Donnerstag, 26. März 2020

Gewebter Tischläufer

Meine nächste Webarbeit habe ich vom Rahmen geschnitten, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht (da Baumwolle), heiß von Hand in einer Waschmittellauge gewaschen und liegend getrocknet.



Jetzt gibt es auf unserem Esstisch einen neuen Läufer. Er liegt - etwas unkonventionell - quer an der Kopfseite, mit der der Tisch an der Wand steht und füllt optisch die Lücke, die eine nicht ausreichend lange Tischdecke lässt. An dieser Stelle lag bisher immer ein Läufer, nur dieser hier gefällt mir besser:



Der Läufer ist wieder (wie diese Tasche) mit verschlungenem Schuss gewebt, ich habe die Farbfelder nur etwas anders aussehen lassen. Es macht mir Spass, in dieser Technik zu weben und da es noch weitere Varianten gibt, z.B. mit drei oder vier Farben, kann ich mir vorstellen, dass ich das bald einmal wieder machen werde.

Die Details:
Kette: Tex 30x6 Cotton Twine Liina
Schuss: Drops Safran (BW) 50g LL 160m und Drops Loves You 7 (hellblau, BW) 50g LL 170m
Maße: 116x40cm



Eigentlich hätte ich gerne Tischsets in diesem Muster, allerdings ist das Gewebe, so wie es jetzt ist, zu weich dafür. Ich müsste mir etwas einfallen lassen, um den Sets mehr Stabilität zu geben. Eine Idee habe ich jedoch bisher noch nicht.

Die tolle Doppelwandschale ist übrigens von dieser Keramikerin, gekauft beim letzten Töpfermarkt in Flörsheim am Main.

Freitag, 20. März 2020

Weben: Ausprobieren von Mustern

Das Weben ist für mich neu und spannend, deshalb steht es momentan bei meinen Hobbys an erster Stelle.



Nach den ersten beiden gewebten Küchenhandtüchern habe ich nun eine "Test-Kette" aufgebäumt, um ein paar Muster auszuprobieren. Die Anleitungen dazu habe ich dem Buch Weben. Das Standardwerk für den Gatterkamm-Webrahmen von Syne Mitchell entnommen, das alle Grundlagen bis hin zum Weben mit drei Gatterkämmen enthält.

Das rote Garn, das ich verwendet habe, ist vielleicht nicht optimal für einen möglichst attraktiven Eindruck, aber ich hatte es gerade zur Hand.

Beginnen wir mit dem Waffelmuster. Davon hatte ich bereits ein paar sehr schöne Beispiele im Netz gesehen und ich wollte wissen, wie leicht, schwierig oder auch zeitraubend es sein würde.


Der regelmäßig aussehende Teil ist der, auf den es ankommt (oben habe ich einmal den flottierenden Schuss vergessen und unten blitzt schon ein anderes Muster hervor). Beim Waffelmuster arbeitet man mit einem sog. Lesestab, mit dem bestimmte Kettfäden angehoben werden. Dann entstehen flottierende Kett- und Schussfäden. Zusätzlich kommt es auf die Abfolge an: Bei meinem Muster besteht ein Rapport aus sechs Schüssen, die dazu führen, dass kleine Quadrate - Waffeln - hervortreten. Gleichzeitig wird das Gewebe etwas dicker (als eine Leinwandbindung) und griffiger - genau das Richtige für Handtücher. Bei der Meterware kennen wir diese Art Gewebe als Waffelpikee.
Dieses Muster habe ich mir vorgenommen für einen weiteren Satz Handtücher.

Dieses Muster heißt Brooks Bouquet:


Hier werden kleine Fadengruppen zu einem "Bouquet" zusammengefasst, in dem der Schussfaden einmal drum herum geschlungen wird. Je nachdem wie man das ausführt und anordnet, entsteht quasi ein Lacemuster, ein Begriff, den viele Strickerinnen kennen werden. Ich habe Schals gesehen, die komplett in diesem Muster gewebt waren oder eine Art Bordüre an den Enden hatten - sehr schön. Eine Schussreihe, bei der man über die ganze Breite diese Umschlingungen arbeiten muss, dauert natürlich etwas länger ...

Und nun ein Foto vom "Dänischen Medaillon":


Es wird am besten in einem kontrastfarbenen Garn ausgeführt und man braucht eine Häkelnadel, um den Faden zwischen den beiden Reihen zu verschlingen. Ich kann mir das gut als Bordüre vorstellen, vor allem wenn man ein besonderes Garn verwendet.

Hier habe ich noch ein weiteres Lochmuster: Dreher


Davon habe ich nur eine Reihe gewebt; ich fand das eher mühsam und es steht auf meiner Liste der Muster, die ich demnächst weben will, nicht unbedingt an oberster Stelle.
Unten im Foto sieht man flottierende Schussfäden, die ich gruppenweise angeordnet und für die ich auch ein kontrastfarbenes Garn verwendet habe.

Und schließlich das Pfauenauge:


Auch hier kommt wieder ein andersfarbiges Garn zum Einsatz und man muss mit zwei Leseleisten arbeiten; dauert alles ein bisschen, aber der Effekt ist schön. Wie man auf dem allerersten Foto oben sehen kann, wird das Gewebe bei diesem Muster ein wenig dreidimensional.

So, das war's für heute aus meinem neuen "Webstudio". Natürlich ist dort wieder eine neue Kette auf dem Rahmen und es gibt dann bald ein weiteres Projekt, das ich zeigen kann.

Aber: Zwischendurch habe ich sogar etwas genäht und wenn ich mich dazu aufraffen kann, am Mantel den Saum und die Knopflöcher zu nähen und am Sweater den Halsausschnitt, wird es hier sogar mal wieder etwas Genähtes zu sehen geben.

Bis dahin: Bleibt gesund!


Dienstag, 3. März 2020

Mein Webrahmen: Ashford Rigid Heddle Loom 60cm

Seit Kurzem bin ich stolze Besitzerin eines Ashford Rigid Heddle Looms in 60cm Webbreite. Und den Standfuß habe ich gleich dazu gekauft, was sich sofort als eine sehr gute Idee erwiesen hat. Der RHL wird mit einem 30/10-Gatterkamm geliefert, 30/10, d.h., auf 10cm kommen 30 Fäden. Damit kommt man nicht weit; deshalb habe ich auch einen 50/10 und 60/10-Kamm gekauft. Der 40/10, den ich am liebsten gehabt hätte, war beim Kauf des Rahmens nicht vorrätig; jetzt konnte ich ihn nachbestellen - er ist jedoch noch unterwegs.


Der Ashford ist ein Bausatz und das Holz (Buche) ist unbehandelt. Also habe ich zunächst die Teile eingeölt und dann zusammengeschraubt. Das Einölen kann ich nur empfehlen, auch für die Optik.


Dann konnte es mit dem ersten Projekt losgehen. Es sollten Küchenhandtücher werden - einfach zu weben und eine gute Übung für kommende Werke, bei denen es mehr auf Gleichmäßigkeit und schöne Ränder ankommt. Ich habe den 50/10-Gatterkamm verwendet.

Indem ich den Rahmen auf dem Standfuß geschickt vor meinen 1,90m langen Zuschneidetisch gestellt habe, konnte ich bei der direkten Schärmethode auf eine Kettfaden-Länge von 2,40m kommen.


Am anderen Ende des Tisches wird genau mittig zum Rahmen der Schärzapfen befestigt und dann darf man zwischen Rahmen und Zapfen hin- und her rennen, bis alle Schlitze am Gatterkamm einen Faden eingezogen haben. Ich erkläre das hier nicht im Detail (wie viele meiner Leser interessieren sich überhaupt dafür?), denn es gibt im Netz genügend Videos dazu.


Jetzt wird das Fadenbündel vom Zapfen abgenommen und die Fäden werden an dieser Stelle durchgeschnitten (kann man aber auch später machen). Ein Helfer - mein Mann - hält die Kette stramm, während ich die Fäden auf dem Kettbaum (vorn im Bild) aufwickele. Um die Lagen der Fäden voneinander zu trennen, muss man Pappstreifen oder Papier mit aufwickeln. Ich habe mir dafür Packpapier in passender Breite zugeschnitten. Mehrere armlange Stücke ließen sich gut handhaben.


Hier sieht man die aufgewickelten Kettfäden. Zunächst sind zwei Fäden in jedem Schlitz; einer wird nun heraus- und in das benachbarte Loch eingezogen. Eine langweilige und etwas mühsame Arbeit, zumal man gut aufpassen muss, dass man kein Loch auslässt oder einen anderen Fehler macht. Ich habe alle paar Zentimeter prüfend nachgesehen und war nach ca. einer Stunde mit insgesamt 300 Fäden fertig. Das geht doch noch!

Nun werden die losen Fadenenden am Warenbaum befestigt; davon habe ich leider kein Foto - vergessen. Aber ich habe ein Bild nachdem ich einige Zentimeter gewebt habe:


Ich habe ein preiswertes Baumwollgarn von Drops in drei Farben verwendet: dunkel-, mittel- und hellblau. Die Streifen am Rand der Kette sind vorgegeben, mit den Schussfäden kann ich variieren. Mein erstes Küchentuch sollte an den beiden Enden die Randstreifen optisch wieder aufnehmen. Dann habe ich schnell gemerkt, dass mir mein hellblaues Garn nicht für ein zweites Tuch im gleichen Muster ausreichen würde. Deshalb habe ich für das zweite Tuch das mittelblaue Garn verwendet und nur alle 10cm einen dünnen dunkelblauen Streifen eingewebt.
So sah mein Gewebe nach dem Abnehmen vom Rahmen aus:


Die nächsten Schritte: durchschneiden, die Schnittkanten sichern und waschen. Halt: zunächst in kaltem Wasser mehrere Stunden einweichen, damit die Fasern sich vollsaugen können. Das vermeidet bleibende Knicke beim späteren Waschen in der Waschmaschine. Das mache ich übrigens bei gekaufter Meterware genau so. Ich habe zunächst bei 30° und dann bei 60° gewaschen.

Das Gewebe ist wie erwartet eingelaufen. Nach dem Abnehmen vom Rahmen war das kleinere Tuch 72,5cm lang, nach der Wäsche nur noch 65,5cm. Das größere Tuch ist von 91cm auf 81cm  geschrumpft. In der Breite habe ich nur 1,5cm verloren. Das ist am Anfang einer "Weblaufbahn" durchaus nützlich zu wissen. Jedes Garn wird sich wieder ein wenig anders verhalten (auch abhängig von der Webart), aber bei Baumwolle ist das ungefähr die Größenordnung.

Nun noch die Säume und die Tücher sind fertig:



Aus der Nähe:



Küchentücher: Das klingt erst einmal so banal - aber ich habe irgendwo bei einer Weberin gelesen, dass wenn man einmal mit selbstgewebten Tüchern angefangen hat, keine gekauften mehr haben möchte. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass ich das auch so sehen werde.

Sobald das bestellte 40/10-Webblatt da ist, werde ich weitermachen; einen Plan habe ich schon. Ich habe ja auch noch Einiges an selbst pflanzengefärbter Wolle, die ich verweben möchte. Und ich habe aus gutem Grund einen 60cm breiten Rahmen gekauft. Ich möchte zukünftig auch Gewebe für Kleidung machen. Da verbindet sich dann Hobby 1 mit Hobby ... wieviel? Na, mit dem neuesten jedenfalls.

Übrigens: Gekauft habe ich meinen Rahmen und das Zubehör bei Heikes-Handgewebtes. Bei der Suche nach einem Händler bin ich auf diesen Shop gestoßen, der für mich nahe genug war, um selbst hinzufahren und mich persönlich beraten zu lassen. Eine gute Idee, zumal Heike sich viel Zeit genommen und große Mühe gegeben hat. Auch ihre Auswahl an Garnen, natürlich auch und gerade zum Stricken, ist atemberaubend. Bemerkenswert finde ich auch, dass ihre Artikelbeschreibungen im Shop so ausführlich sind, wie ich sie sonst noch nicht gefunden habe. OK, das hört sich natürlich ganz und gar nach Werbung an, aber ich schreibe dies aus Überzeugung und bekommen habe ich auch nichts dafür.

Samstag, 29. Februar 2020

Weben: Verschlungener Schuss

Meine zweite Webarbeit ist in einer Technik entstanden, bei der zwei verschieden farbige Schussfäden miteinander verschlungen werden. Das sieht durchaus effektvoll aus, obwohl es einfach zu weben ist - also ein ideales Projekt für eine Anfängerin wie mich.

Kennengelernt habe ich die Technik in einem von Kelly Casanovas Weaving-Lessons, insofern war mir der englische Fachbegriff "clasped weft" schneller geläufig als der deutsche. Im Gewebe liegen die Schussfäden doppelt; hier zumindest bei den helleren Farben ganz gut zu erkennen:


Die Kettfäden sind eine stark gedrehte naturfarbene Baumwolle, die hier durchgehend sichtbar ist. Das Webstück, noch auf dem geliehenen Kircher-Rahmen entstanden, hatte nach dem Abnehmen vom Rahmen das Format 82cm x 45,5cm; nach einer Handwäsche in einer heißen (konnte gerade noch reinfassen) Waschmittellauge nur noch 71cm x 43,5cm. Das nenne ich einen ordentlichen Einsprung!

Das Gewebe hatte nun genau die richtige Griffigkeit, um daraus eine Tasche (Typ Einkaufsbeutel) zu nähen:



Wir sehen Vorder- und Rückseite. Die Streifen habe ich ganz zufällig entstehen lassen. Die Tasche ist innen mit einem dunkelblauen Baumwollstoff gefüttert, aus dem auch die Henkel sind. Ich konnte sie gestern stolz der Weberin vorführen, als ich ihr den Leih-Rahmen zurückgebracht habe.

Denn: Ich habe jetzt einen eigenen!

Sonntag, 9. Februar 2020

Weben mit dem Gatterkamm-Webrahmen

Ende Januar habe ich einen eintägigen Webkurs besucht. Glücklicherweise habe ich eine Möglichkeit in relativer Nähe zu meinem Wohnort gefunden: die Handweberei von Silke Mann in Ebsdorf (Nähe Marburg). Der Kurs hatte eine angenehme Größe von vier Schülerinnen. Die Webmeisterin hat uns Kircher-Rahmen zur Verfügung gestellt, die wir am Ende auch leihweise mit nach Hause nehmen konnten.


Ohne Theorie geht es hier natürlich auch nicht; wir haben anfangs gelernt, wie man den Garnverbrauch, die Länge und Anzahl der Kettfäden berechnet, wie man berücksichtigt, dass sich das Werkstück wenn man es vom Rahmen abgenommen und gewaschen hat verschmälert bzw. einläuft usw. Wir haben die direkte Schärmethode mit Schärzapfen kennengelernt. Schären, Aufbäumen, Kettfäden einziehen - das waren zuvor für mich Begriffe, mit denen ich wenig oder gar nichts anfangen konnte. Nun weiß ich aber Bescheid und habe auch eingesehen, dass diese Arbeitsgänge zeitraubend sind und dummerweise wenig Spaß machen. Bis ich endlich anfangen konnte zu weben, waren schon ein paar Stunden rum. Dafür geht das Weben dann einigermaßen flott und wenn man ein bißchen in Schwung gekommen ist und seinen Rhythmus gefunden hat, kommt man sogar schneller voran als beim Stricken.

Unsere Lehrerin hat in ihrer Weberei auch einen großen Fundus an verschiedensten Garnen. Für mich Anfängerin waren die Baumwollgarne, die es in einer großen Farbpalette gab, genau das Richtige. Ich hatte mir drei Farben ausgesucht, um als erstes Waschlappen zu weben. Die Kette hatte ich für drei aufeinander folgende Exemplare berechnet, aber bei der Kalkulation der Breite meiner Lappen hatte sich ein Fehler eingeschlichen, so dass mein Teil am Ende deutlich zu schmal war. Das ist mir erst zuhause so richtig klar geworden und ich habe nach einer Lösung gesucht, bei der ich meine vorhandene Kette weiter verwenden konnte.


Wenn man nicht die volle Breite des Rahmens ausnutzt, setzt man die Kette in die Mitte. Das war in meinem Fall so geschehen. Nun habe ich rechts und links davon im gleichen Farbrhythmus weitere Kettfäden eingezogen, um so die volle Breite des Rahmens (50 cm) ausnutzen zu können. Alle Kettfäden wieder befestigen und dabei eine gleichmäßige Spannung zu erreichen, war für mich Anfängerin schon eine Herausforderung. Aber ich glaube es ist mir leidlich gelungen.

Ich wollte nun zwei Kissenplatten weben, die zusammengenäht eine klassische 40x40cm Kissenhülle werden sollten. Beim zweiten Teil hätte beinahe die Kette nicht ausgereicht, das wäre schon ärgerlich gewesen. Aber ich habe schließlich noch ein brauchbares Format herausgequetscht.

Bei den Anfängern sind die Ränder immer eine Herausforderung; sie sollten schön gleichmäßig werden, die Schussfäden dicht anliegen und keine Schlaufen bilden, gleichzeitig muss man aber den Schussfaden ausreichend locker lassen, damit sich das Webstück nicht zusammenzieht. Auch das gelingt im Laufe der Zeit immer besser. Trick: Bei meinem Projekt Kissenhülle sieht man die Ränder nicht!


Da hatte ich doch nochmals Glück! Ich hatte die Farben für meine Waschlappen so ausgewählt, dass der Kissenbezug genau in meinen Korbsessel im Nähzimmer passt.


Die Rückseite ist einfacher ausgefallen, da ich Sorge hatte, die blauen Garne würden nicht ausreichen:


Ich bin ganz zufrieden und denke, dieses Kissen sollte noch ein Pendant bekommen. Wie es aussehen könnte, weiß ich noch nicht; womöglich reicht mir auch das vorhandene Garn nicht aus und ich muss/darf noch einmal zur Weberin fahren, um Nachschub zu kaufen. Ich habe auch noch ein paar Fragen, die ich bei der Gelegenheit klären könnte.

Na ja, und dann steht der Kauf eines Webrahmens an.

Mittwoch, 5. Februar 2020

Me Made Mittwoch: Kurze Jacke

Heute melde ich mich nach längerer Pause zurück beim Me Made Mittwoch und zeige eine kurze Jacke mit besonderer Geschichte - doch davon später.



Diesen chanelartigen Wollstoff habe ich bereits vor einiger Zeit während einer Reise bei Moessmer in Bruneck, Südtirol gekauft. Der Stoff hat mir sofort gefallen und ich wusste, dass er durch die vielen eingearbeiteten Farben sehr kombinationsfreudig sein würde.

Hier zur Jeans:



Jeans geht ja irgendwie fast immer; aber die Jacke hat natürlich mehr zu bieten:



Zum klassisch-schwarzen Rock wirkt das Jäckchen eher besser. Kürzlich habe ich es zu meinem schwarzen Sweat-Kleid getragen und mich ziemlich gut angezogen gefühlt ohne overdressed zu sein.

Zur Vollständigkeit noch die Sicht von hinten:


Ich weiß, die Fotos sind nicht besonders scharf (schlechte Lichtverhältnisse beim Fotografieren); deshalb nochmals der Stoff in Nahaufnahme:


Der Schnitt ist die obere Hälfte des Mantels aus burdastyle 12-2010-120, den ich vor zwei Jahren als Wintermantel genäht habe. Der Schnitt hatte mir gut gefallen und den Mantel trage ich oft, deshalb hatte ich ursprünglich die Idee ausgebrütet, diesem Mantel aus zwei Stoffen zu nähen. Oberhalb der Quernaht aus dem Stoff wie hier zu sehen und unterhalb aus einem einfarbigen. Nur hat das leider garnicht zusammen gepasst; ich war enttäuscht und habe erst einmal alles weggelegt, auch in dem Glauben, dass damit der schöne Moessmer-Stoff perdu ist. Dann hat mich meine Nähfreundin Roswitha davon überzeugt, dass mit einem falschen Saum noch eine Jacke mit einer tragbaren Länge daraus werden kann. Wie man sieht hatte sie Recht.

Auf dem ersten Foto habe ich nicht von ungefähr das rote Tuch in den Ausschnitt drapiert. Ich wollte das Innenleben der Jacke kaschieren, das etwas ungewöhnlich und nicht wirklich schön geworden ist. Da ich den Außenstoff als Besatz zu dick fand, habe ich dafür (und für den falschen Saum) eine naturfarbene Bouretteseide verwendet, die deutlich dünner und leichter ist. Und auch die untere Kante sieht durch den falschen Saum sehr gewöhnungsbedürftig aus. Ich mag das hier garnicht zeigen, kann es aber beim Tragen der Jacke akzeptieren. Alles besser als ein verlorener Stoff und keine Jacke!

Sonntag, 26. Januar 2020

Stoffspielereien im Januar 2020

Herzlich willkommen im neuen Stoffspielerei-Jahr 2020 und bei dieser Runde Ende Januar, bei der ich die Gastgeberin sein darf.
Das von mir gewählte Thema lautet: Textiler Schmuck.

Einen kleinen "Vorsprung" beim Thema hatte ich ja bereits, denn im November 2016 habe ich bei den Stoffspielereien zum Thema "Reste" Perlen aus Stoff fabriziert. Meine textilen Miniaturen vom letzten September kann man auch wie Schmuckstücke verstehen und der Pulswärmer vom Oktober ist aus meiner Sicht mehr Schmuck als Funktions-Accessoire.

Aber bevor ich meine neuen Werke zeige, sollen zunächst die Arbeiten der anderen Stoffspielerinnen sichtbar werden:


  • Christiane hat mit freiem Maschinensticken eine Anstecknadel gearbeitet.
  • Bei Gabi sehen wir einen Fingerring in Yubinuki-Technik.
  • Clara hat einen beeindruckenden Kettenanhänger gestickt.
  • Bei Ines gibt es ebenfalls Anhänger, aber bei ihr zeigt sich die Patchworkerin.
  • Filigranen Halsschmuck und Häkelblüten zeigt Tyche und beschreibt ausführlich ihren Weg dahin.
  • Erstmals dabei ist Regina mit einem imposanten Collier. Willkommen bei den Stoffspielereien!
  • Susanne hat drei Ringe und ein Collier geschaffen - ganz in ihrem Stil.
  • Auf dem Blog "Stoffnotizen" können wir ein aufwändiges florales Collier bewundern.
  • Ute hat mit Filz und Mixed Media Material gearbeitet.
  • Gabi (Langer-Faden.de) hat eine Knopfkette gearbeitet; außerdem zeigt sie ältere Werke aus Perlen. Auch sie ist heute erstmalig dabei. Willkommen!
  • Julia hat aus Filz eine sehr modern wirkende Halskette genäht.
  • Bei Anne gibt es Ohrschmuck aus Zackenlitze.
  • Elvira zeigt Yoyos, die sie zu verschiedenen Schmuckstücken verarbeitet.
  • Eva hat mit einem zugekauften Zwirnknopf ein für sie praktischen Haarschmuck gefertigt.
  • Ute (123-Nadelei) zeigt Blüten, Blüten, Blüten und informiert, wie man mit Kindern diese und andere Näharbeiten machen kann.
  • Nochmals Yubinuki bei Sabine: Sie präsentiert viele tolle Werke und eine Arbeitsanleitung.
  • Karen kommt uns "scheibchenweise" - mit einem Collier.
Oh, das sind so viele tolle Beiträge - ich hoffe, ich habe bei den Verlinkungen keine Fehler gemacht; falls doch, bitte melden.


Ich hatte fast zu viele Ideen für textilen Schmuck und habe mich deshalb entschlossen, meine Werke über das verwendete Material zusammenzufassen: Seide (Ja, das hatten wir auch schon mal bei den Stoffspielereien).

Vier Halsketten sind entstanden, alle aus Seide, aber zum Teil unterschiedlich in Form und Farbe.


Für diese Kette habe ich einen Schlauch genäht, ihn mit Wattekugeln gefüllt und Silberdraht in die Zwischenräume gewickelt. Der Draht wird dabei über die Perle geführt. Der Abschluss und die Verbindung zum Verschluss ist bei mir immer eine besondere Überlegung, da ich ja keine geübte Kettenmacherin bin. Hier habe ich das Ende des Schlauchs verknotet und in einem abgeschrägten Ende auslaufen lassen.


Für diese Halskette habe ich ebenfalls einen Schlauch genäht, in den ich eine Kordel eingefädelt habe. Auf ihr habe ich den Seidenschlauch gleichmäßige zusammengeschoben und schließlich mit Rocailleperlen verziert.


Das wird durch die Nahaufnahme besser sichtbar. Das Aufnähen der Perlen hat gleichzeitig die Fältchen fixiert.



Auch für diese Kette habe ich den gleichen Stoff verwendet. Er schien mir für meine Projekte besonders geeignet, da er ein Farbspiel von rot bis orange zeigt.
Hier nun Stabperlen: Dafür habe ich Stoffstreifen auf Trinkhalme gewickelt und mit Leim festgeklebt. Nach dem Trocknen habe ich unregelmäßig große Stücke zugeschnitten und diese auf einen Baumwollfaden gefädelt. Mehrere Reihen wirken hier besser als eine einzige, finde ich.


Das hat mir so gut gefallen - vielleicht war ich da auch in einem gewissen Flow - , dass noch eine weitere Kette in der gleichen Art entstanden ist. Für sie habe ich Doupionseide in verschiedenen Blautönen verwendet und die Kettenglieder etwas kürzer geschnitten. Der schräge Schnitt lässt das Ganze lebhaft aussehen. Eine Idee, die ich aus dem Werkbuch Papierschmuck von Ursula Müller-Hiestand übernommen habe.

Man sieht, das Fabrizieren von textilem Schmuck muss mir Spass gemacht haben, sonst hätte ich früher aufgehört. Das selbstgewählte Thema darf sich ja auch quantitativ niederschlagen ...

Danke an alle für's Mitmachen. Und zum guten Schluss der Aufruf an alle, die sich vielleicht zukünftig beteiligen möchten:

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?
Die nächsten Termine:
23.02.2020: „XXL“ bei bimbambuki29.03.2020: „Draht und Stoff“ bei Nahtlust26.04.2020: „Visible Mending“ bei 123-Nadelei31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co28.06.2020: „Monogramme“ bei made with BlümchenSommerpause27.09.2020: „Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien