Mittwoch, 5. Dezember 2018

Me Made Mittwoch: Hemdbluse(n)

Auf dem MMM-Blog ist im Dezember viel los: Der Weihnachtskleid Sew Along mit vier Terminen an den Sonntagen und der reguläre Termin am ersten Mittwoch des Monats - heute.

Ich habe eine Hemdbluse zu zeigen, die aus einem Patchworkstoff entstanden ist. Der Stoff war ein Spontankauf: gesehen, gemocht, gekauft. Eine Preisreduktion hat mir die Entscheidung noch erleichtert. Hemdblusen im klassischen Stil trage ich eigentlich häufig und gern, deshalb brauche ich auch von Zeit zu Zeit Nachschub.

Ich trage auch ganz gern kräftige Farben; die neue Bluse gehört in diese Kategorie:


Da sind einige Farben drin, die das Kombinieren leicht machen, auch das mag ich gern. Die sehr dunkle Grundfarbe ist ein Chamäleon, denn sie kann schwarzblau, schwarzbraun oder eben schwarz aussehen, je nach dem, was man dazu trägt. Mit der Jeans kombiniert, fühle ich mich leger aber gut angezogen.


Der Schnitt ist das Modell "Gardener" aus der Ottobre 5-2012, Mod. 7. Dies hier ist bereits meine vierte Version. Da ich mir meist einen kleinen Stoffschnipsel zum Schnitt in die Sichthülle stecke, werde ich beim Suchen eines Schnitts schnell fündig.


Die Bluse hat zwei Brusttaschen, die ich tatsächlich im Musterverlauf aufgesteppt habe. Das wäre bei diesem lebhaften Muster wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen, aber beim Zuschnitt der Taschen - ich mache das immer erst zum Schluss - hatte ich zufällig genau die Partie vor mir liegen, die gepasst hat. Aber dann muss es doch genau sein. Dafür habe ich die bereits existierende Schablone zu Hilfe genommen und wieder mit meiner Lieblings-Schneiderkreide, der flach gewaschenen Seife,  angezeichnet.


Links die Bluse, rechts der Stoff mit Schablone. Die kleinen Striche am Rand der Schablone markieren den Brustabnäher; das hilft bei der Orientierung. Unter der Schablone liegt übrigens das Seifenstück.

Zwei dieser vier Blusen habe ich schon einmal hier auf dem Blog gezeigt; die dritte fehlt noch und wird heute gleich mitgeliefert. Aber der Reihe nach:


Die erste Version mit dem quer geteilten Vorderteil, so wie es das Originalmodell vorsieht.


Die zweite Version aus einem Batikstoff, ohne Querteilung, dafür mit einfarbigen Garnituren.


Die dritte Bluse nach diesem Schnitt habe ich im Frühjahr bei einem Besuch als Touristin (nicht als Zuschauer einer Aufführung) in der Mailänder Scala getragen. Das Material ist diesmal ein leichtes Leinen mit Karo in natur/blau/braun.


Der Vierer-Reigen ist für heute komplett. Es könnten aber in Zukunft noch weitere Modelle nach diesem Schnitt folgen. Vom Leinen habe ich noch einen größeren Rest, der für eine Kurzarmbluse ausreichen dürfte; das wäre dann noch eine weitere Variante. Und ich brauche auch mal wieder eine weiße Bluse.

Mein Dank geht an die MMM-Organisatorinnen, die jetzt zur Jahreswende aus dem Team ausscheiden und an die Damen, die mit neuem Schwung die Leitung des MMM-Blogs übernehmen.
Schön, dass es weitergeht.

Sonntag, 2. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018 - erstes und zweites Treffen

Im Laufe der letzten Woche habe ich mich entschlossen, erst heute beim Weihnachtskleid Sew Along einzusteigen, da ich bereits konkrete Pläne hatte: Schnitt und Stoff standen bereits fest.

Eigentlich "brauche" ich gar kein Weihnachtskleid. Ich zehre immer noch vom Kleid aus dem letzten Jahr, das für mich wirklich etwas Besonderes war und ich denke, dass ich es auch in diesem Jahr an einem der Weihnachtstage tragen werde. Aber es ist der Nähspaß, den man hat, wenn im Rahmen eines Sew Alongs mit Gleichgesinnten der Näh-Community ein schönes Kleidungsstück für einen besonderen Anlass entsteht.

Ich werde einen Stoff aus meinem Vorrat verwenden. Es handelt sich um einen hochwertigen Baumwollstoff mit einer dunkelblauen und einer schwarzen Seite, wobei jeweils ein paar Fäden bzw. Punkte der Kombifarbe auf der anderen Seite durchschimmern - schwer zu fotografieren:



Ich habe vor, einen Schnitt wiederzuverwenden, aus dem ich bereits vor etlichen Jahren einmal ein Kleid genäht habe. Der Schnitt ist ziemlich alt, stammt aus dem Burdaheft vom Juni 2003 und ist ein Hemdblusenkleid. Ich werde ihn kaum verändern (mal die Hüftweite überprüfen ...), denn er passt im Prinzip gut und hat genau die Menge an Bequemlichkeit bei gleichzeitiger Figurnähe, die mir gefällt. Ich werde sogar die 3/4-Ärmel übernehmen, obwohl ich lange Ärmel eigentlich bevorzuge, nur den Kragen lasse ich etwas weniger spitz ausfallen.


Auf dem Foto ist ein Schnipsel des Stoffs zu sehen, aus dem das erste Kleid genäht ist; es ist ein Baumwollstoff mit Batikdruck. Das erste Kleid zeige ich dann noch demnächst.


Ich habe vor, beide Seiten des Stoffs einzusetzen. Blau für vordere und rückwärtige Mittelteile sowie  Ärmel und schwarz für Passe, Ärmelaufschläge, Unterkragen und die Seitenteile. Dann geistert mir noch die Idee von schwarzer Spitze im Kopf herum ... vielleicht an der Passe und an den Ärmelaufschlägen ... aber so recht weiß ich das noch nicht und es kommt auch darauf an, ob ich passende Spitze/Spitzenstoff finden werde.

Soweit mein Vorhaben. Nun verweise ich auf den MMM-Blog, wo heute die Hobbykolleginnen beim zweiten Treffen des Sew Alongs  ihre Weihnachtskleid-Projekte vorstellen. Ich bin gespannt. Die Präsentation der fertigen Kleider ist dann erst für den Zweiten Weihnachtstag vorgesehen - das finde
ich gut.

Sonntag, 25. November 2018

Stoffspielereien im November 2018: Sterne

Sternzeit 25112018.



Das ist so rätselhaft wie die unendlichen Weiten des Weltraums. Dennoch ist es das Ausgangsmaterial für meine Stoffsterne, die, stark vergrößert, in der Mitte so aussehen:


OK, das ist wieder rätselhaft, wird aber ganz schnell aufgelöst.

Am Anfang stand eine Recherche im Netz nach genähten Sternen aus Stoff. Da gibt es ja eine ganze Menge und das Eine oder Andere hatte mir auch gefallen, aber die Sterne, die den bekannten Fröbelsternen nachempfunden waren, haben mir am besten gefallen.



Der klassische Fröbelstern ist dreidimensional, was aus Stoff in dieser Form nur schwer oder gar nicht machbar ist (Gerade sehe ich bei Ines, dass das doch geht. Sie hat jedoch die Streifen zusammen genäht.); deshalb endet bei dieser Variante das Falten der Streifen bevor die Dreidimensionalität hergestellt wird. Anleitungen dafür gibt es im Netz: z.B. hier (viel Werbung, etwas scrollen) oder hier.

Die Beschreibung des Falt-Prinzips ist bei beiden Links gleich, nur in den Details unterscheiden sie sich. Meine Anmerkungen dazu:

  • Da ich genug Stoff zur Verfügung hatte, habe ich die Streifen in der Länge großzügig zugeschnitten; 32cm mindestens.
  • Ich habe die Stoffstreifen nach dem Bügeln mit meinen Bügelamboss beschwert, um die Knicke schärfer und haltbarer zu machen. Ein Vergleich von mit und ohne war deutlich. Ich habe auf die Absteppung der Streifen verzichtet.
  • Beim Ziehen der Streifen durch eine Schlaufe habe ich eine Pinzette zu Hilfe genommen.
  • Vor dem letzten Arbeitsgang habe ich die Streifen so auf Länge geschnitten, dass ein möglichst langes Ende in der Schlaufe steckt, jedoch ohne unten herauszuschauen. Nicht zu knapp abschneiden, sonst löst sich der Stern auf.
  • Nochmals Bügeln: Beim fertigen Stern habe ich zunächst die Zacken in vier Schritten gebügelt, dann die Mitte, die dicker ist, da mehr Stofflagen übereinander liegen, um dann wiederum den Bügelamboss daraufzustellen. 
  • Mein Prototyp (unteres Foto, oberer Stern) ist aus normalem Baumwollstoff ohne Weihnachtsmuster. Ich habe dann auch festgestellt, dass es gar nicht unbedingt nötig ist, Weihnachtsstoffe zu verwenden, oder vielleicht nur einen, kombiniert mit regulären Stoffen. Bei den Stoffen eignen sich am besten die feinfädigen Patchworkstoffe oder vergleichbare. Einige dickere Stoffe haben sich als deutlich schwerer handhabbar herausgestellt und bei den sehr schönen einfarbigen Baumwoll-Satinstoffen mit einer glänzenden Seite sind mir die Stoffenden immer wieder herausgerutscht, weil der Stoff zu glatt war.
  • Anfangs dachte ich, ich müsse vier verschiedene Stoffe verwenden (unteres Foto, unterer Stern), aber das hat mir sehr schnell viel weniger gut gefallen, als die Sterne aus zwei Stoffen.

Und dann wurde die Sternenfalterei zum Selbstläufer. Ich hatte ja früh genug angefangen und habe dann einmal hier eine Session geschnitten, einmal da eine Session gebügelt, diese Streifen hochkant nebeneinander gestellt (erstes Foto oben) und dann nebenbei gefaltet. Neben einem langweiligen Fußballspiel oder einem unspannenden Tatort ...

So sind eine ganze Menge Sterne zusammen gekommen:


Farblich sortiert und gruppiert gefallen sie mir auch sehr gut; das verbindende Element ist dann ein Stoff bzw. Muster, der sich bei allen drei Sternen wiederholt:




Bei der stattlichen Anzahl der Sterne ist die Idee aufgekommen, den Weihnachtsbaum in diesem Jahr nur mit Stoff- und Strohsternen zu dekorieren. Da brauche ich aber wahrscheinlich noch einige Sterne mehr, denn sie eignen sich natürlich auch gut zum Verschenken.

Zu guter Letzt ein Dankeschön an Ines, die auf ihrem Blog Nähzimmerplaudereien heute die Sammlung der Sterne hostet. Ich fand es wirklich nett, ein jahreszeitbezogenes Thema als Vorgabe zu haben. Im Dezember gibt es keine Stoffspielereien; da ist Weihnachtspause. Für Januar dürfen wir uns Upcycling-Projekte einfallen lassen.

Sonntag, 11. November 2018

Gestrickte Armstulpen - Anleitung

In der letzten Zeit habe ich nach und nach mehrere Paar Armstulpen gestrickt.

*


Die Anleitung habe ich in einem Wollkatalog gefunden, als Verarbeitungs-Beispiel für das dort angebotene Garn. Deshalb denke ich, dass die Anleitung frei ist und ich sie hier weiter verbreiten darf.



Diese Stulpen werden quer gestrickt. Das findet man nicht so häufig, aber mir war bei meinen ersten Stulpen sympathisch, dass man die benötigte Weite beim Stricken abmessen kann. Insofern muss man weder eine Probe stricken noch Maschenzahlen ausrechnen. Die Stulpen haben an der Fingerseite ein Lochmuster - das hat mir ebenfalls gefallen.

Nach meiner Erfahrung kann man immer die gleiche Maschenzahl verwenden, auch wenn das Garn etwas dünner oder etwas dicker ist. Bei der Original-Anleitung wurde Sockenwolle verwendet.

Anleitung:

  • Anschlag: 40 Maschen
  • alle Rückreihen (gerade Reihenzahl) rechts stricken
  • in jeder Reihe die erste Masche mit dem Faden vor der Nadel abheben
  • 1. R : rechts
  • 3. R : 1 M abheben - 23 M re - *1 Umschlag, 2 M re zusammen stricken - ab * 7 mal wiederholen (dann sind nur noch 2 M übrig) - 1 U - 2 M re.
  • 5. R : 1 M abheben - 26 M re - *1 U, 2 M re zus. stricken - ab * 6 mal wiederholen - 1 U - 2 M re.
  • 7. R : 1 M abheben - 29 M re - *1 U, 2 M re zus. stricken - ab * 5 mal wiederholen - 1 U - 2 M re.
  • 9. R : 1 M abheben - 32 M re - *1 U, 2 M re zus. stricken - ab * 4 mal wiederholen - 1 U - 2 M re.
  • 11. R : re
  • 12. R : 4 M abketten - restl. M re.

  • 1. bis 12. R so oft wiederholen, bis die benötigte Länge für den Armumfang erreicht ist. Ich habe das durchaus knapp gehalten, da sich das Strickwerk dehnt.
  • Vor dem Abketten habe ich noch 1 R re gestrickt und dann elastisch abgekettet (wie z.B. hier erklärt).
Auf den ersten Blick sehen die beiden Seiten der Stulpe gleich aus, sie sind es aber nicht. Auf dem folgenden Bild kann man das hoffentlich erkennen:



Ich habe die Seite oben im Bild zur rechten Seite erklärt.
Beim Zusammennähen vom Strickstücken tue ich mich immer schwer und brauche häufig mehrere Versuche, bis mir die Optik gefällt. Bei mir sieht es so aus - bestimmt geht das auch besser:



Nun wünsche ich viel Spaß und guten Erfolg beim Stricken. Nett wäre eine Rückmeldung, wenn ihr ein Paar nach dieser Anleitung gestrickt habt.

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* Die verwendeten Garne wurden alle von mir pflanzengefärbt. Oben rechts: Blutpflaumenblätter (soweit ich mich erinnere) auf Merinowolle, dann im Uhrzeigersinn: Sandelholz auf reiner Seide, rote Zwiebelschalen als Solarfärbung auf Wolle-Seide und braune Zwiebelschalen auf Sockenwolle.

Mittwoch, 7. November 2018

Me Made Mittwoch: Schwarzes Kleid mit Accessoires

Wie gut, dass praktisch jeder weiß, wie ein schlichtes, schwarzes Kleid aussieht, denn auf den folgenden Fotos wird nicht viel zu erkennen sein. Aber sehenswerte Details hat mein Kleid sowieso nicht. Dennoch möchte ich es hier zeigen und eigentlich geht es mir ja eher um die Accessoires.

Dieses Kleid aus einem Leichtsweat (auch: Feinsweat, French Terry) sollte eigentlich schon längst genäht sein, denn ein Klassiker dieser Art fehlt mir schon länger im Kleiderschrank. Dieses Modell durfte dann auch etwas legerer ausfallen; also kein feiner Wollstoff oder ähnliches, sondern ein dehnbarer Sweat aus Baumwolle. Es ist eine gute Qualität und das sieht man ihm auch an.

Für das Kleid habe ich einen bewährten T-Shirt-Schnitt verlängert und nach unten ausgestellt, denn ich wollte etwas mehr "Beinfreiheit". Im Rücken habe ich zwei kleine Längsabnäher eingefügt, damit das Kleid mehr der Form des Körpers folgt. Damit das Kleid nicht ganz so casual aussieht, habe ich den Ausschnitt mit einem Beleg versehen und die Säume unsichtbar mit der Hand angenäht.



Aber jetzt die Accessoires:



Dieser Seidenschal ist für die Stoffspielereien im Oktober, also erst vor knapp zwei Wochen, entstanden. Der Schal setzt sich aus mehreren, verschiedenen Seidenstücken zusammen, die ich zuvor mit Sandelholz gefärbt hatte. Alle weiteren Details finden sich im vorletzten Blogpost. Dieser Schal braucht einen schlichten und farblich passenden "Hintergrund" - das hat das Nähen des Kleides letztlich beschleunigt.



Das ist ein Schal aus Wolletamin, in Eco Print-Technik gefärbt mit Eukalyptusblättern und Blauholz. Über die Entstehung habe ich hier berichtet.




Das Kleid mit einem gehäkelten Schal. Die Wolle ist wieder selbstgefärbt (Rainfarnblüten) und sowohl diese Pflanzenfärbung als auch die Lace-Häkelei gehörten vor inzwischen fünf Jahren auf ihrem Gebiet für mich zu den ersten Gehversuchen.



Eine schwarz-weiße Jacke zum Kleid zu kombinieren, ist eher banal - muss ja passen, aber ich dachte, ich zeige dieses Exemplar einmal, denn die Anordnung der beiden Farben finde ich schön. Es handelt sich hier übrigens nicht um zwei Stoffe sondern um einen einzigen mit diesen beiden Seiten. Die Jacke ist alt und das Schnittmuster noch älter (burdastyle 11-2003-117).

Am Ende mein Dank für die Verlinkungsmöglichkeit beim Me Made Mittwoch, wo an jedem ersten Mittwoch im Monat Hobbyschneiderinnen und Handarbeiterinnen ihre selbstgemachten Kleidungsstücke zeigen können. Bedingung: ein Foto auf dem man das Kleidungsstück trägt und keine Werbung.

Bleibt nur noch die Frage: Wann startet der Weihnachtskleid-Sew Along?

Sonntag, 4. November 2018

Quilt "Indian Tiles"

Es begann mit einem indischen Druckstempel aus Holz, den ich im Sommer gekauft habe. Das Motiv gefiel mir gut und meine bereits vorhandenen Stempel wollte ich sowieso einmal gründlich durchprobieren - da passt der neue gut dazu.



Im Juli habe ich hier im Blog bereits berichtet, wie ich vom Ausprobieren zum durchgeplanten Projekt gekommen bin. In Kurzfassung: verschiedenfarbige falsche Unis (vorhandene Reste plus kleiner Neukauf von Restbeständen), 15x15cm groß, mittig mit dem Motiv bestempelt mit dem Ziel einen großen Quilt zu gestalten.



Ich habe verschiedene Layouts probiert, dann eine Farbe (türkis) ganz rausgeschmissen und bin schließlich bei dieser Anordnung geblieben:



Die zusammengesetzten Quadrate sollten noch eine Umrandung bekommen; dafür habe ich einen nachtblauen Stoff gefunden (neben blau sieht er blau aus, neben schwarz schwarz), der auch meine Rückseite bildet. Da ich für sie ohnehin zwei Stoffstücke zusammensetzen musste, habe ich noch einen Streifen mit gestempelten Quadraten eingefügt (Foto am Ende).

Gequiltet habe ich zum ersten Mal - zumindest bei einem Werk in dieser Größe - mit einem Quiltstich meiner Nähmaschine. Mit der größten Einstellung des Stichs habe ich längs und quer über die Nähte gequiltet, schließlich auch einmal rundherum in der Mitte der dunkelblauen Umrandung. Auf den Fotos sieht man manchmal noch die Markierung, die ich mit einem flach gewaschenen Stück Seife gemacht habe. Das verschwindet quasi von selbst.

Fehlte noch das Binding. Dafür wollte ich ursprünglich die Reste der farbigen Stoffe zu einem langen Streifen zusammennähen. Doch ich musste feststellen, dass dafür nicht mehr ausreichend Stoff da war! Nachkaufen konnte ich nicht, weil die Stoffe inzwischen vergriffen sind. Hatte ich mich ursprünglich verrechnet? Egal - ich brauchte eine andere Lösung. Dann erinnerte ich mich an eine Variante, die ich einmal im Netz gesehen hatte: Man schlägt den Rückseitenstoff nach vorn um und formt so das Binding. So blau neben blau - das hätte langweilig ausgesehen. Aber hatte ich nicht bei meiner Recherche nach alternativen Bindings etwas von einer Paspel gelesen? Für einen schmalen Paspelstreifen haben meine farbigen Stoffreste noch ausgereicht.

Und so bin ich vorgegangen:

Ich habe Top und Vlies zusammen auf die gleiche Breite geschnitten - und dabei höllisch aufgepasst, dass ich den Rückseitenstoff nicht erwische.




Die Rückseite habe ich 3cm breiter zugeschnitten, da mein Binding 1,5cm breit werden sollte.



Für die Paspel (Flachpaspel ohne Kordel) habe ich Streifen in 3,5cm Breite geschnitten, jeweils eine Schmalseite ca. 5mm nach links und anschließend den Streifen längs auf die Hälfte gebügelt. Auf ein Zusammennähen der Stücke habe ich verzichtet; es hat genügt, die offene Kante etwas unter die umgebügelte zu schieben. Da nur wenige Millimeter Paspel vorstehen, wird das trotzdem halten. Die Paspelstreifen habe ich Kante an Kante auf Top und Batting genäht (Rückseite war wieder zurückgeschlagen)



Nun habe ich den überstehenden Rückseitenstoff 1,5cm eingeschlagen, die Kante gebügelt und nach vorn auf die Paspel gelegt. Gründlich mit Nadeln gesteckt und knappkantig festgesteppt.



Diese Version ist nur wenig aufwändiger als das klassische Binding mit doppelt gelegtem Streifen. Auf jeden Fall entfällt die Handnaht. Der Effekt gefällt mir jedenfalls sehr gut und ich werde für zukünftige Arbeiten diese Version berücksichtigen, wenn das Projekt es zulässt.

Die Decke ist 186x134cm groß; das hat sich so durch die Stoffmenge, die mir zur Verfügung stand, und  die Anordnung der Quadrate ergeben. Ich werde sie hauptsächlich im Sommer als Schlafdecke verwenden.







Übrigens: Holzdruckstempel habe ich auch einmal zum Prägen von Samt verwendet. Einen Bericht darüber gibt's hier auf dem Blog.



Sonntag, 28. Oktober 2018

Stoffspielereien im Oktober 2018: Seide

Herzlich Willkommen zu den Stoffspielereien im Oktober. Als Gastgeberin durfte ich das Thema auswählen. Es lautet: Seide.



Bevor ich mein eigenes Projekt vorstelle, möchte ich gleich zu Beginn die Beiträge der anderen Stoffspielerinnen auflisten. Ich werde im Laufe des Tages die Sammlung ergänzen und wenn ich einen Beitrag nicht selbst finde, bitte ich um einen Hinweis in den Kommentaren. (Stichwort: Kommentar. Zuletzt hatte ich Probleme, bei anderen zu kommentieren; ich hoffe, dass es heute klappt, ansonsten bitte ich um Nachsicht.)



Seide ist ein ganz besonderes Material. Sie ist, ebenso wie Wolle, tierischen Ursprungs. Der Seidenfaden wird aus dem Kokon gewonnen, den die Seidenspinnerraupe Bombyx Mori ausscheidet, um sich darin zu verpuppen. Dabei entsteht ein kilometerlanger Endlosfaden, der von der taubeneigroßen Hülle abgehaspelt wird, nachdem der Falter kurz vor dem Schlüpfen in heißem Wasserdampf getötet wird. Wenn man das aus ethischen Gründen ablehnt und trotzdem nicht auf Seide verzichten möchte, kann man zu Wildseide greifen. Für diese Seidenart werden Kokons verwendet, aus denen der Falter meist bereits ausgeschlüpft ist. Wegen des Schlupflochs lässt sich jedoch kein langer zusammenhängender Faden mehr abhaspeln; die kürzeren Fadenstücke müssen vor der Weiterverarbeitung zunächst versponnen werden. Das hat Einfluss auf die Qualität der Seide. Der Faden hat weniger Glanz, ist rauher und enthält teilweise Farbpigmente. Zu diesen Seidenarten zählen u.a. die Tussah- und Bouretteseide.

Ich habe für mein Projekt Maulbeerseide verwendet. Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, ein Bündel weiße Seidenreste zu kaufen, alle etwa ähnlich in Größe, Stärke und Gewicht, nur ein Stück hat eine besondere Webung. Tierische Fasern lassen sich ja sehr gut mit Pflanzenfarben färben, also habe ich meinen Färbetopf hervorgeholt und eine Sandelholzfärbung angesetzt.



Dafür habe ich mich an die Anleitung in Dorothea Fischers Buch "Naturfarben auf Wolle und Seide" gehalten. Meine Stoffstücke habe ich genau in der Mitte geteilt, um zwei identische Züge in zwei Farbtönen färben zu können.



Das Format der Stoffstücke hat dann die Weiterverwendung vorgegeben: Es sollte ein Schal werden. Entscheiden musste ich dann noch über die Anordnung der Teile: gemischt oder nach Farbtönen getrennt, eher breiter und kürzer oder schmaler und länger? Da ich einen Schal vorziehe, dessen Enden wenigstens bis zur Taille herunterhängen, wenn man ihn einmal um den Hals wickelt, wurde mein Exemplar 2,40m lang - einschließlich Fransen. Für die Fransen habe ich auf dünnes Seidengarn zurückgreifen können, das bereits da war, denn ich hatte schon vor einiger Zeit einmal mit Sandelholz gefärbt - ebendieses Garn und ebenfalls in zwei Farbtönen. Es passte perfekt.

Dann war auch die Entscheidung für die Aufteilung der zwei Farbtöne gefallen: Die Stoffe aus der ersten Färbung bilden zusammen die eine, die aus der zweiten Färbung die andere Schalseite. Und da zwei unterschiedliche Schalenden interessanter aussehen als zwei identische, sind die letzten Stoffstücke unterschiedlich lang und die Fransen auf der einen Seite heller und auf der anderen dunkler.






Und was macht man normalerweise aus Garn? Stricken! Wie wäre es dann mal mit Armstulpen?



Für die Fotos habe ich den Schal zu dem schwarzen Outfit kombiniert, dass ich gerade getragen habe; das passt jedenfalls schon mal.




Zu einem Kleid wäre es schöner ... Das ist bereits in Planung und es sollte klappen, dass ich Kleid mit Schal z.B. zum nächsten MeMadeMittwoch zeigen kann.

Noch ein Wort zu meinen Fotos: Mit der Wiedergabe der Farben bin ich sehr unzufrieden: Ich habe gestern bei schlechtem Licht fotografiert und dann ein wenig nachbearbeitet; irgendwie sind verschiedene Farbtöne entstanden. Ich werde versuchen, bei besseren Bedingungen neue Fotos zu machen.

Dieses Foto will ich aber noch zeigen, weil es die beiden Farbnuancen und den schönen Glanz des Seidengarns gut zeigt:



Danke an alle Mitspielerinnen des heutigen Sonntags (der in meiner Heimat Hessen gegen Abend noch spannend werden wird). Beim nächsten Mal Ende November ist Ines vom Blog Nähzimmerplaudereien mit dem Thema "Sterne" unsere Gastgeberin. Ich freue mich drauf!