Samstag, 8. August 2020

Farbmuster

Kürzlich habe ich noch ein paar neue Procion-Farben gekauft, die ich zunächst auf ihr Potential für Ice-Dyeing getestet habe.

Dafür habe ich kleinere Stücke (ca. 25x25cm) Baumwollkretonne zurecht geschnitten, auf denen ich jeweils eine Farbe aufbringen wollte. Um alles gleichzeitig färben zu können, habe ich die Stoffstücke gefaltet - die endgültige Form war in etwa die eines Tortenstücks - und auf Abtropfgittern ausgelegt. Die Eiswürfel habe ich sorgsam von Hand aufgelegt und dann das Farbpulver aufgetragen.

An den Rändern der Stoffstücke habe ich die Farbnamen notiert, damit ich nach dem Färben noch wusste, was was ist.

Jet Black gehört eigentlich nicht zu den neuen Farben; ich wollte das Schwarz jedoch noch einmal testen, da es beim ersten Versuch so schwach ausgefallen war. Das Ergebnis ist aber wieder das Gleiche.

Jetzt überschwemme ich meine Leser mit zehn-Einzel-Fotos:











Teilweise hatten die Stoffstücke Kontakt zum Nachbarn, so dass sich die Farben ein wenig gemischt haben. Das war zwar nicht die Idee, ist aber zu verschmerzen. Tigerauge, Turmalin und Wedgwood sehen mir am vielversprechendsten aus. Unerwarteterweise hat sich Türkis nicht sichtbar aufgesplittet. Burgunder scheint meinem für Ice Dyeing favorisiertem Deep Purple am nächsten zu kommen. Der Händler, bei dem ich diesmal bestellt hatte, hat diese Farbe nicht im Sortiment.

Da ich nun die Färbeergebnisse fotografisch gut erfasst habe, kann ich die Stoffe eigentlich auch verarbeiten. Ursprünglich dachte ich, sie als Mustervorlagen aufzuheben. Apropos verarbeiten: Vor kurzen habe ich mit Eiswürfeln gefärbte Stoffservietten verarbeitet - ich muss noch fotografieren, dann kann ich das hier zeigen.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Überbleibsel

Überbleibsel - dieser Begriff hat mir gleich gefallen. Er ist das Thema einer Kreativ-Aktion, auf die ich erst dieser Tage aufmerksam geworden bin. Andrea, die Zitronenfalterin, denkt sich jeden Monat ein Motto aus, zu dem man sich etwas einfallen lassen kann. Überbleibsel - das ist das Monatsmotto für Juli.  Der Arbeitsbereich kann frei gewählt werden - also nicht nur die üblichen Verdächtigen Stoff und Papier - so könnte man zum Thema "Überbleibsel" z.B. ein Rezept posten, das man kreiert hat, bei der Verarbeitung von Resten aus der Küche. 

Überbleibsel, das klingt charmanter als Rest, bezeichnet es auch etwas Anderes? Ein wenig schon. Meine Arbeit, die ich jetzt vorstellen möchte, ist aus einem Stück Selbstgewebtem entstanden, das ich von meinem eigentlichen Projekt abgeschnitten habe, weil es zu viel war. Ein Überbleibsel - kein Rest!

Anfang Mai habe ich neue Bezüge für unsere Lesekissen im Schlafzimmer gewebt. Ein schmaler Streifen Gewebe war übrig, der in eine Schublade statt in den Abfall gewandert ist. (Wer weiß, wofür man es nochmal gebrauchen kann.) Und tatsächlich: Mit dem Stichwort dieses Monatsmottos ist mir dieser Streifen wieder eingefallen und ich hatte auch gleich eine Idee, was daraus werden soll.


Das Webmuster ist Hahnentritt, man kennt es. Glücklicherweise ist es ziemlich leicht zu weben.
Am Anfang und Ende des Webstücks hatte ich die Kettfäden immer paarweise miteinander verknotet und sie dann so abgeschnitten, dass noch eine Fransenkante geblieben ist. Für die Kissen habe ich sie nicht gebraucht, aber für mein Täschchen machen sie den Effekt, finde ich.


Das Besondere an diesem Täschchen ist, dass ich alles mit der Hand genäht habe. Ich bin eigentlich keine besonders gute Handnäherin und mache es auch nicht wirklich gern, dachte aber, hier ist die Gelegenheit, das händische Nähen einmal wieder zu üben.

Das Täschchen ist nur 17x10cm groß - äh, klein, aber genau richtig, um in der Handtasche ein paar wichtige Utensilien zu beherbergen:



Das hat mir Spaß gemacht - danke für die Inspiration. Ich verlinke meinen Beitrag bei der Zitronenfalterin. 

Mittwoch, 15. Juli 2020

Abendspaziergang in dreimal Me Made

Seit Mitte März - Beginn des Corona-Shutdowns - bin ich mit meinem Mann viel spazieren gegangen bzw. habe kleine Wanderungen gemacht. Auf diese Weise sind bis jetzt rund 350km zusammen gekommen. Spaziergänge nach dem Abendessen sind im Moment beliebt. Vor einem dieser Gänge sind die folgenden Fotos entstanden, bei denen ich drei selbstgemachte Kleidungsstücke trage:




Die Jacke ist doppelt me made: Den Stoff habe ich aus verschiedenen Baumwollgarnen selbst gewebt. Die Abfolge der Streifen für Vorder- und Rückenteil hatte ich vorher berechnet, sowie ein einfarbig blaues Stück für die Ärmel mit eingeplant. Ich habe die volle Breite meines 60cm Gatterkamm-Webrahmens ausgenutzt, aber dadurch, dass sich das Gewebe etwas zusammen zieht und man auch beim Waschen etwas einbüßt, musste ich aus einem schmalen Streifen, der neben den Ärmeln übrig war, Keile in die Seitennähte einsetzen, um auf die nötige Hüftweite zu kommen.



Die vorderen Kanten sind die Original-Webkanten.


Die kleinen dunkelblauen Keile auf der Schulter sind eine Panne: Da hatte ich mich bei der Länge der zu webenden Teile etwas verrechnet. Die Säume sind nur einfach umgeschlagen und mit der Hand festgenäht; am Halsausschnitt habe ich schmal doppelt umgeschlagen, damit es auch von innen sauber aussieht, denn da die Jacke verschlusslos ist, klappt sie bei Bewegungen natürlich häufig auf. Eigentlich hatte ich ja Knöpfe vorgesehen, aber Knopflöcher hätte ich gern zunächst auf einem Geweberest ausprobiert, aber zwischendrin wurden die Mülltonnen geleert und alles war weg. Und ohne Test war mir das zu heikel. Also dann vielleicht bei der nächsten Jacke.

Die Hose ist selbstgenäht und, da schon etwas älter, inzwischen etwas formlos geworden, aber als Freizeitkleidung geht sie noch durch.

Den Schal, ursprünglich ein naturfarbener Leinenstrick, habe ich im Zuge meiner momentanen Färbereien mit Procion-Farben gefärbt. Dafür habe ich den Stoff auf einer Plastikfolie ausgelegt und mit den Farben "bekleckert".


Dann, wie man an der rechten Bildkante bereits sehen kann, habe ich den Stoff mit der Folie aufgewickelt und über Nacht ruhen lassen. Nach gründlichem Ausspülen und heiß Waschen hat der Stoff eine Menge Farbkraft verloren. Nach meinen bisherigen Erfahrungen passiert das bei Leinen stärker als bei Baumwolle. Da ich meinen Leinenstrick längs halbiert hatte, ist noch ein gleich großes Stück übrig, das ich ebenfalls noch färben werde.




Samstag, 11. Juli 2020

Solarfärbung: Glas 3

Wie angekündigt kommen jetzt die Bilder des dritten Glases mit solargefärbter Wolle.


Im Glas befinden sich zwei Stränge: Unten eine feinere Schurwolle-Seiden-Mischung und oben eine dickere Schurwolle. Das Pflanzenmaterial von unten nach oben: Färberkamille gefolgt von roten und ganz oben braune Zwiebelschalen. Das dickere Garn hat die roten Schalen ignoriert und nur eine Färbung der braunen Schalen zugelassen:


Tja, wieder ein unerwartetes Ergebnis. Denn das untere Garn hat, wo es Kontakt zu den roten Schalen hatte, eine olivgrüne Farbe angenommen - wie man bereits auf dem Foto ganz oben erkennen kann. Außerdem lässt das Bild erahnen, dass es einen schönen Übergang von grün nach gelb gibt. Und tatsächlich:



Wie so oft: Die Bildschirmbilder können die Farben nicht so ausdrucksvoll wiedergeben, wie sie in natura sind. Ich bin vom Ergebnis begeistert.

Inzwischen sind Solarglas 4 und 5 bestückt und da mir die Färbungen von schwarzen Bohnen und Färberkamille so gut gefallen haben, sind sie in Glas 4 vereint. Schon mal schauen?


Im Übergang erscheint das erhoffte Grün! Ich bin sehr neugierig auf das Ergebnis, muss aber noch warten. 

Mittwoch, 8. Juli 2020

Solarfärbung: Das zweite Glas ist geöffnet


Da sich die Farben des zweiten Glases nicht mehr verändert haben, war es Zeit, den Inhalt herauszunehmen. Na ja, eine Portion Ungeduld und Neugierde war da auch im Spiel.


Ich muss ergänzen, dass ich diesem Glas noch etwas hinzugefügt habe: geraspelte Purpurmöhren.


So richtig viel haben sie nicht bewirkt, das kann ich schon vorausschicken.  Der erste Eindruck beim Herausholen des Garns ist nicht der endgültige ...


... irgendwie verwandelt sich das Ganze nach Spülen und Trocknen und macht schließlich einen anderen   Eindruck:


Die roten Anteile sind sicherlich vom Krapp und die Purpurmöhren sind m.E. nicht zu identifizieren. Aber wie dem auch sei, das Ergebnis gefällt mir. Da die Färbebrühe noch so intensiv aussah, habe ich sie aufgefangen, durchgesiebt und einen 50g-Strang darin gefärbt.


Das sah eigentlich anfangs vielversprechend aus, aber - wie so oft - Überraschung! Das Ergebnis war ein helles Grau mit Grünanklängen:


Es ist der gedrehte Strang. Er liegt auf dem Garn, das im Solar-Glas unten lag.

Es ist ja schon seltsam, wundersam oder auch ganz natürlich, dass Pflanzenfarben so verblüffend oft miteinander harmonieren, auch wenn das verwendete Pflanzenmaterial ganz unterschiedlich ist. Das habe ich auch hier wieder festgestellt. Von früheren Färbungen weiß ich, dass Färbeergebnisse für sich genommen, unscheinbar aussehen mögen, in Kombination mit anderen Farben plötzlich ein harmonisches Farbspiel ergeben. Der Schal von 2016 ist ein Beispiel dafür.


Oben sehen wir die Garne aus zwei Solarfärbungen zusammen.

Aber damit habe ich die Solarfärberei noch nicht beendet. Das dritte Glas mit seinem Ergebnis zeige ich an einem der nächsten Tage. Glas vier und fünf habe ich erst gestern befüllt  - da kommt noch mehr!


Mittwoch, 1. Juli 2020

Me Made Mittwoch: Kleid mit Blütenapplikationen

Heute passt es mal wieder, um beim Me Made Mittwoch mitzumachen. Und ich brauche noch nicht einmal viele Worte, denn die habe ich bereits geschrieben, als ich von der Entstehungsgeschichte des Kleides berichtet habe. Das war bei den Stoffspielereien im Mai, als das Thema "Blumen" war. Ich habe für ein Kleid zwei Stoffe kombiniert und Blumen bzw. Blüten appliziert. Damals war das Kleid nicht fertig geworden - in der Zwischenzeit habe ich es beendet und kann es heute zeigen:




Also, wie oben geschrieben: Im verlinkten Beitrag vom Mai gibt es mehr Fotos und Informationen zu meiner Arbeitsweise. Wer sich dann angeregt fühlt und mehr sehen und wissen will, schaut sich mal die anderen Beiträge zu den Stoffspielereien an; eine komplette Übersicht habe ich übrigens unter dem Stichwort "Stoffspielereien" im Header aufgelistet.

Zum neugierig machen eine Nahaufnahme einer Schulter des Kleides, wo eine Applikation vom Vorder- ins Rückenteil übergeht. Das habe ich auch in der vorderen Mitte so gearbeitet. In einer Seitennaht ist eine halbe Blüte mit eingenäht.



Sonntag, 28. Juni 2020

Stoffspielereien im Juni 2020

Heute lädt Gabi zu den Stoffspielereien ein und das Thema ist: Monogramme.


Ich habe mich damit ein wenig schwer getan, denn Monogramme verbinde ich in erster Linie mit Stickerei und das kann ich nicht besonders gut. Deshalb habe ich einen anderen weg gewählt, aber so ganz ohne Sticken war mein erster Versuch dann doch nicht. Ich habe mich an das Buch The Art of Manipulating Fabric von Colette Wolff erinnert und bin dort den Anleitungen für Trapunto bzw. Corded Quilting (Gibt es dafür einen deutschen Begriff?) gefolgt.
Zunächst habe ich mir eine Vorlage für meine Initialen im Internet gesucht und das Motiv mit einem wasserlöslichen Stift auf weißes Leinen übertragen. Dann habe ich den Stoff mit einem zweiten Stück Leinen rückseitig gedoppelt und die Linien mit einem dickeren doppelt genommenen Nähfaden mit Rückstichen nachgestickt.


Auf diese Weise arbeitet man einen Zwischenraum, einen Tunnel, in den man von der Rückseite einen dickeren Faden einzieht, der auf der Vorderseite die Linien plastisch hervortreten lässt.


Das fand ich nicht besonders gelungen. Die Stiche zu groß, der Tunnel zu breit und alles ein wenig schief.
Aber das kann man auch mit der Nähmaschine nähen - mit der Zwillingsnadel. Ich habe zwei Breiten ausprobiert und die schmalere als besser geeignet befunden. Zweiter Versuch:


Die Stiche sind zwar etwas gleichmäßiger, aber es ist schwierig mit der Zwillingsnadel Rundungen hinzubekommen. Die Form meiner Initialen ist letztlich für ein sauberes Ergebnis auch nicht gut geeignet. Die eckigen Buchstaben würden besser klappen. Wahrscheinlich kann man auch meine Initialen kaum entziffern: BS soll das sein.

Die Ausgangs-Idee war, die Brusttasche einer geplanten weißen Bluse mit einem solchen Monogramm zu verzieren. Nun, so wie hier ausprobiert, mache ich das gewiss nicht - vielleicht habe ich, bis ich zum Nähen der Bluse komme (Spätsommer?), eine andere Idee und vielleicht findet sich eine Inspiration bei den anderen Stoffspielerinnen.

Heute folge ich also den Statuten der Stoffspielereien indem ich auch eine etwas weniger gelungene Arbeit zeige. Vielleicht gibt es in den Kommentaren Ideen und Vorschläge. OK, eine Idee habe ich selbst - sticken üben.

Gabi (Link oben) sammelt heute die Ergebnisse der anderen Stoffspielerinnen; ich bin gespannt, was wir da zu sehen bekommen.

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?
Das nächste Mal wird erst im September sein, denn die Stoffspielereien machen eine Sommerpause. Am Sonntag, 27. 9. ist das Thema "Texturen der Natur" bei Schnitt für Schnitt.