Mittwoch, 24. September 2014

Me Made Mittwoch - Rock-Blusen-Kombi

Beim MMM tragen und zeigen Hobbyschneiderinnen ihre selbstgenähten Kleidungsstücke und dokumentieren, dass Selbstgemachtes zu ihrem Alltag gehört. Im MMM-Blog kann man sich verlinken und die Werke der Kolleginnen anschauen.

Mein Outfit von gestern:



Ein schmaler Rock aus einem leichten Wollflanell (hier schon einmal in anderer Zusammenstellung gezeigt) und eine anthrazitfarbene Hemdbluse aus einem Baumwoll-Seidengemisch von Pavani; bereits vor einigen Jahren genäht und merkwürdigerweise noch gar nicht so oft getragen, obwohl ich den Schnitt (burdastyle 03-2003-115) - mein absoluter Favorit für eine Hemdbluse - schon mehrfach genäht habe. Die Kette mit dem Raku-Anhänger (hier noch einmal größer und weitere Rakuketten) ist ebenfalls me made, nur das rote Shirt ist gekauft.

Da die dunkle Farbe der Bluse nichts über den Schnitt verrät, hier die technische Zeichnung:



BTW: Diese Bluse ist übrigens auch nach dem Schnitt genäht:

(hier gebloggt, etwas scrollen)


Sonntag, 21. September 2014

Herbstquilt Sewalong - Teil 2

Das Top meines Quilts ist inzwischen fertig und das bunte Gewusel hat einen (hoffentlich) besänftigenden dunkelblauen Rand bekommen.



Hier werde ich das Projekt für den Moment stoppen, denn ich muss zunächst Baumwollvlies besorgen. Da der fertige Quilt eine Schlafdecke werden wird, ist mir eine Naturfaser als Füllung wichtig.

In der Zwischenzeit habe ich Plan B 1 und 2 wieder verworfen und ein weiteres Projekt erdacht, für das ich bereits Stoffmuster bestellt und bekommen habe. Ja, ich werde komplett neue Stoffe kaufen und eine ganz andere Decke arbeiten. Zeigen möchte ich heute noch nichts, sondern Neugierige auf nächsten Sonntag vertrösten (falls der Händler so schnell liefert).

Maria Katz sammelt wieder die Zwischenergebnisse ihres Sewalongs, bei dem heute das Zuschneiden Thema ist.

Sonntag, 14. September 2014

Herbstquilt Sewalong - Teil 1

Jetzt kam eins zum anderen: erstens brauche ich auf mein neues Gäste-/Ausweich-/Allzweckbett im neuen Nähzimmer eine Tagesdecke und zweitens lobt gerade Marja Katz in ihrem Blog einen Herbstquilt Sewalong aus. Da mache ich doch mit. Auch wenn ich mich nicht hundertprozentig an ihren Zeitplan werde halten können - den ersten Termin habe ich bereits verpasst - ich werde versuchen, bis Anfang November eine gequiltete Decke fertig zu bekommen.

Mein Plan:
  • Ich möchte nur Reste verwenden.
  • Der vorherrschende Farbton wird Blau sein.
  • Die angepeilte fertige Größe soll ca. 200x130cm sein.
  • Ich werde dafür Streifen in zwei Breiten horizontal aneinander nähen.
  • Die Streifen werden gestückelt und im 45°-Winkel aneinander genäht.
Ich habe zunächst begonnen, meine Streifenstücke an den Schmalseiten zu einem langen Band zusammenzunähen. Auf dem folgenden Foto liegen die breiteren Streifen (geschnitten 9cm) ausgebreitet und die schmaleren (6cm)  sind aufgerollt.



Hier habe ich die Streifen einmal provisorisch ausgelegt, um einen ersten Eindruck zu bekommen:



Ziemlich bunt, nicht wahr? Und auch nicht besonders gut angeordnet.

Die nächsten Schritte: ich werde weiter Streifen nähen und dann beginnen in die Fläche zu gehen. Mal schauen, ob es mir dann gefällt.

Obenstehendes habe ich bereits vor ein paar Tagen geschrieben und fotografiert. Inzwischen sind die meisten Streifen bereits zusammengenäht und ich fürchte, das Ergebnis gefällt mir nicht wirklich.



Das ist vielleicht für eine Sommerbettdecke oder Picknickdecke OK, aber nicht als Tagesdecke für mein Bett. Als während des Nähens die Zweifel größer geworden sind, habe ich versucht einen Plan B zu entwickeln. Zwei Anfangsideen habe ich, aber für beides müsste ich noch Stoffe zukaufen, was ich ja eigentlich vermeiden wollte. Bis zum nächsten Termin wird sich das entschieden haben.

Bei Maria Katz treffen sich heute wieder die Teilnehmerinnen am Herbstquilt Sew Along. Da heute als Thema die Stoffwahl vorgesehen ist, bin ich ja noch nicht im Hintertreffen, selbst wenn ich noch einmal von vorn anfangen sollte. Wie gesagt: bis nächsten Sonntag ...

Dienstag, 9. September 2014

Textile Verpackungen

Als es kürzlich im Hause Siebensachen einen Schenkanlass gab, haben alle Präsente eine Verpackung aus Stoff erhalten:



Ich benutze zwar schon seit Jahren selbstgenähte Stoffbeutel für die Weihnachtsgeschenke, aber dieses Päckchen ...



... hat mich daran denken lassen, diese Art der Verpackung auch auf nicht saisonale Geschenke auszudehnen. Da die vier Päckchen vom oberen Foto in der Familie verschenkt worden sind, blieben auch die Stoffe im Hause und ich konnte auch Stücke verwenden, die ich noch verarbeiten will. Ich denke, ich werde mir mal einen kleinen Vorrat an Stoffstücken für Verpackungszwecke anlegen, so dass ich etwas zur Hand habe, wenn es wieder einen Anlass gibt.

Dieser Post ist mein erster Beitrag zum creadienstag.

Sonntag, 31. August 2014

Stoffspielereien im August: Gewebtes

Das Thema der Stoffspielereien im August ist: Weben und Verwandtes. Lucy vom Blog Nahtzugabe hat das Thema ausgesucht und sammelt heute die Ergebnisse der Teilnehmer.

Für mein Projekt habe ich die Stoffstreifen, mit denen ich meine Eco Prints (zum Beispiel diese hier) zum Fixieren umwickele (Foto weiter unten) mit selbstgefärbten Garnresten verwebt.



Die ca. 3cm breiten, gerissenen Stoffstreifen haben deutliche Farbspuren durch die mehrfache Verwendung beim Eco Print. Einige kurze Stücke habe ich mit Knoten zusammengefügt und sie als zusätzlichen Effekt eingesetzt.

So bin ich vorgegangen:
Ich habe mir auf meinem Bügelbrett die Größe für das fertige "Gewebe" markiert und in diesem Bereich mit Hilfe von Stecknadeln 70cm lange Fäden im Abstand von 3cm gespannt. In diese Kette habe ich meine Stoffstreifen gewebt, und zwar mit der Oberseite nach unten. Auf dieses "Gewebe" habe ich ganzflächig Vlieseline gebügelt. Auf diese Weise hält alles zusammen und kann vom Bügelbrett gelöst werden.
In diesem Stadium habe ich die Fotos gemacht. Die Kanten sind also noch nicht begradigt und die Fadenenden müssen noch fixiert werden. Ziel ist, daraus einen Wandbehang zu machen und ich habe schon eine Idee, wo in meinem neuen Nähzimmer er zukünftig hängen soll.

Dieses Foto zeigt das Gewebe auf dem Bügelbrett; am unteren Ende sind die Stecknadeln zu sehen.


Hier liegt es auf meinem neuen Zuschneidetisch ...


Hier sind die Knoten im Detail zu sehen ...


Und hier eine interessant gemaserte Stelle in der Nahaufnahme.


* So schaut übrigens ein aufgewickeltes Eco Print-Bündel bei mir aus. Andere Eco Printer wickeln mit Garn; ich bevorzuge Stoffstreifen. Sicher ist: für die nächste Eco Print-Session brauche ich neue.

Mittwoch, 27. August 2014

Ein sehr später Beitrag zu den Stoffspielreien im Juli

Die Stoffspielereien im Juli mit dem Thema Sashiko hätte ich sehr gern mitgemacht, jedoch fehlte mir in dem Moment die Zeit. Jetzt habe ich nachgeholt:


Im Detail:


Die Kreise habe ich auf der Rückseite aufgezeichnet, da ich keinen geeigneten Markierungsstift für die rechte Stoffseite zur Hand hatte. Ich habe mit dem großen Kreis begonnen und dann nach und nach die weiteren Kreise hinzugefügt. Die Kreuzungspunkte muss man beim Aufzeichnen genau mit einplanen, damit man so sticken kann, wie die Sashiko-Technik es vorsieht. Ich habe mit dreifädigem Sticktwist auf Leinen gestickt und verschiedene Grüntöne aus meinem Stickgarnvorrat verwendet. Alles in allem fand ich die Technik nicht schwierig, auch wenn man sich bemühen muss, möglichst gleichmäßig zu sticken. Ein weiteres Werk ist in Planung.

Praktisch gleichzeitig ist eine zweite Tasche entstanden, bei der ich den "Koseki-Stil" mit Sashiko kombiniert habe:



Die Rahmen bzw. Trennlinien zwischen den Patches sind mit Sashiko-Stichen gearbeitet.

Beide Taschen sind ein Geschenk für eine Freundin mit Japan-Neigungen und um die Sache noch auf die Spitze zu treiben, habe ich die Beutel nach Furoshiki-Art verpackt:




Mittwoch, 13. August 2014

Reise-Souveniers

Während meiner Istanbul-Reise war ich u.a. im Museum "Istanbul Modern", das einen sehr interessanten Einblick in die Arbeiten der vornehmlich türkischen Kunstschaffenden gewährt.
Drei textile Exponate möchte ich hier vorstellen.

Ghada Amer, Sunset in Isfahan (2010)

Die Künstlerin wurde in Ägypten geboren, hat in Paris studiert und lebt nun in New York.
In diesem Bild vereinen sich pastellige und hautfarbene Farbtöne mit Fäden, deren gestickte Anteile Frauenköpfe darstellen, die jedoch erst aus der Nähe betrachtet erkennbar werden. Ich habe sie zugegebenermaßen so spät erkannt, dass mein Detailfoto einen unglücklich gewählten Ausschnitt zeigt:


Ghada Amens Homepage enthält eine umfangreiche Bildersammlung, durch die ich sehr gern geblättert habe.

Pae White, Northern Smoke


Hier sehen wir ein gewebtes Wandbild von Pae White; das Motiv zeigt Rauch, der von einer Zigarettenspitze ausgehend über einen Löffel strömt und dann verwirbelt. Informationen zu dieser amerikanischen Künstlerin findet man in diesem Wikipedia-Eintrag.


Das Detailfoto lässt die Feinheit der Webfäden erkennen und wahrscheinlich ist es unmöglich, ein solches Motiv, vor allem in dieser Größe, mit der Hand zu weben (ich gebe zu, ich habe kurz in diese Richtung überlegt); der begleitende Text zur Ausstellung erwähnt industrielle Fertigung:
"This piece is a vision of an ephemeral moment suspended in space as the fluidity of smoke is caught, trapped, in a still and stable image. Though this work was processed industrially, the strong, historic relationship between the human body and the art of tapestry gives the piece a human quality. The act of weaving, which in historical terms means patience, order and effort, becomes monumental when stretched to such huge dimensions."

Ich habe mir aus berufenem Munde sagen lassen, dass es sich bei dem Motiv um die sog. "Kármánsche Wirbelstraße" handelt, die völlig korrekt wiedergegeben ist.

Und jetzt kommt's:


Sabire Susuz, Shopping

Erst die Detailfotos zeigen, was dieses Werk mit Textilkunst zu tun hat:





Ich zitiere wieder den Ausstellungstext:
"The artist draws attention to popular culture, using as her point of departure the phenomenon of fashion. She attempts to question visually, through the use of clothing labels, a form of existence, that is limited to brand names and artificial values. Maintaining that clothes bought for their brands, and identities acquired through brand names, will end up looking makeshift on a person, the artist fastens clothing labels to one another with pins."

Mehr Bilder der Türkin Sabire Susuz finden sich in der Galerie ihrer Homepage.

Ein weiteres Bild sei noch angehängt, zu dem ich leider vergessen habe, die Bildinformation festzuhalten.


Drei der gezeigten Bilder hängen im Museum nahe beieinander (der Hai hängt nur um die Ecke), so dass sich folgender Gesamteindruck ergibt:



Textil-Kunst-Interessierte, kommt ihr nach Istanbul - geht ins "Istanbul Modern"!