Dienstag, 26. Januar 2021

(Fast) ohne Worte

 Pflanzengefärbte Sockenwolle (Indigo, braune und rote Zwiebelschalen, Catechu und Sandelholz) ...

... aufgeribbelt ...

... gewaschen ...

... aufgewickelt ...

und bereit, wieder verarbeitet zu werden.

Freitag, 22. Januar 2021

Weben mit zwei Gatterkämmen

Jetzt mal Butter bei die Fische!

Als die australische Web-Lehrerin Kelly Casanova einen Online-Weave-Along angeboten hat, habe ich mich angemeldet. Es ging darum, mit zwei Gatterkämmen zu weben; zwei Küchenhandtücher sollten dabei entstehen.

Jetzt mag man denken: Pah, soviel Aufwand für Küchenhandtücher, die man doch auch preiswert kaufen kann. Aber man muss keine Weberin sein, um zu wissen, wie schön, angenehm und befriedigend es für eine Selbermacherin ist, auch banale Dinge selbst zu machen und sich im Alltag damit zu umgeben.

Ein kleiner Blick auf das Ende:

Und so ging es los:

Zwei Gatterkämme (mit denen man die Kettfäden hochhebt oder absenkt) mussten nach einem bestimmen und nicht ganz einfachen Schema eingefädelt werden. Nun mache ich ja schon so viele Jahre Handarbeiten, die zum Teil aufwändig, schwierig oder kleinteilig sind, da habe ich mir Geduld angewöhnt. Und die war hier auch nötig. Wie beim Stricken gibt es bei diesem Webmuster einen Rapport und nach jedem habe ich geprüft, ob alles richtig ist. Ich hatte Glück und habe Fehler sofort gefunden und behoben.

Ich musste schon ein paar Zentimeter weben, bis ich das Muster erkennen konnte. Es heißt Diamond Stripes.

Das Diamant-Muster ist ja ein ganz bekanntes bei den Webstuhl-Webern. Dies hier ist eine Abwandlung davon, die noch einen Streifen-Effekt durch die unterschiedlich Hervorhebung der Kett- Und Schussfäden produziert. Um diesen Effekt gut sichtbar werden zu lassen, war es ratsam, kontrastierende Farben für Kette und Schuss zu verwenden; bei mir naturweiß und blau.

Auch das Webmuster hat einen Rapport von 10 Reihen. Ich habe mir einen Spickzettel gemacht; nach einer Weile weiß man das zwar auswendig (auch hier wieder die Parallele zum Stricken), aber ich musste letztlich immer wissen, wo ich in der Abfolge war. Ich bin als Weberin noch nicht soweit, dass ich das im Muster erkennen kann. Vielleicht komme ich mal dahin.

Ich habe oben von zwei Tüchern gesprochen. Nachdem eines beendet war, habe ich das Garn gewechselt. Und genauso wie sich das anhört, macht man es auch. Man kann übergangslos mit dem anderen Garn weitermachen oder ein paar Hilfsfäden oder einen Papierstreifen einlegen.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinen Tüchern, auch wenn ich bei einem einen Fehler gewebt habe; hier zu sehen:

Da bin ich aus dem Rapport 'rausgeflogen und habe ein paar Reihen doppelt gewebt, was mir erst später aufgefallen ist. Das gibt mir sogar eine Idee, wie ich vielleicht das Muster abwandeln könnte.

Apropos Muster: Das Muster ist so angelegt, dass es zwei unterschiedliche Seiten hat, die auch beide sehr schön ausfallen.

Das fertige Gewebe wird immer in Wasser gelegt und gewaschen. Die kleinen Zwischenräume zwischen den Fäden schließen sich, kleine Unregelmäßigkeiten können sogar verschwinden.

Mein verwendetes Material ist eine Bio-Baumwolle und nicht mercerisiert - das nimmt Feuchtigkeit besser auf. Die fertigen Tücher sind schön weich und beim Säumen habe ich mir überlegt, ob ich solch ein Tuch nicht sogar wie ein Frottee-Handtuch verwenden möchte.

Da ich eine etwas längere Kette geschärt (Weberjargon) hatte, habe ich auf dem letzten Stück einige andere Garne mit dem selben Muster gewebt. Das zeige ich jetzt 'mal alles, auch wenn es vielleicht nur die Weber interessiert. Es dient mir auch zur Gedächtnisstütze für zukünftige Projekte, denn ich halte das Muster auch geeignet für Schals und Kissenhüllen, um nur zwei Möglichkeiten zu nennen. Es sind immer beide Seiten des Gewebes zu sehen mit einer Probe des verwendeten Garns, darunter meine Beurteilung. 

1. stark gedrehtes Baumwollgarn, selbst gefärbt mit Säurefarben


gefällt mir; das Muster kommt auf beiden Seiten gut 'raus; die Stärke passt für eine einfädige Verwendung

2. Bobbel-Garn aus reiner Baumwolle, dreifädig


zu dünn und ungeeignet

3. Sockenwolle


zu dünn

4. zwei Fäden Lace-Garn aus reiner Wolle, selbst pflanzengefärbt


gar nicht schlecht; auch der melierte Effekt gefällt mir; zwei Fäden sind von der Stärke gerade noch ausreichend

5. Garn aus Recycling-Baumwolle


gefällt mir gut; Muster kommt gut 'raus

6. meliertes, ungleichmäßig dickes Baumwollgarn


gefällt mir; auch unregelmäßig gesponnenes Garn funktioniert

7. dickere Schurwolle in drei Farben (selbst pflanzengefärbt)


weniger geeignet; werde ich nicht weiter verfolgen


Wie lange ich daran gewebt habe? Das kann ich nicht sagen; nur von Kette aufziehen bis fertiges Gewebe vom Rahmen schneiden habe ich eine Woche gebraucht. Ja, doch, ich habe in dieser Woche auch - fast -ganz normal gelebt: geschlafen, gearbeitet, gekocht, gegessen und mein Mann musste sich kein Foto von mir aufstellen.

Das nächste größere Ereignis hier auf dem Blog dürften die Stoffspielereien sein - immer am letzten Sonntag im Monat. Diesmal ist das auch der letzte Tag: 31. Januar und das Thema ist: Smocking. (Ich habe schon etwas fertig!)

Freitag, 8. Januar 2021

Resteverwertung: Walkjacke

Als ich kürzlich einmal wieder einen Blick in meine Restekisten geworfen habe, fielen mir die Walkstoffe auf. Eine neue wärmende Jacke für drinnen könnte ich ja gebrauchen ... also, nicht wirklich ... aber nähen mochte ich sie gern.

Meine blauen und zu blau passenden Stoffe waren gerade so ausreichend, dass ich sie zu einer hüftlangen Jacke kombinieren konnte.

Der dunkelblaue Stoff hat gerade so ausgereicht für Rückenteil und Ärmel, aber das auch nur, weil ich das Schnittmuster quer aufgelegt habe. Der naturweiße Stoff stammt von einem verunglückten Modell, von dem ich noch alle verwertbaren Teile aufgehoben hatte. Der blaugemusterte Stoff ist ein Rest von einer Jacke, die ich vor sieben Jahren genäht habe.

Die Jacke war schnell genäht. Ein Schnittmuster aus dem Fundus habe ich so angepasst, dass es für diese Jacke verwendbar war. Die Lage der Teilungsnähte habe ich der vorhandenen Stoffmenge angepasst. Walkstoff hat ja die angenehme Eigenschaft, dass man nichts versäubern muss und auch auf Säume kann man verzichten. Das habe ich getan und an den Stoffkanten nur mit dem Elastik-Stich meiner Nähmaschine entlanggeht; das stabilisiert und trägt zur Optik bei. Allerdings habe ich auf der linken Stoffseite schmale Streifen eines Stickvlieses aufgebügelt, das man nach dem Nähen abreißen kann. Das hat verhindert, dass die Kanten sich ausdehnen und wellen. Die Knopflöcher habe ich nur umnäht, ebenfalls mit dem gleichen Stich.

Die vordere Kante und der Ausschnitt haben einen 4cm breiten Besatz und die Schulternähte habe ich stabilisiert, damit sie sich nicht weiten.

Ich habe die Jacke schon mehrmals getragen und bin sehr zufrieden.

Falls die Halskette aufgefallen ist: Sie ist bei den Stoffspielereien im Januar letzten Jahres entstanden.

Donnerstag, 7. Januar 2021

Blogjubiläum: Eine neue Gewinnerin

 Zunächst wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein glückliches, gesundes und kreatives neues Jahr.

Eine Gewinnerin meiner Verlosung anlässlich meines 10jährigen Blogjubiläums hat sich nicht bei mir gemeldet und da ich keinen Weg gesehen habe, meinerseits mit ihr Kontakt aufzunehmen, habe ich die ursprünglichen Zettelchen mit den Namen aus dem Papierkorb gefischt und das Garn erneut verlost.

Die Gewinnerin ist die Leserin, die mir eine Mail geschickt hatte:


Herzlichen Glückwunsch! Ich melde mich per Mail.

Montag, 28. Dezember 2020

Blogjubiläum: Die Gewinner

Vielen herzlichen Dank für eure lieben Worte und die guten Wünsche zum 10jährigen Blogjubiläum.

Neun Kommentare und eine Mail sind eingegangen; ich habe also zehn Namen auf Zettel geschrieben und die Gewinnerinnen der Preise gezogen.


Zu gewinnen gab es einen Stoff, einen Strang von mir gefärbte Sockenwolle und Keramik-Knöpfe, in Raku-Technik von mir gemacht.

Die Gewinnerin des Stoffs:

Die Gewinnerin der Wolle:

Die Gewinnerin der Knöpfe:

Herzlichen Glückwunsch!

Ich bitte nun die Gewinnerinnen, sich bei mir per Mail zu melden, damit ich den Versand in die Wege leiten kann.

Sonntag, 27. Dezember 2020

Selbstgemachte Weihnachtsgeschenke: gewebt

Ich hatte ein Foto im Netz gesehen und gleich an ein Webprojekt gedacht. Die Vorlage dürfte sogar gestrickt gewesen sein (gehäkelte Versionen habe ich auch gefunden); gewebte Exemplare als Schal gibt es wohl auch. Aber bei mir ist ein Sofakissen daraus geworden:

Die Technik ist wieder - wie beim Tischläufer und den Sets - clasped weft, oder verschlungener Schuss. Das habe ich inzwischen ganz gut drauf, und so ging das Weben gut voran und ich war mir sicher, dass das Werk gelingen würde.

Ich hatte mich zunächst kundig gemacht über die Maße der Klaviatur und die Anordnung, damit ich die Größenverhältnisse richtig hinbekomme. Für die Abfolge der Streifen habe ich mir einen "Fahrplan" aufgeschrieben:

Den Plan gab es nochmal in einer verkürzten Version, die ich neben den Webrahmen legen konnte; eine Büroklammer hat mir immer angezeigt, wo ich gerade war (leider ohne Foto).

Der gewebte Teil am Kissen ist umlaufend und an der seitlichen Naht passt es sogar fast genau - was Zufall war. Die schwarzen Streifen oben und unten sind aus Leinen und an der unteren Naht ist ein Reißverschluss eingenäht. Größe des Kissens: 40x60cm.

Das war ein Geschenk für meinen klavierspielenden Sohn, der sich hoffentlich zum Üben und Spielen animiert fühlt ...


Samstag, 26. Dezember 2020

Selbstgemachte Weihnachtsgeschenke: geklebt und genäht

Weiter geht's mit meiner Präsentation von selbstgemachten Weihnachtsgeschenken.

Zunächst eine kleine Buchbindearbeit:

Dafür bin ich weitestgehend den Anleitungen in Michaela Müllers Büchern ("Bunte Bücher" und Stoff trifft Papier") gefolgt. Ich habe zwei Deckel von ausgemusterten Büchern mit einem meiner selbst gefärbten Stoffe bezogen und zwei Buchblöcke eingenäht. Innen ist der Einband mit Korkstoff beklebt.

Dazu passend, da aus dem selben Stoff entstanden, gesellt sich ein Täschchen mit zwei Zippern. Dafür gibt es eine Anleitung von weisnäschen. Diese "Zwei-in-einem-Idee" ist doch ebenso originell wie praktisch ...  ich glaube, ich brauche auch so ein Täschchen.

Bei der Durchsicht der Fotos fällt mir auf, dass ich beide Teile nur zusammen fotografiert habe (Foto 1 ist ein Ausschnitt); wahrscheinlich erschien mir das wegen des Stoffes so naheliegend. Aber Einzelfotos kann ich nicht mehr machen: beide Teile sind ja bereits verschenkt.

Hier sieht man besser die doppelten Reißverschlüsse:

Ich habe absichtlich zwei verschieden farbige Zipper verwendet, damit die beiden Abteilungen auch von außen unterscheidbar sind. Nur bei den Schiebern war dann mein Vorrat erschöpft; ich hatte keinen blauen mehr. Kann ja behaupten, es war Absicht ...

Morgen zeige ich noch das dritte und letzte selbstgemachte Geschenk und dann folgt am Montag die Bekanntgabe der Gewinner meiner kleinen Verlosung.