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Donnerstag, 28. August 2025

Täschchen nähen aus handgefärbten Stoffen

Über die letzten Monate haben sich bei mir ein paar handgefärbte Stoffe angesammelt, die ich - zumindest teilweise - nach und nach verarbeiten wollte. Hier habe ich bereits ein Beispiel gepostet. Für dieses Projekt habe ich jeweils den gesamten Stoff verwendet.

Jetzt möchte ich zeigen, wie ich vorgehe, wenn ich aus einem Stoffstück einen Teil auswählen will. Dies ist der Stoff:


Mit Procion MX Farbpulver auf Eiswürfeln gefärbt.

Um den Ausschnitt zu finden, der mir für mein Projekt gefällt, verwende ich gern Rahmen, die sich gut verschieben und in der Größe anpassen lassen:


Für mein Projekt brauchte ich zwei Teile für den Täschchen-Körper und ein Teil für die Klappe:


Da ich mehrere Täschchen nähen wollte, habe ich mir Schablonen aus leichter Pappe gemacht. Die gleichen Teile aus einem einfarbigen Stoff werden für das Futter gebraucht. Für den Verschluss habe ich etwas anderes gesucht als die üblichen Reißverschlüsse oder Druckknöpfe:



Das Verschluss-Bändchen wird an der Klappe festgenäht, schlingt sich einmal herum und wird mit einer kleinen Schleife um einen dekorativen Knopf befestigt.

Solche oder ähnliche Täschchen verwende ich gern auf Reisen: für Kosmetika, Medikamente, Ladekabel ...

Bei der Gelegenheit will ich noch rasch zeigen, wie ich Ecken ausforme. Vor dem Wenden falte ich die Nahtzugaben entlang der Nähte um:


Die Klammer sitzt da nur, damit ich die Hände für das Foto frei hatte. Zum Wenden halte ich mit dem Daumen die Falte fest und drehe das Werkstück auf rechts. In der Regel macht diese Technik ein Ausformen mit einem spitzen Gegenstand überflüssig. Die Ecke sieht sauber aus und es ist kein Wulst zu sehen.

Bei den Täschchen habe ich diese Technik zwar nicht gebraucht, weil die unteren Ecken abgenäht werden, um Volumen zu erzeugen, aber bei Kissenhüllen, wie der oben verlinkten, kann man es gut anwenden.

Montag, 27. Mai 2024

Quickie Nr. 5 - Belamour Crossbody Bag in blau

Diese Tasche hat mir Spaß gemacht zu nähen: Belamour Crossbody Bag. Ich mag auch die Form und die Größe. Bereits im März habe ich eine Version in schwarz genäht, die ich seit dem schon viel benutzt habe. Nun wollte ich noch ein Exemplar vornehmlich in blau haben, die besser zu meiner Sommergarderobe passt.


Drei Details habe ich im Vergleich zur ersten Tasche geändert. Die Taschenklappe auf der Vorderseite ist ein wenig breiter und verdeckt jetzt den Zipper vom Reißverschluss komplett. Innen ist eine zweite RV-Tasche hinzugekommen und der Tragriemen ist aus dem gleichen Jeansstoff wie die Tasche genäht.



Mittwoch, 6. Dezember 2023

Quickie Nr. 0 - Prolog

Wie oft habe ich hier auf dem Blog schon gesagt, dass ich öfters posten will? Und es dann doch nicht gemacht habe. Zum Teil lag und liegt es daran, dass mir meist ausführlichere Posts vorschweben, mit viel Text und ordentlichen Fotos. Das alles braucht Zeit und die nehme ich mir inzwischen seltener. 

OK, jetzt will ich es mal so versuchen: kürzere Posts mit weniger Fotos aber die mit Sorgfalt gemacht und ausgesucht. Thematisch möglichst mit einem kleinen Ausrufezeichen.

Ich werde diese Posts „Quickie“ nennen und heute gibt es den ersten in einer Nullnummer. Mein Plan: Im nächsten Jahr möchte ich dann jeden Monat einen Quickie-Post veröffentlichen.

Quickie Nr. 0

Im letzten Jahr habe ich mal mit Stoffstreifen gespielt, die ich zuvor zum Binden von Eco Print-Rollen (in diesem Post ganz gut zu sehen, wenn man ein wenig scrollt) verwendet habe. Diese Bänder haben durch den Färbeprozess natürlich auch Farbe abbekommen und behalten. Diese Farbspiele fand ich so schön, dass ich die Streifen zunächst für Geschenkbänder vorgesehen hatte. Einige Streifen habe ich nun auf passende Länge geschnitten, für mehr Stabilität auf Ripsband genäht, zur Hälfte gelegt und Metall-Endstücke für Schlüsselanhänger an den offenen Enden befestigt.

Das schaut dann so aus:


Der Stoff ist eine weiße baumwollene Tisch- bzw. Bettwäsche mit Webmuster, den ich einfach in Streifen gerissen habe. Der Stoff ist dicht gewebt und franst nur minimal, so dass ich die Streifen offen aufgenäht habe.


Diese Schlüsselanhänger werden, zusammen mit anderen selbstgemachte Kleinigkeiten, demnächst bei einer Weihnachtsfeier verschenkt.

Montag, 21. August 2023

Gefärbtes und Gewebtes und ein Ausblick

Oh weh - über zwei Monate gab es hier keinen Post! Das will ich heute mit einen kleinen Beitrag ändern.

Zuletzt hatte ich einen handgewebten Schal gezeigt - auch heute beginne ich damit.


Das sind zwei Schals, die sich ähneln, denn das Garn für die Kette (Längsfäden) habe ich in der gleichen Art gefärbt. Nämlich jeweils zur Hälfte mit Grautönen und einer Kontrastfarbe: weinrot bzw. türkis.


Beim Schären der Kette war ich positiv überrascht, wie gut sich die Farben verteilt haben. Als Schussgarn (Querfäden) habe ich ein dünnes, anthrazitfarbenes Konengarn aus Baumwolle doppelt verwendet. Das hat sich nach dem Waschen sehr schön aufgeplustert, so dass die Schals wunderbar weich geworden sind. Das Webmuster nennt man übrigens Diagonalköper.

Für den nächsten Schal habe ich auch wieder selbst gefärbte Wolle für die Kette verwendet - diesmal war sie pflanzengefärbt und, weil es eine gute Entscheidung war, habe ich auch hier das gleiche Baumwollgarn (doppelt genommen) verwendet, nur in einer anderen Farbe (blau).


Dieses Muster heißt Diamantköper.

Jetzt zeige ich euch noch eine Pflanzenfärbung, die gerade erst vor ein paar Tagen entstanden ist. Als mein Mann unseren Kirschbaum geschnitten hat, fiel mir auf, dass ich noch nie eine Rindenfärbung gemacht habe. Gut, das Abschälen der Rinde war nicht so prickelnd, aber mit einem scharfen Messer war das zu machen. Die Rindenstücke habe ich ein paar Tage eingeweicht.

Dabei dürfte eine Fermentation eingetreten sein, was man durch den etwas unangenehmen Geruch bemerken konnte. Dann habe ich die Rinde ca. eine Stunde köcheln lassen. Am nächsten Tag wurde abgesiebt und das gebeizte Garn kam in den Topf. Langsam erwärmen - das schont das Garn.

Weil das immer noch gemüffelt habe, habe ich das draußen gemacht. Dann durfte das Garn über Nacht im Sud abkühlen. Mehrere Spülgänge waren nötig, auch einer mit einem Schuß Essig. Der restliche "Duft" verfliegt hoffentlich noch.


Es ist ein schönes Senfgelb.

Das letzte Foto zeigt eine weitere Färbung, jedoch nur die Stufe 1 - das Einweichen des Pflanzenmaterials:


Was das wohl ist?

Sonntag, 25. September 2022

Stoffspielereien im September 2022

Herzlich Willkommen zu den September-Stoffspielereien. Ich bin heute die Gastgeberin und durfte das Thema vorschlagen; es lautet: Webkanten.


Dies ist der erste Termin nach einem langen, meist heißen und sehr trockenen Sommer, während dem die Stoffspielereien pausiert haben.

Bevor ich meine eigene Arbeit mit Webkanten vorstelle, kommt hier die Liste der Beiträge der anderen Stoffspielerinnen:

Wer häufig näht, bei dem fallen Webkanten an. Man kann sie wegwerfen oder aufheben mit dem Gedanken, dass man sie noch „gewinnbringend“ einsetzen kann. Womöglich hat man auch schon eine konkrete Idee im Kopf. Das könnte besonders auf die Patchworkerinnen zutreffen, denn die Patchworkstoffe haben in der Regel besondere und markante, meist auffällig bedruckte Webkanten.

Ich habe drei Projekte, die ich zeigen möchte. bei den ersten beiden bin ich der womöglich naheliegendsten Verwendung von Webkanten gefolgt, beim der dritten Arbeit habe ich den Begriff besonders wörtlich genommen.

Zwei Täschchen


Für ein kleines Täschchen habe ich farblich zusammen passende Webkanten ausgesucht und schräg auf ein Stück Thermolam genäht. Dabei haben die nicht fransenden Kanten die Schnittkanten der Streifen überdeckt.


Da ich zunächst sparsam mit meinen Streifen umgehen wollte, habe ich für die zweite Seite ein schwarzes Leinen verwendet, das ich ebenfalls auf Thermolam genäht habe. Den Endlosreißverschluss hatte ich im Vorrat. Ich bin ja eigentlich keine geübte Taschennäherin, aber an eine der möglichen Verarbeitungen der Zipper-Enden habe ich mich erinnert.


Dafür näht man einen kurzen Schlauch in Zipperbreite, zieht ihn rechts auf rechts so über das RV-Ende, dass die Naht unten liegt, näht knapp fest und wendet bzw. verstürzt den Streifen: Alles ist sauber und gerade angenäht.


Handtaschen-Größe: 15x10,5cm.

Für ein zweites, größeres Täschchen gab es genügend Webkanten in farblicher Harmonie:


Den Zipper habe ich wieder genauso verarbeitet:


Hier kann man auch sehen, wie ich abgesteppt habe. Bei diesem Täschchen habe ich dann auch endlich begriffen, wie man die Ecken, wo der RV endet, schön kantig hinbekommt. Man muss dort den kleinen Stoffstreifen quer auf den Korpus steppen, um diese Optik zu bekommen:


Ich gebe zu: Diese Erklärungen sind wahrscheinlich für alle, die das sowieso wissen, ganz klar, aber für die anderen unvollständig und damit unverständlich. Bei Bedarf, kann ich das nochmals erklären.

Schließlich war alles zusammengebaut und dann das:


Auf der Rückseite stehen die Zahlen auf dem Kopf! Panne oder Design?

Ich hatte sogar noch ein drittes Panel begonnen, bei dem ich bedruckte Webkanten mit unbedruckten von Nicht-Patchworkstoffen kombiniert habe ...


... aber dann nicht mehr fertiggestellt. Zu Gunsten einer letzten Arbeit:


Hier habe ich Webkanten verwebt. Zugegeben: einige geschnittene Stoffstreifen habe ich hinzugefügt, denn dies war mein erstes Projekt, bei dem ich unsicher war, ob es gelingen würde; also bin ich hier besonders sparsam mit meinen Webkanten umgegangen. (An dieser Stelle möchte ich mich bei einer Nähfreundin für die Webkanten von Patchworkstoffen bedanken, die sie mir überlassen hat. Mein Vorrat wäre für all dies zu klein gewesen.)

Man kann sehen, dass die Stoffstreifen flach liegen und nicht zusammengeschoben sind. Das hat ein fragiles Gewebe ergeben, das ich zur Stabilisierung auf der Rückseite mit Vlieseline bebügelt habe.


Daraus ist dann eine Kissenhülle entstanden:


Die Rückseite ist aus farblich passendem Halbleinen und unten gibt es einen Reißverschluss.

Jetzt darf das Kissen erst einmal bei den anderen Platz nehmen ...


... obwohl diese Gruppierung nicht so recht zusammen passt. Inzwischen sind doch so viele Kissenhüllen entstanden, dass ich von Zeit zu Zeit wechseln kann - oder muss.

Und wer ausreichend Leselust hatte und bis hierher gekommen ist, dem sei verraten, dass an diesem Wochenende ein Treffen der Stoffspielerinnen stattfindet, die regelmäßig Gastgeberinnen sind. Da ich daran teilnehme, kann es zu Verzögerungen bei den Verlinkungen der heutigen Beiträge kommen und ich werde auch nicht vor Montag dazu kommen, bei den anderen zu kommentieren. Ich bitte um Verständnis.

Wenn du dich über die Stoffspielereien informieren möchtest, klicke bitte stoffspielereien.net an. Dort findest du alle Informationen, die Termine und die Themen. Und wenn dich das anspricht: Sei das nächste Mal dabei!


Freitag, 27. August 2021

Eine Tasche!

O-Ton Ehemann: Was schleppst du immer diese schweren Handtaschen mit dir rum. Die wiegen ja leer schon eine Tonne. - Wo er Recht hat, hat er Recht.

Gewicht sparen kann man, wenn die Tasche aus Stoff und nicht aus Leder ist. Und eine Tasche aus Stoff wird natürlich selbst genäht!

Nun bin ich wirklich keine Taschennäherin und musste die Sache mit Bedacht angehen: nicht zu schwierig aber trotzdem so, dass die Tasche ihren Zweck erfüllt, denn sie soll mich bei der nächsten Reise begleiten.

Stoffe hatte ich da; sie waren bereits vor einiger Zeit gekauft. Ich habe mich zwar im Nachhinein gefragt, warum ich dieses Rosenmuster ausgesucht habe - aber gut ... mit etwas einfarbigem Blau "entschärft", ging es dann.

Nach einer Suche im Netz nach Modellen und Anleitungen fiel die Wahl auf die Ethel Tote. Die Vorlage habe ich etwas abgeändert, u.a. etwas verkleinert und die Tragriemen anders angebracht.

An meiner Tasche gibt es Reißverschlusstaschen außen und innen; innen noch eine Einstecktasche mit etwas Volumen. Ein Gummiband (hatte leider keine passendere Farbe da) an der Seite könnte eine kleine Trinkflasche halten - mal sehen, ob das funktioniert.

Das Thermolam, das ich zur Verstärkung auf das Futter gesteppt habe, bringt die nötige Stabilität. Der Außenstoff hat eine Verstärkung mit 250iger Vlieseline bekommen, der Boden ein Stück sehr feste Einlage, deren Namen ich gerade nicht weiß.

Allerdings bin ich hier mit der nähtechnischen Ausführung nicht ganz zufrieden: Für den Taschenbeutel der äußeren RV-Tasche hätte ich besser einen hellen Stoff verwendet, da er am Rand etwas hervorblitzt. Und die Öffnung für den Zipper ist auch etwas zu groß … und die Absteppung rundherum ist etwas zu weit von der Kante entfernt. OK, ein bisschen meckern geht immer.

Die Original-Tasche ist oben offen. Das geht natürlich nicht. Anleitungen, wie man für eine Tasche zusätzlich eine Blende mit Zipper als Verschluss näht und sie einsetzt, habe ich im Netz gefunden und bin entsprechend vorgegangen.


Insgesamt bin ich zufrieden und hoffe, dass diese Tasche jetzt zu einer zuverlässigen Begleiterin werden kann.


Taschenähen habe ich jetzt ein wenig geübt und überlege, ob ich mir nicht noch ein kleines Täschchen nähen sollte, in das nur das Nötigste passt - das ist eine Größe, die mir fehlt.



Sonntag, 31. Januar 2021

Stoffspielereien im Januar 2021: Smocking

Beim Thema Smocking habe ich erst einmal zum Buch The Art of Manipulation Fabric gegriffen, wusste ich doch, dass das Gebiet dort ausführlich behandelt wird. Auf der Suche nach einem Projekt für eine konkrete Anwendung habe ich wieder das Internet bemüht und bin bald auf eine Künstlerin gestoßen, die textilen Schmuck macht. Ihre Objekte sehen wirklich toll aus (Näheres weiter unten) und da ich textilen Schmuck sowieso mag - war hier Thema vor genau einem Jahr - war die Entscheidung gefallen.

Als ich nach Anleitungen für diese textilen Schmuckstücke gesucht habe, fiel mir auf, dass praktisch nichts zu finden war. Da ich vermute, dass die Künstlerin versucht zu verhindern, dass detaillierte Anleitungen im Umlauf sind, weil sie schließlich ihre Werke verkaufen will, werde ich das respektieren und hier nur grob meine Arbeitsweise erklären.

Ich habe auf kleinstem Raum gearbeitet und genau genommen wieder eine Miniatur geschaffen - auch das war hier schon einmal Thema.


Für diesen Kettenanhänger wird ein Stoffstreifen akkordeonartig zusammengefaltet um dann die Fältchen in der Art des Smockings zusammenzunähen. Eine Übersicht mit gängigen Smocking-Stichen habe ich auf einer englischen Seite gefunden; aber es gibt natürlich mehr. In der unteren Stickreihe habe ich Rocaille-Perlen mit eingenäht.

Zunächst konnte ich mir nicht vorstellen, dass man ein solches Gebilde ohne eine Stabilisierung hinbekommen kann; ich dachte dabei an unsichtbar angebrachte Drähte z.B. Aber es geht ohne. Durch die dichte Bündelung am oberen Rand bekommt das Ganze schon mal gründlich Halt und jede gestickte Reihe bringt noch ein wenig mehr Stabilität.

Mein Stoff ist eine dünne Seide. Für meinen ersten Versuch habe ich ein sehr leichtes Leinen genommen um dann festzustellen, dass das noch zu dick war, um das Gebilde so zu formen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das nachfolgende Foto lässt das zwar nicht unbedingt erkennen, aber es zeigt, wo ich den Versuch  abgebrochen habe.

Man kann allerdings erkennen, wie man die Stickstiche anlegen kann, um bestimmte Effekte zu erzielen.

Die" Erfinderin" dieser Arbeiten, Eva aus Birmingham, UK, verwendet für ihre Kunstwerke Seide, die sie vor der Verarbeitung selbst pflanzenfärbt. Man muss auf ihrer Webseite evtl. ein wenig scrollen, bis man die ersten Werke sehen kann; sehenswert sind sie allemal. Inzwischen hat sie Anfertigung und Verkauf eingestellt und sich beruflich anders orientiert. Diese Information habe ich gerade erst entdeckt. Also könnte man doch bei ihr anfragen, ob sie ihre Arbeitsweise nicht vielleicht offen legen will...

Mein Anhänger ist 9cm breit und 5cm hoch. Auf dem Foto oben kann man die beiden kleinen Ösen erkennen, die ich angenäht habe, um ein Kettchen hindurchzuziehen.


Das ist nur provisorisch; eine schön passende Kette hatte ich nicht zur Hand.

Wenn man genau hinschaut, kann man auch erkennen, dass ich in der unteren Reihe einen Fehler gestickt habe ... 

Eigentlich hätte ich Lust, das noch zu vertiefen und mehr auszuprobieren - mal sehen, ob und wann das klappt. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall; danke an Martina - sie sammelt heute die Arbeiten der Stoffspielerinnen - für das Thema.


Und was sind eigentlich die Stoffspielereien?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?
Die nächsten Termine bis zur Sommerpause:
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien

Samstag, 4. April 2020

Der erste gewebte Schal

Auf den Tischwebrahmen der Welt werden wahrscheinlich viele, viele Schals gewebt. Nun war auch bei mir der erste dran.


Mit hochpreisigen Garnen habe ich mich noch zurückgehalten; die Gefahr, dass ein Projekt nicht gelingt und dann ein nennenswerter Geldbetrag verschwindet, war mir momentan noch zu riskant. Das habe ich verwendet:



Das sind sogar drei verschiedene Baumwoll-Qualitäten - ich konnte also ausprobieren, wie sie sich miteinander verweben ließen. Das helle Garn ohne Banderole ist Drops Safran, das unten ein grau-natur meliertes Garn, das ich in einem Ausverkauf ergattert hatte. Alle haben in etwa die gleiche Lauflänge zwischen 125 und 160m pro 50g. Die einfarbigen Garne habe ich als Kette verwendet, das melierte als Schussgarn.

So sah es bei mir nach dem Schären der Kette aus:


2,50m Länge bekomme ich hin, wenn ich den Webrahmen auf seinem Ständer vor meinen Zuschneidetisch stelle und dann dessen ganze Länge ausnutze. Am hinteren Ende kann man die Konstruktion erkennen, mit deren Hilfe ich inzwischen die Kette schäre. Ich befestige einfach rechts und links zwei Schraubzwingen, hinter die ich einen Rundstab klemme. Auf der einen Seite wird er mit einem Gummiband an der Zwinge befestigt und das andere Ende hebe ich immer an, wenn ich einen neuen Faden hinzufüge. Diese Konstruktion gefällt mir besser als die bekannte direkte Schärmethode, bei der man die Kettfäden über einen Stab zieht - hier bei meinem ersten Projekt zu sehen, als ich es noch nicht besser wusste. Den Trick mit dem Stab und den Schraubzwingen habe ich so ähnlich auf einem englischen Blog entdeckt. Das hat mir unmittelbar eingeleuchtet, denn auf diese Weise haben alle Kettfäden die gleiche Länge.

Hier sieht man den Beginn der Arbeit am Webrahmen:


Da man die Kettfäden in kleinen Bündeln am Warenbaum befestigt, muss man zunächst drei oder vier Reihen mit einem Hilfsgarn (hier hellblau) weben, um die Fäden zu egalisieren. Da die Bündel am unteren Ende kleine Knoten haben, die sich beim weiteren Aufwickeln des Gewebes unschön durchdrücken und Beulen verursachen können, habe ich am Warenbaum längs aufgeschnittene Papphülsen (von Küchenpapierrollen) drübergestülpt. Auf dem Foto lassen sie eine Lücke - das darf natürlich nicht sein; ich habe sie später noch übereinander geschoben.

Wie merkt man sich eigentlich, wieviel man schon gewebt hat, wenn das Gewebte am Warenbaum aufgewickelt ist? So:


Ich habe einen schmalen Stoffstreifen alle 10cm markiert und clipse ihn zweimal an der Webkante an. Im Laufe des Webvorgangs wird der Streifen immer weiter geführt. Mein Streifen ist einen Meter lang; wenn ich am Ende bin, setzte ich den Anfang neu an.

Nach knapp 2 Metern war der Schal fertig. Wenn man ihn vom Rahmen abgenommen hat, schrumpft er schon etwas, denn auf dem Rahmen stand er ja immer unter Spannung. Da habe ich bereits gut 10cm verloren und nach einer Wäsche (obligatorisch bei Handgewebtem) weitere Zentimeter, so dass der Schal jetzt "nur" noch 1,80m lang ist (ohne Fransen).


Aber natürlich hat mein Schal Fransen; sie sind einfach am Gewebe geknotet.


Beim fertigen Schal war ich wieder überrascht, wie die Farben zusammen wirken. In meinem melierten Schussgarn habe ich neben Natur- auch deutliche Grautöne gesehen, von denen ich dachte, dass sie in dem dunkleren Uni-Garn wieder aufgenommen werden. Aber insgesamt dominiert am  Schal eher ein Naturton.


Insgesamt fällt der Schal auch eher etwas "mächtig" aus - das hatte ich mir auch weniger deutlich vorgestellt. Nun habe ich, einmal um den Hals gewickelt, eine ordentliche "Packung":


Hier erstmalig ausgeführt auf einem Spaziergang bei frühlingshafter Sonne.

Was habe ich gelernt?
Wieder einiges über das Zusammenspiel von Farben bei einem Gewebe in Leinwandbindung. Wenn sich zwei Farben in Kette und Schuss vermischen entsteht ein neuer Farbeindruck. Das einzuschätzen und vorauszusehen, ist etwas, das ich fast schwieriger zu lernen finde als die eigentliche Webtechnik. Wenn man da einen falschen Griff tut, kann das fertige Gewebe z.B. schmuddelig aussehen. Das ist mir kürzlich bei meinem zweiten Satz Küchenhandtücher passiert. Ich war zu enttäuscht, um das zu bloggen.
Meine Webbücher enthalten Kapitel über Farbenlehre - die muss ich nochmals gründlicher lesen.