Samstag, 13. Juni 2020

Solarfärbung: Das erste Glas ist geöffnet

Eins der beiden Gläser mit Färbegut zum Solarfärben habe ich nach zehn Tagen geöffnet und entleert. Zuerst das Glas nach dem Befüllen und dann nach zehn Tagen:



Im ersten Post dazu befindet sich eine Liste mit dem Inhalt des Glases. Die schwarzen Bohnen ganz unten im Glas sahen mir jetzt ein wenig "suspekt" aus - deshalb habe ich alles herausgenommen.
Der Baumwollsatin oben im Glas hat eine eher einheitliche Farbe aber ein marmorartiges Muster  bekommen:


Im Detail:


Das kräftige Gelb stammt sicherlich von der Kurkumawurzel.
Das Garn aus Wolle und Seide ist mehrfarbig:





Schön, oder?

Das Blau würde ich als kräftig Stahlblau beschreiben; wo es auf das Gelb der Kurkumawurzel getroffen ist, hat es grünliche Schattierungen hervorgebracht. Die zwei Sorten Zwiebelschalen (braun und rot) kann ich farblich auf der Wolle nicht so recht unterscheiden. Aber egal: diese Färbung gefällt mir ziemlich gut und ich hoffe, dass ich das demnächst auch vom Garn aus dem zweiten Glas sagen kann. Ich wollte die warmen Tage vom Wochenende noch abwarten und dann entscheiden, wann ich den Inhalt berge.

Samstag, 6. Juni 2020

"Smoke on the Water"

Deep Purple on the rocks:


Icedyeing mit Procion MX Deep Purple.






Heute nur Fotos, weil sie so schön sind.

Donnerstag, 4. Juni 2020

Gefärbte Holzperlen

Meine Färbungen mit Procion-Farben habe ich auf Holzperlen ausgeweitet. Ich hatte noch Material von meinen Pflanzenfärbungen im Vorrat.

in die Irre führendes Foto...
Wie bei Stoff oder Garn habe ich die Holzperlen zunächst in einer Sodalösung eingeweicht. Dann habe ich, um sie besser handhaben zu können, je 10 Perlen aufgefädelt und in die aufgelöste Farbe gelegt. Ich habe medium blue, bronze, oliv und bright yellow verwendet. Färbedauer: mehrere Stunden. Sodann, wie bei Stoff und Garn üblich, mindestens 12 Stunden eingepackt feucht ruhen lassen. Schließlich gespült und in einer Waschlauge heiß fixiert und nochmals gespült. Zum Trocknen, das nahezu 24 Stunden gedauert hat, konnte ich die Perlen an ihrem Faden aufhängen - das war wieder praktisch. (Jetzt erklärt sich schon das Foto oben.)


Das Foto zeigt die Perlen nach dem Trocknen; sie erscheinen matt.

Jetzt habe ich die Perlen mit einer Wachs-Öl-Mischung eingerieben, was ihnen zu einem matten Glanz verholfen und gleichzeitig noch die Oberfläche versiegelt hat (hoffe ich zumindest). Nach mehreren Stunden Ruhezeit habe ich das Holz mit einem Papiertuch abgerieben, um einen eventuellen Wachsüberschuss zu entfernen.

Diese Perlen werden nun wieder eine Halskette (wie zuvor die pflanzengefärbten).


Der Verschluss ist ganz einfach ein zur Schlaufe geknotetes Ende der verwendeten Lederkordel, die sich über eine eingeknotete Holzperle am anderen Ende zieht.

Nun muss ich allerdings noch herausfinden, ob die Perlen eventuell abfärben werden, weil sich noch überschüssige Farbe daran befindet und ob die Farbe überhaupt haltbar sein wird.

Und wenn diese Fragen positiv beantwortet sein sollten, kann ich mir noch überlegen, welche Färbungen mir besser gefallen: die natürlichen oder diese hier mit den Säurefarben. Es kann natürlich gut sein, dass ich diese Frage gar nicht beantworten möchte.

Übrigens: Im ersten Foto oben sieht man die Garne, mit denen ich die Perlen zusammengebunden hatte. Sie sehen eigentlich ziemlich schön aus und das, obwohl sie vorher nicht in der Sodalösung waren. Die Farbkombination werde ich mir jedenfalls merken.

Montag, 1. Juni 2020

Erste Solarfärbung 2020

Kürzlich hatte ich bereits erwähnt, dass in 2020 bei mir wieder mehr gefärbt werden soll.

Diesem Vorsatz folgend habe ich heute zwei Solarfärbungen angesetzt. Letzte Woche hatte ich mir weitere Färbewolle im Strang und erstmals die Kaltbeize AL besorgt. Diese macht der Färberin wirklich das Leben leicht, spart Zeit und Energie. Wie dar Name schon sagt, wird (im Gegensatz zu Alaunbeize) kalt gebeizt und man muss eigentlich nichts tun, als das Garn (oder den Stoff) in die Beize legen und acht Stunden warten. Man kann auch auf Vorrat beizen und die Ware bis zum Gebrauch einfach in der Beize liegen lassen. Diese Art der Vorbehandlung ist für Pflanzenfarben gedacht. Und meine Solarfärbungen sind Pflanzenfärbungen.

Das erste Glas:



Das zweite Glas:



Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ich dachte mir, ich poste in der nächsten Zeit immer wieder mal Fotos der Gläser, um die fortschreitende Färbung zu zeigen. Das kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Vielleicht hat ja die eine oder andere Lust, diesen Prozess hier zu verfolgen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Sonntag, 31. Mai 2020

Stoffspielereien im Mai 2020

Heute lautet das Thema der Stoffspielereien: Blumen, vorgeschlagen von den drei Damen vom Blog PeterSilie & Co. Dort werden auch die Beiträge, die über den Tag von den anderen Stoffspielerinnen veröffentlicht werden, gesammelt.

Ich habe für mein Projekt Blumen appliziert.



Ausgangspunkt war ein blau-naturfarbener Doppelmull-Baumwollstoff, der schon geraume Zeit bei mir lag. Ein Oberteil? Ein Kleid? Der Stoff allein hätte eher langweilig ausgesehen - er musste mit etwas aufgepeppt werden. Von einem blaugemusterten Leinen - ebenfalls doppellagig - hatte ich noch einen ordentlichen Rest (von diesem Oberteil). Es lief auf ein Kleid hinaus. Das Vorderteil habe ich auf der Höhe der Brustabnäher quer geteilt und das obere Teil aus dem gemusterten und das untere aus dem einfarbigen Stoff zugeschnitten. Der gemusterte Stoff hat leider nicht ausgereicht, um das auch beim Rückenteil so zu machen. Und dann brauchte ich ja auch noch Material für meine Applikationen. Dafür habe ich die Blüten ausgeschnitten, mir ein Layout auf dem Kleid ausgedacht und die Stoffstücke schließlich mit Sticktwist mit der Hand aufgenäht - eigentlich genau so, wie vor einiger Zeit bei einem Shirt. Dort hatte nur eine Blume ihren Platz gefunden und auch nur, um einen Fleck zu verdecken. Anschauen? - Hier.

Bei meinem Kleid sind die Blütenapplikationen also keine Fleckverdeckung sondern Design.


Das Foto zeigt mein Layout; ich hatte es sogar relativ schnell gefunden. Beim Positionieren ist mir aufgefallen, dass es schöner und ruhiger aussieht, wenn die Stoffstücke im gleichen Fadenlauf aufliegen.

oben im Fadenlauf, unten nicht
Da mein Blumenstoff zwei schöne Seiten hat, konnte ich noch eine Hell-Dunkel-Variation hineinbringen. Ich habe zunächst die Blumen nur grob ausgeschnitten, dann aufgenäht und zuletzt mit etwas Rand das Überstehende abgeschnitten. Die Kanten sollten offen bleiben und dürfen ein wenig fransen. Das das haltbar sein wird, weiß ich vom Shirt - siehe oben.


Ganz fertig bin ich leider nicht geworden, wie man auf den Fotos unten sieht. Die Quernaht im Vorderteil will ich nochmal ein Stück auftrennen und die angeschnittene Blume in der Naht mitfassen. Das Gleiche habe ich an der Schulter vor. Dann müssen noch die Besätze an Ausschnitt und Armlöcher sowie der Saum genäht werden.



Der Schnitt ist übrigens jener, den ich auch für mein "Rosenkleid" verwendet habe. Dazu trage ich immer ein Shirt. Ob ich das bei diesem Kleid auch so machen werde, weiß ich noch nicht sicher. Ich könnte es mir auch ärmellos vorstellen. Bevor ich die Armausschnitte nähe, muss ich mich entscheiden, denn für die Version mit Shirt darunter, brauche ich etwas mehr Weite.

Nun bin ich gespannt, welche "blumigen" Ideen die anderen Stoffspielerinnen haben und klicke rüber zu PeterSilie & Co.


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Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?
Im Juni bei Gabi (madewithbluemchen.at) mit dem Thema "Monogramme".

Montag, 25. Mai 2020

Ice-Dyeing - erster Versuch

Bereits zur Jahreswende hatte ich mir vorgenommen, dass 2020 wieder mehr gefärbt werden soll. Alles, was sich so für mich anbietet: Eco Print, Pflanzenfarben, Solarfärben, Siebdruck, Stempeln, Schablonieren und auch erstmalig Färben mit Procion MX Farben.



In dem Zusammenhang hatte ich von Ice-Dyeing gelesen. Was das ist? Bitte hier oder hier nachlesen. In Kurzform erkläre ich es hier mit meinem ersten Experiment.

Meinen Baumwollstoff habe ich ca. 15 Minuten in einem Waschsoda-Bad vorbehandelt. Dann wurde er zuammengeknüddelt auf einen Ablaufrost gelegt.


Komplett mit Eiswürfeln bedeckt und mit Farbpulver bestreut:


Diese Farben habe ich verwendet:


Nun muss man warten bis die Eiswürfel geschmolzen sind.

Bei mir hat sich die rote Farbe komplett durchgesetzt; sie sieht sogar eher pink aus:



Die entstandene Musterung gefällt mir ganz gut, die Farbe jedoch weniger. Deshalb wollte ich versuchen, einen zweiten Durchgang zu färben. Dafür habe ich den Stoff in drei Teile geschnitten. Ein Teil blieb wie er war, die beiden anderen bekamen eine zweite Eispackung mit "Pale Aqua" und "Bronze".


Wenn eine Farbe schon "pale" heißt ... Sie konnte sich wiederum nicht gegen das Pink durchsetzen; man sieht sie praktisch nicht:


Bronze erscheint eher durchgehend als differenziert:


Das ist meines Erachtens alles noch ausbaufähig. Da ich noch mehr Farben habe, werde ich demnächst weiter experimentieren; im Idealfall finde ich eine Farbe, die sich so verhält wie die vom zweiten Link oben.

Übrigens: Beim ersten Link oben gibt es noch mehr interessante Tutorials.

Samstag, 2. Mai 2020

Handgewebt: Bezüge für die Lesekissen

Die Lesekissen im Bett waren ein naheliegendes "Opfer" für meine nächste Webarbeit. Sie haben neue Bezüge bekommen.



Dafür habe ich endlich das Hahnentritt-Muster ausprobiert. Ich finde, es sieht auf den ersten Blick kompliziert aus und lässt den Laien denken, die Web-Anfängerin hätte es in kurzer Zeit schon weit gebracht. Aber dieses Muster ist ganz leicht: Bei den Kettfäden wechseln sich zwei helle und zwei dunkle Fäden ab und beim Schuss verfährt man entsprechend, zwei Schuss hell, zwei Schuss dunkel. Das ist schon der ganze Spass.



Die Kissen haben je eine Seite im Hahnentrittmuster; die zweiten Seiten sind unterschiedlich. Dafür habe ich Muster gewebt, die ich kürzlich ausprobiert habe.




Mit diesen Mustern bin ich weniger zufrieden. Das obere Muster - Dänisches Medaillon - wirkt besser, wenn man die gespannten Fäden stärker anzieht, das habe ich hier nicht getan. Das untere - Pfauenauge - käme effektvoller heraus, wenn ich ein deutlich dickeres Kontrastgarn verwendet hätte, oder dieses hier doppelt. Bei meinem Muster-Test (Link oben) kann man den Unterschied sehen.

Schön gleichmäßig ist es aber geworden:



Das verwendete Garn ist Drops loves you #9 für den Hahnentritt. Es ist 100% recycelte Baumwolle, etwas steifer als normale Baumwolle und eigentlich für eine Kissenhülle gut geeignet. Für die jeweiligen Rückseiten hatte ich nicht mehr genug dunkelblaues Garn von dieser Sorte und habe statt dessen Drops Safran im praktisch gleichen Farbton verwendet.

Eine weitere Webarbeit ist bereits fertig; ich werde sie aber erst zeigen, wenn ich wieder etwas Genähtes gepostet habe, denn das soll bei aller Begeisterung für das Weben, die sich bei mir in letzter Zeit bei mir breit gemacht hat, nicht zu kurz kommen. Der Me Made Mittwoch nächste Woche wäre schon eine schöne Gelegenheit, mir fehlen nur noch die Fotos.