Mittwoch, 27. April 2016

Me Made Mittwoch: feiner schwarzer Rock, downdressed

Zum heutigen Me Made Mittwoch, bei dem Hobbyschneiderinnen (und manchmal auch ein -schneider) selbstgenähte Kleidung präsentieren, möchte ich einen relativ neuen Rock - kurz, schmal, schwarz - zeigen, den ich vor ein paar Tagen so getragen habe:


Ja, für mich ist ein solcher Rock durchaus fein; genäht aus einer leichten Cool Wool mit etwas Elasthan. Aus dem gleichen Stoff ist zuvor schon ein Kleid entstanden, von dem es noch kein Tragefoto gibt, wie ich gerade bemerke. Sollte ich mal nachholen, gelegentlich.
Die legere Streifenbluse aus Baumwolle habe ich nach dem gleichen Schnitt genäht wie diese, diese und diese Bluse. Da gefühlt von diesem Schnitt noch mehr Varianten existieren, habe ich bestimmt nicht alle verbloggt. Aber egal.
Um den Hals trage ich einen meiner Loopschals (der Link zeigt noch andere) aus Jerseyresten und eine lange Kette mit einem selbstgemachten Anhänger aus Rakukeramik (auf der verlinkten Seite im letzten Bild zu sehen).

Der Rock hat eine eigene Entstehungsgeschichte. Ich habe ihn an einem halben Tag genäht: gleich morgens begonnen und abends zum Konzert im Stadttheater getragen. Glücklicherweise hatte ich an diesem Tag nicht nur Zeit, sondern auch den Stoff und alle Nähzutaten da; der Schnitt war ohnehin erprobt und somit risikofrei. Da konnte ich mir sogar erlauben, die Abnäher am Rock sorgfältig mit unterlegten Futterstreifen zu nähen. Das geht so:


Abnäher einzeichnen und an einem Schenkel eine Hilfslinie in ca. 1,5cm Abstand einzeichnen. Einen Futterstreifen im schrägem Fadenlauf zuschneiden: 2cm länger als der Abnäher und längs gefaltet ca. 3cm breit.


Den Abnäher so in der Mitte falten, dass die eingezeichneten Linien genau aufeinander liegen. Dann den Futterstreifen mit der Bruchkante an der Hilfslinie anlegen und feststecken, evtl. heften. Der Abnäher wird dann von der anderen Seite gesteppt und der Futterstreifen mit festgenäht.


Jetzt wird gebügelt: erst glattbügeln, dann den Abnäher nach der einen, den Futterstreifen nach der anderen Seite bügeln. Dieses Verfahren lässt den Abnäher wie eine feine gleichmäßige Naht aussehen; es gibt keine Absätze, da sich auf beiden Seiten der Naht Stoff befindet und nicht nur auf einer, wie beim "normal" genähten Abnäher. Beweis:


Bei diesem Rock habe ich übrigens zum ersten Mal die Markierungen mit der schmalen Kante eines fast aufgebrauchten Seifenstücks gemacht statt mit Schneiderkreide. Das hat hervorragend geklappt und es ist regelrecht schade, dass ich diesen Trick erst jetzt angewendet habe, obwohl ich ihn schon länger kenne. Jetzt wird im Hause Siebensachen natürlich jedes Seifenrestchen aufgehoben.


Am Abend beim Konzert habe ich übrigens diesen Blazer dazu getragen, habe aber davon wieder kein Tragefoto.
Inspiriert durch diesen Näherfolg und weil der Schnitt ohnehin noch rumlag, habe ich am nächsten Tag gleich noch einen Rock genäht, den ich hier vor einiger Zeit bereits gezeigt habe; es ist der Karorock mit dem sichtbaren Zipper hinten.



Sonntag, 13. März 2016

Schnittmusteranpassung bei kleiner Oberweite: SBA

Meike hat kürzlich auf ihrem Blog eine Reihe mit Erläuterungen zum Thema Schnittmusteranpassung gestartet. Bereits erschienen sind Grundlagen und LängenanpassungenFBA und SBA,das sind Änderungen bei großer bzw. kleiner Oberweite, und Abnäherverlegung. Die Full Bust Adjustment hat sie detailreich erklärt, aber zur Small Bust Adjustment könnte man noch etwas mehr sagen.
Ich werde mich daran versuchen, da ich diese Schnittmusteranpassung schon mehrfach für meine Kleidung durchgeführt habe.

Ein guter Start ist, sich zunächst Meikes Post durchzulesen, wo sie die Grundlagen erklärt. Als ich meine erste SBA machen wollte, habe ich das Burdabuch "Nähen leicht gemacht" zu Rate gezogen, wo am Ende der FBA nicht viel mehr als der lapidare Satz geschrieben steht: Die Änderung erfolgt genau entgegengesetzt. Aha.

Nun mal Butter bei die Fische!

Entgegengesetzt, das heißt, da, wo bei der FBA das Schnittmuster gespreizt wird, schiebt man bei der SBA die aufgeschnittenen Kanten übereinander. Wieviel das zu sein hat, kann man durch Ausmessen des eigenen Oberkörpers ermitteln (wie in Meikes Post beschrieben) oder man probiert es an (Probe-)Modellen aus und bekommt dann einen Erfahrungswert.

Änderung bei Oberteilen ohne bzw. mit Brustabnäher von der Seite:

Ich starte mit Meikes Skizze:


Für die SBA schneidet man genauso ein:



Auf meinem Foto sieht man eine weitere Linie, auf die ich gleich zurückkomme. Nun schiebt man das seitlich Teilstück in Richtung der VM und achtet darauf, dass man parallel zum FL bleibt. Der Einschnitt in der Höhe des gedachten oder existierenden Brustabnähers schiebt sich ebenfalls zusammen.



Auf diese Weise wurden Länge und Weite reduziert. Zu Egalisierung der unteren Kante schneidet man das Schnittmuster an der eingezeichneten Querlinie auf und schiebt die Teile so übereinander, dass die Länge wieder gleich ist. Bei einer einfachen, geraden Kante bzw. Saum könnte man auch einfach unten das Überstehende abschneiden, aber bei gebogenen Kanten, Falten etc. empfiehlt sich das nicht.
Da das VT nun an der Seitennaht um einen kleinen Betrag kürzer ist als das RT, an das es angenäht wird, muss man diese Differenz ausgleichen. Wie man das macht, hängt vom Modell und Stoff bzw. dessen Muster ab. Bei einfarbigem Stoff hat man da mehr Freiheiten als bei einem Karo, zum Beispiel. Denkbar ist, die hintere Mehrlänge in der Seitennaht einzuhalten oder man kann die Taillennaht leicht gebogen zeichnen, um seitlich die Länge des RT zu erreichen.
Das VT ist jetzt auch an der unteren Kante um einen kleinen Betrag schmaler geworden. Bei einer legeren Bluse muss man wahrscheinlich gar nichts tun. Wenn aber die Weite am Saum nicht mehr ausreicht oder an der unteren Kante ein Schnittteil angesetzt wird, gibt man am VT unten an der Seitennaht den weggenommenen Betrag zu und lässt nach oben hin auslaufen.


Änderungen bei Oberteilen mit Brustabnäher im Armloch:

Zum Beispiel bei diesem Modell:

(burdastyle 06-2004)

Bei dieser Änderung muss man beachten, dass sich die Größe des Armlochs verändert, da man die Abnähertiefe reduziert.



Parallel zur VM eine Linie von der Schulter bis zur unteren Kante ziehen, die knapp an die Abnäherspitze stößt. Von unten bis knapp an die Schulter ein- aber nicht durchschneiden. Ebenso die Mitte des Abnähers bis knapp vor die Spitze einschneiden. Am langen Einschnitt die beiden Teile um den gewünschten Betrag übereinander schieben und fixieren; dabei verkleinert sich auch der Abnäher, was das Armloch verkleinert. Deshalb das Armloch soviel vertiefen, dass die alte Größe wieder erreicht wird. Kettenreaktion: nun ist die Seitennaht kürzer (auf meinem Foto komischerweise nicht zu erkennen). Ausgleich: siehe oben.

Änderungen bei Oberteilen mit Prinzessnaht:

Hier habe ich es mir in der Vergangenheit immer recht einfach gemacht, in dem ich lediglich an der Verbindungsnaht der beiden Vorderteile Weite weggenommen habe.

Aber auch das Vorgehen nach "Lehrbuch" ist recht einfach:


Man schneidet wie auf der Skizze zu sehen an beiden Schnittteilen ein und schiebt übereinander.

Änderungen bei besonderen Brustabnähern:

Hier wird es schwieriger - dachte ich zunächst.
Ich habe mich eimal erfolglos am "Jumper" aus burdastyle 09-2012 Mod. 106 versucht; er hat französische Brustabnäher:


Man sieht auf der technischen Zeichnung, dass der Abnäher tief an der Seitennaht beginnt und bogenförmig bis zum Brustpunkt verläuft. Quasi Brustabnäher und Taillierung auf einen Streich. Sehr kleidsam und eigentlich ein Designelement. Für meinen ersten Versuch an diesem Modell habe ich einen schwereren schwarzen Baumwollpikee verwendet, dessen Farbe gnädigerweise vertuscht, dass der Abnäher für meine Verhältnisse zu groß ist. Da ich das als nicht so gravierend eingeschätzt hatte, habe ich mir einen zweiten Stoff gekauft für ein weiteres Modell. Da hat sich dann deutlich gezeigt, dass ich dieses Oberteil unverändert nicht tragen kann und ist in der Mülltonne gelandet. Doch ich wollte nicht aufgeben und habe versucht, den Schnitt zu ändern.

So bin ich vorgegangen:

Den Abnäher in der Mitte bis kurz vor die Spitze einschneiden. Die weiteren Einschnitte wie in den oberen Skizzen durchführen. Wie gehabt übereinander schieben und zusammenkleben.

 

Am Schnittmuster sieht das dann so aus:


Beim Absatz an der unteren Kante wieder wie weiter oben beschrieben verfahren.

Ich habe noch eine weitere Variante gefunden:
Einen langen, zur VM parallel verlaufenden Einschnitt machen wie bei der Variante "Abnäher im Armloch" und den Abnäher wie im obigen Bild in der Mitte einschneiden.

 


Zunächst durch die Abnähertiefe reduzieren. Dann das linke Teilstück über das rechte schieben bis die untere Kante wieder geschlossen ist. Die nun gebogene Saumlinie begradigen. Bei meinem Schnittmuster habe ich dadurch 1cm Länge reduziert, jedoch die Länge der Seitennaht gehalten. Schließlich habe ich noch den Brustpunkt überprüft und den Abnäher um einen guten Zentimeter nach unten versetzt.

Ich habe sogar noch eine dritte Variante gefunden, glaube aber, dass sie komplizierter ist und lasse sie deshalb hier weg.

Fazit: Nachdem ich mich mit diesem Thema intensiv beschäftigt habe, finde ich das Ganze gar nicht mehr so kompliziert. Aber dennoch: Bislang habe ich das so geänderte Schnittmuster noch nicht umgesetzt. Ich warte nun einmal auf Kommentare; vielleicht gibt es bessere Ideen oder Fehlerkorrekturen. Dann werde ich den Jumper (so heißt er bei mir) selbstverständlich nähen und hier im Blog zeigen.

Andere Änderungen bei kleiner Oberweite:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man bei tiefen V-Ausschnitten, wie bei gewickelten Oberteilen, im Ausschnitt Weite wegkneifen sollte, damit sie nicht aufsperren. Fotos dazu finden sich in einem der Links unten in der Liste.

Bei kompliziert konstruierten Schnitten, wo sich die erwähnten Änderungsverfahren nicht ohne Weiteres anwenden lassen, lohnt sich eine gründliche Suche im Netz. Bei meiner Recherche zum Thema bin ich auch auf Anleitungen gestoßen, die die SBA an konkreten Modellen durchführen.

Linksammlung:

Dafür komme ich auf die Firma burda zurück, über die ich mich zu Beginn beklagt habe. Die Lücke in meinem Burda-Anleitungsbuch wird inzwischen durch ein Tutorial auf der Homepage gefüllt (vielleicht auch in einer neueren Auflage des Buchs - ich habe eine ältere):

Burda-Workshop: Der Busen ist zu klein. (Na ja, ich habe den Titel nicht gemacht.)

Auf dem Blog von Megan Nielsen Patterns wird die SBA zwar an einem Modell aus deren Sortiment erklärt, ist aber auch allgemein anzuwenden (Englisch).

Bei SewAlongs with Colette Patterns gibt es ein SBA-Tutorial zum Kleid Myrtle, das jedoch ebenfalls übertragbar ist. Hier ist außerdem das Ausmessen der Oberweite mit Fotos erklärt (Englisch).

Dixie DIY.com zeigt die SBA bei einem Oberteil mit zwei Abnähern und verwendet sehr klare Skizzen, wie ich finde (Englisch).

In Melly Sews Post über Oberweiten-Änderungen kann man FBA und SBA nachlesen. Hier wird auch die Änderung bei Wiener- bzw. Prinzessnähten gezeigt (Englisch).

Der Blog von by hand London zeigt die SBA gleich dreimal: beim Anna Dress, bei dem das VT unten zwei große Falten hat, die von den Änderungen betroffen werden. Vielleicht kann man sich für andere, ähnliche Modelle etwas abgucken. Und hier gibt es Hinweise für eine SBA bei einem Bustier-Oberteil. Bei den Erläuterungen zum Flora Dress sieht man sehr schön, dass Brustpunkt und Abnäherspitze nicht identisch sind, was bei Oberweitenänderungen nicht ganz unwichtig ist (Englisch).

Eine Bloggerin aus Kanada zeigt in drei Beiträgen (12) ihre Small Bust Adjustments. Nr. 2 bezieht sich auf das Vogue-Modell 5611. In einem dritten Post berichtet sie von ihrem Vorgehen bei einem Neckholder Oberteil.

Hier habe ich alle Posts von The Slapdash Sewist mit dem Label SBA rausgesucht.  Eine recht ergiebige Sammlung. Hier erklärt sie z.B. das Kneifen in Ausschnitten, das ich weiter oben schon erwähnt habe (Englisch).

Bei Pinterest habe ich auch etwas gefunden und wenn man bei You Tube  mit "Small Bust Adjustment" sucht und dann alles ignoriert, was nichts mit Nähen zu tun hat, bleibt noch Info für uns übrig.

So. Ich möchte jetzt ausdrücklich erwähnen, dass meine Anleitungen "ohne Gewähr" sind, da vielleicht lückenhaft oder nicht fehlerfrei. In diesen Fällen bitte ich um Korrektur, die ich dann nachträglich im Post einbauen werde.

Danke an Meike, die mich mit ihrer Initiative "Schnittanpassungen" zu diesem Tutorial verleitet hat.

Mittwoch, 9. März 2016

Me Made Mittwoch: Noch 'ne Bluse

Das trage ich heute (na, fast):

 


Fast, das heißt, die Fotos habe ich schon vor kurzem gemacht, da ich wusste, dass ich die Bluse posten wollte. Heute trage ich sie, nur anders kombiniert. Im Foto mit dunkelblauer (selbstgenähter) Hose, heute mit (selbstgenähten) Jeans.

Diesen Schnitt habe ich schon häufig genäht: burdastyle 03-2003-115; hier ist eine Version und hier eine weitere. Komisch, ich meine, ich hätte noch weitere Modelle nach diesem Schnitt gepostet, finde sie jedoch im Moment nicht - ich sollte wohl 'mal die Liste meiner Schnittbesprechungen prüfen. Jedenfalls ist dort dieser Schnitt der älteste in der Liste.

Der Stoff ist ein sagenhaft weicher Feinst-Cordsamt aus 65% Baumwolle und 35% Seide, den ich vor einiger Zeit bei Anita Pavani gekauft habe. Den Stoff sehen, befühlen und kaufen war wahrscheinlich eine Angelegenheit von zwei Minuten. Ich brauchte nicht zu überlegen - den Stoff wollte ich haben! Er ließ sich wunderbar verarbeiten; genäht habe ich im Januar.

Die Me Made Mittwoch-Kleidung der anderen Hobbyschneiderinnen kann man sich hier ansehen.

Sonntag, 28. Februar 2016

Stoffspielereien im Februar : Es war einmal ein Tuch

Bei den Stoffspielereien ist die thematische Vorgabe, ein Tuch oder auch einen Schal für das textile Experiment zu verwenden. Dafür blicke ich zunächst zurück, denn ich habe drei Kleidungsstücke, die aus einem Tuch entstanden sind:

  

Links eine Bluse aus einem Tuch, das mir an einem Marktstand in Frankreich als Strandlaken angepriesen worden ist (hier gebloggt) und rechts eine Jacke aus einem indischen Wollshawl (hier gebloggt).
Dann gibt es noch einen Rock, ebenfalls aus einem Shawl aus Indien, der vornehmlich aus Seide besteht:

(hier gebloggt)


Die Bluse habe ich schon viel getragen und mag sie sehr, obwohl sie gern knittert, aber das liegt am hohen Leinenanteil im Material. Die rote Jacke habe ich bisher kaum getragen, wahrscheinlich weil mir bisher ein guter Kombipartner gefehlt hat; inzwischen habe ich eine (selbstgenähte) dunkelbraune Hose, zu der die Jacke gut passen müsste.

Das gleiche "Problem" hatte ich mit dem Rock. Der olivgrüne Cardigan, den ich mir mal passend dazu gekauft habe, gefällt mir nicht wirklich. Jetzt, zu den Stoffspielereien, habe ich den Rock wieder hervorgeholt und überlegt, was ich tun könnte. Warum das Tuch nicht noch einmal verändern? Ich habe die Schere angesetzt, die Bordüre mit den Fransen abgeschnitten und neu gesäumt. Jetzt ist es ein kurzer Rock, der auf mich ganz anders wirkt.

(ein schlechtes Foto - das Bild oben gibt die Farben besser wieder)

Aber ich muss erneut ein passendes Oberteil suchen. Dafür habe ich mir schon mal ein Stoffschnipsel eingesteckt, damit ich immer eine Farbprobe dabei habe, falls ich etwas sehe. In den Tiefen meines Stoffschranks habe ich ein olivfarbenes Leinen gefunden, das leidlich gut zum Rock passt. Es liegt unter dem Rock, aber die Farben sind wieder schlecht getroffen.

Die abgeschnittene Fransenbordüre habe ich natürlich aufgehoben - vielleicht kann ich sie ja mal an einen neuen Schal annähen ...


Die Beiträge zu den Stoffspielereien sammelt heute Susanne vom Blog Textile Geschichten. Vielen Dank für die Mühe.



Donnerstag, 25. Februar 2016

Karo-Rock mit sichtbarem Zipper (und Mängeln)

Gemeint ist dieser Rock, den ich gestern beim MeMadeMittwoch gezeigt habe:

 


Ende letzter Woche war ich im Rock-Näh-Fieber. Der Schnitt lag noch vom vorherigen Projekt auf dem Tisch und den karierten Stoff hatte ich kürzlich im Stoffschrank "wiedergefunden" und mal rausgelegt in der Hoffnung auf eine Idee.

Die Idee war dann ziemlich unausgegoren, denn mit ein bisschen Nachdenken würde man einen karierten Stoff im schrägen Zuschnitt nicht in der hinteren Mitte teilen, sondern den Reißverschluss in die Seitennaht verlegen. Habe ich nicht gemacht und da ich eher wenig Stoff hatte, hätte er womöglich auch gar nicht gereicht. Ich musste ohnehin herumtricksen und konnte letztlich auf den Karoverlauf an den Nähten nicht achten.



An den Seiten habe ich es gleich aufgegeben, in der hinteren Mitte habe ich es noch versucht, musste aber dann feststellen, dass es nicht geklappt hat. Was nun? Irgendwie den Übergang verdecken ... mit einem außen aufgesetzten Reißverschluss! Glücklicherweise hatte ich einen ausreichend langen in der passenden Farbe im Vorrat; dass es ein teilbarer Zipper ist, stört mich nicht. Jetzt kann man sich überlegen, ob der RV vom schlechten Karoanschuss ablenkt, oder die Blicke geradezu darauf richtet. Wie hat Martina gestern kommentiert: Es gibt keine Fehler, sondern nur Designelemente.

Am Ende der Überlegungen ist ausschlaggebend, was ich selbst davon halte. Ich weiß, dass ich das besser kann, aber hier ist es nun mal so wie es ist und solange ich dazu stehe und mich in dem Kleidungsstück wohl fühle, ist es gut so. Ich habe gestern den Rock den ganzen Tag getragen und hatte ein gutes Gefühl. Nur der Zipper ... Innen ist er verdeckt, da die Stoffkanten der rückwärtigen Rockbahnen aneinander stoßen, aber außen können sie für empfindliche Flächen, auf die man sich setzen könnte, gefährlich werden. Sitzmöbel aus Leder zum Beispiel.

Noch einen Blick auf den Stoff:


Ich bin der Meinung, dass die sichtbaren Knitter nicht von Anfang an da waren, sondern erst nach der ersten Wäsche gekommen sind. Ich habe mich bemüht, sie nicht glatt zu bügeln, denn sie gefallen mir. Die Hauptfarbe ist kamel mit schwarzen und ein paar feinen roten Streifen. Deshalb mag ich auch rot dazu kombinieren, so vielleicht:


Gestern hatte ich die rote Jacke vom Winterjacken Sew Along dazu an. Ich fand es OK, meinem Mann hat es nicht gefallen - er ist da ja immer ehrlich, wenn ich ihn frage.

Ach ja, die "Mängelliste" ist noch nicht abgearbeitet: Das Futter scheint ein wenig zu lang geraten zu sein, denn gestern hat es vorn geblitzt - da werde ich wohl noch einmal ran müssen.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Me Made Mittwoch: neuer Rock mit Mängeln

Heute kommt hier nur ein kurzer, knapper Beitrag über einen neuen Rock. Die Hintergrundinfo liefere ich morgen nach. Bis dahin mag der geneigte Leser rätseln, wo die oben angedeuteten Mängel zu finden sind.
Aus einem Stoff aus dem Vorratsschrank ist spontan und ohne vorheriges Nachdenken dieser Rock entstanden:

 



Der "Clou" ist der Zipper, den ich am hinteren Rockteil außen aufgesetzt habe.

Also, wie gesagt, morgen mehr; heute ist die Zeit zu knapp. Jetzt verlinke ich meinen Beitrag beim MeMadeMittwoch, wo auch heute wieder Hobbyschneiderinnen ihre selbstgemachte Kleidung an der Frau zeigen.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Me Made Mittwoch: Polo-Sweater

Vor ein paar Tagen ist ein neues Oberteil entstanden, das mir zum Ausklang des Winters noch gerade recht kommt. Vor ein paar Tagen genäht und seit dem schon mehrmals getragen - die Fotos sind vom Montag:

 

Der Stoff ist ein leichter Sweat mit einem interessanten aufgedruckten Muster von dunkel nach hell abgestuft (wurde in Rapporten verkauft); der Hintergrund sieht aus wie ein Webstoff in Leinwandbindung:


Die Farbe des Musters ist irgendwo zwischen Aubergine und Pflaume, der Hintergrund ist schwer zu beschreiben, vielleicht hell schlammfarben (Diese Bezeichnung klingt immer so unattraktiv, die Farbe hingegen finde ich durchaus passabel.) Der Polo-Ausschnitt ist aus einem pflaumenfarbenen, leichten Leinen, das perfekt zum Sweat passt. Diesen Stoff habe ich einmal reflexartig beim Kasseler Stoffhaus am Kö gekauft, weil mir die Farbe so gut gefallen hat. Die Qualität des Stoffs hat sich dann erst nach der Wäsche gezeigt, denn nach der Entfernung der Appretur war das Leinen viel dünner als es mir beim Kauf erschien. Was aber der tollen Farbe keinen Abbruch tut. Nun habe ich noch reichlich übrig und überlege, was ich daraus machen könnte. Die Farbe passt übrigens auch ziemlich gut zu diesem Rock:


(hier gebloggt)

Zurück zum Sweater: Der Schnitt ist von dieser Bluse übernommen, ich habe jedoch den Brustabnäher entfernt, die hintere Mitte mit Naht gearbeitet, so dass ich ein wenig die Taille modellieren konnte, desgleichen habe ich die Seitennähte in der Taille ein wenig hereingenommen. Trotzdem sitzt der Polo-Sweater eher locker, aber ich wollte hier gern ein etwas weiteres und auch längeres Oberteil. Der Ausschnitt stammt von einer Bluse aus einem Burdaheft vom Juli 2007, bei der ich einfach die Knopfleiste auf meine gewünschte Länge gekürzt habe. Beim Nähen des Poloausschnitts habe ich dann das Burdabuch "Nähen leicht gemacht" herangezogen; hier schlage ich öfters nach, wenn ich Hilfe brauche.

Bei meinem letzten Besuch im Stoffgeschäft habe ich den gemusterten Stoff in Grün liegen sehen (der auberginefarbene war sofort ausverkauft - Glück gehabt!) ... hm, vielleicht sollte ich noch einmal zugreifen?

Alle Me Made Mittwoch-Beiträge sind heute hier versammelt. Vielen Dank an die Organisatorinnen, die sich Woche für Woche viel Mühe geben.