Mittwoch, 16. Juli 2014

Lace-Tuch aus pflanzengefärbter Wolle

Das gestrickte Tuch, das ich kürzlich im Entstehungsprozess gezeigt habe, ist nun fertig. Das Material ist eine dünne Merinowolle mit LL 700m/100g. Gefärbt habe ich sie mit schwarzem Tee; es ist der erste Zug. Die Farbe ist ein Braun mit messingfarbenen Nuancen, was das Braun auf jeden Fall interessanter aussehen lässt.




Das Tuch ist mein eigener Entwurf und eigentlich ganz einfach: das Basis ist glatt rechts mit den Zunahmen links und rechts der Mittelmasche und je zwei Zunahmen an Anfang und Ende jeder rechten Reihe. Auf diese Weise habe ich ein sehr langes Dreieck bekommen, das 220cm lang und in der Mitte 75cm breit ist. Das Lochmuster sind zwei zusammengestrickte Maschen gefolgt von einem Umschlag, wiederholt über die ganze Reihe. Die Aufteilung ist auf dem Foto zu erkennen.
Für das Tuch habe ich noch nicht einmal die ganzen 100g Garn verbraucht - also ein Leichtgewicht.

Und schon wieder passt ein gefärbtes Garn zu einem Stoff:



Der Stoff, der bisher noch unverarbeitet ist, habe ich bei meinem letzten Berlinbesuch auf dem sagenhaften Markt am Maybachufer gekauft. Endlich konnte ich mir den Markt einmal anschauen, den die Berliner Bloggerinnen so häufig erwähnen. Für Stoffkäufe lohnt er sich auf jeden Fall und ich werde versuchen, meine nächste Berlinreise so zu timen, dass ich den Markt wieder besuchen kann.


Donnerstag, 19. Juni 2014

Pflanzengefärbte Wolle

Es ist höchste Zeit hier einmal die Färbeergebnisse der letzten Wochen und Monate zu zeigen. Ich habe verschiedene Garne mit verschiedensten Pflanzenfarben gefärbt.

hinten: Blauholz, erster bis dritter Zug
vorn: Rotholz, erster und zweiter Zug



links: rote Zwiebelschalen
rechts: braune Zwiebelschalen, zweiter Zug
unten: schwarze Stockrose

Das Stockrose-Garn wird im Moment von mir zu einem Tuch verhäkelt.


rote Zwiebel auf einem ganz feinen Lacegarn von ebenso feiner Zusammensetzung


mit Efeubeeren gefärbt, zwei Züge und ein dritter mit Eisensulfat nuanciert


verschiedene Brauntöne: grüne Walnussschalen, schwarzer Tee und Eukalyptus


Ein weiterer Braunton - schwarzer Tee, erster Zug - wird bereits zu einem Tuch verstrickt:



Alle Garne wurden mit Alaun gebeizt.
Weitere Färbungen habe ich bereits verarbeitet oder an Strick-Kolleginnen weitergegeben.
Dass ich inzwischen eine Schirmhaspel besitze, die mir das Wollewickeln dramatisch erleichtert, habe ich, glaube ich, schon berichtet. Auch die Wickeltechnik habe ich verbessert, so dass ich nun schneller und schöner wickeln kann. Mein Knäuel beginne ich nun mit Hilfe einer leeren Overlockgarn-Hülse, über die ich wickele bis eine Knäuelgröße erreicht ist, die man mit den Fingern besser greifen und halten kann:



In den meisten Färbeflotten habe ich Stoffstücke mitgefärbt, die irgendwann einmal - wenn ich genug beisammen habe - zu einem Wandquilt verarbeitet werden sollen.

Es folgen fünf Bilder, weil ich so begeistert bin vom Ergebnis:








Dies ist wirklich eine Rückschau, denn im Moment sind bei mir wieder die sog. Eco Print Färbungen dran; ich werde demnächst davon berichten.



Mittwoch, 4. Juni 2014

Me Made Mittwoch - Bluse aus Strandlaken

Wie bitte?
Ja, doch:


Den Stoff habe ich während eines Urlaubs in Südfrankreich auf dem Wochenmarkt gekauft. Es war ein 1x2 Meter großes Stoffstück mit Fransen an den Schmalseiten, halb Baumwolle, halb Leinen, das ein Strandlaken sein sollte. Anhand der Reste vom Zuschneiden kann man sich vielleicht vorstellen, wie das Strandlaken einmal ausgesehen hat:



Die Webart das Stoffes erzeugt eine Bicolor-Optik, außerdem changiert die Farbe, je nach Faltenwurf, Blickrichtung oder Lichteinfall - das mag ich sowieso.





Jedenfalls ist dies kein Einzelfall; ich habe schon öfters einmal einen Stoff, der keine Meterware war, "zweckentfremdet" verarbeitet, zwar nicht immer mit Erfolg, aber ich habe es in allen Fällen als eine kleine Herausforderung angesehen, mir dann eine angemessene Verwendung zu überlegen. So auch hier: als Strandlaken wollte ich den Stoff nicht verwenden, aber Materialzusammensetzung, Farbe und Muster haben mir gefallen, so dass ich zugegriffen habe, ohne in dem Moment zu wissen, was ich einmal damit machen würde.
Also eine Bluse, sommerlich mit kurzen Ärmeln; dafür schien mir das Material geeignet. Ich habe meine Schnittteile so aufgelegt, dass ich vorn und hinten eine einfarbige und eine gestreifte Seite erhalten habe. Der runde Ausschnitt ist mit Schrägstreifen eingefasst, die Seitennähte enden in kleinen Schlitzen. Die Perlmuttknöpfe nehmen das Grau der schmalen Streifen wieder auf.

Die Bluse von hinten und von der Seite:





Genäht habe ich diese Bluse kürzlich während eines gemeinsamen Nähtages bei Roswitha vom Blog Blauraute.  Als Roswitha vor einiger  Zeit Stoffe aus meinem Flohmarkt gekauft hat, haben wir uns kennengelernt und festgestellt, dass wir ziemlich nahe beieinander wohnen. Nun treffen wir uns ab und zu zum gemeinsamen Nähen.

Die Hose ist ebenfalls selbstgenäht, aus einem grauen Leinen. Ich habe beide Teile gestern zum ersten Mal getragen und weiß bereits, dass - einigermaßen sommerliches Wetter vorausgesetzt - die Bluse eine gute Saison haben wird.

Alle anderen Beiträge zum heutigen Me Made Mittwoch kann man sich hier anschauen.

Montag, 2. Juni 2014

Lace-Schal passend zum Kleid

Zu meinem kürzlich genähten Kleid habe ich mir einen farblich passenden Laceschal gestrickt. Das Garn habe ich selbst gefärbt - mit Rotkraut. Mir war schon früh aufgefallen (siehe Foto in der Schnittbesprechung), dass der hell-rauchblaue Farbton des Garns auch im Muster des Kleiderstoffs vorkommt. Hier ist das Ergebnis:


Solo:

Und im Detail:


Für den Schal mit den Maßen 43x220 cm habe ich meine 100g Merinowolle fast komplett verbraucht. Das Grundmuster - ich nenne es "Blütenmuster" - findet sich in der einen oder anderen Mustersammlung; ich habe die Aufteilung und Abfolge meinen Vorstellungen angepasst. Wer sich für das Muster im Detail interessiert, mag sich melden; ich informiere dann ausführlicher.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch für die vielen netten und positiven Kommentare zu diesem Kleid bedanken. Viele haben besonders hervorgehoben, dass mir das Kleid so gut stehe und gut zu meinem Typ (und zu den Haaren ...) passen würde. Das hat mich besonders gefreut, denn es zeigt, dass der Blick über Schnitt, Stoff und Umsetzung hinausgegangen ist.

Sonntag, 25. Mai 2014

Stoffspielereien im Mai - Alabama Chanin

Griselda vom Blog Machwerke, die Gastgeberin der Stoffspielereien im Mai, hat als Thema Alabama Chanin vorgegeben. Sie hat hier ausführlich beschrieben, wie nach der "Alabama-Technik" gearbeitet wird. Eine weitere Einführung ins Thema gibt es hier bei Lucy.

Den Beginn meines Projekts habe ich in einem vorherigen Post beschrieben. Der große Unterschied zu Alabama ist: Ich habe für meine Arbeit das Muster nicht schabloniert, sondern es ist beim Sticken Schritt für Schritt entstanden.

Hinten habe ich meinen weinroten Oberstoff nur in den zu bestickenden Bereichen mit dem blauen Stoff unterlegt, vorn ist das Teil komplett gedoppelt. Wie sich das beim Tragen bewährt, bleibt abzuwarten; ich hoffe, dass sich nichts verzieht und das Shirt nicht auf irgendeine Weise in ein "Ungleichgewicht" gerät.

Es war vorauszusehen, dass ich in der zur Verfügung stehenden Zeit mit den ganzen Top nicht fertig werden würde. Der Stand der Dinge ist: Das Rückenteil ist soweit beendet und ich arbeite noch am Vorderteil, das größere bestickte Flächen bekommen wird. Da die trompetenförmigen Ärmelabschlüsse ebenfalls bestickt werden sollen, kann die Fertigstellung letztlich noch ein wenig dauern.

Das Rückenteil sieht so aus:


Ein Motiv habe ich noch mit aufgenähten Blättern ergänzt - auch eine Technik, die bei Alabama Chanin verwendet wird:


So sieht das Vorderteil im Moment aus:



Die "Stiele" zwischen den Blättern sind aufgestickt und nehmen farblich das Blau des Unterlegstoffes wieder auf. Gern hätte ich diese Elemente in der "Couching-Technik" (hier schon einmal versucht und gezeigt und hier ausführlich von Griselda erklärt) gearbeitet; da ich aber Interlockjersey verwendet habe, lassen sich keine Kordeln fertigen, da sich dieses Material nicht einrollt.

Der Stoff: Interlock-Jersey aus 100% Baumwolle (Pavani), schon ein wenig auf der dicken Seite. Ob das letztlich zuviel des Guten ist, wird sich zeigen. Ich hoffe, dass das Top nicht zu steif wird. Jedenfalls werden die zwei Stofflagen gut wärmen.

Das Muster: eigener Entwurf, wahrscheinlich aber von Chanin inspiriert. Mein Vorgehen bei der Musterübertragung bitte hier (etwas scrollen) und hier nachlesen. Mutiger geworden, habe ich die Übertragung beim Vorderteil etwas variiert: zunächst habe ich eine Motiveinheit mit meinen Papierschnipseln auf dem Stoff ausgelegt; dann habe ich ähnlich wie Antje vom Blog "machen statt kaufen" (Link) die Umrisse der Motive mit schwarzem Fineliner auf den Stoff gezeichnet, jedoch nur als gepunktete Linie.

(besser sichtbar nach Vergrößerung durch anklicken)

Man muss bei diesem Verfahren die Größe der Motive vorher gut überlegen, denn die gepunktete Linie muss ja mit ca. 2mm Abstand umstickt werden, da die Markierungen hinterher komplett weggeschnitten werden müssen. Meine Überlegung: Wenn ich mit diesem Verfahren ein original Alabama-Muster übertragen will, muss ich ca. 2mm vom (inneren) Rand (der Schablonen-Aussparungen) meine Linien/Punkte zeichnen um die Original-Größe des Motivs zu bekommen. War das verständlich?

Die Stiche: Ich habe meine Motive mit Rückstich umstickt, ein Stich, der in den Büchern von Nathalie Chanin unter den nicht elastischen Stichen aufgeführt wird. Ich bin jedoch der Meinung, dass der Rückstich sehr wohl elastisch ist.

Das Garn: Ich verwende Sticktwist, davon drei Teilfäden.

Die Nähte: Bei Alabama Chanin wird ja komplett mit der Hand genäht. Ich habe jedoch vor, die Hauptnähte mit der Maschine zu machen und dabei die Stoffe links auf links zu legen, so dass die Nahtzugaben rechts erscheinen, umgelegt und mit Handstichen sichtbar angenäht werden können. Da das der letzte Arbeitsschritt am Shirt ist, müssen erst alle Stickereien fertig sein.

Ich werde versuchen, den Fortgang der Arbeiten am Alabama-Shirt weiter hier im Blog zu dokumentieren.
Alle anderen Beiträge zu den Stoffspielereien im Mai sind hier zusammengefasst. Die Liste wird über den Tag nach und nach ergänzt. Dank an Griselda fürs Organisieren.


Mittwoch, 21. Mai 2014

Me Made Mittwoch - Sommerkleid

Endlich warm!
Und endlich kann ich mein neustes Kleid anziehen, das ich bereits im März genäht und hier vorgestellt und besprochen habe. Es ist Modell 116 aus dem Februarheft von burdastyle.


In ganzer Schönheit:


Und von hinten:



Ich fühle mich sehr wohl darin.

Was sie anderen Hobbyschneiderinnen heute so an Selbstgenähtem tragen, wird hier im MMM-Blog gesammelt und verlinkt. Danke an die Organisations-Crew.

Samstag, 10. Mai 2014

Das Alabama Chanin-Projekt : Vorschau

Die Gastgeberin der Stoffspielereien im Mai, Griselda, hat "Alabama Chanin" zum Thema gewählt. Sie selbst hat kürzlich bereits ein fertiges Projekt in dieser Technik gezeigt und den Beginn ihrer neuen Arbeit vorgestellt. Auch Lucy vom Blog "Nahtzugabe" hat hierhier und hier bereits ausführlich Einblick in ihre Arbeit gewährt. Am Sonntag, 25. Mai werden dann alle Werke gezeigt werden.
Ich habe mich bereits ein paarmal mit dieser Technik beschäftigt, jedoch immer mit meinen persönlichen Abwandlungen. Bei den ersten beiden Projekten (hier und hier anzuschauen) habe ich sogar die Umstickungen der Motive mit der Maschine gemacht, weil ich meinen Handnähten nicht getraut habe. Nathalie Chanin würde sich allein bei dem Gedanken an Maschinennähte schon mit Grausen abwenden. Nun, inzwischen mag ich diese beiden Shirts auch nicht mehr und trage sie nur noch sehr selten. Mein drittes Alabama-Projekt war dann endlich mit der Hand genäht (hier anzuschauen). Ich mag dieses Shirt sehr, trage es häufig und kann berichten, dass die Stiche gut haltbar sind. Auch nach diversen Wäschen (im Wäschebeutel) in der Waschmaschine hat nichts Schaden genommen.

Angeregt durch das Thema der aktuellen Stoffspielereien habe ich ein neues Alabama-Projekt in Angriff genommen. Den Stoff, ein weinroter Baumwolljersey (ohne Elasthan) von Pavani, hatte ich bereits zuhause liegen und ausreichend große Mengen Jersey für die untere Stofflage hatte ich noch vom oben erwähnten Shirt übrig. Das Modell sollte ein etwas längeres, locker fallendes Shirt werden. Den Schnitt habe ich zuvor getestet. Es ist Modell 7 aus "Meine Boutique" Nr. 2. Eine Besprechung dieses Schnitts und Fotos des Probemodells liefere ich zu einem späteren Zeitpunkt nach. Anhand der technischen Zeichnung mag man sich vorstellen, wie ich das zu stickende Muster verteilen werde:


Das Rückenteil wird keine Naht haben, so dass ich große, nicht unterbrochene Flächen für die Stickmotive zur Verfügung habe. Mein Muster dürfte wohl von Alabama Chanin inspiriert sein, wo es ein ähnliches Blatt-Muster gibt. Bei mir wird es vorn und hinten am Ausschnitt und bis in die Ärmel hinein und voraussichtlich einmal schräg über das Vorderteil verlaufen. Außerdem werde ich die trompetenförmigen Ärmelabschlüsse entsprechend verzieren. Aber auch bei diesem Projekt habe ich wieder auf das Schablonieren verzichtet, da ich Bedenken habe, beim Farbauftrag zu patzen und mir ein ganzes Schnittteil zu verderben. Die Musterübertragung auf den Stoff habe ich im Prinzip genauso gemacht, wie hier für das oben genannte Shirt beschrieben. Begonnen habe ich mit dem Rückenteil:


Die weißen Streifen sind aus Papier und haben mir zur Festlegung des Musterverlaufs gedient. Natürlich habe ich schon einige Musterteile ausgeschnitten, um die Wirkung beurteilen zu können:


Der weiße Heftfaden in der Mitte zeigt den Verlauf einer noch zu stickenden Raupe, für die ich jedoch noch das Garn kaufen muss. Ob ich bis zum 25. Mai komplett fertig sein werde, ist offen. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass das Sticken recht flott geht, ist dies doch ein zeitintensives Projekt. Gut, dass es ohnehin keine Sommerbekleidung ist...

Fortsetzung folgt am 25. Mai, fertig oder nicht.