Freitag, 22. März 2019

Nadelbrief: Sashiko

Bei den Nadelbriefen hinke ich zeitlich ein wenig hinterher, denn in Susannes großer Sammlung ist bereits das nächste Thema aufgerufen. Wie gut, dass man trotzdem immer noch posten und verlinken kann.

Die japanische Stick-Kunst Sashiko habe ich erstmalig bei den Stoffspielereien im Sommer 2014 probiert. Erst als ich gerade den Post dazu aufgerufen habe, habe ich mich an den mit Kreisen bestickten Beutel erinnert; von dem anderen wusste ich noch, dass er eine eher einfache Sashikoarbeit war, bei der sich nur Linien kreuzen. Komisch, dass ich jetzt für den Sashiko-Nadelbrief Kreise mit Linien kombiniert  habe:

Vorderseite
Rückseite
Es kam mir darauf an, die Technik möglichst akkurat hinzubekommen: den sichtbaren Stich etwas länger als den nicht sichtbaren und ein berührungsfreier Kreuzungspunkt.
Mein Material ist ein dunkelblaues Leinen mittlerer Stärke, gefüttert mit Thermolam. Für das Innenleben des Nadelbriefs habe ich mehrere Varianten durchprobiert bis mir die Bouretteseide eingefallen ist, die ich für Pflanzenfärbungen gebunkert habe. Ein Stückchen habe ich abgezweigt und nur die Kanten ausgefranst:



Auch die Innenseiten sind bestickt: links ein Kreis und rechts sieben Sternchen. Die Bouretteseide habe ich ebenfalls in Sashiko-Manier befestigt und hatte dabei Glück, dass in der Mitte des Nadelbriefs genau der Platz vorhanden war, um die Stiche nach Sashiko-Vorschrift platzieren zu können:


Nadeln sind vorerst keine drin; ich werde mal die Augen offen halten und schauen, wo ich echte Sashiko-Nadeln bekommen kann. Sie sind besonders dünn, spitz und lang, damit man immer mehrere Stiche auf die Nadel nehmen kann.

Ich danke Susanne vom Blog nahtlust.de für die Verlinkungsmöglichkeit und schaue auf die Themenliste, um mich zu einem weiteren Nadelbrief anregen zu lassen.

Mittwoch, 6. März 2019

Me Made Mittwoch: Karierter Rock mit Wickeleffekt

Kürzlich genäht und heute zum Me Made Mittwoch im März vorzeigbar: ein karierter Rock mit Wickeleffekt.



Ich schaffe es tatsächlich in letzter Zeit, Stoffe aus dem Bestand zu vernähen, so auch dieser. Die dunkelblauen Farbtöne lassen eher an Herbst und Winter denken, aber wirklich wärmend ist der Rock nicht, denn der Stoff besteht überwiegend aus Leinen. Aber ich habe ihn trotzdem zu Beginn des Frühjahrs genäht, da er in seiner Art eine Lücke im Kleiderschrank füllt.

Der Schnitt ist aus burdastyle 12/2018-117. Was hier wie ein Wickelrock aussieht, ist nur Optik, denn der Rock hat ein durchgehendes Vorderteil mit einem darüber liegenden Überrock.

Ich finde, der Schnitt eignet sich besonders gut für karierte Stoffe. Die Passe habe ich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten (im Original nicht vorgesehen), was die Optik ein wenig interessanter macht und auch die Überrockbahn vorn sprengt durch den etwas zipfelten Zuschnitt den geraden Karoverlauf. Aber nicht genug: ich habe dem Rock an der Kante des Überrocks und an der unteren Kante der Passe eine Paspel verpasst.


Das rehbraune Leinen der Paspel ist ebenfalls aus dem Bestand und harmoniert gut mit dem Braun des Gitterkaros.

Eine zusätzliche Paspel verträgt der Schnitt ziemlich gut und ich denke, ein einfarbiges Modell könnte man auf diese Weise ebenfalls aufpeppen.


Hier noch einmal der Rock mit Original-Knitter nach einem Tag tragen - die leicht gebogene Kante des Wickelteils ist ebenfalls darauf zurückzuführen (und nicht etwa auf schlampiges Nähen meinerseits).

Glücklicherweise befand sich in meinem Schrank ein passendes Oberteil, um den Look zu komplettieren. Das dunkelblaue Jersey-Wickeljäckchen habe ich schon vor ein paar Jahren genäht.


Montag, 4. März 2019

Nadelbrief: Das tapfere Schneiderlein

Auf dem Blog Nahtlust.de gibt es eine Ganzjahres-Aktion, bei der man zu wöchentlich wechselnden Themen Nadelbriefe nähen kann. Das kleine Format des Nadelbriefs bietet eine schöne Möglichkeit, neue Techniken auszuprobieren, ohne gleich ein größeres und zeitintensives Projekt angehen zu müssen.


Hier nun meine zweite Arbeit dieser Art, mit der ich ein wenig spät dran bin, zumal mein Nadelbrief zum Thema "Das tapfere Schneiderlein" sogar rechtzeitig zur achten Kalenderwoche fertig war.

Vom Märchen habe ich mich in zweierlei Hinsicht inspirieren lassen: schneidern/nähen - mein Hobby und der Zahl 7 ("sieben auf einen Streich"). Die Vorderseite meines Nadelbriefs ziert ein Utensil, das der Schneider/die Schneiderin bei der Arbeit braucht: ein Nadelkissen und auf der Rückseite prangt die Zahl 7 - eine wichtige Zahl für die hier schreibende Näherin.



Das Nadelkissen und die Zahl sind auf einen Leinenstoff appliziert und die Stecknadeln sind mit der Maschine aufgestickt; die kleinen Rocailleperlen symbolisieren die bunten Köpfe der Nadeln. Innen haben meine Perlennadeln ein neues Zuhause gefunden.


Damit reihe ich mich in Susannes große Nadelbrief-Sammlung ein und danke für die Anregung und die Verlinkungsmöglichkeit.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Stoffspielereien im Februar 2019

Die Stoffspielereien im Februar haben zum Thema: Farbverläufe. Christiane wird am Sonntag* auf ihrem Blog Schnitt für Schnitt die Beiträge der Stoffspielerinnen sammeln.

Beim Thema Farbe wollte ich gern wieder meine selbstgemachten Pflanzenfärbungen einsetzen. Farbverläufe bzw. Farbschattierungen ergeben sich fast von selbst wenn man färbt; man lässt die Stoffe unterschiedlich lange in der Flotte oder nuanciert mit verschiedenen Zugaben, z.B. Eisensulfat. Die Farben meiner verwendeten Stoffe verlaufen von rosenholzfarben über gelb zu grün. Und ein paar farblich passende Ecoprints haben sich auch hineingeschummelt.



Da ich gerade bzw. immer noch die Wände in meinem Nähzimmer neu dekoriere, sollte es ein Wandbehang werden. Ich habe die Stoffe in Streifen geschnitten, fast gleich breit, aber nur fast und auch nicht immer ganz gerade aneinander genäht. Dann mit Volumenvlies hinterlegt und für die Rückseite ein Stück weniger gelungenen Pflanzendruck verwendet.


Dann habe ich mit farblich passenden und ebenfalls pflanzengefärbtem Garn genau in der Nahtrille gequiltet. Leider hat sich dabei mein Quiltsandwich etwas zusammengezogen, was ich vielleicht hätte verhindern können, wäre ich erfahrener im Handquilten. Jetzt sieht das alles etwas blasig aus ...

Die letzten Arbeitsgänge: rund herum gleichmäßig abschneiden und ein Binding annähen. Dafür habe ich - wie kann es anders sein - wieder einen pflanzengefärbten Stoff verwendet.


Auf meinem Monitor sehen die Farben auf den verschiedenen Fotos übrigens ziemlich unterschiedlich aus: oben eher von blau über gelb nach braun und unten von grünlich über gelb nach rosenholzfarben. Das letzte Foto gibt die echten Farben am besten wieder.

Jetzt hängt der Wandquilt zunächst probehalber an der Stelle, wo zuvor eine andere Arbeit hing, die auch einmal bei den Stoffspielereien entstanden ist: Im August 2014 hatte ich mit Stoffstreifen gewebt. Inzwischen waren die Farben verblasst bzw. hatten sich alle nach bräunlich verändert, so dass ich gerne einen farbfrischen Ersatz haben wollte.

Dieses Garn habe ich übrigens zum Quilten verwendet:


Und da es mir schon mal vor der Nase lag, habe ich begonnen, damit großflächiger zu sticken. Ein Werk ist fast fertig und zwei weitere sind geplant und da ich dann eine gewisse Farbharmonie herstellen kann, werden alle Werke am Ende zusammen an einer Wand hängen.

Ich werde berichten.

Nun bin ich gespannt, was die anderen Stoffspielerinnen so gewerkelt haben und schaue mir das bei Christiane an. Danke an dich für das Thema und das Sammeln der Beiträge. Im März haben wir das Thema "Geometrie" - oh ja, sehr schön, da freue ich mich drauf!

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* Da ich wahrscheinlich ab morgen, Freitag, und bis wenigstens Montag keinen regulären Internetzugang haben werde, poste ich schon heute.

Flohmarkt 2/2019

Aus meinen Beständen habe ich drei Seidenstoffe aussortiert. Sie gefallen mir zwar nach wie vor, aber inzwischen bin ich sicher, dass ich sie nicht verarbeiten werde. Deshalb möchte ich sie gern abgeben.
Die Seiden sind leicht; für Blusen oder Tuniken geeignet, ich kann mir auch einen Schal oder ein Tuch gut vorstellen.
Für einen besseren Eindruck die Fotos durch Anklicken vergrößern.

Interessentinnen melden sich bitte per Mail, die Adresse findet sich oben unter "Kontakt". Ich denke, dass ich die Stoffe in einem Großbrief versenden kann und wenn das Ziel in Deutschland ist, versteht sich der angegebene Preis einschließlich Porto.

1.


graphisches Muster in dunkelbraun/ocker/beige/rot
2m, 135cm breit
€ 15.-
verkauft

2. 

blaugrundiges Muster mit Rapport
das Foto zeigt genau ein Viertel des gesamten Stoffes, d.h., das Motiv wiederholt sich noch einmal in der Höhe und einmal in der Breite
Details:



1,50m, 130cm breit
€12.-

3. 

üppiges floral-graphisches Muster in natur/grün/blau/violett/grau
das Foto zeigt ein Viertel des gesamten Stoffes
Detail:


2,40m, 130cm breit
€18.-

Freitag, 15. Februar 2019

Gerahmte Ecoprints

In meinen sechs kleinen Holzrahmen habe ich jetzt die Ecoprints erneuert. Die alten hingen mehrere Jahre, d.h. bei Pflanzenfärbungen in der Regel, dass die Farben verblassen. Manche lassen mehr, manche weniger nach, aber ich hatte auch Lust auf frische Motive und einen neuen Eindruck.

Die Stoffe sitzen ohne Glasscheibe im Rahmen, genau genommen, sitzt die Scheibe dahinter, da ich sie als Träger verwende. Der Stoff wird um den Rand gelegt und auf der Rückseite mit Klebeband fixiert. Zwischen Stoff und Scheibe habe ich ein dünnes Vlies gelegt; das sieht plastischer aus.

Ahornblätter auf Seide

Eukalyptusblätter auf Wolle

Komposition von Kastanienblättern und Färberkamille auf Leinen

Blätter vom Perückenstrauch auf Seide

Blätter vom Storchschnabel und ? auf Seide

Walnussblätter auf Seide
Es war schön, die inzwischen etwas älteren Ecoprints wieder aus der Kiste zu holen und zu sichten.
Nun beginnt ja bald eine neue Färbesaison und ich denke, dass ich wieder diese Art der Kontaktfärbungen machen werde.

Dienstag, 12. Februar 2019

100 Jahre Bauhaus 2019 - ein Aufruf

Dieser Tage habe ich mit einer textilen Arbeit begonnen, die durch das 100 Jahre Bauhaus-Jubiläum inspiriert ist. Ich besitze ja dieses schöne Buch über die Bauhaus-Frauen von Ulrike Müller, das, wie ich gerade auf der Homepage des Verlags entdeckt habe, eine Jubiläums-Neuauflage erfährt. In diesem Buch habe ich mir meine Anregung geholt und hoffe, dass ich mein Werk bis zum Gründungstag des Bauhauses am 12. April fertig haben werde.

Wer hat Lust mitzumachen?

Ich denke dabei an eine Arbeit, die den Geist des Bauhauses widerspiegelt und somit offen ist für alle Bereiche, in denen das Bauhaus aktiv war. Aber wahrscheinlich erreiche ich über meinen Blog ja in erster Linie die textilen Künstlerinnen (und Künstler?) bzw. Kunsthandwerkerinnen, aber das würde ich als Idee schön finden: eine Inspiration vom Bauhaus in einer textilen Arbeit sichtbar werden zu lassen.

Ich würde auf meinem Blog die entstandenen Arbeiten sammeln, genau so, wie wir das allmonatlich bei den Stoffspielereien machen. Beginnen kann ich am 12. April, würde aber die Sammlung eine geraume Zeit offen halten - die Jubiläumsfeierlichkeiten erstrecken sich ja schließlich auch über fast das ganze Jahr. Ich würde mich auch über ergänzende Vorschläge zur Durchführung dieser Aktion freuen.

Wer sich  beteiligen möchte, hinterlässt am besten einen Kommentar oder schickt eine Mail (Adresse oben unter "Kontakt").

Auf meinem Zuschneidetisch sieht es im Moment so aus: