Die Lesekissen im Bett waren ein naheliegendes "Opfer" für meine nächste Webarbeit. Sie haben neue Bezüge bekommen.
Dafür habe ich endlich das Hahnentritt-Muster ausprobiert. Ich finde, es sieht auf den ersten Blick kompliziert aus und lässt den Laien denken, die Web-Anfängerin hätte es in kurzer Zeit schon weit gebracht. Aber dieses Muster ist ganz leicht: Bei den Kettfäden wechseln sich zwei helle und zwei dunkle Fäden ab und beim Schuss verfährt man entsprechend, zwei Schuss hell, zwei Schuss dunkel. Das ist schon der ganze Spass.
Die Kissen haben je eine Seite im Hahnentrittmuster; die zweiten Seiten sind unterschiedlich. Dafür habe ich Muster gewebt, die ich kürzlich ausprobiert habe.
Mit diesen Mustern bin ich weniger zufrieden. Das obere Muster - Dänisches Medaillon - wirkt besser, wenn man die gespannten Fäden stärker anzieht, das habe ich hier nicht getan. Das untere - Pfauenauge - käme effektvoller heraus, wenn ich ein deutlich dickeres Kontrastgarn verwendet hätte, oder dieses hier doppelt. Bei meinem Muster-Test (Link oben) kann man den Unterschied sehen.
Schön gleichmäßig ist es aber geworden:
Das verwendete Garn ist Drops loves you #9 für den Hahnentritt. Es ist 100% recycelte Baumwolle, etwas steifer als normale Baumwolle und eigentlich für eine Kissenhülle gut geeignet. Für die jeweiligen Rückseiten hatte ich nicht mehr genug dunkelblaues Garn von dieser Sorte und habe statt dessen Drops Safran im praktisch gleichen Farbton verwendet.
Eine weitere Webarbeit ist bereits fertig; ich werde sie aber erst zeigen, wenn ich wieder etwas Genähtes gepostet habe, denn das soll bei aller Begeisterung für das Weben, die sich bei mir in letzter Zeit bei mir breit gemacht hat, nicht zu kurz kommen. Der Me Made Mittwoch nächste Woche wäre schon eine schöne Gelegenheit, mir fehlen nur noch die Fotos.
Kleidung nähen - Patchwork und Quilts - Textile Experimente - Färben - Weben - Spinnen
Samstag, 2. Mai 2020
Samstag, 11. April 2020
Jacke für's Frühjahr: burdastyle 05-2019-111
Vor ein paar Tagen habe ich eine Jacke, die ich letztes Jahr im Oktober fertiggestellt habe, zum ersten Mal getragen. Das hat gedauert, genauso wie das Nähen der Jacke, das ich zuvor im Frühjahr begonnen hatte. Es war ein Projekt, das ich mir für das gemeinsame Nähen mit Roswitha ausgesucht hatte und wir treffen uns nur alle paar Wochen. Für diese Gelegenheiten schaue ich meist nach Modellen, die etwas aufwändiger und komplizierter sind und für die ich ein geübtes Auge einer zweiten Person besonders bei den Anproben brauche. Das war auch bei dieser Jacke wieder hilfreich.
Der Stoff ist ein Gemisch aus Baumwolle und Leinen zu gleichen Teilen, gekauft bei Pavani. Im Oktober war es dann wohl schon zu kühl für eine solche Jacke und so hing sie lange im Schrank. Aber jetzt war genau das richtige Wetter dafür.
Ein aufwändigerer Schnitt: burdastyle 05-2019-111 Gr. 40 (drei von vier Schwierigkeitspunkten). Und er wurde durch meine nicht ganz wenigen Änderungen noch aufwändiger (ein Schwierigkeitspunkt mehr). Ich habe nämlich zunächst eine SBA (small bust adjustiert - Änderung bei kleinerer Oberweite) gemacht. Gleich beim Nähen habe ich aufgeschrieben, wie ich vorgegangen bin. Ich denke, man muss den Schnitt vor sich liegen haben, um das Folgende nachvollziehen zu können. Die Änderungen betreffen das mittlere obere Vorderteil (Teil 1).
SBA:
Der Stoff ist ein Gemisch aus Baumwolle und Leinen zu gleichen Teilen, gekauft bei Pavani. Im Oktober war es dann wohl schon zu kühl für eine solche Jacke und so hing sie lange im Schrank. Aber jetzt war genau das richtige Wetter dafür.
Ein aufwändigerer Schnitt: burdastyle 05-2019-111 Gr. 40 (drei von vier Schwierigkeitspunkten). Und er wurde durch meine nicht ganz wenigen Änderungen noch aufwändiger (ein Schwierigkeitspunkt mehr). Ich habe nämlich zunächst eine SBA (small bust adjustiert - Änderung bei kleinerer Oberweite) gemacht. Gleich beim Nähen habe ich aufgeschrieben, wie ich vorgegangen bin. Ich denke, man muss den Schnitt vor sich liegen haben, um das Folgende nachvollziehen zu können. Die Änderungen betreffen das mittlere obere Vorderteil (Teil 1).
SBA:
- Von der Abnäherspitze und parallel zum Fadenlauf eine Linie bis zur oberen Kante zeichnen.
- Diese Linie nach unten genau mitten durch den Abnäher verlängern.
- Eine zweite Linie quer einzeichnen: im rechten Winkel von der vorderen Kante durch die Abnäherspitze bis an die Seite.
- Entlang dieser Linien unten beginnend aufschneiden, jedoch oben und an der Seite nicht ganz durchschneiden.
- Die Abnähertiefe beträgt in Gr. 40 3,5cm. Ich reduziere auf die Hälfte und schiebe dafür die Teile übereinander bis der linke Abnäherschenkel am rechten anstößt. Die vordere Kante muss gerade bleiben, denn das ist und bleibt der Fadenlauf.
- Dann oberhalb vom Abnäher die Teile etwas übereinander schieben (bei mir 1cm).
- Alles schön festkleben, den Brustpunkt bestimmen und den Abnäher neu einzeichnen.
- Evtl. muss man den Abnäher unten zur vorderen Mitte hin verschieben, wenn er mit dem Faltenbruch im unteren Vorderteil keine Linie mehr bildet. Bei mir: 2cm!
Weitere Änderungen:
- Halsausschnitt verkleinert für mehr Schulterbedeckung. Dabei nicht vergessen, den vorderen und rückwärtigen Besatz ebenfalls zu ändern. Am Schnittmuster wurde die Änderung in zwei Schritten durchgeführt; der zweite erst nach dem Zuschnitt der Probejacke.
- Länge: +3cm
- Ärmel in klassischer Länge, d.h. +2,5cm. Damit entfällt der extra Schnitt für den Futterärmel.
- Ärmelweite insgesamt etwas vergrößert.
Die Jacke gibt es in zwei Varianten im Burdaheft und beide haben sie, so wie sie sind, ihren Chic. Aber Dreiviertelärmel mag ich an Jacken nicht und bei dem zu den Schultern breiten Halsausschnitt dürfte man nur ein knappes Top darunter tragen; alles andere würde unweigerlich herausschauen und wenn das nicht hundertprozentig harmoniert, sieht es nicht gut aus - meines Erachtens.
Der Stoff im blau-naturfarbenen Hahnentrittmuster war ein Glückstreffer, denn die Materialkombination aus Baumwolle und Leinen mag ich sehr und der Stoff hat genau das richtige Gewicht für diese Jacke. Und sie passt perfekt zur häufig getragenen Jeans.
Jetzt fehlen mir ein paar schöne Gelegenheiten, um diese Jacke zu tragen und gebührend auszuführen. Das Leben während der Corona-Zeit beschränkt sich bei mir auf Hobby-Ausübungen im Haus, ausgiebigen Spaziergängen in Wald und Flur und Gartenarbeit. Also hoffe ich in dieser Hinsicht und überhaupt auf bessere Zeiten.
Allen Lesern wünsche ich angenehme Ostertage; seid zuversichtlich, achtet auf euch und bleibt gesund.
Allen Lesern wünsche ich angenehme Ostertage; seid zuversichtlich, achtet auf euch und bleibt gesund.
Samstag, 4. April 2020
Der erste gewebte Schal
Auf den Tischwebrahmen der Welt werden wahrscheinlich viele, viele Schals gewebt. Nun war auch bei mir der erste dran.
Mit hochpreisigen Garnen habe ich mich noch zurückgehalten; die Gefahr, dass ein Projekt nicht gelingt und dann ein nennenswerter Geldbetrag verschwindet, war mir momentan noch zu riskant. Das habe ich verwendet:
Das sind sogar drei verschiedene Baumwoll-Qualitäten - ich konnte also ausprobieren, wie sie sich miteinander verweben ließen. Das helle Garn ohne Banderole ist Drops Safran, das unten ein grau-natur meliertes Garn, das ich in einem Ausverkauf ergattert hatte. Alle haben in etwa die gleiche Lauflänge zwischen 125 und 160m pro 50g. Die einfarbigen Garne habe ich als Kette verwendet, das melierte als Schussgarn.
So sah es bei mir nach dem Schären der Kette aus:
2,50m Länge bekomme ich hin, wenn ich den Webrahmen auf seinem Ständer vor meinen Zuschneidetisch stelle und dann dessen ganze Länge ausnutze. Am hinteren Ende kann man die Konstruktion erkennen, mit deren Hilfe ich inzwischen die Kette schäre. Ich befestige einfach rechts und links zwei Schraubzwingen, hinter die ich einen Rundstab klemme. Auf der einen Seite wird er mit einem Gummiband an der Zwinge befestigt und das andere Ende hebe ich immer an, wenn ich einen neuen Faden hinzufüge. Diese Konstruktion gefällt mir besser als die bekannte direkte Schärmethode, bei der man die Kettfäden über einen Stab zieht - hier bei meinem ersten Projekt zu sehen, als ich es noch nicht besser wusste. Den Trick mit dem Stab und den Schraubzwingen habe ich so ähnlich auf einem englischen Blog entdeckt. Das hat mir unmittelbar eingeleuchtet, denn auf diese Weise haben alle Kettfäden die gleiche Länge.
Hier sieht man den Beginn der Arbeit am Webrahmen:
Da man die Kettfäden in kleinen Bündeln am Warenbaum befestigt, muss man zunächst drei oder vier Reihen mit einem Hilfsgarn (hier hellblau) weben, um die Fäden zu egalisieren. Da die Bündel am unteren Ende kleine Knoten haben, die sich beim weiteren Aufwickeln des Gewebes unschön durchdrücken und Beulen verursachen können, habe ich am Warenbaum längs aufgeschnittene Papphülsen (von Küchenpapierrollen) drübergestülpt. Auf dem Foto lassen sie eine Lücke - das darf natürlich nicht sein; ich habe sie später noch übereinander geschoben.
Wie merkt man sich eigentlich, wieviel man schon gewebt hat, wenn das Gewebte am Warenbaum aufgewickelt ist? So:
Ich habe einen schmalen Stoffstreifen alle 10cm markiert und clipse ihn zweimal an der Webkante an. Im Laufe des Webvorgangs wird der Streifen immer weiter geführt. Mein Streifen ist einen Meter lang; wenn ich am Ende bin, setzte ich den Anfang neu an.
Nach knapp 2 Metern war der Schal fertig. Wenn man ihn vom Rahmen abgenommen hat, schrumpft er schon etwas, denn auf dem Rahmen stand er ja immer unter Spannung. Da habe ich bereits gut 10cm verloren und nach einer Wäsche (obligatorisch bei Handgewebtem) weitere Zentimeter, so dass der Schal jetzt "nur" noch 1,80m lang ist (ohne Fransen).
Aber natürlich hat mein Schal Fransen; sie sind einfach am Gewebe geknotet.
Beim fertigen Schal war ich wieder überrascht, wie die Farben zusammen wirken. In meinem melierten Schussgarn habe ich neben Natur- auch deutliche Grautöne gesehen, von denen ich dachte, dass sie in dem dunkleren Uni-Garn wieder aufgenommen werden. Aber insgesamt dominiert am Schal eher ein Naturton.
Insgesamt fällt der Schal auch eher etwas "mächtig" aus - das hatte ich mir auch weniger deutlich vorgestellt. Nun habe ich, einmal um den Hals gewickelt, eine ordentliche "Packung":
Hier erstmalig ausgeführt auf einem Spaziergang bei frühlingshafter Sonne.
Was habe ich gelernt?
Wieder einiges über das Zusammenspiel von Farben bei einem Gewebe in Leinwandbindung. Wenn sich zwei Farben in Kette und Schuss vermischen entsteht ein neuer Farbeindruck. Das einzuschätzen und vorauszusehen, ist etwas, das ich fast schwieriger zu lernen finde als die eigentliche Webtechnik. Wenn man da einen falschen Griff tut, kann das fertige Gewebe z.B. schmuddelig aussehen. Das ist mir kürzlich bei meinem zweiten Satz Küchenhandtücher passiert. Ich war zu enttäuscht, um das zu bloggen.
Meine Webbücher enthalten Kapitel über Farbenlehre - die muss ich nochmals gründlicher lesen.
Mit hochpreisigen Garnen habe ich mich noch zurückgehalten; die Gefahr, dass ein Projekt nicht gelingt und dann ein nennenswerter Geldbetrag verschwindet, war mir momentan noch zu riskant. Das habe ich verwendet:
Das sind sogar drei verschiedene Baumwoll-Qualitäten - ich konnte also ausprobieren, wie sie sich miteinander verweben ließen. Das helle Garn ohne Banderole ist Drops Safran, das unten ein grau-natur meliertes Garn, das ich in einem Ausverkauf ergattert hatte. Alle haben in etwa die gleiche Lauflänge zwischen 125 und 160m pro 50g. Die einfarbigen Garne habe ich als Kette verwendet, das melierte als Schussgarn.
So sah es bei mir nach dem Schären der Kette aus:
2,50m Länge bekomme ich hin, wenn ich den Webrahmen auf seinem Ständer vor meinen Zuschneidetisch stelle und dann dessen ganze Länge ausnutze. Am hinteren Ende kann man die Konstruktion erkennen, mit deren Hilfe ich inzwischen die Kette schäre. Ich befestige einfach rechts und links zwei Schraubzwingen, hinter die ich einen Rundstab klemme. Auf der einen Seite wird er mit einem Gummiband an der Zwinge befestigt und das andere Ende hebe ich immer an, wenn ich einen neuen Faden hinzufüge. Diese Konstruktion gefällt mir besser als die bekannte direkte Schärmethode, bei der man die Kettfäden über einen Stab zieht - hier bei meinem ersten Projekt zu sehen, als ich es noch nicht besser wusste. Den Trick mit dem Stab und den Schraubzwingen habe ich so ähnlich auf einem englischen Blog entdeckt. Das hat mir unmittelbar eingeleuchtet, denn auf diese Weise haben alle Kettfäden die gleiche Länge.
Hier sieht man den Beginn der Arbeit am Webrahmen:
Da man die Kettfäden in kleinen Bündeln am Warenbaum befestigt, muss man zunächst drei oder vier Reihen mit einem Hilfsgarn (hier hellblau) weben, um die Fäden zu egalisieren. Da die Bündel am unteren Ende kleine Knoten haben, die sich beim weiteren Aufwickeln des Gewebes unschön durchdrücken und Beulen verursachen können, habe ich am Warenbaum längs aufgeschnittene Papphülsen (von Küchenpapierrollen) drübergestülpt. Auf dem Foto lassen sie eine Lücke - das darf natürlich nicht sein; ich habe sie später noch übereinander geschoben.
Wie merkt man sich eigentlich, wieviel man schon gewebt hat, wenn das Gewebte am Warenbaum aufgewickelt ist? So:
Ich habe einen schmalen Stoffstreifen alle 10cm markiert und clipse ihn zweimal an der Webkante an. Im Laufe des Webvorgangs wird der Streifen immer weiter geführt. Mein Streifen ist einen Meter lang; wenn ich am Ende bin, setzte ich den Anfang neu an.
Nach knapp 2 Metern war der Schal fertig. Wenn man ihn vom Rahmen abgenommen hat, schrumpft er schon etwas, denn auf dem Rahmen stand er ja immer unter Spannung. Da habe ich bereits gut 10cm verloren und nach einer Wäsche (obligatorisch bei Handgewebtem) weitere Zentimeter, so dass der Schal jetzt "nur" noch 1,80m lang ist (ohne Fransen).
Aber natürlich hat mein Schal Fransen; sie sind einfach am Gewebe geknotet.
Beim fertigen Schal war ich wieder überrascht, wie die Farben zusammen wirken. In meinem melierten Schussgarn habe ich neben Natur- auch deutliche Grautöne gesehen, von denen ich dachte, dass sie in dem dunkleren Uni-Garn wieder aufgenommen werden. Aber insgesamt dominiert am Schal eher ein Naturton.
Insgesamt fällt der Schal auch eher etwas "mächtig" aus - das hatte ich mir auch weniger deutlich vorgestellt. Nun habe ich, einmal um den Hals gewickelt, eine ordentliche "Packung":
Hier erstmalig ausgeführt auf einem Spaziergang bei frühlingshafter Sonne.
Was habe ich gelernt?
Wieder einiges über das Zusammenspiel von Farben bei einem Gewebe in Leinwandbindung. Wenn sich zwei Farben in Kette und Schuss vermischen entsteht ein neuer Farbeindruck. Das einzuschätzen und vorauszusehen, ist etwas, das ich fast schwieriger zu lernen finde als die eigentliche Webtechnik. Wenn man da einen falschen Griff tut, kann das fertige Gewebe z.B. schmuddelig aussehen. Das ist mir kürzlich bei meinem zweiten Satz Küchenhandtücher passiert. Ich war zu enttäuscht, um das zu bloggen.
Meine Webbücher enthalten Kapitel über Farbenlehre - die muss ich nochmals gründlicher lesen.
Mittwoch, 1. April 2020
Me Made Mittwoch: Der Jumper
Möglicherweise weiß schon beim Betrachten des Fotos die eine oder andere, welches Modell ich hier zeigen werde. Richtig: Es handelt sich um den Schnitt, der als "das Schwanenkleid" in der Nähgemeinde bekannt und im Burdaheft 09-2012-106 in einer Kleid- und einer Sweatervariante zu finden ist. Ich habe einen Sweater, oder wie ich ihn nenne, Jumper, genäht.
Das Besondere an diesem Modell ist der französische Brustabnäher, der an der Seitennaht beginnt und bogenförmig bis zum Brustpunkt verläuft. Mir war der Abnäher zu tief und ich habe eine SBA (small bust adjustment - Anpassung bei kleiner Oberweite) gebraucht. Das ist bei dieser Form des Abnähers nicht so einfach. Ich habe mich mehrfach daran versucht und das auch auf dem Blog dokumentiert (etwas scrollen). Das war vor ziemlich genau vier (!) Jahren aber genäht habe ich das Modell erst jetzt. Gefolgt bin ich der zweiten Version, die ich bevorzugt habe, weil sie auch die Brustweite reduziert.
Jetzt aber mal ein "richtiges" Foto:
Ich bin leidlich zufrieden, finde jedoch, dass die Abnäher zu dicht zusammen sitzen. Das dürfte bei der eben erwähnten Reduzierung der Brustweite passiert sein. Falls ich das Modell noch einmal nähe, werde ich den Abnäher entsprechend etwas nach der Seite verschieben.
Zur Verarbeitung:
Ich habe die Brustabnäher sehr langsam auslaufen lassen und soweit wie möglich ein- und überstehenden Stoff weggeschnitten; bei den kleinen Abnähern der Ärmel ebenfalls. Bei der Nachbearbeitung der Fotos ist mir aufgefallen, dass sie noch zu wünschen übrig lassen. Ich habe sie mir gleich noch einmal vorgenommen und nachgenäht sowie gründlich gebügelt. Nur hatte ich dann keine Lust mehr auf eine weitere Fotosession; ihr müsst mir also einfach glauben, dass es jetzt besser aussieht.
Den Halsausschnitt habe ich mit einem 4cm breiten Besatz versehen, den ich im Abstand von 3cm mit der Zwillingsnadel festgesteppt habe. Den gleichen Abstand zur Stoffkante haben die Saumnähte. Den überstehenden Stoff schneide ich immer mit meiner Applikationsschere ab. Damit arbeite ich doch sicherer als mit der kleinen Stickschere, die ich zuvor benutzt habe.
"Falls ich das Modell noch einmal nähe ..." habe ich oben geschrieben. Da steht ein Fragezeichen, denn die Lösung des Abnäherproblems habe ich eher sportlich gesehen und wollte letztlich herausfinden, ob ich es mit meinem Nähwissen lösen kann. Ob sich der Aufwand wirklich gelohnt hat - da bin ich mir nicht so sicher. Wenn ich einen dunkleren oder gar gemusterten Stoff verwende, würde man den Abnäherverlauf, den man ja getrost als Designelement bezeichnen kann, kaum noch sehen. Und in der Passform sehe ich zumindest für mich keinen Unterschied zu konventionellen Brustabnähern.
Das neu genähte Modell lädt mich dazu ein, es beim heutigen Me Made Mittwoch zu zeigen - danke für die Möglichkeit.
Übrigens: Die Kette, die ich trage, ist ebenfalls me made und stammt aus meiner Jetzt-färbt-sie-auch-noch-Holzperlen-mit-Pflanzenfarben-Phase.
Donnerstag, 26. März 2020
Gewebter Tischläufer
Meine nächste Webarbeit habe ich vom Rahmen geschnitten, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht (da Baumwolle), heiß von Hand in einer Waschmittellauge gewaschen und liegend getrocknet.
Jetzt gibt es auf unserem Esstisch einen neuen Läufer. Er liegt - etwas unkonventionell - quer an der Kopfseite, mit der der Tisch an der Wand steht und füllt optisch die Lücke, die eine nicht ausreichend lange Tischdecke lässt. An dieser Stelle lag bisher immer ein Läufer, nur dieser hier gefällt mir besser:
Der Läufer ist wieder (wie diese Tasche) mit verschlungenem Schuss gewebt, ich habe die Farbfelder nur etwas anders aussehen lassen. Es macht mir Spass, in dieser Technik zu weben und da es noch weitere Varianten gibt, z.B. mit drei oder vier Farben, kann ich mir vorstellen, dass ich das bald einmal wieder machen werde.
Die Details:
Kette: Tex 30x6 Cotton Twine Liina
Schuss: Drops Safran (BW) 50g LL 160m und Drops Loves You 7 (hellblau, BW) 50g LL 170m
Maße: 116x40cm
Eigentlich hätte ich gerne Tischsets in diesem Muster, allerdings ist das Gewebe, so wie es jetzt ist, zu weich dafür. Ich müsste mir etwas einfallen lassen, um den Sets mehr Stabilität zu geben. Eine Idee habe ich jedoch bisher noch nicht.
Die tolle Doppelwandschale ist übrigens von dieser Keramikerin, gekauft beim letzten Töpfermarkt in Flörsheim am Main.
Jetzt gibt es auf unserem Esstisch einen neuen Läufer. Er liegt - etwas unkonventionell - quer an der Kopfseite, mit der der Tisch an der Wand steht und füllt optisch die Lücke, die eine nicht ausreichend lange Tischdecke lässt. An dieser Stelle lag bisher immer ein Läufer, nur dieser hier gefällt mir besser:
Der Läufer ist wieder (wie diese Tasche) mit verschlungenem Schuss gewebt, ich habe die Farbfelder nur etwas anders aussehen lassen. Es macht mir Spass, in dieser Technik zu weben und da es noch weitere Varianten gibt, z.B. mit drei oder vier Farben, kann ich mir vorstellen, dass ich das bald einmal wieder machen werde.
Die Details:
Kette: Tex 30x6 Cotton Twine Liina
Schuss: Drops Safran (BW) 50g LL 160m und Drops Loves You 7 (hellblau, BW) 50g LL 170m
Maße: 116x40cm
Eigentlich hätte ich gerne Tischsets in diesem Muster, allerdings ist das Gewebe, so wie es jetzt ist, zu weich dafür. Ich müsste mir etwas einfallen lassen, um den Sets mehr Stabilität zu geben. Eine Idee habe ich jedoch bisher noch nicht.
Die tolle Doppelwandschale ist übrigens von dieser Keramikerin, gekauft beim letzten Töpfermarkt in Flörsheim am Main.
Freitag, 20. März 2020
Weben: Ausprobieren von Mustern
Das Weben ist für mich neu und spannend, deshalb steht es momentan bei meinen Hobbys an erster Stelle.
Nach den ersten beiden gewebten Küchenhandtüchern habe ich nun eine "Test-Kette" aufgebäumt, um ein paar Muster auszuprobieren. Die Anleitungen dazu habe ich dem Buch Weben. Das Standardwerk für den Gatterkamm-Webrahmen von Syne Mitchell entnommen, das alle Grundlagen bis hin zum Weben mit drei Gatterkämmen enthält.
Das rote Garn, das ich verwendet habe, ist vielleicht nicht optimal für einen möglichst attraktiven Eindruck, aber ich hatte es gerade zur Hand.
Beginnen wir mit dem Waffelmuster. Davon hatte ich bereits ein paar sehr schöne Beispiele im Netz gesehen und ich wollte wissen, wie leicht, schwierig oder auch zeitraubend es sein würde.
Der regelmäßig aussehende Teil ist der, auf den es ankommt (oben habe ich einmal den flottierenden Schuss vergessen und unten blitzt schon ein anderes Muster hervor). Beim Waffelmuster arbeitet man mit einem sog. Lesestab, mit dem bestimmte Kettfäden angehoben werden. Dann entstehen flottierende Kett- und Schussfäden. Zusätzlich kommt es auf die Abfolge an: Bei meinem Muster besteht ein Rapport aus sechs Schüssen, die dazu führen, dass kleine Quadrate - Waffeln - hervortreten. Gleichzeitig wird das Gewebe etwas dicker (als eine Leinwandbindung) und griffiger - genau das Richtige für Handtücher. Bei der Meterware kennen wir diese Art Gewebe als Waffelpikee.
Dieses Muster habe ich mir vorgenommen für einen weiteren Satz Handtücher.
Dieses Muster heißt Brooks Bouquet:
Hier werden kleine Fadengruppen zu einem "Bouquet" zusammengefasst, in dem der Schussfaden einmal drum herum geschlungen wird. Je nachdem wie man das ausführt und anordnet, entsteht quasi ein Lacemuster, ein Begriff, den viele Strickerinnen kennen werden. Ich habe Schals gesehen, die komplett in diesem Muster gewebt waren oder eine Art Bordüre an den Enden hatten - sehr schön. Eine Schussreihe, bei der man über die ganze Breite diese Umschlingungen arbeiten muss, dauert natürlich etwas länger ...
Und nun ein Foto vom "Dänischen Medaillon":
Es wird am besten in einem kontrastfarbenen Garn ausgeführt und man braucht eine Häkelnadel, um den Faden zwischen den beiden Reihen zu verschlingen. Ich kann mir das gut als Bordüre vorstellen, vor allem wenn man ein besonderes Garn verwendet.
Hier habe ich noch ein weiteres Lochmuster: Dreher
Davon habe ich nur eine Reihe gewebt; ich fand das eher mühsam und es steht auf meiner Liste der Muster, die ich demnächst weben will, nicht unbedingt an oberster Stelle.
Unten im Foto sieht man flottierende Schussfäden, die ich gruppenweise angeordnet und für die ich auch ein kontrastfarbenes Garn verwendet habe.
Und schließlich das Pfauenauge:
Auch hier kommt wieder ein andersfarbiges Garn zum Einsatz und man muss mit zwei Leseleisten arbeiten; dauert alles ein bisschen, aber der Effekt ist schön. Wie man auf dem allerersten Foto oben sehen kann, wird das Gewebe bei diesem Muster ein wenig dreidimensional.
So, das war's für heute aus meinem neuen "Webstudio". Natürlich ist dort wieder eine neue Kette auf dem Rahmen und es gibt dann bald ein weiteres Projekt, das ich zeigen kann.
Aber: Zwischendurch habe ich sogar etwas genäht und wenn ich mich dazu aufraffen kann, am Mantel den Saum und die Knopflöcher zu nähen und am Sweater den Halsausschnitt, wird es hier sogar mal wieder etwas Genähtes zu sehen geben.
Bis dahin: Bleibt gesund!
Nach den ersten beiden gewebten Küchenhandtüchern habe ich nun eine "Test-Kette" aufgebäumt, um ein paar Muster auszuprobieren. Die Anleitungen dazu habe ich dem Buch Weben. Das Standardwerk für den Gatterkamm-Webrahmen von Syne Mitchell entnommen, das alle Grundlagen bis hin zum Weben mit drei Gatterkämmen enthält.
Das rote Garn, das ich verwendet habe, ist vielleicht nicht optimal für einen möglichst attraktiven Eindruck, aber ich hatte es gerade zur Hand.
Beginnen wir mit dem Waffelmuster. Davon hatte ich bereits ein paar sehr schöne Beispiele im Netz gesehen und ich wollte wissen, wie leicht, schwierig oder auch zeitraubend es sein würde.
Der regelmäßig aussehende Teil ist der, auf den es ankommt (oben habe ich einmal den flottierenden Schuss vergessen und unten blitzt schon ein anderes Muster hervor). Beim Waffelmuster arbeitet man mit einem sog. Lesestab, mit dem bestimmte Kettfäden angehoben werden. Dann entstehen flottierende Kett- und Schussfäden. Zusätzlich kommt es auf die Abfolge an: Bei meinem Muster besteht ein Rapport aus sechs Schüssen, die dazu führen, dass kleine Quadrate - Waffeln - hervortreten. Gleichzeitig wird das Gewebe etwas dicker (als eine Leinwandbindung) und griffiger - genau das Richtige für Handtücher. Bei der Meterware kennen wir diese Art Gewebe als Waffelpikee.
Dieses Muster habe ich mir vorgenommen für einen weiteren Satz Handtücher.
Dieses Muster heißt Brooks Bouquet:
Hier werden kleine Fadengruppen zu einem "Bouquet" zusammengefasst, in dem der Schussfaden einmal drum herum geschlungen wird. Je nachdem wie man das ausführt und anordnet, entsteht quasi ein Lacemuster, ein Begriff, den viele Strickerinnen kennen werden. Ich habe Schals gesehen, die komplett in diesem Muster gewebt waren oder eine Art Bordüre an den Enden hatten - sehr schön. Eine Schussreihe, bei der man über die ganze Breite diese Umschlingungen arbeiten muss, dauert natürlich etwas länger ...
Und nun ein Foto vom "Dänischen Medaillon":
Es wird am besten in einem kontrastfarbenen Garn ausgeführt und man braucht eine Häkelnadel, um den Faden zwischen den beiden Reihen zu verschlingen. Ich kann mir das gut als Bordüre vorstellen, vor allem wenn man ein besonderes Garn verwendet.
Hier habe ich noch ein weiteres Lochmuster: Dreher
Davon habe ich nur eine Reihe gewebt; ich fand das eher mühsam und es steht auf meiner Liste der Muster, die ich demnächst weben will, nicht unbedingt an oberster Stelle.
Unten im Foto sieht man flottierende Schussfäden, die ich gruppenweise angeordnet und für die ich auch ein kontrastfarbenes Garn verwendet habe.
Und schließlich das Pfauenauge:
Auch hier kommt wieder ein andersfarbiges Garn zum Einsatz und man muss mit zwei Leseleisten arbeiten; dauert alles ein bisschen, aber der Effekt ist schön. Wie man auf dem allerersten Foto oben sehen kann, wird das Gewebe bei diesem Muster ein wenig dreidimensional.
So, das war's für heute aus meinem neuen "Webstudio". Natürlich ist dort wieder eine neue Kette auf dem Rahmen und es gibt dann bald ein weiteres Projekt, das ich zeigen kann.
Aber: Zwischendurch habe ich sogar etwas genäht und wenn ich mich dazu aufraffen kann, am Mantel den Saum und die Knopflöcher zu nähen und am Sweater den Halsausschnitt, wird es hier sogar mal wieder etwas Genähtes zu sehen geben.
Bis dahin: Bleibt gesund!
Dienstag, 3. März 2020
Mein Webrahmen: Ashford Rigid Heddle Loom 60cm
Seit Kurzem bin ich stolze Besitzerin eines Ashford Rigid Heddle Looms in 60cm Webbreite. Und den Standfuß habe ich gleich dazu gekauft, was sich sofort als eine sehr gute Idee erwiesen hat. Der RHL wird mit einem 30/10-Gatterkamm geliefert, 30/10, d.h., auf 10cm kommen 30 Fäden. Damit kommt man nicht weit; deshalb habe ich auch einen 50/10 und 60/10-Kamm gekauft. Der 40/10, den ich am liebsten gehabt hätte, war beim Kauf des Rahmens nicht vorrätig; jetzt konnte ich ihn nachbestellen - er ist jedoch noch unterwegs.
Der Ashford ist ein Bausatz und das Holz (Buche) ist unbehandelt. Also habe ich zunächst die Teile eingeölt und dann zusammengeschraubt. Das Einölen kann ich nur empfehlen, auch für die Optik.
Dann konnte es mit dem ersten Projekt losgehen. Es sollten Küchenhandtücher werden - einfach zu weben und eine gute Übung für kommende Werke, bei denen es mehr auf Gleichmäßigkeit und schöne Ränder ankommt. Ich habe den 50/10-Gatterkamm verwendet.
Indem ich den Rahmen auf dem Standfuß geschickt vor meinen 1,90m langen Zuschneidetisch gestellt habe, konnte ich bei der direkten Schärmethode auf eine Kettfaden-Länge von 2,40m kommen.
Am anderen Ende des Tisches wird genau mittig zum Rahmen der Schärzapfen befestigt und dann darf man zwischen Rahmen und Zapfen hin- und her rennen, bis alle Schlitze am Gatterkamm einen Faden eingezogen haben. Ich erkläre das hier nicht im Detail (wie viele meiner Leser interessieren sich überhaupt dafür?), denn es gibt im Netz genügend Videos dazu.
Jetzt wird das Fadenbündel vom Zapfen abgenommen und die Fäden werden an dieser Stelle durchgeschnitten (kann man aber auch später machen). Ein Helfer - mein Mann - hält die Kette stramm, während ich die Fäden auf dem Kettbaum (vorn im Bild) aufwickele. Um die Lagen der Fäden voneinander zu trennen, muss man Pappstreifen oder Papier mit aufwickeln. Ich habe mir dafür Packpapier in passender Breite zugeschnitten. Mehrere armlange Stücke ließen sich gut handhaben.
Hier sieht man die aufgewickelten Kettfäden. Zunächst sind zwei Fäden in jedem Schlitz; einer wird nun heraus- und in das benachbarte Loch eingezogen. Eine langweilige und etwas mühsame Arbeit, zumal man gut aufpassen muss, dass man kein Loch auslässt oder einen anderen Fehler macht. Ich habe alle paar Zentimeter prüfend nachgesehen und war nach ca. einer Stunde mit insgesamt 300 Fäden fertig. Das geht doch noch!
Nun werden die losen Fadenenden am Warenbaum befestigt; davon habe ich leider kein Foto - vergessen. Aber ich habe ein Bild nachdem ich einige Zentimeter gewebt habe:
Ich habe ein preiswertes Baumwollgarn von Drops in drei Farben verwendet: dunkel-, mittel- und hellblau. Die Streifen am Rand der Kette sind vorgegeben, mit den Schussfäden kann ich variieren. Mein erstes Küchentuch sollte an den beiden Enden die Randstreifen optisch wieder aufnehmen. Dann habe ich schnell gemerkt, dass mir mein hellblaues Garn nicht für ein zweites Tuch im gleichen Muster ausreichen würde. Deshalb habe ich für das zweite Tuch das mittelblaue Garn verwendet und nur alle 10cm einen dünnen dunkelblauen Streifen eingewebt.
So sah mein Gewebe nach dem Abnehmen vom Rahmen aus:
Die nächsten Schritte: durchschneiden, die Schnittkanten sichern und waschen. Halt: zunächst in kaltem Wasser mehrere Stunden einweichen, damit die Fasern sich vollsaugen können. Das vermeidet bleibende Knicke beim späteren Waschen in der Waschmaschine. Das mache ich übrigens bei gekaufter Meterware genau so. Ich habe zunächst bei 30° und dann bei 60° gewaschen.
Das Gewebe ist wie erwartet eingelaufen. Nach dem Abnehmen vom Rahmen war das kleinere Tuch 72,5cm lang, nach der Wäsche nur noch 65,5cm. Das größere Tuch ist von 91cm auf 81cm geschrumpft. In der Breite habe ich nur 1,5cm verloren. Das ist am Anfang einer "Weblaufbahn" durchaus nützlich zu wissen. Jedes Garn wird sich wieder ein wenig anders verhalten (auch abhängig von der Webart), aber bei Baumwolle ist das ungefähr die Größenordnung.
Nun noch die Säume und die Tücher sind fertig:
Aus der Nähe:
Küchentücher: Das klingt erst einmal so banal - aber ich habe irgendwo bei einer Weberin gelesen, dass wenn man einmal mit selbstgewebten Tüchern angefangen hat, keine gekauften mehr haben möchte. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass ich das auch so sehen werde.
Sobald das bestellte 40/10-Webblatt da ist, werde ich weitermachen; einen Plan habe ich schon. Ich habe ja auch noch Einiges an selbst pflanzengefärbter Wolle, die ich verweben möchte. Und ich habe aus gutem Grund einen 60cm breiten Rahmen gekauft. Ich möchte zukünftig auch Gewebe für Kleidung machen. Da verbindet sich dann Hobby 1 mit Hobby ... wieviel? Na, mit dem neuesten jedenfalls.
Übrigens: Gekauft habe ich meinen Rahmen und das Zubehör bei Heikes-Handgewebtes. Bei der Suche nach einem Händler bin ich auf diesen Shop gestoßen, der für mich nahe genug war, um selbst hinzufahren und mich persönlich beraten zu lassen. Eine gute Idee, zumal Heike sich viel Zeit genommen und große Mühe gegeben hat. Auch ihre Auswahl an Garnen, natürlich auch und gerade zum Stricken, ist atemberaubend. Bemerkenswert finde ich auch, dass ihre Artikelbeschreibungen im Shop so ausführlich sind, wie ich sie sonst noch nicht gefunden habe. OK, das hört sich natürlich ganz und gar nach Werbung an, aber ich schreibe dies aus Überzeugung und bekommen habe ich auch nichts dafür.
Der Ashford ist ein Bausatz und das Holz (Buche) ist unbehandelt. Also habe ich zunächst die Teile eingeölt und dann zusammengeschraubt. Das Einölen kann ich nur empfehlen, auch für die Optik.
Dann konnte es mit dem ersten Projekt losgehen. Es sollten Küchenhandtücher werden - einfach zu weben und eine gute Übung für kommende Werke, bei denen es mehr auf Gleichmäßigkeit und schöne Ränder ankommt. Ich habe den 50/10-Gatterkamm verwendet.
Indem ich den Rahmen auf dem Standfuß geschickt vor meinen 1,90m langen Zuschneidetisch gestellt habe, konnte ich bei der direkten Schärmethode auf eine Kettfaden-Länge von 2,40m kommen.
Am anderen Ende des Tisches wird genau mittig zum Rahmen der Schärzapfen befestigt und dann darf man zwischen Rahmen und Zapfen hin- und her rennen, bis alle Schlitze am Gatterkamm einen Faden eingezogen haben. Ich erkläre das hier nicht im Detail (wie viele meiner Leser interessieren sich überhaupt dafür?), denn es gibt im Netz genügend Videos dazu.
Jetzt wird das Fadenbündel vom Zapfen abgenommen und die Fäden werden an dieser Stelle durchgeschnitten (kann man aber auch später machen). Ein Helfer - mein Mann - hält die Kette stramm, während ich die Fäden auf dem Kettbaum (vorn im Bild) aufwickele. Um die Lagen der Fäden voneinander zu trennen, muss man Pappstreifen oder Papier mit aufwickeln. Ich habe mir dafür Packpapier in passender Breite zugeschnitten. Mehrere armlange Stücke ließen sich gut handhaben.
Hier sieht man die aufgewickelten Kettfäden. Zunächst sind zwei Fäden in jedem Schlitz; einer wird nun heraus- und in das benachbarte Loch eingezogen. Eine langweilige und etwas mühsame Arbeit, zumal man gut aufpassen muss, dass man kein Loch auslässt oder einen anderen Fehler macht. Ich habe alle paar Zentimeter prüfend nachgesehen und war nach ca. einer Stunde mit insgesamt 300 Fäden fertig. Das geht doch noch!
Nun werden die losen Fadenenden am Warenbaum befestigt; davon habe ich leider kein Foto - vergessen. Aber ich habe ein Bild nachdem ich einige Zentimeter gewebt habe:
Ich habe ein preiswertes Baumwollgarn von Drops in drei Farben verwendet: dunkel-, mittel- und hellblau. Die Streifen am Rand der Kette sind vorgegeben, mit den Schussfäden kann ich variieren. Mein erstes Küchentuch sollte an den beiden Enden die Randstreifen optisch wieder aufnehmen. Dann habe ich schnell gemerkt, dass mir mein hellblaues Garn nicht für ein zweites Tuch im gleichen Muster ausreichen würde. Deshalb habe ich für das zweite Tuch das mittelblaue Garn verwendet und nur alle 10cm einen dünnen dunkelblauen Streifen eingewebt.
So sah mein Gewebe nach dem Abnehmen vom Rahmen aus:
Die nächsten Schritte: durchschneiden, die Schnittkanten sichern und waschen. Halt: zunächst in kaltem Wasser mehrere Stunden einweichen, damit die Fasern sich vollsaugen können. Das vermeidet bleibende Knicke beim späteren Waschen in der Waschmaschine. Das mache ich übrigens bei gekaufter Meterware genau so. Ich habe zunächst bei 30° und dann bei 60° gewaschen.
Das Gewebe ist wie erwartet eingelaufen. Nach dem Abnehmen vom Rahmen war das kleinere Tuch 72,5cm lang, nach der Wäsche nur noch 65,5cm. Das größere Tuch ist von 91cm auf 81cm geschrumpft. In der Breite habe ich nur 1,5cm verloren. Das ist am Anfang einer "Weblaufbahn" durchaus nützlich zu wissen. Jedes Garn wird sich wieder ein wenig anders verhalten (auch abhängig von der Webart), aber bei Baumwolle ist das ungefähr die Größenordnung.
Nun noch die Säume und die Tücher sind fertig:
Aus der Nähe:
Küchentücher: Das klingt erst einmal so banal - aber ich habe irgendwo bei einer Weberin gelesen, dass wenn man einmal mit selbstgewebten Tüchern angefangen hat, keine gekauften mehr haben möchte. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass ich das auch so sehen werde.
Sobald das bestellte 40/10-Webblatt da ist, werde ich weitermachen; einen Plan habe ich schon. Ich habe ja auch noch Einiges an selbst pflanzengefärbter Wolle, die ich verweben möchte. Und ich habe aus gutem Grund einen 60cm breiten Rahmen gekauft. Ich möchte zukünftig auch Gewebe für Kleidung machen. Da verbindet sich dann Hobby 1 mit Hobby ... wieviel? Na, mit dem neuesten jedenfalls.
Übrigens: Gekauft habe ich meinen Rahmen und das Zubehör bei Heikes-Handgewebtes. Bei der Suche nach einem Händler bin ich auf diesen Shop gestoßen, der für mich nahe genug war, um selbst hinzufahren und mich persönlich beraten zu lassen. Eine gute Idee, zumal Heike sich viel Zeit genommen und große Mühe gegeben hat. Auch ihre Auswahl an Garnen, natürlich auch und gerade zum Stricken, ist atemberaubend. Bemerkenswert finde ich auch, dass ihre Artikelbeschreibungen im Shop so ausführlich sind, wie ich sie sonst noch nicht gefunden habe. OK, das hört sich natürlich ganz und gar nach Werbung an, aber ich schreibe dies aus Überzeugung und bekommen habe ich auch nichts dafür.
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