Montag, 24. November 2014

Blog Hop Around the World - Das Portrait

Beim Blog hop around the world portraitieren PatchworkerInnen und HobbyschneiderInnen sich und ihre Hobbys in einem Blogartikel. Ute vom Blog 123 Nadelei hat mich gebeten, nach ihr einen Beitrag zu schreiben.

Das Nähen habe ich als Teenager bei meiner Mutter gelernt, die, wie ihre Mutter, genäht hat. Sie hat relativ viel Kleidung für mich genäht (und auch gestrickt) als ich ein Kind war; dabei habe ich ihr häufig über die Schulter geguckt und die Anfangsgründe gelernt. In der Folgezeit habe ich mir eigentlich alles selbst beigebracht nach der Methode "Learning by doing", habe in meinem Leben nur einmal einen Nähkurs besucht und das mehr aus Spaß am gemeinsamen Nähen. Es gab auch Phasen, in denen ich nicht genäht habe, aber sobald der Platz für eine Nähecke in der Wohnung vorhanden war, war auch das Hobby wieder da und wurde gepflegt. Seit - ich rechne nach - 20 Jahren habe ich einen eigenen Raum zum Nähen; seit einem halben Jahr sogar ein sehr schönes, großes Zimmer. Da ich nur stundenweise berufstätig bin, habe ich auch relativ viel Zeit fürs Hobby. Diesen Luxus weiß ich sehr zu schätzen. Mit dem Nähen konkurriert phasenweise die Keramik (hier gibt es einige meiner Arbeiten zu sehen), Seife sieden und seit zwei Jahren das Färben. Das Färben und hier speziell der Eco Print haben sichtbare Schnittmengen mit dem Nähhobby. Hier im Blog dokumentiert und über die Blogsuche mit dem Stichwort "Färben" und "Eco Print" abrufbar.

Mein Schwerpunkt ist das Nähen von Kleidung, aber mit meinem Faible für Stoffe und einem handwerklich-kreativen Antrieb habe ich natürlich auch Patchwork ausprobiert. Soweit ich mich erinnere, habe ich gleich den Sprung zu den großen Stücken gewagt und nach ein paar Kissenhüllen war die erste Decke in Arbeit. Auch hier habe ich nie Kurse besucht, sondern habe mir zum größten Teil das nötige Wissen angelesen. Nach dem Einstieg ins Internet war das natürlich viel leichter. Meine "Spezialität" beim Patchwork ist der Umstand, dass ich nur sehr selten ausgesprochene Patchworkstoffe verwendet habe. Das hat sich auch bis heute kaum verändert. Damit habe ich mir sicherlich häufig das Leben schwer gemacht, denn fast alle Stoffe sind schwieriger zu verarbeiten als Patchworkstoffe.

Ich habe in meinem Fotoarchiv gekramt und einige Bilder von frühen PW-Arbeiten zusammengestellt:

Decke aus Kalamkari-Stoffen

Kniedecke aus versch. Leinenstoffen
                      
Tischläufer und Kissen aus Leinen in Semiole-Technik

Decke und Kissen aus Seide

Bettüberwurf aus Kalamkari-Stoffen

Decke aus Jamavar-Jacquards

Ein Klick aufs Foto vergrößert.

Irgendwann bin ich dann auf die Mathematischen Quilts gestoßen. Der Weg dorthin ist ja nicht weit, denn durch die Beschäftigung mit Patchwork hat man sowieso Kenntnisse von Geometrie und Symmetrie. Darüber hinaus liefert die Mathematik einige interessante Motive, die sich sofort oder mit Bearbeitung umsetzen lassen. 2008 gab es zum Jahr der Mathematik Quilt-Wettbewebe und Ausstellungen von Mathematischen Quilts. Mein erster Versuch war die Umsetzung des Sierpinski-Dreiecks in Stoff:

(2010)

Mein zweites Werk sind die "Möndchen des Hippokrates", hier gebloggt:

(2013)

Ein dritter mathematischer Quilt ist in Planung. Außerdem arbeite ich im Moment noch an der Fertigstellung dieser Decke, die ein Beispiel dafür ist, wie man sich mit für Patchwork weniger geeigneten Stoffen das Leben schwer machen kann.

Einen wirklich großen Patchworktraum habe ich eigentlich nicht, aber toll wäre, wenn ich im Laufe der Zeit noch einige mathematische Quilts nähen könnte und, ja, das wäre ein Traum, sie an einem geeigneten Ort ausstellen könnte.

Der kreative Prozess läuft bei mir wahrscheinlich so ähnlich ab, wie bei vielen meiner Hobbykolleginnen: Ich sehe eine Arbeit, ein Modell, einen Stoff oder auch nur ein Muster, das mich anspricht. Dann beginnen im Kopf die Überlegungen, wie ich es für mich anwenden und umsetzen kann. Teilweise gehe ich dann ganz konkret auf die Suche nach weiteren Anregungen, nach Material oder nach Techniken. Viele Anregungen habe ich in der Vergangenheit durch die Stoffspielereien bekommen, die nun im dritten Jahr monatlich stattfinden. Und nicht zuletzt kommen viele Anregungen und Informationen aus dem Web und von den Näh-Blogs.

Danke fürs Durchhalten und für das Interesse an diesem Beitrag. Danke auch bei dieser Gelegenheit an alle, die im Web großzügig ihre Arbeiten, Informationen und Bilder zur Verfügung stellen, die Fragen beantworten und bereit sind zum Austausch über das Hobby. Ohne dies wäre meine Hobbywelt ärmer.

Die Idee beim Blog hop around the world ist, dass man an dieser Stelle einen Nachfolger benennt. Ich habe leider bis heute keinen gefunden. Deshalb hier noch einmal der Aufruf in die Runde:

Wer möchte einen Beitrag schreiben?




Montag, 17. November 2014

"Gewebter" Wandbehang

Bei den Stoffspielereien im August hatte ich hier ein Projekt vorgestellt, das zu diesem Zeitpunkt noch unvollendet war. Inzwischen ist es fertig und kann gezeigt werden:



Zur Stabilisierung habe ich noch eine Lage Schabrackeneinlage aufgebügelt, bin jedoch am zweifeln ob das eine so gute Idee war, denn das Ganze wirkt doch etwas steif. Die Ränder habe ich egalisiert und mit schmalen Stoffstreifen aus dem gleichen Material offenkantig eingefasst. Auch hier wieder ein kleiner Zweifel: alles sieht so natürlich und handgemacht aus - passen da die Maschinenstiche?
Zunächst hatte ich oben drei Schlaufen zum aufhängen mit einem Stab angenäht ...


... was ich jedoch schnell wieder verworfen habe - hat mir nicht gefallen, vor allem auch, weil ich keinen wirklich gut passenden Stab gefunden habe. Nun ist die Aufhängung unsichtbar auf der Rückseite mit Hilfe einer dünnen Holzleiste, die auf zwei Stiften in der Wand aufliegt. Viel Gewicht haben sie ja nicht zu tragen.
Nun hängt das Werk im Nähzimmer ...



... über dem Ausweich-, Gäste- und Mehrzweckbett. Auf das Bett habe ich provisorisch ein Stück von dem Stoff gelegt, aus dem diese Decke entstanden ist. Sie soll hoffentlich demnächst als Tagesdecke auf diesem Bett liegen, wartet aber noch auf ihre Fertigstellung.

Anmerkung zu den Fotos: auf dem dritten Foto scheint mir die Wiedergabe der Farben am natürlichsten.

Montag, 10. November 2014

Blog Hop Around The World

Als mich Ute vom Blog 123-Nadelei vor einiger Zeit gefragt hat, ob ich beim Blog hop around the world mitmachen möchte, habe ich zugesagt, obwohl Patchwork bei meinem Nähhobby nicht der Schwerpunkt ist und obwohl ich noch keine Nachfolgerin hatte, die sich selbst und ihr Hobby in einem Blogbeitrag portraitieren würde.

Im Moment habe ich wenig Zeit zum Bloggen und ein runder, aussagekräftiger Beitrag zum Blog hop wie ich ihn mir vorstelle, schaffe ich einfach nicht. Deshalb möchte ich mein Porträt wenigstens zwei Wochen verschieben. Außerdem habe ich immer noch keine Nachfolgerin.

Möchte jemand hier mitmachen?

Wie ein Post in diesem Rahmen aussehen kann und welche Aspekte zur Sprache kommen sollten, kann man sich bei Ute (Link oben) ansehen. Interessenten für den Blog hop melden sich bitte bei mir im Kommentarfeld oder senden eine Mail; die Adresse findet sich in meinem Profil.

Also: neuer Termin am 24.November 2014.

Samstag, 8. November 2014

PPP - Pyjama mit Paisley und Paspeln

Das ist der Stoff ...



... aus dem ein Pyjama werden soll. Er ruft nach kontrastfarbenen Paspeln, nicht wahr?

Wie man Paspeln selbst machen kann, kann man z.B. bei Lucy/Nahtzugabe nachlesen (oder im Burdabuch oder im Netz oder ...). Ich habe meine Paspeln aus einem fast weißen, leichten Baumwollstoff, den ich im Fadenlauf zugeschnitten habe, genäht. Schräger Zuschnitt war nicht nötig, da ich nur gerade Kanten bepaspelt habe. Das sind: Saum der Hosenbeine und Ärmel und eine Brusttasche. Paspeln am Kragen wären noch schön gewesen, aber dafür hat das Material nicht gereicht.

So habe ich die Paspeln zusammen mit einem Besatzstreifen genäht (Fotos von der Brusttasche):

Den Besatzstreifen rechts auf links an die Kante nähen;

ausbügeln und die NZG zurückschneiden.


Am Besatzstreifen die NZG der anderen Kante markieren und nach innen bügeln; evtl. zurückschneiden; dann den Streifen auf die rechte Seite bringen und bügeln.

Die Paspel so an der umgebügelten Kante unterlegen, dass der Wulst übersteht.

Knappkantig mit dem Reißverschlussfuß festnähen.

Beim Nähen der Bein- und Ärmelnähte kommt es darauf an, dass die Paspeln möglichst genau aneinander treffen. Damit sich - vor allem wenn man besagte Stelle erst am Ende einer langen Naht näht - nichts verschiebt, nähe ich gern vorab ca. 1 bis 2 cm über diese Stellen. Dann erst die ganze Naht nähen. Wenn es gut gelungen ist, sollte es so aussehen:



Am Ende gibt es noch einige Handnähte zu arbeiten, denn die NZG im Bereich der Besätze sollte angenäht werden, das ist schöner oder gar unerlässlich.



Das waren die Details; es folgt noch der fertige Pyjama:





Der Stoff ist übrigens von Stoff am Stück, ein Händler, den ich schon länger kenne und der die meines Wissens größten Stoffmuster verschickt.


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Me Made Mittwoch - Das "Rosenkleid"

Das "Rosenkleid", das ich heute zeigen möchte, habe ich erst kürzlich genäht, gleich nach dem Leinen-Jersey-Kleid; zwei Kleider kurz hintereinander zu nähen - das ist für mich völlig untypisch. Aber irgendwie haben sich diese zwei Modelle, die ich eigentlich gar nicht "gebraucht" hätte, vorgedrängelt.

 


Der Stoff vom holländischen Stoffmarkt ist ein Gemisch mit viel Leinen und wenig Synthetik, grün mit aufgestickten schwarzen Rosen. Auf den ersten Blick sieht er wie ein Doubleface aus, ist aber keiner. Er ist eher ein Crash, deshalb auch ein klein wenig dehnbar. Ich hatte so wenig Material, dass ich ein Modell ohne Ärmel wählen musste. Außerdem sollte es ein Schnitt sein, bei dem ich das Muster so wenig wie möglich zerschneiden würde. Wieder einmal mehr bin ich in einem älteren Burdaheft fündig geworden: 05-2005-128.

Es hat ganz gut gepasst; ich habe nur die Armausschnitte etwas vertieft, da ein Shirt drunter Platz haben muss. Auf die Längsabnäher habe ich verzichtet. Für die Ausschnitte habe ich mir Belege gezeichnet, die ich aus schwarzem Jersey genäht habe. Das Kleid ist auch mit Gürtel tragbar, finde ich; ich sollte ihn nur nicht so fest zurren, wie auf dem Foto.

 


Auf dem Foto oben links weist meine linke Hand auf Ohrringe, die farblich ganz perfekt mit dem Grün des Kleides harmonieren; eine richtig gut passende Halskette hatte ich beim Fototermin noch nicht, die habe ich mir erst am Sonntag gekauft, als ich das Kleid während eines Besuchs bei einem Kunsthandwerkermarkt getragen habe.

Zwei Fotos noch:

Nahaufnahme vom Stoff

 
die neue Kette; doch, doch, sie ist schwarz


Wer sich alle anderen Teilnehmerinnen am MMM in ihren selbstgerechten Outfits ansehen möchte, schaut in den MMM-Blog.

Montag, 27. Oktober 2014

Herbstquilt Sewalong - Teil 5/8

Beim Herbstquilt Sewalong nähe ich ja eigentlich zwei Quilts. Der erste ist nun fertig:



Für das nächste Foto habe ich ihn auf dem Bett ausgebreitet, für das er ursprünglich gedacht war. Da er aber viel zu bunt für diesen Zweck ausgefallen ist (schlecht oder gar nicht geplant), wird er zur Sommerbettdecke (Herbstquilt - ha ha!) umgewidmet.



Beim zweiten Quillt habe ich inzwischen mehr aufgetrennt als genäht, scheint mir. Hier kann man den Stoff und meine Anfänge sehen. Nachdem ich beschlossen hatte, die Ecken am Rand anders zu machen, habe ich getrennt und an einer Stelle 2cm zu viel abgeschnitten. Also Rand wieder abgetrennt, alles ein wenig schmaler gemacht und Rand mit den neuen Ecken wieder angenäht. Dabei mehrfach aufgetrennt und neu genäht, weil es immer irgendwo nicht akkurat war. Jetzt habe ich das Sandwich zusammengefügt und wieder gemerkt, wie wenig verschiebefest solch ein Leinen ist. Es ist sehr schwierig, alles gerade hinzubekommen. Das Arbeiten mit Baumwolle ist dagegen ein Klacks. Gerade bin ich mit dem Stecken an einem Rand angekommen, um festzustellen, dass eine Naht nicht ganz gerade ist. Ich werde wohl wieder trennen müssen. Wir kriege ich das halb gesteckte Sandwich unter die Nähmaschine - und danach wieder glatt auf den Tisch? Was habe ich mir da eingebrockt! Auch heute verkneife ich mir jegliches Foto und hoffe, dass ich in einer Woche eine halbwegs vorzeigbare Decke haben werde.

Eigentlich ist der Stoff ja ganz wunderbar: Jacquard aus reinem Leinen von Linumo zu einem für diese Qualität günstigen Preis. Der Händler empfiehlt, den Stoff zunächst 24 Std. in kaltem Wasser einzuweichen. Da ich 4m Stoff zu bewältigen hatte, habe ich das in der Badewanne gemacht. Dann habe ich ihn wie angegeben bei 30° mit Bio-Waschmittel in der Waschmaschine gewaschen. Danach war der Stoff weich und griffig. Ich werde in Zukunft einmal ausprobieren, ob Einweichen vor der ersten Wäsche vielleicht bei konventionellen, einfarbigen Leinenstoffen die leidigen hellen Knitterfalten verhindert.

Bei Marja Katz kann man sich anschauen, wie weit die Kolleginnen mit ihren Herbstquilts gekommen sind.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Herbstquilt Sewalong - Teil 4/7

Mein vierter Beitrag zeigt, wie weit ich bis heute mit meinem Quilt gekommen bin. Gastgeberin Marja Katz hat in ihrem siebten Post zum Sewalong die Themenvorgabe: "Der Quilt wird verbunden."

Mit meiner bunten Decke bin ich schon ein wenig weiter. Das Quilten ist fertig und die Seiten sind beschnitten. Hier habe ich für das Foto den Quilt quer ein wenig gefaltet, damit er aufs Foto passt:


Ich habe so in Wellenlinien über die Verbindungsnähte der Streifen genäht, dass die seitlichen Ausschläge meiner Linien nie weiter als 1,5cm neben der Naht lagen. Das konnte ich mit Augenmaß erreichen und so war sicher, dass es einigermaßen gleichmäßig werden würde. Die Längen der Wellen habe ich nach Gefühl genäht; ein wenig ungleichmäßig sollte es ja auch werden und ich glaube, ich habe die Balance ganz gut getroffen. Dann habe ich auf dem blauen Rand ca. 1mm neben der Naht einmal rundherum gesteppt. Auf dem Rand wiederholen sich die Wellenlinien. Hier habe ich mir jedoch mit Heftfaden drei Hilfslinien im Abstand von jeweils 4cm aufgenäht. Bei der Farbwahl des Nähgarns habe ich forsch zu Dunkelblau gegriffen, also die Farbe des Rands; ebenso für den Unterfaden, obwohl meine Rückseite gelb ist. Ungewöhnlich - wahrscheinlich schon, aber hier sollte es so sein.

  



Wenn man einen Quilt in dieser Größe heftet, fallen viele Fäden an, die, wenn sie beim Entfernen nicht zu sehr zerreißen, wiederverwendet werden können. Dafür wickele ich sie über dem Zeigefinger zu kleine Röllchen, die ich in einem Kästchen bis zum nächsten Einsatz aufbewahre.


Wie soll das Binding aussehen? Die Frage war schnell entschieden, hatte ich doch noch einige Meter meiner 6cm breiten Stoffstreifen vom Top übrig. Passt genau in der Breite und wird verwendet. Nächste Woche sollte ich den fertigen Quilt zeigen können. Aber mir fehlt immer noch ein passender Name.

Mit meiner zweiten Arbeit bin ich leider noch längst nicht so weit. Ein Fehler hat mich zurückgeworfen. Vorige Woche hatte ich berichtet, dass ich die Ecken am Rand noch verändern wollte. Dabei habe ich an einer Stelle 2cm zu viel abgeschnitten. Ärger, Ärger, Ärger. Tief durchatmen und nicht den Kopf verlieren. Ich habe zunächst den Rand wieder komplett abgetrennt, das Top etwas verschmälert und bin nun dabei, die veränderten Ränder wieder anzunähen. Davon gibt es heute allerdings keine Fotos und die Informationen zum Stoff verschiebe ich auch noch einmal.

Zwei Termine im Rahmen des Herbstquilt Sewalongs gibt es noch und ich hoffe, dass ich das schaffe, denn danach sinkt sicher meine Fertigstell-Moral, sollte das Werk dann noch nicht vollendet sein.