Sonntag, 30. August 2026

Handgefärbtes Garn für ein Web-Projekt

Ich habe vor, ein traditionelles norwegisches Webmuster zu verwenden, um einen Wandbehang zu machen. Das Muster heißt "Telemarksteppe". Telemark ist eine Landschaft in Norwegen und "Steppe" heißt Decke. Ich webe ja nun schon eine ganze Weile (gut sechs Jahre), aber das wäre mein erstes Projekt für die Wand.

Das Muster erlaubt Variationen und das finde ich gerade schön, denn dann kann ich meine eigenen Ideen und vor allem Farben einbringen. Zunächst habe ich eine Probe gewebt um herauszufinden, welches Garn sich eignet. Und mein "Lieblingsgarn", das ich meistens zum Färben verwende, kombiniert mit einem gekauften Garn, eignet sich sehr gut.

Also habe ich Farben, Töpfe und Werkzeuge herausgekramt und mich ans Färben gemacht. Meine 100g-Stränge Merino/Seide 80/20% mit einer Lauflänge von 400 Metern pro 100g habe ich zunächst in vier 25g-Stränge geteilt. Eine mühsame Arbeit in zwei Schritten; aber es musste sein, denn 100g Garn in einer Farbe wäre zu viel gewesen.



Mein Plan: drei oder vier Stränge in abgestuften Blau-, Rot-, Grün- und Gelbtönen. So sieht das Ergebnis aus:



Ich bin nicht sicher, ob alle Farben einer Gruppe so gut miteinander harmonieren, Aber ich will nicht zu kritisch sein und denke auch, dass die Farben im Gewebe ganz gut aussehen werden.

Vielleicht fällt auf, dass hier nur 13 Stränge zu sehen sind, statt 16 wie auf dem Foto oben. Drei Farben sind nicht gelungen bzw. passen nicht gut in die Reihe. Grün hat vier Stränge, weil ich am Ende der "Grünphase" noch ein wenig Farbe im Topf hatte, die ich nicht verschwenden wollte. Also habe ich noch einen Strang eingelegt, der schließlich das ganze Restfarbe aufgenommen hat. Das ist der Strang ganz rechts.

Wie sieht eigentlich das Muster gewebt aus? Hier ist ein Link zu einer Seite mit vielen Beispielen.

Ich werde mir Zeit lassen und plane, das zu einem Herbst/Winter-Projekt zu machen. Bevor es losgeht, muss ich eine Plan machen und denke, es wird sinnvoll sein, nicht gleich die erste Idee umzusetzen. Man kennt das ja auch aus anderen Bereichen: Einen Entwurf erst mal liegen lassen und am nächsten Tag wieder betrachten, vielleicht etwas ändern und wieder ruhen lassen .... bevor man sich entscheidet.

Zu einer Entscheidung gehört auch die Größe. Auf meinem Webstuhl mit den acht Schäften kann ich maximal 60cm breit weben und diese Breite werden ich wohl mehr oder weniger ausnutzen. Die Länge? Da werde ich auch schauen müssen, wie weit ich mit den gefärbten Garnen komme. Nachfärben kann ich nicht, denn die Farbtöne werde ich nicht wiederholen können. Ich habe das Farbpulver nicht abgewogen und habe teilweise auch Farben gemischt - also unmöglich.

Ausblick: Demnächst gehen die Stoffspielereien wieder los. Der September hat ein für mich schwieriges Thema: Die Kunst des Weglassens. Wie zeige ich etwas, das ich weggelassen habe?  

Sonntag, 31. Mai 2026

Stoffspielereien im Mai 2026

Das von Ute vorgeschlagene Thema  - English Paper Piecing -  kam mir gerade recht; hatte ich doch ein solches Projekt schon vor Monaten angefangen. Jetzt hat es durch die Stoffspielereien einen ordentlichen Schubs in Richtung Fertigstellung bekommen. Fertig ist es allerdings noch nicht, Es ist eine umfangreiche und zeitintensive Arbeit und war als Langzeitprojekt geplant.


Ich nähe einen Einstein-Quilt. Das hat nichts mit dem bekanntes Physiker zu tun, sondern mir dem Umstand, dass mit nur einer Form ein lückenloses, sich nicht wiederholendes Muster gelegt werden kann. In einem Artikel in Scientific American vom April 2023 kann man Näheres darüber lesen. Von den Entdeckern wird die Form "Hut" genannt, mich erinnert sie eher an ein zipfeliges T-Shirt. Aber egal, obwohl ich zwei Vorlagen für einen Quilt gefunden habe (hier und hier), habe ich mir meinen Weg selbst ausgetüftelt. Ich habe die Form in vier halbe Sechsecke zerlegt, Schablonen zum Ausschneiden der Stoffstücke geschnitten und viele, viele Schablonen aus einem etwas festeren Papier. Die Schablone wird auf ein Stoffstück gelegt, die Nahtzugaben werden an der Papierkante nach links umgelegt und geheftet. Das habe ich ein einzelnen Sessions gemacht und gesammelt:


Einen kopierten Plan habe ich als Entwurf nach und nach "ausgemalt". Das sah irgendwann so aus:


Die Nummern vom Plan habe ich nach dem Annähen der Stücke auf die Nahtzugaben geschrieben - Das war überlebenswichtig! Ich hätte sonst nach einer Weile die Orientierung verloren. Einen Patch habe ich auch von außen sichtbar gekennzeichnet (Nummer 4).

Die Teile werden komplett mit der Hand zusammengenäht und wie man das macht, kann man z.B. hier (etwas scrollen) bei der Kollegin Kerstin sehen, die auf ihrem Blog eine genähte Penrose-Parkettierung zeigt.

Mein nun fast fertiges Top ist quadratisch und hat eine Kantenlänge von ca. 90cm. Je weiter ich mich der Fertigstellung genähert habe, desto heftiger habe ich darüber nachgedacht, wie ich am Rand enden will. Zunächst habe ich den Gedanken, Motive zu amputieren verworfen. Nun sehe ich aber doch keinen Weg daran vorbei, denn andere Lösungen waren für mich nicht praktikabel (Habt ihr eine?)

Aktuell sieht mein Quilt so aus:


Auf einem der schwarzen Motive oben links kann man die aufgestickte 4 erkennen, die mir als Orientierung dient. Die untere Kante ist gut halb fertig und rechts fehlt nicht mehr viel; die vier kleinen Aussparungen müssen noch mit Teilstücken gefüllt werden und oben rechts bin ich gleich an der Ecke. Links fehlt hingegen noch einiges für die Ecken. Aber ich bin jetzt guter Dinge und freue mich auf die Fertigstellung. Ich werde wohl ein unsichtbares Binding machen; nichts soll vom Motiv ablenken.

Wenn alles gut geht, kann ich zum nächsten Stoffspielerei-Termin am 28. Juni die Fertigstellung verkünden. 

Nun möchte ich empfehlen bei Ute vorbeizuschauen; sie sammelt auf ihrem Blog die heutigen Beiträge. Außerdem zeigt sie viele Beispiele für English Paper Piecing. Das Juni-Thema lautet "Tierisches" und wird von Elvia auf ihrem Blog Zwisch-en-durch präsentiert.

Im Juli und August machen die Stoffspielereien eine Sommerpause. Ob sich ab September noch neue Mitmacherinnen finden?

Mach mit, trau dich! Die Stoffspielereien sind offen für alle Blogger:innen, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu auf deinem Blog.

Auf der Webseite der Stoffspielereien (Link) kann man sich über die zukünftigen und vorherigen Themen informieren. 












Montag, 6. April 2026

Neuer Webstuhl

 Ich habe einen neuen Webstuhl:


Es ist ein Tischwebstuhl von Ashford mit 8 Schäften. 8 Schäfte mussten es jetzt endlich sein, hatte ich doch die ganze Zeit so viele schöne Muster gesehen, für die man mehr als meine bisherigen 4 Schäfte gebraucht hätte und die lange unerreichbar waren. Ein Tischwebstuhl musste es aus Platzgründen sein, denn meinen großen Webstuhl (4 Schäfte) mit Tritten habe ich natürlich immer noch und er braucht einigermaßen Platz. Der neue Webstuhl teilt sich jetzt den Platz mit meiner Nähmaschine; d.h. die Nähmaschine wandert auf ein Regalbord, wenn sie nicht gebraucht wird und der Webstuhl, na ja, irgendwo hin, wo gerade Platz ist, wenn ich nähen will. Das geht.

Auf dem Foto sieht man, dass ich mir die Hebel, mit denen man die Schäfte bewegt, nummeriert habe. Das brauche ich (noch?), sonst würde ich Fehler über Fehler machen. Oben links sieht man zwei kleine Zettel, auf denen ich die Abfolge der Hebel-Stellungen notiert habe. Für mein erstes Projekt; es sind Gästehandtücher:


Für den Anfang hatte ich extra ein kleineres Projekt gewählt und das war gut so, denn zu Beginn hatte ich ein paar Fehler, die aber beseitigt werden konnten. Die Tücher sind ca. 43x23cm groß und so verschieden sie auch aussehen, sie wurden mit der gleichen Kette gewebt. Unterschiedliche Farben und Abfolge der Schäfte machen die Optik aus. Ich habe auch Baumwolle, Halbleinen und Leinen ausprobiert um die Ergebnisse zu sehen.


Auf dem Foto kann man gerade so erkennen, dass das zweite Tuch von links breiter ist als die anderen: Das ist das Tuch mit dem reinen Leinengarn im Schuss. Dass sich das so verhalten würde, war mir neu. 


Ich bin sehr zufrieden mit diesem Muster, das man quasi endlos variieren kann. Für Geschirrtücher würde es sich perfekt eignen; dafür brauche ich allerdings noch dünnere Garne, die ich nicht besitze. Ein Projekt für die nähere Zukunft.

Sonntag, 29. März 2026

Stoffspielereien im März 2026

Das März-Thema lautet: Taschen. Das ist diesmal ein sehr konkretes Thema, lässt aber trotzdem viel Raum für Spielereien.

Ich bin keine versierte Taschennäherin, habe aber schon so einige Taschen genäht und weiß die Vorteile zu schätzen. Kann man die Tasche doch genau auf den persönlichen Geschmack, die Bedürfnisse und geplanten Einsätze abstimmen.

Für mein Projekt habe ich das Spielerische in den Vordergrund gerückt.

Beim Weben beginnt man oft mit einem Musterstück, um Webstruktur und Farben zu testen bevor man die eigentliche Arbeit beginnt. Und so sammeln sich im Laufe der Zeit einige Probestücke an, von denen ich für meine geplante Tasche ein paar verwendet habe.


Es sollte ein Beutel werden, auf den ich handgewebte Patches als "Dekoration" aufnähen wollte. Und so bin ich vorgegangen:

Zunächst habe ich den Basisstoff herausgesucht; der Fundus ist groß und die Wahl fiel auf ein rustikales Leinen. Die verfügbare Menge hat genau ausgereicht für den Beutel-Korpus und die Henkel. Ich habe einige Stücke harmonierendes Handgewebe herausgesucht und die Größe der Patches festgelegt: 6x6cm. Bei der Verteilung der Stoffstücke habe ich meine L-Shapes (ich glaube, so heißen sie) herausgeholt und so auf den Basissttoff gelegt, dass die Nahtzugaben und Säume abgedeckt waren:


Dann habe ich Papier im Format der Stoffpatches (6x6cm) ausgeschnitten und so auf dem Stoff verteilt, dass mir die Anordnung gefallen hat:


Im nächsten Schritt habe ich das Papier durch den Stoff ersetzt:

Die Patches habe ich mit Vliesofix, das man aufbügelt und auf beiden Seiten klebt, auf dem Leinen fixiert und mit einem etwas kräftigeren schwarzen Nähgarn in einem sehr schmal eingestellten Zickzack-Stich aufgenäht. Dabei habe ich die Nähte an den Seiten unregelmäßig lang auslaufen lassen. Abgezirkelt und millimetergenau hätte mir hier nicht gefallen. Die leicht unregelmäßige Optik kam mir dann zustatten, als ich die fertig aufgenähten Stoffstücke im Ganzen betrachtet habe: Einige Nähte sind mir ein wenig "aus der Bahn" geraten, wahrscheinlich, weil sich das Leinen beim Aufnähen etwas verzogen hat. Nun ja, beim nächsten Mal wird's besser.


Auf der Rückseite sind keine Patches, aber ein paar Linien, im gleichen Zickzackstich genäht. Sie kaschieren ein paar helle Knicke im Stoff - sieht doch so aus, als wären sie eine Design-Idee, nicht wahr?


Auf den Henkeln taucht der gleiche Zickzack-Stich wieder auf:

Ich mag solche Stoffbeutel sehr und habe im Laufe der Jahre schon zahlreiche genäht, die zum Teil verschenkt worden sind und zum Teil von mir verwendet werden. An dem einen oder anderen habe ich sogar die verschlissenen Henkel ersetzt, weil der Korpus zu schade war zum Wegwerfen. In meiner Handtasche befindet sich immer ein solcher Beutel, der auch ungeplante Einkäufe aufnehmen kann. Dieser Beutel ist kräftiger und schwerer und eignet sich weniger, um ihn zusammengefaltet mitzunehmen. Er wartet dann auf einen geeigneten Einsatz.

Die Stoffspielereien werden heute auf dem Blog Petersilie&Co gesammelt; Sabine Michaela hat das Thema ausgesucht. Danke dafür! Mit Klick auf den Link gelangt man zur Sammlung der Taschen-Spielereien der Mitstreiterinnen. Wahrscheinlich sind auch bei diesem konkreten Thema phantasievolle Taschen gearbeitet worden.

Im April (letzter Sonntag: 26.4.) geht es weiter mit dem Thema: "Altes in Neuem" bei Karen (feuerwerk by KAZE). 

Mach mit, trau dich! Die Stoffspielereien sind offen für alle Blogger:innen, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu auf deinem Blog.

Auf der Webseite der Stoffspielereien (Link) kann man sich über die zukünftigen und vorherigen Themen informieren. 

Sonntag, 25. Januar 2026

Stoffspielereien im Januar 2026


Neues Jahr - neue Stoffspielereien! Unser Thema im Januar lautet: Ein Buch als Inspiration. Gabriele sammelt auf Ihrem Blog "langer Faden" die Beiträge. Meine Inspiration war das Buch "The Art of Manipulating Fabric" von Colette Wolff; das ist sozusagen ein Griff in die Vergangenheit, denn ganz zu Beginn der Stoffspielereien war das für uns eine Hauptquelle. Auf der Webseite der Stoffspielereien ist das Buch unter "Inspirationen" aufgeführt.

Ich bin im Kapitel 8 "Tucking" fündig geworden, das sich den Themen Biesen und Falten widmet. Dabei habe ich kein Projekt im Sinn gehabt, sondern wollte Möglichkeiten erforschen. An zwei Stoffstücken habe ich das Abnähen von unregelmäßigen Falten erprobt; an einem Baumwollsatin und einem zarten, transparenten Batist. Beim ersten Stück bin ich nicht wirklich planvoll vorgegangen, sondern habe mir nur während des Nähens nach und nach überlegt, wie ich weitermache.

Einige Fotos:

 


 

Spätestens nach den schrägen Abnähungen vom letzten Foto sieht das Ganze unruhig aus und gefällt mir nicht mehr besonders. Beim zweiten Versuch bin ich etwas planvoller vorgegangen und habe mich auf zwei Richtungen beschränkt:


Fällt auf, dass ich die Falten jeweils in nur eine Richtung gebügelt habe? Das bringt mehr Ruhe hinein. Aber wenn die Falten zu sehr parallel sind, kann es auch schnell langweilig aussehen. Also sind kleine Abweichungen von einem gleichmäßigen Gitter wahrscheinlich der richtigere Weg.

Ich habe gemerkt - und gelernt - , dass es einige Stellschrauben gibt, die die Optik entscheidend verändern. Die Wahl des Stoffes, die Breite der Falten, ihre Gruppierung, ihre Dichte, ihre Anordnung (Parallelität, Richtung) ... Wie wirkt das Ganze bei einem größeren Stoffstück?

Ich könnte mir vorstellen, diese Technik bei einem Kleidungsstück anzuwenden; vielleicht die Passe einer Bluse oder ein Teil eines Kleides.

Und nun hole ich wieder Schwung für neue Projekte im neuen Jahr. Im Februar-Thema sehe ich eine kleine Herausforderung: Licht und Dunkelheit.

Alle Themen des Jahres:


Mach mit, trau dich! Die Stoffspielereien sind offen für alle Blogger:innen, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu auf deinem Blog.

Heute werden die Beiträge von Gabriele gesammelt - bitte hier klicken.

Montag, 19. Januar 2026

Schöner schlafen


Neue Schlafanzüge mussten her. Kaufen? Nein! - Nähen! Mein Plan: eine Hose nähen und ein gekauftes Shirt als Oberteil. Für die Hose habe ich mir bei einem Versand ein Muster bestellt und, weil ich den Stoff interessant fand, auch eine Griffprobe eines Jerseys mit gewebtem "Würfelmuster". Als ich dann beide Stoffe in der Hand hatte, habe ich bemerkt, dass sie perfekt zusammen passen. Folglich habe ich auch das Oberteil selbst genäht. Und da mir das so gut gefallen hat und es bei der Händlerin noch eine so schöne Kombi gab, entstand noch ein zweiter Pyjama:


Die beiden Exemplare sind fast gleich; sie unterscheiden sich nur in der Verarbeitung des Halsausschnitts.



Die Qualität der Stoffe ist sehr gut; der Jersey ist sogar eine Bio-Baumwolle.

Soll ich noch verraten, wo ich die Stoffe gekauft habe? Hier. (Keine Werbung; habe alles selbst bezahlt.)

Sonntag, 30. November 2025

Stoffspielereien im November 2025

Das November-Thema lautet: Techniken im Dialog, vorgeschlagen von Tyche, die auf ihrem Blog heute unsere Spielereien sammelt (Link). Vielen Dank für das spannende Thema!

Ich habe Färben und Sticken kombiniert und in einen Dialog treten lassen. Meine Inspiration kam über Jude Kingshott, deren Arbeiten ich schon länger bewundere. Sie sagt, dass das Besticken ihrer Färbungen die Phase ihrer Arbeiten ist, die sie am meisten liebt. Unter ihrem Namen habe ich die Galerie auf ihrer Homepage verlinkt - wer mal schauen möchte.

Ein gefärbtes Tuch war vorhanden; ich hatte es für die Stoffspielereien im Juni angefertigt:

Welches Garn sollte ich nun verwenden? Sticktwist hätte ich gern genommen, da war aber nichts mehr vorhanden und mehrere Farben kaufen wollte ich für dieses Projekt nicht. Da habe ich in einer Schublade eine Tüte mit Nähseide gefunden, die auch ihren Namen verdient, denn das Garn ist wirklich aus Seide. Die Idee mit einem sehr dünnen Faden zu sticken, hat mir gleich zugesagt. Die ausgewählten Farben:

Nun habe ich ein klassisches Quiltsandwich zubereitet: Oberstoff, Vlies, Rückseitenstoff. Und da schummelt sich ja eine dritte Technik hinein ....  Da ich mich entschlossen hatte, dass die Stickstiche dem Muster folgen sollten, ergab sich eine von der Mitte ausgehende strahlenförmige Anordnung:

Hier in der Detailaufnahme sieht man auch schon den nächsten Schritt: ein Kreis, der den Mittelkreis wieder aufnimmt. Da ich einigermaßen gerade Linien und Rundungen hinkriegen wollte, habe ich mir Markierungen mit einem schmalen Seifenstück aufgezeichnet. Vorteil: Mit ein wenig Wasser verschwinden sie wieder.


Zwei Kreise:


Der dritte Kreis, im unteren Teil zu sehen, ist noch unfertig:


Nun stellt sich die Frage: Soll es noch weiter gehen und wenn ja, wie? Bisher habe ich keine Idee, die mir zusagt, würde aber auch gern die linienförmige Anordnung meiner Stickstiche verlassen, um der Arbeit mehr einen Stickerei-Touch zu geben. Ohne das sieht es doch sehr nach gequiltet aus.

Es gibt immer noch die Möglichkeit, die Arbeit eine Weile ruhen zu lassen, in der Hoffnung, dass eine neue Inspiration kommt.

Das fertige Werk soll, wie ein Quilt ein unsichtbares Binding und eine rückseitige Aufhängung bekommen.

Spätestens im Januar, wenn wir uns wieder zu den Stoffspielereien treffen (Termin: Sonntag, 25.1.2026, Thema: Ein Buch als Inspiration), kann ich vom Fortgang dieses Projekts berichten. Im Dezember ist bei den Stoffspielereien Weihnachtspause; die Themen für 2026 stehen bereits fest und sind auf der Seite der Stoffspielereien aufgelistet. Also für alle, die damit liebäugeln, einmal mitzumachen, viel Zeit zum Planen.

Mach mit, trau dich! Die Stoffspielereien sind offen für alle Blogger:innen, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu auf deinem Blog.