Sonntag, 27. November 2022

Stoffspielereien im November 2022

Das Monatsthema heißt: Ornamente.


Das läßt sich in zahlreiche Richtungen interpretieren - ich brauchte einen Anstoß und habe kurzerhand ein paar Begriffe bei Pinterest eingegeben. Nach weniger als einer Minute hatte ich mein Projekt!

Dazu habe ich meine Patchworkstoffe durchgesehen. Ich brauchte fünf verschiedene und davon je acht Stücke mit den Maßen 4,5x5cm. Wie man sich verschätzen kann! Spontan habe ich gedacht, dass das eine ganze Menge Stoff ist! Stimmt aber nicht - ich bin mit relativ wenig ausgekommen und konnte somit auch kleinere Reste verwenden.

Im nächsten Schritt habe ich also 40 kleine Stücke zugeschnitten; übereinander gelegt und mit Rollschneider geht das recht schnell. Außerdem brauchte ich ein Stück festeren Stoff in 10x10cm Größe, das zur Basis meiner Stoffspielerei werden sollte. Hier werden die kleinen Rechtecke aufgenäht; und zwar auf eine ganz besondere Art und Weise. 

Aber wie ich vorgegangen bin, entnimmt man am besten der Anleitung, die ich verwendet habe; ich habe nämlich nicht von allen Schritten ein eigenes Bild. Meine Fotos folgen:


Hier habe ich zunächst nur eine Stoffserie aufgenäht und gefaltet, um zu sehen, ob mir das Ganze überhaupt gelingen würde. Denn mir war schnell klar, dass das etwas fummelig wird. Aber der Anfang war gemacht und so ging es weiter. Acht Serien, die rundherum angeordnet werden und ungefaltet diesen Anblick bieten:


Beim Falten habe ich mit Klammern die benachbarten Stücke aus dem Weg gehalten:


Puh, jetzt ist die Hälfte geschafft:


Und schließlich alles:


Auf dem Foto ist noch alles mit Nadeln gesteckt. Dann habe ich mit der Maschine einmal rundherum genäht. Nun noch eine Rückseite in der Größe des Ornaments und ein Binding, wie in der Anleitung vorgeschlagen. Und beim Binding bin ich zweimal gescheitert: schief, Rückseite nicht gefasst oder Fältchen genäht. Nach zweimal Auftrennen habe ich aufgehört und deshalb sieht meine Rosette nun so aus:


Ich habe schnell gemerkt, dass es bei dieser Arbeit auf Genauigkeit ankommt. Sowohl bei den Abständen als auch beim Falten. Am Ende sieht man kleine Abweichungen. Hier stört es mich nicht; es sollte ja ein Stück zum Ausprobieren sein.

Ein letztes Foto soll die Dreidimensionalität zeigen, die ich interessant finde und die mich dieses Projekt hat auswählen lassen:


Während ich daran gearbeitet habe, kam mir der Gedanke, dass das aus Krawattenstoffen schön aussehen könnte. Ich habe noch welche ...

Danke fürs Lesen!

Die Stoffspielereien werden heute vom Blog Petersilie & Co. gesammelt. Danke für das Thema!

Im Dezember gibt es keine Stoffspielerei, da machen wir eine Weihnachtspause. Die Themen für 2023 stehen inzwischen auch fest; eine Übersicht findet sich auf der Stoffspielerei-Seite.

Neues Jahr, neues Glück: Das wäre doch eine schöne Gelegenheit für alle, die bisher gezögert haben:

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.








Mittwoch, 9. November 2022

12tel Blick im Oktober 2022

 Mein Oktober-Bild ist ein klassisches Herbstbild mit goldenen Farben:


Jetzt fehlen nur noch zwei Fotos, dann ist das Jahr "schon" 'rum.

Beim ersten Foto im Januar habe ich erklärt, was es mit dem 12tel Blick auf sich hat; bitte bei Interesse dort nachlesen, oder einfach sich nur am schönen Foto erfreuen (oder beides).

Nachfolgend die Fotos für Januar bis September:

       

      

      

Hier werden die Fotos vom 12tel Blick gesammelt. Danke sehr.

Freitag, 4. November 2022

"Ich muss verrückt sein ..."

Mein aktuelles Web-Projekt war eine spontane Entscheidung - ich fand das Muster so toll. Was ich nicht gleich bedacht habe, ist, dass man nur sehr langsam voran kommt.


Auf einem einfarbigen, hier schwarzen, Hintergrund werden Musterfäden eingetragen, die ich Zeile für Zeile, Schuss für Schuss einzeln einlesen muss. Nur die weißen Zwischenstreifen gehen etwas schneller, da ich dort Wiederholungen habe.
So sieht das im Einzelnen aus:


Im Bild sieht man den sog. Lesestab, mit dem ich die nächste Zeile des gelben Musters eingelesen habe. Unterhalb habe ich mir einen Streifen aus weißem Papier für einen guten Kontrast angebracht; das Mustereinlesen ist fehleranfällig.


Dann wird der Lesestab hochkant gestellt, damit sich ein Fach bildet, durch den man den Musterfaden hindurchschießt. Anschließend entfernt man den Lesestab und webt einen Schuss mit dem schwarzen Hintergrundfaden, der das Muster zusammen hält, aber auch etwas dünner sein soll, damit der Musterfaden ihn überdeckt. Nur so entsteht ein schön sichtbares Muster.

Die Technik ist in einem Buch mit dem Titel "Crazy Shot" (Ich empfehle ein Stöbern auf der verlinkten Seite!) beschrieben, von dem ich eine digitale Ausgabe besitze. Zum Ausprobieren habe ich Muster aus dem Buch verwendet, aber die Muster für mein Projekt habe ich "selbst entworfen". Nun, komplett eigene Ideen sind es nicht, ich habe nämlich bei den Einstrickmustern, die man ganz einfach im Netz finden kann, gestöbert und geklaut.

So sehen meine Vorlagen aus:


Beim Weben habe ich dann gemerkt, dass ein paar Änderungen am Muster besser sind, so ist z.B. der mittlere Punkt in der gelben Reihe (gewebt bei mir weiß) weggefallen.

Ich webe drei verschiedene Musterstreifen (das blaue im oberen Bild habe ich verworfen) und verwende vier verschiedene Farben, so dass jedes Muster einmal in jeder Farbe erscheinen sollte. Genau ausgerechnet habe ich das nicht - ich lasse mich überraschen, wie es am Ende ausgeht.

Und so arbeite ich mich mühsam voran. Das Ganze soll ein neuer Bezug für ein dickes Kissen werden; dafür brauche ich wenigstens 80cm Länge, bei 50cm Breite. Jetzt habe ich ca. 45cm geschafft. Frage bitte niemand, wie lange ich für einen Musterstreifen brauche - ich habe an keine Stelle die Zeit gestoppt.

Seit ganz Kurzem gibt es allerdings noch etwas, was mich im Vorankommen bremst ... das zeige ich demnächst.

Übrigens: Neben aller Begeisterung für das Weben - ich nähe auch noch. Kürzlich ist ein Hemd für meinen Mann fertig geworden und die leichte Jacke, die ich davor genäht habe und von der ich sehr begeistert bin, wollte ich eigentlich beim Me Made Mittwoch zeigen, aber die Fotos haben noch gefehlt. Das sollte ich auf alle Fälle auch noch posten, denn, wie gesagt: bin begeistert vom Schnitt.

Sonntag, 30. Oktober 2022

Stoffspielereien im Oktober 2022

 Das Thema der Stoffspielereien in diesem Monat lautet: Posamente. Gabi, die das Thema ausgesucht hat und heute auf ihrem Blog die Beiträge sammelt, erklärt in ihrem Inspirations-Post, was das ist.

Als ich dort gelesen habe, dass auch gewebte Bänder unter diesem Begriff fallen, war klar, was ich ausprobieren wollte. Also kam mein Inkle Loom zum Einsatz. Ich wollte mit diesem Projekt herausfinden, ob und wie man Perlen an den Kanten eines Bands einweben kann. Im Standardwerk für die Bandweberei Inkle Pattern Directory findet sich eine Anleitung, der ich gefolgt bin.

Dafür habe ich mir ein Muster und Garn ausgesucht ...

  

... die Kette aufgezogen und ein paar Zentimeter angewebt. Die Perlen werden auf einen separaten Faden gefädelt ...


... und hängen lose rechts und links vom Band, jedoch etwas beschwert, damit der Faden gespannt wird:


Die Perlen werden vom ersten Querstab "gebremst" ...


... und immer wenn ich sie einweben wollte, habe ich jeweils drei nach unten geschoben ...



... und eingewebt, in dem ich den Schussfaden oberhalb der Perlen um den Perlenfaden geführt habe.
Ich habe verschiedene Perlen getestet:


Letztlich haben mir die etwas kleineren Rocailles ...



... besser gefallen. Bei den Farben konnte ich nicht besonders wählerisch sein - ich habe genommen, was da war. Auch das Garn war ein Test, denn ich wollte herausfinden, ob sich dieses etwas glattere, weniger stark verzwirnte Garn zum Bandweben eignet. Resultat: Optisch ganz schön, wenn man es glänzend haben möchte, aber die schwache Verzwirnung eignet sich weniger gut.

Es ist jedoch bei diesem Test geblieben; das Band bleibt ein unfertiges Musterstück, zumal ich einen Fehler beim Aufziehen der Kette gemacht habe, was dazu führt, dass das Muster nicht symmetrisch ist. Wenn ich also in Zukunft ein Projekt habe, bei dem eingewebte Perlen vorkommen sollen, weiß ich jetzt, worauf ich zu achten habe. 

Vielen Dank an Gabi für das Thema; wie so oft hat es dazu geführt, etwas auszuprobieren und dazuzulernen. Gelernt habe ich auch einiges über Posamente im allgemeinen, denn Gabi hat auf ihrem Textilportal einen Post und einen Podcast zum Thema veröffentlicht.

Wer es noch nicht weiß: Die Stoffspielereien haben inzwischen eine eigene Homepage; ein Klick und man hat alles Wissenswerte über diese Aktion im Blick.

Im November heißt unser Thema "Ornament" und wird vom Blog PeterSilie & Co betreut.

Mach' doch auch mit!



 


Mittwoch, 12. Oktober 2022

Brettchenweben - meine ersten Versuche

Mein (Geschenk-)Paket mit dem Inkle Loom (Bandwebrahmen) enthielt auch einen Satz Karten zum Brettchenweben. Es hat zwar ein paar Monate gedauert, bis ich damit angefangen habe, aber jetzt war es soweit. Anleitungen suchen, Videos schauen, Mustervorlagen entschlüsseln ... dann habe ich ein erstes Band gewebt; schmal und mit einem einfachen Muster.


Das sieht womöglich komplizierter aus als es ist, denn man dreht die Brettchen solange in eine Richtung, bis die Fäden sich zu stark eingedreht haben. Dann wechselt man die Richtung und die Spannung wird wieder gelockert. Die Stelle, an der man die Richtung gewechselt hat, ist im Muster sichtbar; auch das :


Hier zu sehen mit dem Band auf dem Rahmen.

Wer sich grundlegend informieren möchte, wie das mit dem Brettchenweben eigentlich funktioniert, dem empfehle ich dieses Video, nach dem auch ich gelernt habe. 

Für das Band oben habe ich mercerisierte Baumwolle mit einer Lauflänge von ca. 155m/50g verwendet. Beim nächsten Band habe ich dünnes Häkelgarn (Nr.10) genommen, was natürlich viel mehr Fäden braucht, um auf eine ordentliche Breite zu kommen. Hier ist das Ganze nach dem Einfädeln der Brettchen/Karten zu sehen:


Das ist ein ziemliches Durcheinander von Fäden und Karten; aber sortiert sieht das schon viel besser aus:


Dann kann es losgehen. Man dreht die Brettchen immer eine Viertelumdrehung zu sich hin oder von sich weg und schiebt dann das Schiffchen mit dem Schussgarn durch. Es wird kräftig angeschlagen. Auch hier - genauso wie beim Bandweben ohne Brettchen - ist das Schussgarn im Gewebe nicht sichtbar. Nur am Rand blitzt es ein wenig. Deshalb verwendet man die gleiche Farbe wie die Kantenfäden.

Bei meinem Muster habe ich viermal vorwärts und viermal rückwärts gedreht, um einen Rapport zu weben.


Nochmals größer:


Im Bild sieht man meine "Hilfsmittel": ein Etikett mit einem Pfeil, das ich immer nach vier Drehungen in die neue Richtung geklebt habe. Das war für mich vor allem wichtig, wenn ich die Arbeit unterbrochen habe. Erst nach einer geraumen Weile war ich in der Lage, das Muster so zu "lesen", dass ich erkennen konnte, an welcher Stelle ich war. Außerdem zu sehen: ein weißes Stück Papier unter dem Band für einen besseren Kontrast. Das macht es leichter, ordentliche Kanten zu weben.

Die Kanten sind ein Stichwort. Schöner sehen sie aus, wenn man die äußeren beiden schwarzen Fäden über eine längere Strecke in eine Richtung dreht. Auf dem ersten Foto oben zu sehen, wenn man genau hinschaut. Das kann ich also beim nächsten Band besser machen.

Dieses zweite Band ist ca. 2,5cm breit und nach dem ich alle nicht gut gelungenen und fehlerhaften Stellen herausgenommen hatte, gab der Rest noch vier Schlüsselanhänger:


Das Muster habe ich übrigens bei Pinterest gefunden; hier ist der Link dazu.


(Seufz: Die Autokorrektur macht aus Brettchen entweder Frettchen oder Bettchen ...)


Samstag, 8. Oktober 2022

12tel Blick im September 2022

 Der Teich im vorherbstlichen Abendlicht:


Ich mag das warme Leuchten.

Die Übersicht:

       

       

 

Gerade fällt mir auf, dass ich das August-Foto vergessen habe zu posten. Aber wenigstens hatte ich eins gemacht. In der Aufreihung ist es jetzt zu sehen, aber es hat halt keinen eigenen Post.

Ich verlinke mit der September-Sammlung bei Eva Fuchs.







Montag, 26. September 2022

Gewebte Bänder

Beim Treffen der Stoffspielerinnen am letzten Wochenende haben wir uns u.a. auch über das Bloggen unterhalten. Das habe ich als Anschub verstanden, mich mal wieder stärker um meinen Blog zu kümmern.

Also kommt hier gleich etwas Aktuelles.

Ich wollte gern einen Satz gleichartig gewebte Bänder verschenken und habe mich für schmale Exemplare entschieden, die man als Geschenkbänder verwenden kann:


Alle Bänder sind mit meinem Inkle Loom nach dem selben Muster gewebt, nur die Farben sind unterschiedlich. Breite: 1,2cm und Länge: ca. 1,60m.


Wenn man die Bänder für Geschenke verwenden will, ist ein neutrales Papier ratsam - wie z.B. Packpapier:


Denkbar sind auch: Schnürsenkel, als Borte an textilen Accessoires ... Was fällt euch dazu ein?