Mittwoch, 1. Juli 2015

Me Made Mittwoch: Sommerkleid aus Pikee-Jersey

Eigentlich will ich ja weg von Jersey, vor allem die Jersey-Oberteile in Shirtform bin ich leid und ich finde, sie stehen mir auch nicht besonders gut.

Nun gibt es doch ein neues Kleidungsstück aus Jersey; aus Pikee, der jedoch mehr Körper hat als ein glatter Jersey und mir deshalb viel eher zusagt. Und es ist kein Oberteil geworden, sondern ein Kleid:



Der Schnitt ist aus einem älteren Burdaheft: Dez. 2008, Modell 114. So sieht die technische Zeichnung aus:

 
(Bildquelle: Burdastyle)

Das Kleid ist übrigens die Variante "Nachthemd", die bei mir ein Upgrade bekommen hat. Es gibt auch eine Shirtvariante mit langen Ärmeln, die ich für mein Kleid übernommen und auf kurz getrimmt habe. Der Schnitt ist vergleichsweise locker konzipiert; für ein Nachthemd eine gute Idee und beim Shirt hat Burda vorgesehen, dass man einen Rolli oder eine Bluse drunter tragen soll. Ich habe also die Schnittmusterteile vermessen und beschlossen, dass mir oben Gr.36 ausreicht. Im Bereich der Hüfte habe ich meine übliche Größe 40 kopiert. Oben an den Ärmeln habe ich versucht, einen Mischwert zu erreichen, denn bei breiteren Schultern schien mir wiederum Gr.36 zu wenig. Ich glaube, ich habe dieses Schwimmen zwischen den Größen einigermaßen hinbekommen, denn ich bin mit der Passform ganz zufrieden. Unter den Armen habe ich relativ viel Luft; wer schlankere Oberarme hat als ich, sollte evtl. das Armloch verkleinern.
Der Ausschnitt ist wie im Schnitt, ich habe jedoch meine 1,5 cm Nahtzugabe drangelassen und mit einem Stoffstreifen eingefasst. So hat der Ausschnitt für mich eine ideale Größe und Form für ein Sommerkleid.


Das Kleid hatte ich übrigens an einem Tag genäht, nachdem ich am Vortag den Schnitt kopiert hatte. Das Modell ist also leicht zu nähen; es gibt keine versteckten Schwierigkeiten.
Der Stoff, reine Baumwolle, trägt sich prima. Ich habe das Kleid gestern den ganzen Tag angehabt und habe mich sehr wohl gefühlt. Eine Variante als Shirt kann ich mir durchaus vorstellen, auch wenn ... siehe oben. Da wird es wohl sehr darauf ankommen, ob ich einen geeigneten Jersey finde.

Alle anderen Beiträge zum heutigen MMM sind hier verlinkt.



Sonntag, 28. Juni 2015

Stoffspielereien im Juni: Knöpfe



Das Thema der Stoffspielereien* im Juni ist: Knöpfe.

Was fällt mir zu diesem Thema ein?
Ganz konkret, meine beiden Knopfaufbewahrungstätten: für vollständige Knopfsätze, schön in kleinen Tütchen sortiert und das bunte Durcheinander verschiedenster Einzelstücke im Nähkästchen:




Und natürlich meine selbstgemachten Knöpfe aus Rakukeramik:



Wenn man als Handarbeiterin aus den einschlägigen Materialien Knöpfe selbst machen will, denn das ist meine Interpretation des Knopf-Themas, findet man im Netz einiges an Ideen und Anleitungen bis hin zu Knopfrohlingen aus Kunststoff, die man mit Faden oder Garn bearbeiten oder umsticken kann. Aber das war nicht mein Weg. Schnell hat sich dann herauskristallisiert, dass ich mein pflanzengefärbtes Garn verwenden wollte. Posamenten- oder Zwirnknöpfe sollten es auch nicht sein, aber so etwas:


Ich bin gemäß der Anleitung (siehe Bildunterschrift) vorgegangen. Meditatives Knopfweben. So sah mein erster "Knopf" aus - nein, bevor ein wirklicher Knopf daraus werden konnte, habe ich aufgehört ...



... weil mir das Gebilde als Rosette gut gefiel und einfach noch mehr gewebt:



Und bevor einfarbig zu langweilig geworden wäre, eine Variante gestichelt:



Rosette aus zwei verschiedenfarbigen Seidengarnen.  Und ein Exemplar mit Perlen:



Aber, wie so oft, oder praktisch immer, habe ich eine konkrete Anwendung meiner Arbeiten  gefunden. Die Idee ist, auf diese Weise kleine Muster meiner selbst gefärbten Garne zu kreieren, die ich mit den jeweiligen Informationen zu Material und Farbe usw. versehen, archivieren kann. Also, nicht nur ein paar Fäden an eine Karteikarte pinnen, sondern diese Methode, die vermuten lässt: Diese Frau hat zu viel Zeit ...

So könnte das dann aussehen:


Die Rosette habe ich auf die Karteikarte genäht:


Ich hätte noch mehr Fotos zu den Entstehungsprozessen und einige Detailinformationen, die in der oben genannten Anleitung nicht enthalten sind - wenn Interesse besteht, mache ich gelegentlich ein Tutorial. Vielleicht habe ich auch noch ein paar Ideen, wie man die Rosetten weiterverarbeiten könnte: mit geeigneter Versteifung als Anstecknadel (trägt das jemand?), als Verzierung auf ein ansonsten schlichtes Strickstück genäht, als Ring, Schlüsselanhänger ... Ich merke, da läuft was.


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*An den Stoffspielereien kann sich jeder beteiligen, der zum vorgegebenen Thema etwas ausprobieren und zeigen möchte. Am letzten Sonntag im Monat werden die Beiträge gesammelt. Heute von frifris. Mein Dank geht an sie und die anderen Organisatorinnen, die sich immer wieder Gedanken und Mühe machen.
Wer sich einen Überblick verschaffen will, was bisher geschah, klickt oben in meiner Header-Leiste auf "Stoffspielereien".





Mittwoch, 24. Juni 2015

Me Made Mittwoch: Rock und richtig alter Pullover

Das Sommerwetter in Deutschland: zu warm, zu trocken, zu kalt, zu nass.
Das Wetter wird in den MMM-Beiträgen (heute hier verlinkt) ziemlich oft thematisiert. Bei mir drückt es sich heute darin aus, dass ich wieder zum Pullover gegriffen habe. Und der ist richtig alt; ich muss schätzen: 20 Jahre?



Aus einem türkisfarbenen Baumwollgarn in einem Muster gestrickt, das mir heute immer noch gefällt.



Dass dieser Pulli immer noch lebt, liegt aber auch daran, dass ich ihn etliche Jahre gar nicht getragen habe. Der sandfarbene Rock ist eigentlich ein klassischer schmaler Schnitt, bei dem ich die Abnäher bis nach unten durchgeschnitten habe. Zusätzlich habe ich die vordere mittlere Rockbahn noch einmal geteilt, so dass ich vorn fünf und hinten (wegen der Mittelnaht) vier Bahnen habe. Etwas unorthodox, aber warum nicht? Alle Nähte sind doppelt abgesteppt; das mache ich gern, wo immer es sich anbietet. Der Stoff war mal eine spontane Entscheidung, da mir die Materialzusammensetzung so gefallen hat: Leinen mit Seide. Im Nachhinein habe ich bedauert, nicht mehr Stoff gekauft zu haben, denn ein leichter Blazer wäre auch schön gewesen. Zumal ich so wenig Ensembles im Schrank habe.

Die auffällige Kette ist (leider) nicht me made. Sie besteht aus Hornkugeln und ich habe sie einmal in Südfrankreich auf einem Markt gekauft. Ich trage sie heute tatsächlich zum ersten Mal.



Montag, 22. Juni 2015

Auf den Nadeln im Juni

Im Blog maschenfein kann man auch im Juni wieder zeigen, was man gerade auf den Nadeln hat. Vielen Dank für die Möglichkeit, meinen Beitrag dort zu verlinken.

Mein Tuch Nymphalidea ist fertig! Ich habe nach einer kostenlosen Anleitung gestrickt, die ich hier bei Ravelry gefunden habe. Für dieses Tuch wollte ich ja möglichst viele Farben meiner pflanzengefärbten Garne verwenden. Dies war der Anfang:

 

Und so schaut schließlich das fertige Tuch aus:


 


Die charakteristische Spitze am Tuch, die, wie ich gelernt habe, stricktechnisch ebenso unvermeidbar wie tragetechnisch überflüssig ist, liegt bei mir ziemlich genau in der Mitte. Da nach Fertigstellung  hier erst einmal sommerliche Temperaturen herrschten, habe ich das Tuch noch nicht wirklich getragen und kann deshalb nicht beurteilen, wie gut sich diese Tuchform trägt. Das Material ist jedenfalls sehr angenehm - eine Merino Lacewolle. Zuletzt noch ein Detailfoto, damit die Farben noch einmal schön zur Wirkung kommen:

(wie immer: Klick aufs Foto vergrößert)

Natürlich habe ich gleich ein neues Werk begonnen. Es ist ein weiteres Tuch, für das ich die Anleitung wieder bei Ravelry ausgegraben habe: Kuura von Milja Uimonen. Vielen Dank, dass auch sie (die Anleitung, nicht Milja) kostenlos zu haben ist. Wenn ich mir überlege, wie oft ich beim Aussuchen eines Musters, sei es zum Stricken oder Nähen, meine Entscheidung ändere, würde ich bei Kaufanleitungen so viel Geld ausgeben, dass am Ende nichts mehr für das Material übrig ist. Deshalb bin ich so dankbar, dass es viele schöne kostenlose Muster im Netz gibt. 
Auch dieses Tuch ist mehrfarbig und ich verwende wieder meine eigenen pflanzengefärbten Garne.



Im Original ist das Tuch einfarbig. Bei mir werden die zackenförmigen Lochmusterstreifen abwechselnd in rötlich-pink (Rotholz, 2. Zug), gelb (braune Zwiebelschalen, 2. Zug), lila (Blauholz, 2. Zug) und grün (rote Zwiebelschalen, 1. Zug) gestrickt. Dazwischen befindet sich eine doppelte Lochmusterreihe mit Krausrippen in einem hellen Braun (schwarzer Tee, 2. Zug). Auch hier habe ich wieder "genommen, was ich da hatte" und somit auch dem Zufall Raum gelassen in der Hoffnung, dass fertiggestellt und gespannt das Ganze eine ansprechende Wirkung hat.



Freitag, 5. Juni 2015

Probefärbung: Padouk

Im Blog Pflanzenfarben 2015 habe ich einen Beitrag veröffentlicht, der das Ergebnis einer Probefärbung mit Padoukholz zeigt. Mit diesem Holz beteilige ich mich an einem Färbeprojekt, bei dem sieben Teilnehmer sieben verschiedene Färbungen vornehmen. Am Ende wird die gefärbte Wolle so unter den Färbern verteilt, dass jeder sieben verschiedene Farben hat. Das Projekt zieht sich über das ganze Jahr und ich bin gespannt auf die Berichte der Färber und die Farben der Garne.

Hier ein erster Eindruck:


Für weitere Informationen bitte dem Link oben folgen.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Me Made Mittwoch: Hemdbluse


Mein heutiger Beitrag zum Me Made Mittwoch:



Ich trage gerne Hemdblusen und ich habe schon viele genäht. Zwei dieser Standardteile sind nun verbraucht und sollen ersetzt werden. Eine neue Bluse ist jetzt gerade fertig geworden und an einem der letzten kühleren Tage habe ich sie getragen.

Und wieder habe ich nach Schnitt 115 aus burda 03-2003 genäht. Man sehen, ob ich alle Modelle zusammen bekomme, die in den 12 Jahren seit Erscheinen des Burdahefts entstanden sind:




 

Mitte links ist das Exemplar, das ersetzt werden wird (seufz), für die Bluse unten links habe ich ebenfalls diesen Schnitt verwendet, wie man vielleicht an Hand der technischen Zeichnung erahnen kann. Ich meine mich zu erinnern, dass es von dieser Bluse auch eine Kurzarm-Version gab, jedoch ohne Foto und schon länger ausgemustert.

Für die neue Bluse habe ich eine Baumwolle mit kleinem Elasthananteil aus der aktuellen Kollektion von Anita Pavani verwendet (temporärer Link zum Stoff: hier). Den Stoff hatte ich ursprünglich für ein Sommerkleid vorgesehen und erst nach dem Kauf bemerkt, dass er leicht transparent ist - nicht zu gebrauchen für ein Kleid, das ich nicht füttern will. Nun habe ich noch eine kleinere Menge Stoff übrig, die möglicherweise für ein Top ausreicht.

(klick=vergrößern)

Mit weißem Shirt offen über der Jeans getragen, oder in der Hose - das ist für mich eine (Farb-)  Kombination, in der ich mich immer wohlfühle.

Ob das mit einem neuen, geeigneten Stoff etwas wird mit dem Sommerkleid, wage ich inzwischen zu bezweifeln; da sind einige andere Projekte, die Vorrang haben und vernünftig gedacht, habe ich ausreichend Sommerkleider. Aber wenn da doch noch der richtige Stoff auftaucht ...

Alle Me Made Mittwoch-Beiträge sind im MMM-Blog verlinkt. Danke.






Freitag, 29. Mai 2015

Auf den Nadeln im Mai

Der Blog maschenfein.de fragt monatlich in die Runde der StrickerInnen, an was sie gerade arbeiten. Im März habe ich zuletzt von vier Arbeiten berichtet, an denen ich parallel gestrickt habe. Wie sieht es damit heute aus?

Die Fragmente der Jacke liegen leider immer noch so da; ich habe nur ausgezählt, wie viele Maschen ich für Ausschnitt und vordere Kante aufnehmen muss. Auch beide Ärmel müssen noch gestrickt werden, aber ich bin jetzt sicher, dass die Wolle ausreichen wird - dieses dünne Garn reicht weit! Was heißt, dass die fertige Jacke ein echtes Leichtgewicht sein wird. Da ich eigentlich kein Kleidungsstück besitze, das ich zu bzw. unter dieser Jacke tragen kann, habe ich mir kürzlich eine gemusterte Seide gekauft, die farblich einigermaßen passen müsste, auch wenn Blautöne dominieren. Ich werde jedenfalls erst die Jacke fertigstellen und dann noch einmal genau prüfen, ob Farbe und Muster des Stoffes passen.



Das Lacetuch, das ich knapp begonnen in den Osterurlaub mitgenommen habe, ist inzwischen fertig, aber da ich mit dem ursprünglich geplanten Muster nicht zurecht gekommen bin, habe ich die Bordüre nach eigenem Entwurf gestrickt. In der Mitte hätte ich das Muster noch besser auszählen bzw. anschließen können, aber dafür hat mein Strickwissen zu diesem Zeitpunkt nicht gereicht.

 


Das Tuch Nymphalidea ist inzwischen recht groß, wobei es mir bei Strickwerken, die erst durch das Spannen ihre fertige Größe bekommen, immer schwer fällt, während der Arbeit daran, die aktuelle Größe abzuschätzen, besonders bei dieser ungewöhnlichen Form.

 


Meine Idee ist im Moment: Wenn das Knäuel dunkelblaue Wolle aufgebraucht ist, beende ich das Tuch. Ich könnte aber auch noch weiterstricken, denn ich habe ja noch ein zweites Knäuel. Mal sehen.

Ich verlinkt also gerade noch rechtzeitig am Ende des Monats diesen Beitrag bei maschenfein.

Da es bei diesem Post ums Stricken geht, möchte ich noch etwas loswerden: Bei strickausspoeck bin ich auf die Seite von Beate Jezek gestoßen, die selbstgefärbte Garne verkauft und einige sehr schöne - und kostenlose - Strickanleitungen veröffentlicht hat. Meine Favoriten habe ich mir gleich ausgedruckt.