Samstag, 9. Februar 2019

Pflanzengefärbte Holzperlen

Angeregt durch mehrere Blogbeiträge anderer Pflanzenfärberinnen (hier und hier) habe ich kürzlich begonnen, Holzperlen mit Pflanzenfarben zu färben. Mit Garnen und Stoffen mache ich das ja schon seit einiger Zeit - einschließlich Kontaktfärbungen, aka Ecoprint - aber die Idee, es mit Holz zu versuchen, war reizvoll.



Eine anständige Menge Holzperlen (100 Stück) gab es in meiner Nähe nicht im Laden zu kaufen, also musste ich bestellen. Leider habe ich keine Angaben, um welche Holzart es sich handelt. Buche ist es wahrscheinlich nicht; bei meiner Materialsuche habe ich festgestellt, dass Buche immer etwas teurer ist und ich habe für meine ersten Versuche eher nach der preiswerteren Ware gegriffen. Aber die Qualität war in Ordnung.

Zunächst habe ich immer fünf oder zehn Kugeln auf einen Faden gefädelt, diesen zusammen geknotet und dann in Alaun gebeizt. Die Alaunmenge, die bei Garn und Stoff immer nach dem Gewicht des Färbeguts berechnet wird, habe ich hier nur abgeschätzt.



Für den ersten Färbedurchgang habe ich rote Zwiebelschalen (zuvor eingeweicht und ausgekocht) verwendet. Tierische Fasern, wie Wolle und Seide färben sie olivgrün, wie ich wusste, hier hat das Ergebnis eher der Farbe der Schalen entsprochen:


Zusammen mit den Holzkugeln habe ich auch dünnes Baumwollgarn gefärbt, das gleiche, wie ich auch zum Zusammenbinden der Perlen verwendet habe. Das Garn ist deutlich brauner geworden als das Holz.

Braune Zwiebelschalen:



Holz vom Perückenstrauch (das ich von einem Drechsler bekommen habe):



 Purpurmöhren (geraspelt):



Schwarze Bohnen (kalt gefärbt):



Olivenblätter:



Um einen besseren Eindruck zu bekommen, empfehle ich, die Fotos durch Anklicken zu vergrößern, dennoch haben sie auf dem Bildschirm nicht die gleiche Farbintensität wie in natura (welche Überraschung ...!).

Meiner Erfahrung nach brauchen die Perlen wenigstens 24 Stunden bis sie durch und durch getrocknet sind und ein Aufhängen am Faden ist ebenfalls ratsam, um die gleichmäßige Färbung nicht zu beeinträchtigen. Dann habe ich die Perlen mit einer Wachs-Öl-Mischung eingerieben; das Rezept dafür habe ich von hier übernommen (danke!).

Was mache ich nun mit den Perlen? Na, erst einmal das Naheliegende: Ketten. Ich habe ein wenig mit dem herumprobiert, was ich in meiner Perlenbox hatte:

schwarze Bohnen und Olivenblätter

rote Zwiebelschalen und Perlen aus der Box

rote Zwiebelschalen mit einer selbstgemachten Walze aus Rakukeramik

Oder vielleicht auch ein Ohrring, wie hier angedeutet:


Und dann habe ich mich schließlich für eine Kette entschieden und sie mit Verschluss komplettiert:


Ein dickerer Faden, z.B. aus Leder, wäre schöner gewesen, er hätte jedoch nicht durch die Metallelemente gepasst. Nun, das muss ja alles nicht endgültig sein; ich werde zunächst testen, wie sich die Kette trägt, ob die Perlen am Ende abfärben oder ihre Farbe vorschnell verlieren.

Mit den Perlen habe ich allerdings nicht nur die kleinen Stränge Garn gefärbt, sondern auch noch Stücke meines gut gehüteten Seidensatins. Pflanzenfarben auf Seide sind einfach phänomenal:


Die Leuchtkraft ist besonders durch den Glanz der Seide großartig.

Ich hätte ja gern noch Perlen in einem Grünton gefärbt, habe aber dafür momentan kein Pflanzenmaterial. Außerdem brauche ich noch mehr Perlen, um demnächst Krapp zu testen und wenn ich die nächste Indigofärbung mache, werde ich natürlich auch Perlen mit in den Topf werfen.

1 Kommentar:

  1. Oh, ich finde das so faszinierend! Ich hätte nie gedacht, dass die Holzkugeln so schön werden - jetzt kannst Du immer die passende Kette zum Outfit färben. Und der Seidensatin ist auch so schön. Hoffentlich färben sie bei Hitze und/oder Feuchtigkeit nicht ab.
    Liebe Grüße
    Ines

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