Mittwoch, 6. Dezember 2023

Quickie Nr. 0 - Prolog

Wie oft habe ich hier auf dem Blog schon gesagt, dass ich öfters posten will? Und es dann doch nicht gemacht habe. Zum Teil lag und liegt es daran, dass mir meist ausführlichere Posts vorschweben, mit viel Text und ordentlichen Fotos. Das alles braucht Zeit und die nehme ich mir inzwischen seltener. 

OK, jetzt will ich es mal so versuchen: kürzere Posts mit weniger Fotos aber die mit Sorgfalt gemacht und ausgesucht. Thematisch möglichst mit einem kleinen Ausrufezeichen.

Ich werde diese Posts „Quickie“ nennen und heute gibt es den ersten in einer Nullnummer. Mein Plan: Im nächsten Jahr möchte ich dann jeden Monat einen Quickie-Post veröffentlichen.

Quickie Nr. 0

Im letzten Jahr habe ich mal mit Stoffstreifen gespielt, die ich zuvor zum Binden von Eco Print-Rollen (in diesem Post ganz gut zu sehen, wenn man ein wenig scrollt) verwendet habe. Diese Bänder haben durch den Färbeprozess natürlich auch Farbe abbekommen und behalten. Diese Farbspiele fand ich so schön, dass ich die Streifen zunächst für Geschenkbänder vorgesehen hatte. Einige Streifen habe ich nun auf passende Länge geschnitten, für mehr Stabilität auf Ripsband genäht, zur Hälfte gelegt und Metall-Endstücke für Schlüsselanhänger an den offenen Enden befestigt.

Das schaut dann so aus:


Der Stoff ist eine weiße baumwollene Tisch- bzw. Bettwäsche mit Webmuster, den ich einfach in Streifen gerissen habe. Der Stoff ist dicht gewebt und franst nur minimal, so dass ich die Streifen offen aufgenäht habe.


Diese Schlüsselanhänger werden, zusammen mit anderen selbstgemachte Kleinigkeiten, demnächst bei einer Weihnachtsfeier verschenkt.

Sonntag, 26. November 2023

Stoffspielereien im November 2023

 Die Stoffspielereien sind heute, am letzten Sonntag im November bei Kerstin zu Gast, die das Thema "Schneeflocken" vorgeschlagen hat.


Meine erste Idee war: Schneeflocken häkeln; meine zweite: Ist das nicht zu banal und unkreativ? Bei der Suche nach Vorlagen habe ich schnell festgestellt, dass das nicht unbedingt so ist. Es gibt allein viele schwierige und herausfordernde Häkelmuster, die die Handarbeiterin in mir angesprochen haben. Und Kreativität ist gefragt bei der Überlegung: Was kann ich mit den Motiven alles machen?

Also los: Garn war vorhanden und begonnen habe ich mit einem einfachen Motiv und mich dann an ein etwas schwierigeres gewagt.


Das einfache Motiv war dann letztlich so verführerisch - schnelles Merken der Stiche, fertig in ca. 10 Minuten, gut nebenbei machbar - , dass das Ganze etwas eskaliert ist:


Ich bin bewusst vom Schneeflocken-Weiß abgewichen und habe mich bei den Farben ausgetobt.

Anfangs sind die Motive ja noch etwas unförmig ...



... so dass erst ein Spannen die Form gut herausbringt:


Das habe ich allerdings nicht bei allen Schneeflocken so gemacht, denn das wäre mir dann doch etwas zu aufwändig geworden. Ich habe sie letztlich mit etwas Sprühstärke versteift, dabei allerdings nur gepresst und nicht gebügelt, denn das hat das Motiv für meinen Geschmack zu platt gemacht. Da nun ca. 30 Exemplare entstanden sind, deren Anfang- und Endfaden ich zu Aufhängern gearbeitet habe, bietet sich an, die Schneeflocken an adventliche Zweige zu hängen. Soweit ist es aber leider noch nicht, da ich die Zweige erst noch beschaffen muss.


Eine zweite Idee für die "Weiterverarbeitung" der Häkelmotive ist ebenfalls noch nicht vollendet. Dafür habe ich sieben gleiche, weiße Flocken gehäkelt, die ich zu einem großen schneeflockigem Motiv  zusammennähen möchte.


Ich hoffe, das schaffe ich noch an diesem Nachmittag. Und vielleicht hat jemand von euch eine Idee, was ich mit dem großen (ca. 14cm Durchmesser) Exemplar machen könnte. Meine Ideen bisher: auf Stoff aufnähen und dann? Vielleicht extrem versteifen und ans Fenster hängen?

Kerstins Thema hat mich wieder zur Häkelnadel greifen lassen. Ich habe schon gesehen, dass das auch bei der einen oder anderen Mitspielerin so gewesen ist. Hier auf Kerstins Blog Stoffnotizen kann man es sich anschauen; dort wird alles gesammelt, was heute an Spielereien zusammen gekommen ist.

Im Dezember machen wir eine Winterpause und nächstes Jahr geht es dann weiter - mit folgenden Themen:

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Auf der Homepage der Stoffspielereien kann man einsehen, was in der Vergangenheit alles gewerkelt worden ist.

Und außerdem: Wer gern mitmachen möchte, aber keinen eigenen Blog hat, kann sich gern an Gabi, die Organisatorin der Stoffspielereien, wenden, denn sie hat einen Weg, um Gastbeiträge zu veröffentlichen. Hier ist eine Übersicht der Spielregeln.


Sonntag, 29. Oktober 2023

Stoffspielereien im Oktober 2023

Das Thema ist diesmal: Mosaik - Bruchstücke.

Ich habe kürzlich einen kleinen Wandquilt aus "Bruchstücken" - ich nenne sie jetzt mal so - genäht, den ich heute präsentieren möchte. In der Hoffnung, dass das noch dem Thema angemessen ist.



Das Muster fußt auf dem Ostomachion. Und da das mit Mathematik zu tun hat, lasse ich wieder (wie auch hierhier und hier) meinen Mann zu Wort kommen, der sich auf diesem Gebiet viel besser auskennt.

Das Ostomachion ist ein dem Tangram ähnliches Puzzle, das mit Archimedes von Syrakus in Verbindung gebracht wird.

Über das Leben von Archimedes weiß man wenig Gesichertes. Er lebte von 287 v.u.Z. bis etwa 212 v.u.Z. in der Hafenstadt Syrakus auf Sizilien, die damals ein Teil Griechenlands war. Zur Verteidigung seiner Stadt soll er u.a. Wurfgeschütze erfunden haben, die auch funktioniert haben sollen, im Gegensatz zu Entwürfen von da Vinci. Sowohl zur Mathematik als auch zur Physik hat er bedeutende Beiträge geleistet. Einige seiner mathematischen Überlegungen haben noch die neuzeitliche Mathematik befördert, besonders die Analysis.

Die Teile des Ostomachion kann man - wie beim Tangram - verwenden, um interessante Figuren zu legen. Diesen Aspekt erklärt auch die Wikipedia. Für Archimedes waren aber zwei andere Aspekte wichtig:

1) Die Flächeninhalte der verschiedenen Teile sind alle ganzzahlige Vielfache des Flächeninhalts der kleinsten Figur, also das Doppelte oder das 7-fache, nicht aber das 1,5-fache.Ein Quadrat so anspruchsvoll aufzuteilen, passt gut zu Archimedes’ Freude an komplizierten Fragestellungen. Die Größenverhältnisse wurden bei der Farbgebung zugrunde gelegt. Die beiden kleinen blauen Dreiecke entsprechen der Flächeneinheit und das Bild zeigt die Vielfachen.

2) Man kann mit den 14 Teilen natürlich unendlich viele phantasievolle Figuren legen. Archimedes dachte aber darüber nach, auf wieviele Arten sich aus den Teilen ein Quadrat legen lässt. Das sind ganz schön viele, wie man seit 2003 weiß. Mit einem Computerprogramm fand der Mathematiker Bill Culter 536 wirklich unterschiedliche Möglichkeiten. Auf wieviele Möglichkeiten Archimedes gekommen ist, weiß ich nicht.

Soweit der Göttergatte.

Wie bin ich darauf gekommen? Bei einem Museumsbesuch in Iraklion, Kreta, gab es im Shop das Ostomachion als hübsches Legespiel mit den 14 Teilen aus Messing auf einer Holzplatte.

Ich habe dann die Abbildung vom "Beipackzettel" als Vorlage genommen ...


... und mir eine Skizze gemacht mit der Farbaufteilung:


Beispiel: Die mit 12 gekennzeichnetes Flächen (5 Stück) haben den gleichen Inhalt und haben die Farbe grün bekommen. Usw.

Ich habe hauptsächlich mit der Foundation Paper Piecing-Technik gearbeitet. Die Quilterinnen unter uns werden wissen, wie das geht, für alle andern versuche ich eine kurze Erklärung: Die einzelnen Teile werden mit Nahtzugabe zugeschnitten und auf ein original großes Papier genäht, wobei man eine gewisse Reihenfolge beachten muss, damit es klappt. Das Papier wird nach Fertigstellung entfernt.

In meinem Fall musste ich mir die Reihenfolge gut überlegen. Ich habe mir die Mittellinie, die das Quadrat halbiert, zu Nutze gemacht, zunächst jeweils die zwei Bildhälften separat zusammengesetzt und diese dann mit einer langen Naht verbunden. Dummerweise habe ich vom Entstehungsprozess keine Fotos.

Mein Stapel Cona-Cotton aus dem Vorrat hat die Farben hergegeben, die ich für eine Darstellung mit der richtigen Aussage brauchte. Dann waren meine Nähfähigkeiten gefragt: Die Nähte sollen schön aufeinander treffen, spitze Winkel wollen gemeistert werden und am Ende muss in der Mitte alles passen.

Wenn man genau hinschaut, kann man sehen, dass ich eine andere Aufteilung gewählt habe, als bei den Messingteilen; da war mir die untere rechte Ecke mit den spitzen Winkeln zu schwierig zu nähen ....

Kleiner Exkurs:

Dieser Quilt ist der dritte in einer kleinen Reihe von mathematischen Quilts, die alle die gleiche Größe, den gleichen schwarzen Rand und das gleiche graue Binding haben. Sie hängen im Zimmer meines Mannes nebeneinander. Wenn ich meinen Blog durchgehe auf der Suche nach den Posts über diese Quilts, sehe ich, dass ich sie gar nicht gepostet habe! Ups! Sehr nachlässig von mir. Ich sollte das nachholen. Aber einen Link kann ich hier anbringen: Dieser Post zeigt vier flächenmagische Quadrate, die ich als Untersetzer gearbeitet hatte. In Groß (55x55cm) gibt es ein Motiv aus dieser Reihe. Und da ist wenigstens ein weiterer mathematischer Quilt, der gepostet ist: Die Möndchen des Hippocrates. Das Sierpinski-Dreieck habe ich auch in Stoff "verewigt", aber leider auch nicht gepostet. Also, da gibt es einiges nachzuholen.

Nun aber zurück zu den Stoffspielereien von heute!

Elvira sammelt auf ihrem Blog die Spielereien von diesem Monat, bitte hier klicken, um alle Beiträge zu sehen und zu lesen.

Am letzten Sonntag im November gibt es die letzten Stoffspielereien in diesem Jahr (im Dezember ist Weihnachtspause); da erwartet uns das jahreszeitlich passende Thema "Schneeflocken", vorgeschlagen von Kerstin/Stoffnotizen. Sehr willkommen sind immer neue Stoffspielerinnen, die sich beteiligen möchten. Eine Einladung findet sich auch auf der Homepage der Stoffspielereien. Dort werden auch die Themen für das nächste Jahr veröffentlicht.

Samstag, 30. September 2023

Ein schnelles und ein weniger schnelles Projekt

Das schnelle Projekt zuerst:

Es ist ein Täschchen für den e-reader, genäht aus einem Rest Handgewebe, bei dem ich ein paar Farben ausprobiert habe.


Der Reader sitzt so stramm drin, dass das Täschchen keinen Verschluss braucht. Es dient auch nur zum Schutz wenn ich das Gerät in der Tasche trage. Die Rückseite:


Die Original-Webkante bildet den oberen Rand, so dass ich hier nicht säumen musste. Es gibt nur zwei Nähte, unten und an einer Seite; sie sind nur soweit versäubert, dass sich nichts auflöst. Das Reststücken Gewebe hat gerade so ausgereicht.

Gerade suche ich, ob ich das "Original-Gewebe", bei dem dieses Restchen angefallen war, hier gepostet habe - die Antwort ist nein. Es gibt aber Fotos bei Ravelry (Anmeldung erforderlich).

Das etwas größere Projekt ist eine neue Umhängetasche, die ich nach dem schon einmal realisierten Vorbild "Gatherer Crossbody Bag" (freie Anleitung auf der Robert Kaufmann-Seite) genäht habe. Jetzt habe ich allerdings den Schnitt etwas vergrößert, da es die eine oder andere Gelegenheit gab, bei der mir Variation 1 ein wenig zu klein war.


Abgesehen von der Größe habe ich noch ein paar Änderungen vorgenommen. Hier gibt es einen Magnetverschluss.


Die Anschussteile für den Gurt kommen nicht aus der Seitennaht, sondern sitzen an der oberen Taschenkante. Da ist genug Platz und inzwischen leuchtet mir auch nicht ein, warum sie anders angebracht sein sollen - außer aus optischen Gründen. Aber das ist ja eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und auf der Taschenrückseite habe ich eine Paspeltasche für's Telefon eingearbeitet.


Auf dem Foto leider ohne Telefon - damit musste ich ja fotografieren. ;) Ich fand es zuweilen unpraktisch, immer erst die Tasche aufmachen zu müssen, wenn ich (unterwegs bzw. auf Reisen) mal schnell etwas fotografieren wollte.

Innen gibt es zwei Reißverschlusstaschen (hatte ich aber in der ersten Tasche auch schon, nur war eine etwas zu klein geraten; das ist jetzt besser) und ein in der Seitennaht des Innenfutters mitgefasstes Schlüsselband incl. Karabiner.


Die Stoffe sind alle aus dem Bestand. Der Außenstoff ist der Rest einer Hose (auch nicht gebloggt, sehe ich), den Kontrast-Stoff habe ich mit Siebdruckschablonen selbst gemacht und das Futter ist ein Stück aus der Restkiste. Deshalb alles ein bisschen wirr, aber man sieht ja nicht alles gleichzeitig. Die Schnalle am Tragegurt ist auch aus dem Kleinteile-Kästchen - ich hätte lieber eine aus Metall gehabt, aber das hatte ich nicht da. Der Reißverschluss ist vom Meter, versteht sich.

Irgendwie ist an der Tasche nicht alles so gerade wie ich es mir im günstigsten Fall vorstelle, aber das sieht wahrscheinlich wieder mal kaum einer außer mir. Und im Gebrauch wird es eh' nicht auffallen. Also, kein Gemecker an dieser Stelle.

Der Praxistest steht noch aus. Tatsächlich ist die Tasche gerade erst fertig geworden. So zügig habe ich schon lange nicht mehr gebloggt! Wenn sich das alles bewährt, habe ich noch Stoffe mit schwarzem Muster hier liegen.





Sonntag, 24. September 2023

Stoffspielereien im September 2023

Herzlich Willkommen zu den Stoffspielereien! Dies ist das erste Treffen nach der zweimonatigen Sommerpause und ich hoffe, die Stoffspielerinnen haben die Zeit  - unter anderem - genutzt, um etwas zum Thema "handgenäht" zu werkeln.

Ich durfte als Gastgeberin das Thema wählen und, ehrlich gesagt, habe ich es ausgesucht, um endlich einmal mit der Hand zu quilten; doch dazu später.

Zunächst folgt hier die Sammlung der eingegangenen Arbeiten. Wenn ihr euch in der Liste nicht wiederfindet, hinterlasst bitte einen Kommentar mit einem Link zu eurem Beitrag. Die nachfolgende Liste wird im Laufe des Tages ergänzt.

  • Silvia (Petersilieundco) näht einen Hawaiiquilt.
  • Karen (feuerwerkbykaze) zeigt uns den Beginn ihres Passacaglia-Quilts.
  • Tyche (tychestouch) hat einen Seidenkimono bestickt.
  • Ute (123 Nadelei) hat Krabbeltierchen gestichelt.
  • Gabi (made with blümchen) hat gesmockt.
  • Kerstin (Stoffnotizen) hat ein Shirt mit Revers-Appliqué à la Alabama Chanin genäht.
  • Elvira (zwischen-en-durch) präsentiert einen komplett handgenähten Quilt.
  • Gabriele (langer-Faden) hat ebenfalls einen ganzen Quilt mit der Hand genäht.
  • Merlecolibri sendet noch einen Beitrag aus Frankreich mit einer textilen Collage.


Wie oben angekündigt, habe ich einen ersten Versuch gemacht, mit der Hand zu quilten. Ich habe mir mit der Wahl des Themas selbst einen Schubs versetzt, nach etlichen maschinengequilteten Arbeiten, die Stiche endlich einmal mit der Hand zu machen. Der Quilt sollte eine mittlere Größe haben und nicht allzu schwer zu nähen sein. Meine Wahl fiel auf ein Labyrinth.

Die Mustervorlage ist aus dem Netz; die Größe und das Vorgehen beim Zusammenfügen habe ich mir dann selbst ausgedacht. Statt jedes der 5x5cm großen Quadrate einzeln aneinander zu nähen habe ich beim Betrachten der Vorlage gemerkt, dass man viele schwarz-weiße Pärchen und einige rein schwarze bzw. weiße Pärchen braucht, um diese wiederum zu Vierergruppen zusammenzusetzen. Denn davon gibt es nur drei Typen:


Das fand ich sinnvoll und wahrscheinlich auch zeitsparend, denn man kann Kette nähen und vermutlich war es auch weniger fehleranfällig. Es hat nur einen Nachteil: die Nahtzugaben liegen ein bißchen wirr und nicht, wie man das beim Patchwork gern hat, gleichmäßig in die eine bzw. andere Richtung.


Nachdem alle Teile zusammengenäht waren, bin ich zu der Patchworkstoff-Händlerin meines Vertrauens (im Nachbardorf!) gegangen und habe mich beraten lassen. Ich habe nicht nur die richtigen Nähnadeln und einen Quiltrahmen bekommen, sondern auch wertvolle Tipps. Einer davon war, nur die weißen Flächen zu quilten. Auf die Idee wäre ich selbst nicht gekommen. Aber so gefällt es mir ganz gut. Nun, den Quiltrahmen habe ich schließlich garnicht benutzt - ich kam damit nicht zurecht. Und einen Fingerhut für die Hand unter dem Quilt habe ich auch nicht gebraucht, jedoch an der rechten Hand, die die Nadel hält und durch den Stoff schiebt, war er unverzichtbar.

Meine Stiche sind noch ziemlich unregelmäßig und die Abstände zwischen den Reihen sind nicht ganz gleich, aber für ein Anfänger-Projekt geht es.


Der Quilt ist 74x74cm groß und hat ein unsichtbares Binding. Die rückseitige Aufhängung ist noch nicht dran und der passende Platz ist auch noch nicht gefunden. Ach, und einen Namen braucht er auch noch - eine Idee habe ich schon.

Spaß hat es mir die Handquilterei durchaus gemacht und sie ging auch schneller voran, als ich zu Beginn gedacht habe, aber ich werde in Zukunft wahrscheinlich doch das Maschinenquilten vorziehen, denke ich. Die ausgesprochenen Handarbeiten finden bei mir dann eher an einem anderen Ort statt.

Soviel für heute; das nächste Thema für den letzten Sonntag im Oktober lautet: Mosaik/Bruchstücke.

Die Stoffspielereien haben eine eigene Webseite: https://stoffspielereien.net/ - klick doch mal.


Dienstag, 29. August 2023

Des Rätsels Auflösung ....

Am Ende meines letzten Posts habe ich euch raten lassen, welche Pflanze ich für eine Färbung im Topf habe. Ich weiß, das war schwer, aber es war von mir ja auch nicht so richtig ernst gemeint.


Die Pflanze heißt: Amaranth Hopi Red Dye. Ich hatte vor zwei Jahren die Pflanze in meinem Garten gezogen und auch damit gefärbt. Alles war abgeerntet und die Pflanze ist ja auch nur einjährig. Voriges Jahr hatte ich sie nicht im Garten, aber dieses Jahr sind noch ein paar im Boden verbliebene Samen aufgegangen und prächtig gediehen.


Das war die Menge Pflanzenmaterial für zwei Stränge Garn. Das Geniale: Man braucht keine Hitze! Klein schneiden, kalt einweichen, abseihen, das (gebeizte) Garn einlegen und ca. 24 Std. drin lassen. Herausnehmen, spülen und fertig.


Das Rosa ist nicht sehr kräftig; wahrscheinlich erscheint es auf dem Foto dunkler als in natura. Aber mit dem Rosa bin ich im Trend, oder ....?

Amaranth Hopi Red Dye ...? Was ist das eigentlich? Die nordamerikanischen Hopi Indianer haben diese Pflanze zum Färben verwendet. Da sie essbar ist, kann man auch Lebensmittel damit einfärben. Hier kann man noch etwas dazu nachlesen. Ich werde in der Hinsicht mal etwas ausprobieren, zumal noch ein paar Pflanzen im Beet stehen.

Info zum Garn: Merino/Seide 80/20%, LL 400m/100g. Das ist das Garn, das ich immer zum Färben verwende. Das ist eine gute Qualität und es hat die richtige Stärke für meine Webarbeiten. 


Montag, 21. August 2023

Gefärbtes und Gewebtes und ein Ausblick

Oh weh - über zwei Monate gab es hier keinen Post! Das will ich heute mit einen kleinen Beitrag ändern.

Zuletzt hatte ich einen handgewebten Schal gezeigt - auch heute beginne ich damit.


Das sind zwei Schals, die sich ähneln, denn das Garn für die Kette (Längsfäden) habe ich in der gleichen Art gefärbt. Nämlich jeweils zur Hälfte mit Grautönen und einer Kontrastfarbe: weinrot bzw. türkis.


Beim Schären der Kette war ich positiv überrascht, wie gut sich die Farben verteilt haben. Als Schussgarn (Querfäden) habe ich ein dünnes, anthrazitfarbenes Konengarn aus Baumwolle doppelt verwendet. Das hat sich nach dem Waschen sehr schön aufgeplustert, so dass die Schals wunderbar weich geworden sind. Das Webmuster nennt man übrigens Diagonalköper.

Für den nächsten Schal habe ich auch wieder selbst gefärbte Wolle für die Kette verwendet - diesmal war sie pflanzengefärbt und, weil es eine gute Entscheidung war, habe ich auch hier das gleiche Baumwollgarn (doppelt genommen) verwendet, nur in einer anderen Farbe (blau).


Dieses Muster heißt Diamantköper.

Jetzt zeige ich euch noch eine Pflanzenfärbung, die gerade erst vor ein paar Tagen entstanden ist. Als mein Mann unseren Kirschbaum geschnitten hat, fiel mir auf, dass ich noch nie eine Rindenfärbung gemacht habe. Gut, das Abschälen der Rinde war nicht so prickelnd, aber mit einem scharfen Messer war das zu machen. Die Rindenstücke habe ich ein paar Tage eingeweicht.

Dabei dürfte eine Fermentation eingetreten sein, was man durch den etwas unangenehmen Geruch bemerken konnte. Dann habe ich die Rinde ca. eine Stunde köcheln lassen. Am nächsten Tag wurde abgesiebt und das gebeizte Garn kam in den Topf. Langsam erwärmen - das schont das Garn.

Weil das immer noch gemüffelt habe, habe ich das draußen gemacht. Dann durfte das Garn über Nacht im Sud abkühlen. Mehrere Spülgänge waren nötig, auch einer mit einem Schuß Essig. Der restliche "Duft" verfliegt hoffentlich noch.


Es ist ein schönes Senfgelb.

Das letzte Foto zeigt eine weitere Färbung, jedoch nur die Stufe 1 - das Einweichen des Pflanzenmaterials:


Was das wohl ist?

Freitag, 2. Juni 2023

Handgewebter Schal aus pflanzengefärbten Garnen

Ich habe eigentlich einige fertige Arbeiten, die ich hier zeigen könnte, aber ich kann mich in letzter Zeit nur schlecht dazu aufraffen, Blogposts zu schreiben. Aber heute gibt es dann doch einen Bericht von meiner letzten Webarbeit.

Es ist ein Schal aus einem Merino-Seiden-Garn, das ich mit den Blättern der Edelkastanie (taupe, für die Kette) und Krapp und Kamala (lachsfarben, für den Schuss) gefärbt habe.


Das Besondere sind die kleinen Perlen, die ich an den Fransen aufgefädelt habe. Die Inspiration aus dem Netz kam zeitlich gerade recht.

Wenn die Webarbeit fertig ist, wird sie zunächst gewaschen, was die Fasern "aufblühen" lässt. Der Unterschied zwischen vorher und nachher ist oft beträchtlich. In meinem Fall hier ist der Schal sehr schön weich geworden.

Dann habe ich die Fransen auf die gleiche Länge geschnitten:


Und dann die Perlen mit Hilfe einer feinen Häkelnadel aufgefädelt:


Vom Fransendrehen mit dem von meinem Mann konstruierten und 3D-gedruckten Wickler (hier zu sehen, etwas scrollen) habe ich leider kein Foto, aber fertig sieht das so aus:


Zunächst dachte ich, ich hätte mir mein dieser Art Fransen viel Arbeit eingehandelt, aber das Ganze ging schneller als gedacht. Das Fransendrehen braucht seine Zeit, aber das hätte ich ja ohnehin machen müssen.

Mit Entfernung betrachtet eher dezent, aber das ist gut so. Die Perlen sind so leicht, dass sie den Schal nicht spürbar beschweren.


Info:

Garn: Merino/Seide (70/30%), LL 400m/100g

Kette: gefärbt mit den Blättern der Edelkastanie, Garnverbrauch: 100g

Schuss: gefärbt mit Krapp und Kamala (nacheinander), Garnverbrauch: 140g

Webgerät: Louet Erica Tischwebstuhl (4 Schäfte) - hier ist ein Foto, etwas scrollen

Blatt: 50/10

Muster: Bird'e Eye, Handweaver's Pattern Book, Seite 72

Maße: 29,5cm breit, 190cm lang mit Fransen

Die Garne für den nächsten Schal habe ich mir bereits herausgesucht - ich habe zwei Kisten, mehr oder weniger gefüllt mit selbstgefärbten Garnen. Die Webarbeiten werde ich nicht alle behalten oder als Geschenke weitergeben wollen/können, deshalb kann es gut sein, dass in Zukunft das Eine oder Andere hier zum Verkauf angeboten werden wird....



Montag, 3. April 2023

Improv Quilt

Neulich beim Scrollen und Klicken im Netz fällt mein Blick auf: Improv Quilt. Das war mir zwar nicht unbekannt, aber ich hatte bisher noch keinen Drang, es auszuprobieren. Die Lektüre zweier Posts einer Bloggerin in der Schweiz war schließlich Schuld, dass ich mich an diese besondere Patchwork-Technik herangewagt habe.

Man arbeitet in der Regel mit Resten. Oh-oh: Die Reste meiner Patchworkstoffe passen in zwei mittelgroße Schuhkartons. Würde das ausreichen? Die oben verlinkte Quilterin rät in ihren beiden vorgestellten Projekten zu einer gewissen Struktur. Man könnte ja auch einfach drauflos puzzeln, was natürlich eine Möglichkeit ist und auch gemacht wird. Aber die Idee, dass man mit einer gewissen Struktur einen optischen Zusammenhalt schafft, hat mir eingeleuchtet. Die vorhandenen Reste mussten also passen und ausreichen, um diesen Weg zu beschreiten.

Ich habe farblich sortiert in grau, grün beige und rot, blau, braun. Jeder Dreiergruppe habe ich einen Stoff zugeordnet, der mit jeder Einzelgruppe harmoniert. Das war zumindest der erste Ansatz.

Mit grün habe ich begonnen und bin dabei ungefähr der im Netz gefundenen Anleitung gefolgt; habe Rechtecke zusammengepatcht, die alle einen zwei Zentimeter breiten Streifen des strukturgebenden Stoffes enthalten. So sieht das Zwischenergebnis aus:


Dann habe ich mir die grauen Stoffe vorgenommen und den gemusterten Stoff in der gleichen Weise eingebaut:


Ungefähr zusammengefügt sah das dann anfangs so aus:


Das ist es irgendwie noch nicht. Auch das Ruhenlassen und erneut Anschauen hat mich noch nicht weiter gebracht. Hilfreich war auch das Anschauen des Fotos. Der Struktur-Stoff ist mir zu dominant. Wahrscheinlich werde ich die Blöcke noch zerschneiden. Beim grünen Ensemble sticht das Hellgrün zu sehr heraus. Und dann fürchte ich, dass der Struktur-Stoff doch nicht so gut zu meiner kleinen Sammlung an beigen Stoffen passt:


Ich kann ihn natürlich einfach weglassen und nur bei einem Pärchen bleiben.

Bei der zweiten Gruppe (rot, blau, braun) werde ich nach erneuter Sichtung die blauen Stoffe weglassen, denn sie harmonieren weniger gut mit dem Kombi-Stoff.


Das würde dann am Ende auf zwei Pärchen hinauslaufen (grün und grau bzw. braun und rot), was durchaus Sinn macht und meinem Durchhaltevermögen entgegen kommen dürfte.

So weit bin ich bis jetzt. Ich habe vor, nach und nach daran weiterzuarbeiten und hier die Zwischenergebnisse zu posten. Davon erhoffe ich mir auch eine Belebung des Blogs.

Übrigens: Der oben verlinkte Blog hat es mir angetan und ich habe beim Sichten schon mehr Zeit verbracht, als vernünftig ist .... Mir gefallen die Arbeiten der Quilterin ausgesprochen gut.

Hat jemand von euch Lust, auch einen Improv Quilt zu nähen? Muss ja nicht groß sein; meine angepeilte Größe ist wahrscheinlich 20x30cm.

Sonntag, 26. Februar 2023

Stoffspielereien im Februar 2023

Das Thema in diesem Monat heißt: Stoffreste - und das ist ein weites Feld!


Das hat mich, ehrlich gesagt, zunächst etwas abgeschreckt, denn dieses Thema macht sehr, sehr viel möglich. Aber dann habe ich meine kleine Spielerei mit Resten gefunden: Ich habe Knöpfe bezogen.

Ein Blick in die Knopfschachtel (die mal eine Stoffspielerei war) hat ein paar geeignete Exemplare hervorgebracht, mit denen ich zunächst angefangen habe.


Na ja. Ich habe dann schnell herausgefunden, dass es auf den Stoff und sein Muster ankommt, wenn es wirken soll. Die sichtbare Fläche ist halt sehr klein.

Zunächst habe ich den Durchmesser des Stoffkreises, den ich pro Knopf brauche, geschätzt; es lief auf etwas weniger als den doppelten Knopfdurchmesser hinaus.


Ich habe mir aus Pappe Schablonen geschnitten, die ich als "Schnittmuster" verwendet habe. Knapp am Rand habe ich mit Vorstichen einen Faden eingenäht, mit dem ich dann den Stoff auf der Rückseite des Knopfes zusammenziehen konnte.


Und dann habe ich solange mit kleinen Stichen genäht, bis das Ganze zusammengehalten hat. Bei manchen Knöpfen sah das am Ende ganz ordentlich aus, bei manchen auch nicht.


Das Stoffmuster vom ersten Foto hat mir für die Knöpfe am besten gefallen. Der mittlere Knopf springt ein wenig aus der Reihe - vielleicht mache ich ihn nochmal neu.


Und dann waren meine Knöpfe mit Stiel aufgebraucht, aber ich hatte noch Lust auf mehr. Da mache ich mir die Stiele doch selbst:


Ich habe mir aus Silberdraht Ösen zurecht gebogen, die Enden durch die Löcher am Knopf geschoben und  umgebogen. Ein Stückchen Vlies zur Polsterung steckt zwischen Draht und Stoff. Also, das war eine Fummelei und hat mir den Spaß ein wenig verdorben. Fazit: Stielknöpfe sind weit besser geeignet. Probleme kann auch ein stärker fransender Stoff machen. Fransenstopp hatte ich nicht da (wollte ich auch nicht extra kaufen), also habe ich es mit farblosem Nagellack versucht. Der hat leider den Stoff zu sehr versteift - also nicht wirklich zu empfehlen. Am besten ist es, man hat einen dicht gewebten und damit nicht fransenden Stoff wie Popeline oder Patchwork-Stoff.

Nun habe ich mich noch bemüht, meine Knopf-Parade ansprechend zu fotografieren.

Diese kennen wir schon ...

Diese kennen wir schon ...


Bei diesen Knöpfen habe ich die Öse aus Draht angebracht. Der Stoff ist übrigens ein Rest von dieser Bluse - acht Jahre alt und ich trage sie immer noch.


Diese Knöpfe ließen sich leider nicht gut fotografieren. Der Stoff ist eine Bouretteseide, die sich in dieser Bluse (ganz unten) wiederfindet. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich sie bei unserem Stoffspielerinnen-Treffen im letzten Jahr getragen.

Wie gesagt: Es war für mich eine echte Spielerei. Ob ich die Knöpfe einmal verwenden werde, weiß ich nicht; weiß auch nicht, wie haltbar und waschbeständig sie wären.

Nett war, dass mich die Reste, die ich hervorgekramt habe, an die Kleidungsstücke erinnert haben, die ich einmal daraus genäht habe. Aus der Reihe springt allerdings der erkorene Lieblingsstoff für dieses Projekt (siehe oben), denn den habe ich als Rest gekauft.

Heute sammelt Ines auf ihrem Blog Nähzimmerplaudereien alle Werke zum Thema Stoffreste. Vielen Dank für das Thema. Im März steht das Thema Sashiko an, was wir zwar schon einmal im Juli 2014 hatten, aber das ist lange genug her und vielleicht - hoffentlich - finden sich noch ein paar neue Mitmacherinnen. Lies dir doch mal auf der Homepage der Stoffspielereien die Abläufe, die nächsten Themen und ihre Termine durch und lass dich inspirieren.

Edit: Schreibfehler verbessert: Stiel statt Stil!