Sonntag, 11. November 2018

Gestrickte Armstulpen - Anleitung

In der letzten Zeit habe ich nach und nach mehrere Paar Armstulpen gestrickt.

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Die Anleitung habe ich in einem Wollkatalog gefunden, als Verarbeitungs-Beispiel für das dort angebotene Garn. Deshalb denke ich, dass die Anleitung frei ist und ich sie hier weiter verbreiten darf.



Diese Stulpen werden quer gestrickt. Das findet man nicht so häufig, aber mir war bei meinen ersten Stulpen sympathisch, dass man die benötigte Weite beim Stricken abmessen kann. Insofern muss man weder eine Probe stricken noch Maschenzahlen ausrechnen. Die Stulpen haben an der Fingerseite ein Lochmuster - das hat mir ebenfalls gefallen.

Nach meiner Erfahrung kann man immer die gleiche Maschenzahl verwenden, auch wenn das Garn etwas dünner oder etwas dicker ist. Bei der Original-Anleitung wurde Sockenwolle verwendet.

Anleitung:

  • Anschlag: 40 Maschen
  • alle Rückreihen (gerade Reihenzahl) rechts stricken
  • in jeder Reihe die erste Masche mit dem Faden vor der Nadel abheben
  • 1. R : rechts
  • 3. R : 1 M abheben - 23 M re - *1 Umschlag, 2 M re zusammen stricken - ab * 7 mal wiederholen (dann sind nur noch 2 M übrig) - 1 U - 2 M re.
  • 5. R : 1 M abheben - 26 M re - *1 U, 2 M re zus. stricken - ab * 6 mal wiederholen - 1 U - 2 M re.
  • 7. R : 1 M abheben - 29 M re - *1 U, 2 M re zus. stricken - ab * 5 mal wiederholen - 1 U - 2 M re.
  • 9. R : 1 M abheben - 32 M re - *1 U, 2 M re zus. stricken - ab * 4 mal wiederholen - 1 U - 2 M re.
  • 11. R : re
  • 12. R : 4 M abketten - restl. M re.

  • 1. bis 12. R so oft wiederholen, bis die benötigte Länge für den Armumfang erreicht ist. Ich habe das durchaus knapp gehalten, da sich das Strickwerk dehnt.
  • Vor dem Abketten habe ich noch 1 R re gestrickt und dann elastisch abgekettet (wie z.B. hier erklärt).
Auf den ersten Blick sehen die beiden Seiten der Stulpe gleich aus, sie sind es aber nicht. Auf dem folgenden Bild kann man das hoffentlich erkennen:



Ich habe die Seite oben im Bild zur rechten Seite erklärt.
Beim Zusammennähen vom Strickstücken tue ich mich immer schwer und brauche häufig mehrere Versuche, bis mir die Optik gefällt. Bei mir sieht es so aus - bestimmt geht das auch besser:



Nun wünsche ich viel Spaß und guten Erfolg beim Stricken. Nett wäre eine Rückmeldung, wenn ihr ein Paar nach dieser Anleitung gestrickt habt.

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* Die verwendeten Garne wurden alle von mir pflanzengefärbt. Oben rechts: Blutpflaumenblätter (soweit ich mich erinnere) auf Merinowolle, dann im Uhrzeigersinn: Sandelholz auf reiner Seide, rote Zwiebelschalen als Solarfärbung auf Wolle-Seide und braune Zwiebelschalen auf Sockenwolle.

Mittwoch, 7. November 2018

Me Made Mittwoch: Schwarzes Kleid mit Accessoires

Wie gut, dass praktisch jeder weiß, wie ein schlichtes, schwarzes Kleid aussieht, denn auf den folgenden Fotos wird nicht viel zu erkennen sein. Aber sehenswerte Details hat mein Kleid sowieso nicht. Dennoch möchte ich es hier zeigen und eigentlich geht es mir ja eher um die Accessoires.

Dieses Kleid aus einem Leichtsweat (auch: Feinsweat, French Terry) sollte eigentlich schon längst genäht sein, denn ein Klassiker dieser Art fehlt mir schon länger im Kleiderschrank. Dieses Modell durfte dann auch etwas legerer ausfallen; also kein feiner Wollstoff oder ähnliches, sondern ein dehnbarer Sweat aus Baumwolle. Es ist eine gute Qualität und das sieht man ihm auch an.

Für das Kleid habe ich einen bewährten T-Shirt-Schnitt verlängert und nach unten ausgestellt, denn ich wollte etwas mehr "Beinfreiheit". Im Rücken habe ich zwei kleine Längsabnäher eingefügt, damit das Kleid mehr der Form des Körpers folgt. Damit das Kleid nicht ganz so casual aussieht, habe ich den Ausschnitt mit einem Beleg versehen und die Säume unsichtbar mit der Hand angenäht.



Aber jetzt die Accessoires:



Dieser Seidenschal ist für die Stoffspielereien im Oktober, also erst vor knapp zwei Wochen, entstanden. Der Schal setzt sich aus mehreren, verschiedenen Seidenstücken zusammen, die ich zuvor mit Sandelholz gefärbt hatte. Alle weiteren Details finden sich im vorletzten Blogpost. Dieser Schal braucht einen schlichten und farblich passenden "Hintergrund" - das hat das Nähen des Kleides letztlich beschleunigt.



Das ist ein Schal aus Wolletamin, in Eco Print-Technik gefärbt mit Eukalyptusblättern und Blauholz. Über die Entstehung habe ich hier berichtet.




Das Kleid mit einem gehäkelten Schal. Die Wolle ist wieder selbstgefärbt (Rainfarnblüten) und sowohl diese Pflanzenfärbung als auch die Lace-Häkelei gehörten vor inzwischen fünf Jahren auf ihrem Gebiet für mich zu den ersten Gehversuchen.



Eine schwarz-weiße Jacke zum Kleid zu kombinieren, ist eher banal - muss ja passen, aber ich dachte, ich zeige dieses Exemplar einmal, denn die Anordnung der beiden Farben finde ich schön. Es handelt sich hier übrigens nicht um zwei Stoffe sondern um einen einzigen mit diesen beiden Seiten. Die Jacke ist alt und das Schnittmuster noch älter (burdastyle 11-2003-117).

Am Ende mein Dank für die Verlinkungsmöglichkeit beim Me Made Mittwoch, wo an jedem ersten Mittwoch im Monat Hobbyschneiderinnen und Handarbeiterinnen ihre selbstgemachten Kleidungsstücke zeigen können. Bedingung: ein Foto auf dem man das Kleidungsstück trägt und keine Werbung.

Bleibt nur noch die Frage: Wann startet der Weihnachtskleid-Sew Along?

Sonntag, 4. November 2018

Quilt "Indian Tiles"

Es begann mit einem indischen Druckstempel aus Holz, den ich im Sommer gekauft habe. Das Motiv gefiel mir gut und meine bereits vorhandenen Stempel wollte ich sowieso einmal gründlich durchprobieren - da passt der neue gut dazu.



Im Juli habe ich hier im Blog bereits berichtet, wie ich vom Ausprobieren zum durchgeplanten Projekt gekommen bin. In Kurzfassung: verschiedenfarbige falsche Unis (vorhandene Reste plus kleiner Neukauf von Restbeständen), 15x15cm groß, mittig mit dem Motiv bestempelt mit dem Ziel einen großen Quilt zu gestalten.



Ich habe verschiedene Layouts probiert, dann eine Farbe (türkis) ganz rausgeschmissen und bin schließlich bei dieser Anordnung geblieben:



Die zusammengesetzten Quadrate sollten noch eine Umrandung bekommen; dafür habe ich einen nachtblauen Stoff gefunden (neben blau sieht er blau aus, neben schwarz schwarz), der auch meine Rückseite bildet. Da ich für sie ohnehin zwei Stoffstücke zusammensetzen musste, habe ich noch einen Streifen mit gestempelten Quadraten eingefügt (Foto am Ende).

Gequiltet habe ich zum ersten Mal - zumindest bei einem Werk in dieser Größe - mit einem Quiltstich meiner Nähmaschine. Mit der größten Einstellung des Stichs habe ich längs und quer über die Nähte gequiltet, schließlich auch einmal rundherum in der Mitte der dunkelblauen Umrandung. Auf den Fotos sieht man manchmal noch die Markierung, die ich mit einem flach gewaschenen Stück Seife gemacht habe. Das verschwindet quasi von selbst.

Fehlte noch das Binding. Dafür wollte ich ursprünglich die Reste der farbigen Stoffe zu einem langen Streifen zusammennähen. Doch ich musste feststellen, dass dafür nicht mehr ausreichend Stoff da war! Nachkaufen konnte ich nicht, weil die Stoffe inzwischen vergriffen sind. Hatte ich mich ursprünglich verrechnet? Egal - ich brauchte eine andere Lösung. Dann erinnerte ich mich an eine Variante, die ich einmal im Netz gesehen hatte: Man schlägt den Rückseitenstoff nach vorn um und formt so das Binding. So blau neben blau - das hätte langweilig ausgesehen. Aber hatte ich nicht bei meiner Recherche nach alternativen Bindings etwas von einer Paspel gelesen? Für einen schmalen Paspelstreifen haben meine farbigen Stoffreste noch ausgereicht.

Und so bin ich vorgegangen:

Ich habe Top und Vlies zusammen auf die gleiche Breite geschnitten - und dabei höllisch aufgepasst, dass ich den Rückseitenstoff nicht erwische.




Die Rückseite habe ich 3cm breiter zugeschnitten, da mein Binding 1,5cm breit werden sollte.



Für die Paspel (Flachpaspel ohne Kordel) habe ich Streifen in 3,5cm Breite geschnitten, jeweils eine Schmalseite ca. 5mm nach links und anschließend den Streifen längs auf die Hälfte gebügelt. Auf ein Zusammennähen der Stücke habe ich verzichtet; es hat genügt, die offene Kante etwas unter die umgebügelte zu schieben. Da nur wenige Millimeter Paspel vorstehen, wird das trotzdem halten. Die Paspelstreifen habe ich Kante an Kante auf Top und Batting genäht (Rückseite war wieder zurückgeschlagen)



Nun habe ich den überstehenden Rückseitenstoff 1,5cm eingeschlagen, die Kante gebügelt und nach vorn auf die Paspel gelegt. Gründlich mit Nadeln gesteckt und knappkantig festgesteppt.



Diese Version ist nur wenig aufwändiger als das klassische Binding mit doppelt gelegtem Streifen. Auf jeden Fall entfällt die Handnaht. Der Effekt gefällt mir jedenfalls sehr gut und ich werde für zukünftige Arbeiten diese Version berücksichtigen, wenn das Projekt es zulässt.

Die Decke ist 186x134cm groß; das hat sich so durch die Stoffmenge, die mir zur Verfügung stand, und  die Anordnung der Quadrate ergeben. Ich werde sie hauptsächlich im Sommer als Schlafdecke verwenden.







Übrigens: Holzdruckstempel habe ich auch einmal zum Prägen von Samt verwendet. Einen Bericht darüber gibt's hier auf dem Blog.



Sonntag, 28. Oktober 2018

Stoffspielereien im Oktober 2018: Seide

Herzlich Willkommen zu den Stoffspielereien im Oktober. Als Gastgeberin durfte ich das Thema auswählen. Es lautet: Seide.



Bevor ich mein eigenes Projekt vorstelle, möchte ich gleich zu Beginn die Beiträge der anderen Stoffspielerinnen auflisten. Ich werde im Laufe des Tages die Sammlung ergänzen und wenn ich einen Beitrag nicht selbst finde, bitte ich um einen Hinweis in den Kommentaren. (Stichwort: Kommentar. Zuletzt hatte ich Probleme, bei anderen zu kommentieren; ich hoffe, dass es heute klappt, ansonsten bitte ich um Nachsicht.)



Seide ist ein ganz besonderes Material. Sie ist, ebenso wie Wolle, tierischen Ursprungs. Der Seidenfaden wird aus dem Kokon gewonnen, den die Seidenspinnerraupe Bombyx Mori ausscheidet, um sich darin zu verpuppen. Dabei entsteht ein kilometerlanger Endlosfaden, der von der taubeneigroßen Hülle abgehaspelt wird, nachdem der Falter kurz vor dem Schlüpfen in heißem Wasserdampf getötet wird. Wenn man das aus ethischen Gründen ablehnt und trotzdem nicht auf Seide verzichten möchte, kann man zu Wildseide greifen. Für diese Seidenart werden Kokons verwendet, aus denen der Falter meist bereits ausgeschlüpft ist. Wegen des Schlupflochs lässt sich jedoch kein langer zusammenhängender Faden mehr abhaspeln; die kürzeren Fadenstücke müssen vor der Weiterverarbeitung zunächst versponnen werden. Das hat Einfluss auf die Qualität der Seide. Der Faden hat weniger Glanz, ist rauher und enthält teilweise Farbpigmente. Zu diesen Seidenarten zählen u.a. die Tussah- und Bouretteseide.

Ich habe für mein Projekt Maulbeerseide verwendet. Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, ein Bündel weiße Seidenreste zu kaufen, alle etwa ähnlich in Größe, Stärke und Gewicht, nur ein Stück hat eine besondere Webung. Tierische Fasern lassen sich ja sehr gut mit Pflanzenfarben färben, also habe ich meinen Färbetopf hervorgeholt und eine Sandelholzfärbung angesetzt.



Dafür habe ich mich an die Anleitung in Dorothea Fischers Buch "Naturfarben auf Wolle und Seide" gehalten. Meine Stoffstücke habe ich genau in der Mitte geteilt, um zwei identische Züge in zwei Farbtönen färben zu können.



Das Format der Stoffstücke hat dann die Weiterverwendung vorgegeben: Es sollte ein Schal werden. Entscheiden musste ich dann noch über die Anordnung der Teile: gemischt oder nach Farbtönen getrennt, eher breiter und kürzer oder schmaler und länger? Da ich einen Schal vorziehe, dessen Enden wenigstens bis zur Taille herunterhängen, wenn man ihn einmal um den Hals wickelt, wurde mein Exemplar 2,40m lang - einschließlich Fransen. Für die Fransen habe ich auf dünnes Seidengarn zurückgreifen können, das bereits da war, denn ich hatte schon vor einiger Zeit einmal mit Sandelholz gefärbt - ebendieses Garn und ebenfalls in zwei Farbtönen. Es passte perfekt.

Dann war auch die Entscheidung für die Aufteilung der zwei Farbtöne gefallen: Die Stoffe aus der ersten Färbung bilden zusammen die eine, die aus der zweiten Färbung die andere Schalseite. Und da zwei unterschiedliche Schalenden interessanter aussehen als zwei identische, sind die letzten Stoffstücke unterschiedlich lang und die Fransen auf der einen Seite heller und auf der anderen dunkler.






Und was macht man normalerweise aus Garn? Stricken! Wie wäre es dann mal mit Armstulpen?



Für die Fotos habe ich den Schal zu dem schwarzen Outfit kombiniert, dass ich gerade getragen habe; das passt jedenfalls schon mal.




Zu einem Kleid wäre es schöner ... Das ist bereits in Planung und es sollte klappen, dass ich Kleid mit Schal z.B. zum nächsten MeMadeMittwoch zeigen kann.

Noch ein Wort zu meinen Fotos: Mit der Wiedergabe der Farben bin ich sehr unzufrieden: Ich habe gestern bei schlechtem Licht fotografiert und dann ein wenig nachbearbeitet; irgendwie sind verschiedene Farbtöne entstanden. Ich werde versuchen, bei besseren Bedingungen neue Fotos zu machen.

Dieses Foto will ich aber noch zeigen, weil es die beiden Farbnuancen und den schönen Glanz des Seidengarns gut zeigt:



Danke an alle Mitspielerinnen des heutigen Sonntags (der in meiner Heimat Hessen gegen Abend noch spannend werden wird). Beim nächsten Mal Ende November ist Ines vom Blog Nähzimmerplaudereien mit dem Thema "Sterne" unsere Gastgeberin. Ich freue mich drauf!


Sonntag, 30. September 2018

Stoffspielereien im September 2018: Streifen

Nach der zweimonatigen Sommerpause geht es weiter mit den Stoffspielereien. Im September ist Ute vom Blog 123-Nadelei Gastgeberin; sie hat das Thema "Streifen" vorgeschlagen.

Ich wollte endlich einmal wieder Kleidung bei den Stoffspielereien nähen. Also habe ich in dieser Richtung nach Ideen gesucht und bin relativ schnell bei zusammengesetzten Stoffstreifen gelandet. Ein Oberteil sollte es werden und dafür habe ich meine Kiste mit den Jerseyresten durchforstet. Darin fanden sich ausreichend Stücke gleicher Art (Baumwoll-Interlock ohne Elasthan), die zum Glück auch farblich harmonierten.

Dann habe ich beherzt zugeschnitten und einen Haufen Streifen produziert:


Das Vorderteil eines Shirts wollte ich aus den Streifen zusammensetzen. Die Farbkombination war schnell gefunden, bei der Art, die Streifen zusammenzunähen habe ich jedoch herumprobiert und mehrfach verworfen. Offenkantig war die ursprüngliche Idee, das hat mir jedoch nicht gefallen, ebensowenig wie ein Zusammennähen links auf rechts. Die Nähte hatten sich wegen der starken Dehnbarkeit des Jerseys unschön gewellt. Schließlich bin ich doch bei der konventionellen, "sauber" aussehenden Naht gelandet.

Für die Ärmel hatte ich zwei rote Stücke, die ganz genau ausgereicht hatten; ein blaues Bündchen hat sie auf die richtige Länge gebracht. Das Rückenteil sollte ebenfalls einfarbig werden, doch dafür hatte ich nur noch ein sandfarbenes Stück Jersey in der Kiste. Das ist für meinen Geschmack nicht die ideale Farbe.


Ein dunkler Farbton wäre schöner gewesen.
Für den Schnitt hatte ich mir - entgegen meiner sonstigen Vorlieben - eine weitere, nach unten ausgestellte Form herausgesucht. Keine glückliche Wahl bei diesem nachgebenden Stoff.


Das Shirt trägt sich total gemütlich - warm, weich, anschmiegsam, also sollte ich eher nicht damit zufrieden sein, wie es ist und versuchen, noch etwas zu verbessern. Weite herausnehmen, trennen, Stoff nachkaufen (dunkelblau, am besten) und ein neues Rückenteil einbauen? Ich weiß noch nicht; vielleicht muss es erst noch ein wenig ruhen, bis ich entscheide.

Dieser Beitrag ist bisher eher von schneidertechnischen und Passformproblemen dominiert - das sind zugegebenermaßen nicht gerade die Hauptthemen der Stoffspielereien. Aber wenn es um ein Kleidungsstück geht, ist das nicht ganz zu vermeiden.

Mit dem Thema Streifen im Kopf sind mir in der letzten Zeit bei meinen Hobbytätigkeiten zahlreiche andere Streifen aufgefallen:


Das streifige Muster auf diesem Stoff ist Rost. Mit diesem Band habe ich eine Rostfärbung auf einem größeren Stoffstück umwickelt. Der Rostvorgang war kräftig genug, dass er bis nach außen durchgedrungen ist.

Meine auseinander geschnittenen Teebeutel sind ebenfalls streifenförmig. Ich habe inzwischen eine ganze Menge gesammelt, die ich demnächst weiterverarbeiten will:


Alle haben eine Rostfärbung, oben sehr kräftig, in der Mitte war ein roter Beerentee im Spiel und unten sind nur kleine Rostspuren zu sehen.


Meine früheren Posts über Rostfärbungen, besonders auf benutzten Teefiltern und andere Arbeiten mit Teepapier befinden sich hier und hier.

Ute sammelt heute über den Tag alle Beiträge zum Thema "Streifen", die die Stoffspielerinnen auf ihren Blogs veröffentlichen. Da kommt sicher wieder eine tolle, sehenswerte Sammlung mit vielen Inspirationen zustande.


Freitag, 21. September 2018

Mein erster Muster-Mittwoch: Tee

Die Aktion "Muster-Mittwoch" von Michaela Müller (muellerinart) verfolge ich schon seit geraumer Zeit, aber da dort der Werkstoff Papier ist, habe ich mich nie aufgerufen gefühlt mitzumachen. Jeden Monat gibt es bei Michaela ein Thema, zu dem man sich etwas Gemustertes einfallen lassen kann. Im September ist das "Tee".
Da ich im Moment mit Teebeuteln experimentiere und ich das Teebeutelpapier als eine Art Zwischenstufe von Stoff und Papier empfinde, werde ich bei Michaelas Muster-Mittwoch nun erstmalig mitmachen und mich bei ihr verlinken. Hier ist die monatliche Sammlung aller Tee-Inspirierten zusammengefasst.

Für mein Projekt habe ich die bekannten Doppelkammerbeutel verwendet: Tee aufbrühen, trinken, Beutel aufheben, trocknen, vorsichtig öffnen, den Tee herausschütteln und das Papier bügeln. In meinen Teebeuteln war grüner Tee und Earl Grey. Im Netz habe ich ein Tutorial zum Printen auf Teebeuteln gefunden, was ich als meine Inspiration aufgegriffen habe. Statt mein nicht vorhandenes Zeichentalent herauszufordern, wurde also gedruckt. Dafür habe ich auch auf die Motifvorlagen im Link zuvor zurückgegriffen, denn die Art der schwarz-weiß Illustrationen schienen mir gut zu den Teepapieren mit ihren Farbspuren zu passen.


Ich habe also die vorbereiteten Teebeutel bedruckt, zur Stabilisierung mit einer dünnen Vlieseline rückseitig beklebt und schließlich auf ein festeres, weißes DIN A4-Blatt genäht - und die Fadenenden zu einem Schleifchen gebunden. Das war eine spontane Idee, die mir immer noch gut gefällt.

Meine gewählten Motive haben selbstverständlich mit Tee zu tun: eine Teekanne, eine Teetasse, ein Samowar und Teeblätter.






Natürlich habe ich sicherheitshalber vorher eine Probe genäht und mir dann Notizen gemacht:



Man beachte die Anmerkung in der linken oberen Ecke ... Ich könnte noch hinzufügen: und die Anzeige für "Spulenfaden geht zu Ende" auch funktioniert ...

Und weil ich einmal dabei war, habe ich einen weiteren bedruckten Teebeutel mit Vliesofix auf weißes Leinen gebügelt:

(anklicken und vergrößern macht die Stoffstruktur besser sichtbar)

Hier habe ich den Fotoausschnitt so gewählt, dass der überstehende Stoff nicht zu sehen ist. Die Struktur des Leinens scheint jedoch durch den Teebeutel hindurch, was mir gut gefällt.

Wer sich meine Rostfärbungen auf Teebeuteln anschauen möchte: Hier habe ich kürzlich darüber gebloggt. Ich werde auf diesem Gebiet weitermachen und berichten.

Danke, Michaela, für dein inspirierendes Tee-Thema und für die Möglichkeit, meinen Beitrag bei dir zu verlinken.


Sonntag, 16. September 2018

Weil's ein Erfolg war: ein weiterer Jersey-Cardigan

Manchmal tue ich ja, was ich ankündige. Als ich Anfang Juli bei der Präsentation des "langweiligen" Cardigans aus naturfarbenem Jersey laut über weitere Modelle nach diesem Schnitt nachgedacht habe, ist jetzt tatsächlich eine blau gemusterte Variante entstanden. Also nicht langweilig.


Der Stoff ist ein Leichtsweat und war ein Spontankauf im Kaufhaus der nahen Stadt, wo sonst diese Qualitäten selten zu finden sind. Ja, es ist ein hochwertiger Stoff und auch etwas teurer, aber das hat sich sowohl beim Nähen als auch beim Tragen positiv bemerkbar gemacht. Nicht verzogen, problemlos zu verarbeiten und sehr angenehm auf der Haut. Das Material ist eine Bio-Baumwolle. Das ist einmal wieder ein Plädoyer für den Kauf von guter Ware; es macht sich einfach bemerkbar.

Der Schnitt ist bereits vor acht Jahren in burdastyle 04-2007 erschienen - Modell 117. Schön finde ich, dass die Knopfleiste aus einem Webstoff genäht ist. Das hält alles schön flach und man hat keine dicken Übergänge. Mein Webstoff ist ein Feinleinen, das ich in meiner Vorratskiste gefunden habe; ich war ganz erfreut, dass die Farbe so schön passt, musste aber versuchen, mit einer kleineren Menge auszukommen. Deshalb ist die Knopfleiste  auch nicht wie bei Burda und wie beim Vorgänger-Modell komplett im schrägen, sondern im geraden Fadenlauf zugeschnitten. Als Schnittmuster konnte ich die vorhandene Bügelschablone verwenden. Die Verarbeitung ist natürlich unterschiedlich, aber das Ergebnis ist im Großen und Ganzen gleich.



Bei Farbe und Muster schwebte mir gleich die Kombination zur Jeans vor und dazu sieht es auch am besten aus.

Ich hatte ja vor, den Cardigan etwas länger zuzuschneiden, da er vornehmlich oder sogar ausschließlich zur Hose gedacht war; dafür hatte ich mir bereits "Verlängerungsteile" gezeichnet, habe sie jedoch beim Zuschnitt glatt vergessen an Vorderteil- und Rückenteil anzulegen. Ein wenig ärgerlich, aber ich denke, dass ich mit dieser Länge durchaus leben kann. Der nächste wird dann eine Handbreit länger.

Ich verlinke diesen Beitrag bei frau freut sich, eine Linkparty, ähnlich wie der MMM, auch einmal im Monat, jedoch zur Monatsmitte.