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Mittwoch, 6. März 2024

Me Made Mittwoch: 3 mal Blazer Flachs

Me Made Mittwoch? Ups, da habe ich lange nicht mitgemacht. Teils, weil ich wenig genäht habe, weil ich keine Fotos hatte oder auch weil ich schlicht und ergreifend nicht daran gedacht habe.

Aber heute habe ich ein neues Modell (und zwei ältere), Fotos und habe schließlich auch rechtzeitig daran gedacht, einen Blogpost zu schreiben.


Ich habe den Blazer "Flachs" genäht. Das ist ein Kaufschnitt von JusAsui. Momentan ist die Homepage nicht zu erreichen, aber man kann den Schnitt bei anderen Anbietern bekommen, zum Beispiel hier.

Die Form der Jacke hat mir gleich gefallen und obwohl ich ganz selten Einzelschnitte kaufe, habe ich hier zugeschlagen.

Zunächst habe ich aus einem einfachen Baumwollstoff ein Probemodell genäht, das sich als tragbar erwiesen hat. Und weil es einfach sein und schnell gehen sollte, habe ich die im Schnitt vorgesehenen Paspeltaschen mit Klappe durch aufgesetzte Taschen ersetzt. Die Klappen verdecken die Nahtstelle, die für die Paspeltaschen vorgesehen war. Ich habe die Jacke im letzten Jahr häufig angehabt. 

(Mit authentischen Knittern.)

Dann folgte eine Jacke aus einem hellen Stoff aus einem Materialgemisch (Baumwolle, Leinen, Wolle), den ich als Coupon einmal während eines Urlaubs bei Moessmer in Bruneck, Südtirol gekauft habe. Auch hier habe ich die schnellere Taschenvariante genäht. Der Stoff ist eher locker gewebt; da wollte ich kein Risiko eingehen. Auch diese Jacke habe ich schon oft getragen.


Übrigens (wenn man da mal auf einer Reise hinkommt): Ein Besuch bei Moessmer lohnt sich, finde ich, auch wenn die regulären Stoffe vom Ballen ihren Preis haben. Es gibt aber immer günstigere Coupons und größere Reste. Die Qualität der Ware ist jedenfalls top. Und es gibt Wolle auf Konen in allen Regenbogenfarben. Alles aus eigener Produktion.

Der Blazer "Flachs" ist ungefüttert. So habe ich auch meine beiden bisherigen Modelle gearbeitet. Aber ich wollte noch eine wintertaugliche Jacke, die dann natürlich gefüttert sein musste. Ich habe mir also einen Futterschnitt gezeichnet. Der Stoff ist diesmal ein Wollstoff von Zuleeg, ein schwarz-weinroter Hahnentritt, der soweit ich das heute sehe, nicht mehr im Sortiment ist.


Und so ist ein "Klassiker" entstanden, auch hier wieder mit aufgesetzten Taschen, die alle ein bißchen sacken, obwohl sie verstärkt und gefüttert sind; "Chanel-Style" eben. Diese Jacke werde ich vermutlich noch lange tragen können. Ich bin sehr zufrieden.


(Auf jedem Foto ist der Rotton des Stoffs wieder ein wenig anders. Es ist ein Weinrot.)

Beim Klick auf den Link oben in meinem ersten Satz gelangt man zur Sammlung der MMM-Modelle vom März.



Freitag, 16. Februar 2024

Quickie Nr. 2 - Pyjama

Im Winter trage ich gern Flanell-Pyjamas. Als ich einen alten, abgetragenen ersetzen wollte, gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Materiel schwierig. Schließlich  habe ich einen Stoff im örtlichen Handel gefunden. Schwarz-grellpink kariert fand ich doch ein wenig "laut" und ich konnte mir einen kompletten Schlafanzug aus diesem Stoff nicht vorstellen.


Gut, man liegt die meiste Zeit unter der Decke, es ist dunkel und man hat die Augen zu .... Schließlich habe ich die Sache mit einer einfarbigen Hose gedämpft und Paspeln für einen optischen Zusammenhalt genäht.


Im ersten Foto kann man bei genauem Hinschauen schwarze Paspeln an den Ärmelkanten erkennen; am Kragen wären sie auch schön gewesen, aber das habe ich schlicht und ergreifend vergessen. Beim nächsten Schlafanzug werde ich daran denken.





Sonntag, 12. Februar 2023

Herrenhemd aus Baumwoll-Flanell

In der kalten Jahreszeit trägt mein Mann gerne Flanellhemden. Selbst wenn inzwischen ein paar im Schrank hängen - ab und zu muss ein neues her.

Die Suche nach einem geeigneten Stoff war zunächst nicht einfach - Qualität, Farbe und Muster sollten ja stimmen - aber dann wurde ich fündig und habe bei der Gelegenheit sogar einen für mich neuen Stoffshop* entdeckt.


Der Schnitt war da; ich musste ihn nur aus dem Ordner nehmen - gefühlt schon hundertmal genäht.

Bei karierten Stoffen verzichte ich auf die klassische Verarbeitung des Ärmelschlitzes und fasse nur ein.  Das sichert mir eine saubere Optik, denn beim Karomuster hätte ich den Ehrgeiz, dass alles millimetergenau im Musterverlauf genäht ist und das ist durchaus mühsam und führt häufig zu mehrfachem Auftrennen.

Was ich allerdings inzwischen immer mache, ist, die Ecken der Manschetten abzurunden und auch die Naht der Brusttasche wird oben mit kleinen Dreiecken - im Foto praktisch nicht zu sehen - gesichert.

Die Passe ist immer doppelt und wenn sie im schrägen Fadenlauf zugeschnitten wird, ist die innere Passe im geraden Fadenlauf; das verhindert ein Verziehen. Genauso verfahre ich bei den Manschetten. Hier hat der Stoff für einen schrägen Zuschnitt allerdings nicht ausgereicht.

Die letzten Arbeitsschritte sind immer die Knopflöcher und Knöpfe. Nach dem Aufschneiden der Knopflöcher versäume ich es nicht, die Fadenenden, die dabei entstehen, abzuschneiden und vor allem die flottierenden Fäden abzuschneiden.


Würde man das nicht tun, bliebe man früher oder später doch mit dem Knopf darin hängen und würde einen Faden ziehen, was im schlimmsten Fall einen üblen Schaden anrichten würde. Ist mir alles schon passiert.


In den letzten Wochen und Monaten stand das Weben bei mir im Vordergrund; momentan nähe ich wieder mehr. Nach dem Hemd ist jetzt eine Hose (für mich) dran, die zugeschnitten schon seit letztem Sommer hier lag. Das wäre nach Fertigstellung dann das erste Modell für's Frühjahr.


* https://marieskit.com/ Habe auch noch einen Flanell für mich gekauft, der aber noch nicht verarbeitet ist.  Wahrscheinlich muss das bis zum Herbst warten.



Mittwoch, 1. Februar 2023

Me Made Mittwoch: Zwei Jacken aus zwei Meter Stoff

Wenn ich das richtig sehe, mache ich heute nach einem Jahr Pause mal wieder beim Me Made Mittwoch mit.

Ich habe auch gerade passend etwas Neues zu zeigen. Und ich habe Fotos, was bei den schlechten Lichtverhältnissen, die wir im Moment haben, auch schon eine Leistung ist.

Im Dezember habe ich bei Pavani 2m mehrfarbigen Musterwalk erstanden, aus dem ich eine Schalkragen-Jacke nähen wollte. Wir hatten gerade diese kalten Tage und ich hatte Bedarf an etwas Wärmendem.

Den Schnitt hatte ich in der Vergangenheit schon ein paarmal genäht, d.h. das Schnittmuster musste ich nur aus dem Ordner nehmen. Passformprobleme gibt es bei diesem locker sitzenden Modell ohnehin nicht.


Der Schnitt ist aus burdastyle 01-2011-126 und ich sehe aus meinen Aufzeichnungen, dass ich ihn im März 2011 zum ersten Mal genäht habe. Dieses Modell existiert inzwischen nicht mehr, aber ein paar andere Exemplare aus Jersey und leichtem Sweat hängen noch in meinem Schrank.


Bei dieser Version habe ich den durchgehenden Schalkragen um 6cm verschmälert. Der Walk ist voluminöser; da schien mir das angebracht und es hat sich gezeigt, dass das die richtige Entscheidung war.

So sieht die Schnittzeichnung aus:


Da ich es hier mit einem nicht ausfransenden Walk zu tun hatte, konnte ich auf Säume verzichten. Und da die Webkanten ganz schön waren, habe ich die Schnittteile so aufgelegt - also quer - , dass sie zu den Kanten an den Säumen wurden.


Auf diesem Foto kann man den Stoff auch besser sehen; das sind schöne Farben, die zu schwarz und auch zur klassischen Jeans passen. Ein Oberteil in grün oder senfgelb wäre schön ...

Wahrscheinlich konnte ich wegen des schmaleren Kragens die Schnittteile stärker zusammenschieben - jedenfalls hatte ich noch so viel Stoff übrig, dass es für eine zweite Jacke gereicht hat:


Die Ärmel sind jedoch aus einem kräftigeren Jersey und die Knopfleiste aus einem leichten Wollstoff. Hier wollte ich ein nicht dehnbares Gewebe haben, damit ich bei den Knopflöchern keine Probleme bekommen würde. Ist auch alles gut gegangen.

Für diese Jacke kann ich keinen Schnitt angeben, denn die Teile haben ich mir von verschiedenen anderen Modellen zusammen gesucht. Die Jacke hat weder Teilungsnähte noch Abnäher. Also alles ganz easy.

Die Jacken habe ich inzwischen schon sehr oft getragen und bin sehr zufrieden damit. (Anmerkung zum ersten Foto: Natürlich sind die Vorderteile gleich lang.)

Fehlt nur noch der Verweis auf den Me Made Mittwoch-Blog, wo der virtuelle Laufsteg der Selbernäherinnen zu sehen ist.


Mittwoch, 2. Februar 2022

Me Made Mittwoch im Februar 2022: Jeansbluse

Mein Kleiderschrank ist im Moment eigentlich ganz gut bestückt. Ich suche nun nach den echten Lücken, die ich füllen kann. Kürzlich war das eine Weste, jetzt ist es eine Jeansbluse:


Der Schnitt ist wieder die Ottobre-Bluse aus Heft 5/2012, die ich schon ein paarmal genäht habe (siehe Liste meiner Schnittbesprechungen). Der Stoff ist ein leichter  und weicher Jeansdenim von Pavani - damit hatte ich eine gute Wahl getroffen.

Damit die Bluse nicht ganz und gar schlicht ausfällt, habe ich Biesen an den Vorderteilen, am Rücken und an den Manschetten genäht.



Das war eine Übung in exaktem Nähen! Kleinste Abweichungen sind sichtbar - meines Erachtens zumindest. Und es sind auch ein paar da, aber damit kann ich leben.

Da ich mir nicht sicher war, ob es mir gelingen würde, an den Ärmelmanschetten genau zwischen zwei Biesen ein Knopfloch zu sticken, habe ich an einem Ende ein glattes Stück angesetzt. Die Optik gefällt mir.


Bei der Wahl der Knöpfe habe ich nach Exemplaren gegriffen, die ich mal in der Knopfschatulle meiner Mutter gefunden hatte. Sie gefallen mir hier ganz gut.

Ist jemandem der Gürtel aufgefallen? Er ist auch me made - mehr dazu demnächst.

Zu guter Letzt noch der Link zur Me Made Mittwoch-Seite.

Freitag, 7. Januar 2022

Shirt aus burdastyle 08/2021 Modell 115 - Kragen-Tutorial

Vor ein paar Tagen habe ich beim Me Made Mittwoch ein Burda-Shirt mit einem besonderen Kragen gezeigt, dessen Verarbeitung vielleicht nicht ganz einfach ist. Ich musste mir die entsprechende Stelle in der Anleitung auch erst ein paarmal durchlesen und einen längeren Satz in zwei Teile aufteilen um zu verstehen.

So sieht der fertige Kragen am Shirt aus:


Und so sehen die Schnitteile aus:

In der folgenden Anleitung heißt Teil 22 bei mir "das kleine Vorderteil" und Teil 21A "das große Vorderteil (VT)". Ich finde, mit diesen Bezeichnungen ist klarer, welches Teil gemeint ist. 

Alle Markierungen vom Schnitt auf den zugeschnittenen Stoff übertragen, auch den Umbruch am Kragen. Beachten, dass die VTe bei einfacher Stofflage zugeschnitten werden und dabei die Seiten (rechts, links) beachten.

Ich beginne mein Tutorial ab Punkt 2 in der Burda-Anleitung:

  • am großen VT die Abnäherlinien re auf re übereinander legen; stecken damit nichts verrutscht; noch nicht nähen
  • am kleinen VT steckt bei Nahtzahl 2 die rote Stecknadel

  • am großen VT steckt die unterste Nadel an der Abnäherspitze (ebenfalls NZ 2, rote Nadel)

  • am kleinen VT bleibt der Besatz gefaltet, am großen wird er wieder aufgeklappt
  • jetzt den gefalteten Abnäher so auf das kleine VT legen, dass die beiden Nahtzahlen 2 übereinander liegen
  • das große VT steht am Abnäher über
  • beachten, dass die Nahtlinien von Abnäher und kleinem VT übereinander liegen - deshalb steht die NZG vom kleinen VT über
  • stecken oder heften und auf der Abnäher-Nahtlinie zusammennähen
  • den Kragen (Teil 24) an das Rückenteil nähen und die NZG in den Kragen bügeln - wichtig, damit beim Zusammennähen (die nächsten beiden Schritte) die NZG auf der richtigen Seite liegen
  • das VT mit der re Seite nach oben auf den Tisch legen und die Besätze am Ausschnitt nach außen legen
  • das Rückenteil mit dem Kragen re auf re darauf legen
  • Schulter- und Kragenkanten bündig aufeinander legen
  • an der rechten Seite des Shirts trifft die Kragenansatznaht am Rückenteil genau auf die Abnähernaht am VT (rote Nadel) und die Markierungen für den Kragen-Umbruch vorn und hinten (rote Nadel) treffen aufeinander - heften bzw. stecken und nähen

  • an der linken Seite des Shirts ebenso verfahren: Die Markierungen für den Kragen-Umbruch treffen aufeinander (grüne Nadel) und die Kragenansatznaht trifft auf die Markierung am (kleinen) VT (grüne Nadel) - heften bzw. stecken und nähen

  • die Zugaben gut zurückschneiden - damit sich die Rundung besser legt - und versäubern
  • den Kragen an den Umbruchlinien nach innen legen und den Kragen hinten über der Ansatznaht feststecken (und hier habe ich geheftet, damit die folgende Naht gut gelingt) und von außen in der Nahtrille festnähen
Der Abnäher des Shirts dient also nur dazu, das kleine Vorderteil mit dem großen zu verbinden. Der Kragen fällt locker ein wenig nach vorn und unten und erinnert an einen Wasserfallkragen.
Damit dieser Effekt gut 'rauskommt, empfiehlt es sich einen mittelschweren Jersey zu verwenden und nicht an der Qualität zu sparen.

Ich bin mit meinen drei Versionen sehr zufrieden, vor allem auch, weil der Kragen ein wenig wärmt aber am Hals nicht einengt.

Das schwarze Shirt, das ich als erstes genäht habe und das sozusagen mein Probemodell gewesen ist, habe ich nicht fotografiert, aber das zweite, das im Rahmen der Stoffspielereien entstanden ist, kann man sich  hier ansehen.

Danke für euer Interesse an diesem Schnitt. Ich kann ihn wirklich nur empfehlen. Auch wenn mit meinem kleinen Tutorial die Arbeitsweise immer noch nicht ganz klar sein sollte, wage ich vorherzusagen, dass das Nähen des Shirts gelingt, denn sobald man die Teile vor sich liegen hat, wird man die Schritte nachvollziehen können.

Falls ihr das Shirt näht, würde ich mich auf ein Feedback und ein Foto freuen. Viel Erfolg!



Mittwoch, 5. Januar 2022

Me Made Mittwoch im Januar 2022: Shirt und Jacke

First things first:

Allen Leserinnen und Lesern meines Blogs wünsche ich alles Gute für 2022.


Ich habe sehr lange nicht beim Me Made Mittwoch mitgemacht; die Schwerpunkte beim kreativen Hobby verschieben sich halt gelegentlich. Heute passt es aber wieder einmal. Der Januartermin ist seit Jahren immer Gelegenheit im Rahmen des MMM, das Lieblingsmodell des Vorjahres zu zeigen.

Ich habe im vergangenen Jahr eher wenig genäht - andere Hobbys hatten Vorrang (weben, färben). Aber zuletzt habe ich ein Shirt und eine Jacke genäht, zwei Modelle, die ich sehr mag und die ich jetzt spontan zu meinen Lieblingsmodellen küren möchte.

Das Shirt:


Der Schnitt ist aus burdastyle August 2021, das Modell 115. Beim Durchblättern des Heftes war er mir gleich aufgefallen und hat wegen des ungewöhnlichen Kragens den Wunsch geweckt, ihn auszuprobieren.


Inzwischen habe ich das Shirt schon dreimal genäht. Zunächst aus einem einfachen schwarzen Jersey aus dem Vorrat - das war der Testlauf.  Den kleinen Abnäher am Ärmel habe ich entfernt und ein paar Änderungen waren im Rücken auf der Höhe der Ärmel nötig, die ich dann sofort auf das Schnittmuster übertragen habe, da mir klar war, dass es nicht bei diesem einen Shirt bleiben würde. Das zweite ist im Rahmen der Stoffspielereien entstanden (Link zum Blogpost). Und nun das dritte, das sein Entstehen auch dem Umstand zu verdanken hat, dass ich zufällig einen gemusterten Jersey gesehen hatte, der farblich genau zur geplanten Jacke passt.


Auf der Schnittskizze oben kann man erkennen, dass der Kragen speziell ist. Ein Quasi-Rollkragen, der sich drapiert und so halsfern ist, dass er einerseits nicht einengt und andererseits angenehm wärmt. Der Kragen ist nicht ganz einfach zu nähen und ich musste die Burdaanleitung mehrfach lesen um durchzusteigen, aber wenn man's einmal kapiert hat, ist es nicht schwer.

Beim Nähen des dritten Shirts habe ich einige Fotos gemacht; sollte also jemand Interesse haben und eine detailliertere Anleitung als die im Heft benötigen, könnte ich einen separaten Post darüber schreiben. Bitte melden.

Die Jacke:


Diese Jacke aus einem feinen Merinostrick war schnell genäht. Nicht nur weil ich den Schnitt in den zurückliegenden Jahren schon mehrfach genäht habe, sondern auch weil er recht einfach gehalten ist. Verschlusslos und mit einem breiten Schalkragen, der bis zum Saum reicht. Hier die Schnittskizze, ebenfalls aus einem Burdaheft, aber schon zehn Jahre (Januarheft 2011) alt:


Beides zusammen ist bei mir im Moment fast unschlagbar:


Auch beim Schreiben dieses Textes trage ich die Jacke - kombiniert zur schwarzen Hose und mit einem schlichten schwarzen Shirt.

Gerade schaue ich durch meine Aufzeichnungen vom letzten Jahr und finde noch folgendes Erwähnenswertes:

  • eine Jacke und eine Weste, genäht aus eigenem Handgewebe,
  • eine Kapuzenjacke mit Zipper, ein praktisches Teil, das eine Lücke im Schrank füllt,
  • zwei Kurzarmshirts mit Alabama Chanin-Stickereien,
  • eine Jacke für meinen Mann,
  • ein Kleid aus Leichtsweat und
  • zwei Taschen (!)
Ich habe Links gesetzt, wenn es dazu einen Blogpost gibt; die Kapuzenjacke sollte ich gelegentlich noch nachreichen.

Und nun übergebe ich an den Me Made Mittwoch-Blog, wo heute die Beiträge zum Januarthema zusammengetragen werden.


Mittwoch, 17. November 2021

Jerseykleid - rot, blau, bunt

Inzwischen kaufe ich Schnittmuster-Zeitschriften nur noch, wenn etwas Interessantes für mich drin ist. Das war bei der neuen Ottobre (Herbst/Winter 2021) der Fall. Der Schnitt des Jerseykleids Nr. 12 hat mir sofort gefallen. Und obwohl ich nun wirklich kein weiteres Kleid "brauche", habe ich Nähpläne geschmiedet als ich kurz darauf bei einem Onlinehändler (bei dem ich ohnehin etwas bestellen wollte) einen geeigneten Stoff gesehen hatte.


Da bei meinem Stoff die Schnittführung des Modells nicht zu erkennen ist, verlinke ich hier die Seite bei Ottobre-Design - in der Übersicht ist es die Nummer 12.

Nach dem Kopieren des Schnittmusters habe ich - wie eigentlich immer - die Teile mit einem bewährten Muster aus meinem Ordner verglichen und festgestellt, dass ich bis auf ein paar kleine Korrekturen fast alles so übernehmen kann. Die Oberweite habe ich ein wenig reduziert, in dem ich den Bogen am oberen Vorderteil etwas abgeflacht und etwas Weite keilförmig herausgenommen habe (senkrecht einschneiden und die Teile etwas übereinander schieben). Im Nachhinein würde ich sagen, dass das gar nicht unbedingt nötig war. Falls ich aber das Kleid nochmals und dann aus einem einfarbigen Stoff nähen sollte, würde ich die vordere Quernaht etwas nach unten verlegen, damit sie besser unter der Brust verläuft. Wenn bei einem einfarbigen Stoff die Nähte gut zu sehen sind, wäre das sicherlich schöner. Schließlich habe ich den Ausschnitt noch etwas erhöht indem ich beim Kopieren einfach der Linie für die größte Größe gefolgt bin. Ein Kleid, das ich in der kühleren Jahreszeit trage, sollte nicht so großzügig ausgeschnitten sein.


Für dieses Kleid habe ich einen Leichtsweat verwendet; m.E. ist das die ideale Qualität für dieses Modell.  Mein Stoff sieht auf den ersten Blick wild gemustert aus, aber auf den zweiten Blick ist eine Regelmäßigkeit zu erkennen, was mir glücklicherweise rechtzeitig aufgefallen ist. 

Ich kann mir auch vorstellen, dieses Kleid mit gekürzten Ärmeln als Sommerkleid zu nähen, vielleicht sogar ärmellos.

Aber jetzt bin ich erst einmal sehr zufrieden mit dem neuen Stück und hoffe, dass ich es häufig tagen werde.

Sonntag, 31. Oktober 2021

Stoffspielereien im Oktober 2021

Heute bin ich endlich einmal wieder dabei, bei den Stoffspielereien, diesmal zum Thema "Punkte und Kreise".


Ich habe das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden und das Thema auf ein Kleidungsstück angewendet.

Allerdings habe ich dafür meine Kreise manipuliert indem ich sie zu Spiralen aufgeschnitten habe. Ziel war, ein Jersey-Shirt mit spiralförmigen Applikationen zu besticken, wie man sie bei Alabama Chanin findet. Ich besitze zwei Bücher von ihr und konnte mich an die dort abgedruckte Anleitung halten. Größe, Farbe und Aufteilung musste ich aber selbst finden - und das war gar nicht so einfach.

Aber der Reihe nach: Ein zur Probe ausgeschnittener Kreis hat sich kräftig eingerollt, was als Spirale aufgeschnitten noch heftiger war. Glücklicherweise hatte ich eine Dose Sprühstärke im Haus. Das hat den Jersey ausreichend stabilisiert, so dass alles besser handhabbar war.

Ich habe Kreise in vier Größen ausgeschnitten:


 

Nun mussten die zugeschnittenen Spiralen auf dem Vorderteil meines Shirts platziert werden - eine schwere Entscheidung:


Ich hatte noch mehr Versionen; diese habe ich wahllos herausgepickt.
Gestickt habe ich mit dreifädigem Sticktwist in der Farbe des Shirts (dunkelblau) - die Spiralen sind petrolfarben - vielleicht sehen sie auf anderen Monitoren anders aus?

Zum Schnitt des Shirts sollte ich noch etwas sagen, bevor ich das fertige Shirt zeige. Es handelt sich um Modell 115 aus dem Burdaheft vom August diesen Jahres. Es hat einen interessanten Kragen - irgendwo zwischen Rollkragen und Wasserfall. Das hat mich sofort interessiert und ich war sicher, dass ich den Schnitt ausprobieren würde. Und dies ist auch schon das zweite Modell, was heißt, dass es mir total gut gefällt. 



Hinten habe ich nur eine Spirale in der Mitte unter dem Kragen aufgenäht:



Die Ärmel haben auch etwas abbekommen, aber sie sind nicht gleich:


Vielleicht nähe ich noch eine weitere große Spirale mitten auf die rechte Schulter, habe ich mir überlegt.

Die Art, wie die Spiralen auf dem Stoff sitzen, gefällt mir wirklich gut. Durch das Aufsticken wölben sie sich etwas, was dem Ganzen eine gewisse Dreidimensionalität verleiht und gleichzeitig auch lebendiger wirkt.



Ja, beim Sticken hatte ich das Gefühl, es kommt Leben hinein. Das lässt mich den Entschluss fassen, auch einmal einen Quilt mit der Hand zu nähen - da dürfte das selbe Gefühl aufkommen.

Das Shirt habe ich vor ein paar Tagen fertiggestellt und trage es heute zur "Feier" der Stoffspielereien, die diesmal von Christiane auf ihrem Blog "Schnitt für Schnitt" gesammelt werden. Ich bin sicher, da werden wieder ganz tolle Arbeiten zu sehen sein. Danke für das Thema und einen herzlichen Gruß an die Mitspielerinnen.

Dieses Jahr wird es nur noch einen weiteren Termin geben. Am 28. November lädt Tyche ein zu "Glitzer tröstet". Da wir im Dezember hauptsächlich mit Weihnachten beschäftigt sein werden, gibt es keinen Termin aber im neuen Jahr heißt es dann wieder:

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?

Sonntag, 4. Juli 2021

Sommerliche Stehkragenhemden für den Ehemann

Nachdem sich hier auf dem Blog einen guten Monat nichts getan hat, mede ich mich heute mit zwei Näharbeiten zurück.

Diesmal nicht für mich, sondern für meinen Mann. Da er bei warmen, sommerlichen Temperaturen gern etwas Luftigeres als ein T-Shirt trägt, sind in den letzten Jahren Stehkragenhemden mit kurzen Ärmeln entstanden. Nun musste der Bestand aufgestockt werden.

Ein schönes Leinen lag noch vom letzten Jahr im Schrank, das ich für dieses Projekt gekauft hatte, aber zu spät, denn dann war plötzlich der Sommer vorbei und das Nähen hätte keinen Sinn mehr gemacht. Nun hatte ich es rasch zur Hand und konnte loslegen.


Ich habe das vielfach erprobte Schnittmuster für das klassische Hemd genommen und das Vorderteil an der vorderen Mitte am Stoffbruch angelegt; das Rückenteil ist unverändert geblieben, nur die Passe ist hier einlagig. Für die Pololeiste habe ich die Anleitung im Burda-Nähbuch zur Hilfe genommen - genausogut hätte ich auch etwas im Netz gefunden. Für den Stehkragen habe ich den Kragensteg ein wenig abgewandelt, vor allem auch, weil ich den Halsausschnitt etwas vertieft habe.


So war das Hemd relativ schnell genäht. Leider ist mir die Pololeiste ein wenig lang geraten, was erst beim Tragen aufgefallen ist. Jetzt werde ich sie noch etwas weiter zunähen.

Diesen keinen Fehler habe ich beim zweiten Hemd natürlich nicht gemacht:


Auch dieser Stoff lag im Schrank; auf dem Foto mag er vielleicht wie ein Pyjamastoff aussehen, aber angezogen sieht das Ganze sehr OK aus.

Hier war die nähtechnische Herausforderung, die Pololeiste so hinzubekommen, dass sie genau ans Muster passt. Es ist mir relativ gut gelungen  - vielleicht einen Millimeter versetzt, aber das können wir verschmerzen.


Von diesem Stoff hatte ich mal die Restmenge vom Ballen zu einem unwiderstehlichen Preis ergattern können und habe deshalb noch reichlich da. Tatsächlich war da schon die Idee, einfach ein zweites, identisches Hemd zunähen ...

Während ich dies noch schreibe, dämmert mir, dass ich die ersten Hemden dieser Art auch auf dem Blog gezeigt habe - und tatsächlich, sie sind da! Vor neun Jahren gepostet und bis auf das weiße Exemplar sind noch alle Hemden im Gebrauch.

Was tut sich sonst so bei mir? Nun, dieser Sommer ist ein Färbe-Sommer, hauptsächlich mache ich Pflanzenfärbungen, von denen ich ja im April bereits etwas gezeigt hatte. Nun ist noch einiges hinzugekommen und es geht noch weiter. - Demnächst in diesem Theater!

Sonntag, 23. Mai 2021

Zwei Shirts mit Alabama Chanin-Stickerei

Als mir kürzlich auffiel, dass mein Bestand an Kurzarm-Shirts eher klein ist, habe ich meinen Stoffvorrat durchforstet auf der Suche nach Material, um Abhilfe zu schaffen. Einen Stoff habe ich gefunden, der für ein ganzes Shirt ausreichend war, für ein zweites habe ich zwei Stoffe kombiniert. Beide Shirts haben gemeinsam, dass ich sie mit Stickereien nach Alabama Chanin verziert habe.

Weißes Shirt

Um die Doppelung zu erreichen, die für die Alabama Chanin-Technik gebraucht wird, habe ich den vorderen Besatz verbreitert, mit Vlieseline bebügelt, links auf rechts (!) aufgelegt und angenäht. Nach dem Wenden des Besatzes auf links liegt seine rechte Seite oben - so wie es für die Stickereien gebraucht wird.

Das Motiv habe ich selbst entworfen und zunächst auf Papier vorgezeichnet:

Die durchgehende Linie habe ich aufgeschnitten, das Papier aufgelegt und mit einem wasserlöslichen Stift durchgemalt. Die anderen Motive habe ich frei Hand aufgezeichnet.

Zum Sticken habe ich einen dreifädigen Sticktwist verwendet und mich für Rückstiche entschieden; das gefällt mir besser und womöglich ist die Haltbarkeit auch besser. Innerhalb der Stickerei wird die obere Lage des Jerseys knappkantig weggeschnitten, wodurch der unten liegende Stoff sichtbar wird. Oft wird bei dieser Technik Stoff in zwei Farben verwendet; ich wollte jedoch einen Ton-in-Ton-Effekt.

Die Linie oder Ranke ist mir ein wenig breit geraten; wenn ich es nochmals machen würde, würde sie schmaler ausfallen. Schließlich habe ich noch kleine Kreise aufgenäht:



Blau-grünes Shirt


Design und Aufteilung der beiden Stoffe geht zu 100 Prozent auf die vorhandene Stoffmenge zurück - ich hatte nicht allzu viel. Deshalb ist der für die Stickerei unterlegte Bereich auch immer nur so groß wie es für das einzelne Motiv nötig war. Der Rücken ist komplett blau - das brauche ich nicht zu zeigen.

Genau genommen wurde hier ja mehr genäht als gestickt, aber ich denke, ich darf diesen Beitrag trotzdem bei Gabi verlinken, die eine Linkparty für Gesticktes hostet. Vielen Dank für die Möglichkeit.

Jetzt muss nur noch das Wetter etwas wärmer werden ... Dann wird sich auch die Gelegenheit ergeben, die Shirts angezogen zu zeigen.