Dezember 2018. Die Idee hat mich schnell fasziniert und ich war mir auch ebenso schnell sicher, dass einige flächenmagische Quadrate in Patchwork umzusetzen sind. Dafür habe ich mir neun verschieden farbige Stoffe besorgt, die ich zunächst einmal in einem Quadrat gleicher Flächen angeordnet habe. Im Zeitschriftenartikel sind einige Beispiele abgedruckt, meine Vorlagen für die komplizierteren Exemplare habe ich hauptsächlich hier gefunden.

Da ich mich gerade zuvor in  foundation paper piecing eingearbeitet hatte (Beispiele hier und hier), wollte ich in dieser Technik vier Quadrate als Untersetzer gestalten.

Das erste zeigt das Ausgangsquadrat, bei dem alle Einzelflächen gleich sind:


Hier sind alle Trennlinien verschoben, sie haben jedoch keinen Knick:


Bei diesem Exemplar sind die senkrechten Linien durchgehend, die waagerechten jedoch an einem Kreuzungspunkt abgeknickt:


Der vierte Untersetzer hat zwei Knicke in den senkrechten Linien; die waagerechten durften gerade bleiben. (Aus meiner Sicht wären Knicke an allen Kreuzungspunkten auch mit dieser Technik nicht zu realisieren.)



Mein Quartett zusammen:



Noch ein paar Fotos vom Entstehungsprozess?









So hat die Original-Neujahrs-Grußkarte von William Walkington ausgesehen:

(Bildquelle)

Jeder Fläche ist ein Zahlenwert zugeordnet, was zeigt, dass jedes Kästchen auch flächenmäßig so groß ist, wie die in ihm stehende Zahl angibt. Darauf musste ich bei meiner Realisierung verzichten - zu klein, zu fummelig, zu unübersichtlich das Ergebnis. Und außerdem darf eine kunsthandwerkliche Interpretation von der Vorlage abweichen, nicht wahr?

William Walkington gestattet die Verwendung seiner Idee unter der Creative Common Licence CC BY-NC-SA 4.0Mehr dazu hier.

Diese Untersetzer waren ein Weihnachtsgeschenk für meine Mann (Leser der oben genannten Zeitschrift und Mathelehrer) und dass ich sie gerade heute, am ersten Tag des neuen Jahres poste, finde ich nur allzu passend.

Allen meinen Lesern wünsche ich ein gutes neues Jahr.


Donnerstag, 26. Dezember 2019

Zweite Kissenhülle in FPP

In der Vorweihnachtszeit habe ich das Muster der Kissenhülle, die Ende November zu den Stoffspielereien entstanden ist, noch einmal für ein zweites Kissen verwendet. Dafür habe ich eine andere Farbzusammenstellung gewählt, denn dies war ein Weihnachtsgeschenk und musste demnach nicht zum ersten Kissen passen. In der schon mehrfach erwähnten Restsammlung befanden sich drei harmonierende Feinleinen, die ich wiederum um schwarz ergänzt habe.


Wieder eine farbkräftige Mischung; hier aus blau, türkis und grün (mit schwarz).

Die FPP-Technik (Erklärungen dazu bitte im oben verlinkten Post nachlesen) hatte ich ja beim ersten Kissen bereits geübt; hier konnte ich meine gewonnenen Erkenntnisse einbringen und Verbesserungen anwenden. So habe ich z.B. für jedes Einzelteil des selben Formats eine Schablone gemacht, mit deren Hilfe ich genauer und auch besser im Fadenlauf zuschneiden konnte. Das hatte ich beim ersten Kissen teilweise ignoriert. Das fällt dort nicht unbedingt weiter auf, aber wenn man etwas verschenken will ... Außerdem ist es mir hier gelungen, die Nähte akkurater aufeinander treffen zu lassen. Dabei bin ich so vorgegangen:
An den Kreuzungspunkten habe ich eine Stecknadel durch die beiden zu verbindenden Stofflagen gestochen ...



... habe die Nadel ganz durchgeschoben und damit die Kreuzungspunkte aufeinander fixiert ...


... und dann rechts und links eine Nadel quer gesteckt, bevor ich die "Hilfsnadel" wieder herausgezogen habe ...


... dann die Naht genäht; mit diesem Ergebnis:


Diese Methode hat eigentlich überall funktioniert. Sie mag sich aufwändig anhören, ist es aber nicht.

Die Kissenplatte habe ich mit einem durchgehenden Stück Stoff gedoppelt, damit sie auch innen sauber ist.


Die Rückseite des Kissens ist einfarbig schwarz und hat einen einseitig verdeckten Reißverschluss.

Sicherheitshalber hatte ich mir gleich die doppelte Menge Vorlagen kopiert, so dass ich, sobald ich Lust habe, ein Pendant zu meinem ersten Kissen nähen kann, das dann wieder die erste Farbzusammenstellung bekommen soll, nur in einer anderen Anordnung.

Montag, 25. November 2019

Stoffspielereien im November 2019

Mit einem Tag Verspätung reihe ich mich noch ein, bei den Stoffspielerinnen, die sich gestern, am letzten Sonntag im Monat, eingefunden haben, um ihre Werke zum Thema "Nähen auf Papier" zu präsentieren. Ines hat es sich ausgedacht und sie sammelt auch die Beiträge (Link unten).



Das Thema lässt verschiedene Herangehensweisen zu; ich habe Foundation Paper Piecing, kurz FPP, erstmals ausprobiert. Wem das gar nichts sagt, aber wissen möchte, wie die Arbeitsweise dieses Teilbereichs des Patchworks ist, braucht sich nur Ines' Gastgeberinnen-Post anzusehen - sie erklärt das sehr schön.

Im Prinzip habe ich das auch so gemacht, nur dass ich meine Stoffstücke nicht so schön akkurat abgemessen sonders eher großzügig zugeschnitten habe. Das hat mir ein wenig Fummelei und wahrscheinlich auch Fehler erspart, der Stoffverbrauch war jedoch größer.

Hier habe ich meine Vorlage gefunden, nach der eine Kissenhülle im Format 40x40cm entstehen sollte. In meiner Kiste mit den gekauften Resten habe ich vier harmonierende Farben der gleichen Stoffqualität gefunden und auf das Muster verteilt.


Der mittlere Block, zuerst genäht, sah schon mal ganz gut aus:


Nach dem Annähen von zwei Seitenteilen habe ich sehr schnell gemerkt, dass auch hier genaues Arbeiten nötig ist - eigentlich wie immer bei Patchwork. Ungenauigkeiten summieren sich und wenn es am Ende nicht mehr gut zusammen passt, ist der Ärger groß.

Nun hatte ich leider meine Schwierigkeiten bei dem heutigen Wetter - nur trübes Tageslicht wegen Nebel von früh bis spät - ein paar brauchbare Fotos zu schießen. Das ist dabei herausgekommen:

mit Tageslicht


ohne Blitz, aber aufgehellt

hier sind die Farben wohl am natürlichsten

Das Ergebnis gefällt mir eigentlich so gut, dass ich gern noch ein zweites Kissen nach dem gleichen Muster in einer anderen Farbstellung nähen würde. Als Pärchen würden sie sich sowieso besser machen und außerdem könnte ich mein erlerntes FPP-Wissen festigen. Mal sehen, was die Restekiste noch so hergibt.

Das erste Foto oben zeigt übrigens den Abfall, den man beim Nähen produziert. Man näht ja auf Papier, das später abgerissen wird.


Unsere Einladung zu den Stoffspielereien:


Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?

Das nächste Mal, das ist erst im neuen Jahr, denn im Dezember machen wir Pause. Am 26. Januar lade ich alle ein zum Thema "Textiler Schmuck".

Donnerstag, 21. November 2019

Jacke aus Baumwollfleece

Seit knapp einem Jahr lag bei mir ein Stück Baumwollfleece, das ich zu einem warmen Oberteil verarbeiten wollte. Jetzt habe ich das Vorhaben umgesetzt und mich für einen Schnitt entschieden, den ich jedoch in einigen Punkten geändert habe.

Es handelt sich um die Jacke 110A aus burdastyle 08-2019.



Sie hat ein asymmetrisches Vorderteil und ziemlich weite Ärmel mit auffälligen Abnähern. Insgesamt ein Oversize-Modell und mit 57cm rückwärtiger Länge eher auf der kurzen Seite.


Da musste ich dann doch einige Änderungen machen:
  • Um das Oversize-Design zu entschärfen, habe ich Gr. 36  kopiert, statt der üblichen 40. Das hat für mich vollkommen ausgereicht.
  • Ich habe bei der Länge 4cm zugegeben. Die Schrägung der vorderen Kante habe ich nicht verändert.
  • Die Jacke ist nicht gefüttert, obwohl mein Fleece ganz gut dehnbar ist. Beim Burdamodell aus Strickstoff wird das empfohlen, um die Jacke in Form zu halten.
  • Ich habe auf jegliche Vlieseline verzichtet.
  • Da mir der Halsausschnitt vorn eher hoch vorkam, habe ich ihn 1,5cm vertieft, zur Schulter auslaufend.
  • Ich habe die Ärmelweite reduziert. Dafür habe ich das Schnittmuster in der Mitte der fünf Abnäher bis oben kurz vor der Armkugel eingeschnitten und an der unteren Kante 1cm übereinander geschoben und wieder zusammen geklebt. Durch die Begradigung der Kante an der Ärmelnaht habe ich darüber hinaus noch ein wenig Weite verloren.
Auf dem Foto sieht man von links nach rechts zunächst den unbearbeiteten Abnäher, dann den aufgeschnittenen und in der Mitte den wieder zusammen geklebten. Die blaue Linie ist der neue Fadenlauf. Die "Beulen" an der Ärmelnaht habe ich erst danach begradigt; auf dem Foto ist also noch der Originalzustand zu sehen.

So sehen die Ärmelabnäher genäht und aus der Nähe aus:


Als schließlich am Ende die Knopflöcher gestickt werden mussten, habe ich länger über die genaue Platzierung des obersten Knopflochs nachgedacht. Parallel zu den anderen hätte für meinen Geschmack komisch ausgesehen, deshalb habe ich alle Knopflöcher in rechtem Winkel zur Kante angeordnet:


Halt - jetzt sieht man ja die schönen Knöpfe gar nicht! Ich finde, sie sind es wert, gezeigt zu werden:


Ursprünglich waren diese Knöpfe mal an einem Wintermantel, wo ich sie jedoch vor dem Ausmustern des Mantels abgetrennt habe. Einige von ihnen sind an meinem neuen Wintermantel und die letzten vier schließlich an dieser Jacke.

Manchmal finde ich halsnahe runde Ausschnitte so "nackich" - deshalb habe ich es mal mit einem Tuch versucht. Ich habe sogar eins gefunden, das die Farbe der Jacke wieder aufnimmt:


Während ich dies schreibe, merke ich, wie mir beim Tippen die Hände kalt werden. Pulswärmer! Da ich noch ausreichend Stoffreste habe, werde ich mir ein Paar nähen. Das ist für mich besonders genial, da ich häufig Probleme habe mit Wolle auf der Haut.

Mein Fazit:
Ich bin ganz zufrieden, obwohl ich mich noch an die "Geräumigkeit" der Jacke gewöhnen muss. Nochmals nähen würde ich den Schnitt wahrscheinlich nicht, ein Exemplar dieser Art ist ausreichend. Empfehlen kann ich den Schnitt durchaus.
Wie gut die Wärmeeigenschaft der Jacke bei echter Kälte ist, werde ich dann noch herausfinden.

Dienstag, 19. November 2019

Nadelbrief: Alabama Chanin

In der 44. Kalenderwoche stand auf dem Plan von Susannes Großem nahtlust-Nadelbrief-Jahr 2019 das Thema "Alabama Chanin".

Hinter Alabama Chanin steckt die amerikanische Textilkünstlerin, -desingerin und -unternehmerin Natalie Chanin, die im Jahr 2000 begann, handgenähte und teilweise bestickte Kleidung aus Baumwolljersey anzufertigen und dabei Wert legt auf Materialien aus biologischer Erzeugung, Nachhaltigkeit und dem Erhalt von traditionellen Techniken und Designs. Von ihren Arbeiten kennt man die sog. Revers-Applikationen am ehesten; es sind die Motive, die sie bekannt gemacht haben.

Diese Technik habe ich bereits nachzuahmen versucht; das beste Ergebnis ist wahrscheinlich ein Jersey-Top, das 2012 entstanden ist und das sich immer noch in meinem Kleiderschrank befindet. Aber Alabama Chanin ist nicht nur Revers-Applikation, bei der man zwei Schichten Stoff (hier: Jersey) übereinander legt, auf dem oberen Stoff mit Farbe ein Muster aufträgt, entlang der Musterränder beide Stoffschichten mit Handstichen zusammen näht um schließlich dicht am Genähten partiell die obere Stoffschicht wegzuschneiden.

Und damit komme ich zu meinem Nadelbrief, der zum Thema Alabama Chanin entstanden ist. Nein, keine Revers-Applikation sondern so etwas wie das Gegenteil.



Ich habe aus Stoffkreisen Spiralen geschnitten, die ich an ihren Kanten auf meinen Trägerstoff aufgenäht habe. Da es für den Nadelbrief kein Jersey sein musste, schien mir ein nicht dehnbares und eher stabiles Leinen mehr geeignet. Die aufgenähten Spiralen sind jedoch aus Jersey; die Kanten sollen ja nicht fransen.



Wenn man meine Spiralen betrachtet, kann man erkennen, dass meine erste (unten links) noch regelmäßig und nahezu kreisrund ausgefallen ist, dann habe ich variiert und man sieht, dass das dem Design gut getan hat. So wirkt es lebendiger.

So sah es bei mir während der Arbeit am Nadelbrief aus:




Innen habe ich "random ruffles" aufgenäht: schmale Jerseystreifen, die hier und da zusammengezogen werden und in der Mitte sitzt ein Jerseyschlauch in Couching-Technik, wo ein paar Nadeln Platz finden können. Auf ein weiteres Innenleben habe ich verzichtet. Die Bändchen zum Zubinden sind wieder aus zusammengerollten Jerseystreifen.


Nahaufnahme:


Jetzt habe ich bei den Nadelbriefen etwas nach- und aufgeholt und beeile mich, diesen hier bei Susanne zu verlinken. Den einen oder anderen wird es noch geben und selbstverständlich kommt noch einer zum Bauhaus.