Samstag, 5. März 2011

Neues Leben für alte Kleider - Teil 2

Mein Beitrag zu Lucys Aktion in diesem Monat:


Eine Lederweste, die einmal eine andere Lederweste war, die einmal ein Lederhemd war. **



Das Original-Lederhemd habe ich einmal vor vielen, vielen Jahren gekauft, als es zu jenem Zeitpunkt unbedingt ein Lederhemd sein musste, ja es war sogar ein Herrenhemd und deshalb von links nach rechts geknöpft.* Letztlich habe ich das gute Stück nicht oft getragen, denn die Ärmel waren zu lang; ich musste sie immer umschlagen (was nicht mein Fall war) und der Schnitt war eher auf der weiten Seite, so dass ich mir immer recht formlos darin vorkam. Das hat sich natürlich auch nicht wirklich geändert, nachdem ich das Hemd zur Weste umgearbeitet hatte. Das sah dann so aus:



Ich hatte lediglich die Ärmel herausgetrennt und die Armlöcher mit Besatz versehen. Diese Umarbeitung liegt nun auch schon einige Zeit zurück. Das war also noch nicht die Lösung. Dann fiel mir kürzlich ein burda-Modell aus dem Januarheft ein:


Ein kurzes Ledershirt, bei dem ich die Ärmel etwas verändert habe.
Ich habe meine ursprüngliche Weste für den Zuschnitt um 180° gedreht, so dass ich bei meiner neuen Weste die Knopfleiste auf der "richtigen" Seite habe. Die abgetrennten Brusttaschen samt Klappen habe ich unten am Vorderteil wieder aufgenäht und zwar so, dass die unteren Kanten etwas überstehen. Aus dem herausgetrennten Kragensteg habe ich einen Einfass für den Halsausschnitt gemacht, in dem ich die beiden Kragenstegteile zu einem langen Streifen zusammengenäht habe.
Da man Leder weder stecken noch heften kann (weil die Einstiche sichtbar bleiben), habe ich Tesafilm benutzt. Beim Übernähen von aufgetrennten Nähten war es wichtig, die alte Naht wieder möglichst gut zu treffen, damit es sauber aussieht. Ich hoffe allerdings, dass ich das Leder nicht zu sehr perforiert habe.
Nun bin ich gespannt, ob das neue Modell ein besseres Schicksal hat als seine beiden Vorgänger.


-----------------------------------
* Ihr kennt den englischen Merkspruch für die Position der Knopfleiste bei Hemd und Bluse:
Women are always right and men are left over.
** Auf dem Foto trage ich dazu einen meiner Loop Schals.


Mittwoch, 23. Februar 2011

WIP: Quilt als Bettüberwurf - Teil 2

Der gepatchte Teil des Tops ist nun fertig. Ich muss genau gearbeitet haben (Vorsicht: Eigenlob!), denn es ist genau so groß, wie es rechnerisch sein muss, nämlich 147x210cm. In der Zwischenzeit habe ich auch Stoff für den Rand und die Rückseite gefunden. Es soll ein dunkelblaues Feinleinen sein und da man dafür zuweilen über € 20.- pro Meter bezahlen kann, habe ich eine ganze Weile nach preiswerteren Alternativen gesucht.
Ich habe rasch ein Foto gemacht um einen Eindruck vermitteln zu können. Sorry, der Stoff ist jedoch ungebügelt und teilweise befusselt (bitte um Nachsicht):

(zum Vergrößern auf das Foto klicken)

Freitag, 18. Februar 2011

Kleine Raku-Galerie

So, nun soll endlich die Keramik zum Zuge kommen!
Zur Einstimmung hier zunächst eine kleine Schau meiner Raku-Werke aus der jüngsten Vergangenheit.
Wer sich über Raku informieren möchte, kann z.B. hier klicken.

Raku-Krug

Raku-Schale, Rand mit aufgespachteltem Schlicker

Ikebana-Vase, eckig

Ikebana-Vase, oval





Mittwoch, 16. Februar 2011

Tasche aus Brokatstoffen

Die Brokatstoffe haben mich nicht losgelassen und da ich noch Nachschub ergattern konnte, habe ich eine Umhängetasche genäht.



Die Tasche ist 44x30cm groß, die Träger sind gerade so lang, dass man die Tasche über der Schulter tragen kann, auf einer Seite ist eine kleine Außentasche aufgesetzt. Der schwarze Stoff ist ein mittelstarkes Leinen, das Futter ist aus einem schwarzen Feinleinen.


Kleine Nähanleitung:
  • Alle Teile außer den Trägern werden mit einer festeren Vlieseline verstärkt. Nähte und Kanten werden abgesteppt.
  • Zunächst die oberen Blenden an die Hauptteile nähen und absteppen. Die Außentasche wird mit Futter verstürzt und zwischen den Trägern auf das Taschenteil gesteppt. Die Träger auf dem anderen Taschenteil ebenso anordnen (gleicher Abstand zueinander) und dann das Bodenteil dazwischen nähen, dabei werden Außentasche und Träger zwischengefasst.
  • Dann das Futter vorbereiten: entweder als ein ganzes Teil zuschneiden (dann muss irgendwo eine Wendeöffnung gelassen werden), oder in zwei Stücken, wobei man in der Verbindungsnaht die Wendeöffnung lässt. Das Futter re auf re auf den Taschenkörper nähen, wenden, Öffnung zunähen.
  • Nun werden die Seitenteile mit Futter verstürzt; auch hier eine Öffnung zum wenden lassen. Die oberen Kanten der Seitenteile werden abgesteppt.
  • Die Seitenteile mittig und knappkantig auf die seitlichen Kanten des Taschenkörpers nähen - nach dem gleichen Prinzip wie bei den Täschchen beschrieben. Beim Nähen sollten die Seitenteile oben sein. Wenn die Seitenteile korrekt eingenäht sind, sollten sie oben genau da enden, wo der schwarze Besatz beginnt.
  • Die Enden der Träger auf die gewünschte Länge kürzen. Da es mehrere Möglichkeiten gibt, die Enden an den Metallringen zu befestigen, möge man das individuell entscheiden. Ich habe 7,5cm oberhalb des Taschenrands die Träger abgeschnitten, mit der Overlock versäubert, und die Enden zwischen Taschenrand und Träger gesteckt. Beim Absteppen der oberen Taschenkante werden die Trägerenden unsichtbar mit festgenäht.
  • Zuletzt noch die oberen Trägerbänder (bei mir wieder aus Brokat) herstellen und an den Metallringen festnähen; ich habe dabei das RV-Füßchen verwendet.
Fotos, die einige Arbeitsschritte zeigen:

Taschenkörper mit angenähten Blenden und Boden, ohne Seitenteile


Am Taschenboden und an den Seitenteilen sind die jeweiligen Mitten markiert.

So sieht das angenähte Seitenteil im unteren Bereich aus.

Träger mit Ring gesteckt und bereit, angenäht zu werden.

So sieht der angenähte Träger von der Innenseite aus.

Wenn man zum richtigen Zeitpunkt daran gedacht hat, ist innen am Futter das Namensetikett eingenäht...

Noch Fragen? - Ich beantworte sie gern.

Dienstag, 8. Februar 2011

Täschchen

Die schönen Brokatstoffe, die ich kürzlich im "Stoffhaus am Kö" in Kassel gesehen habe, waren ein ideales Material, um einmal wieder kleine Täschchen zu nähen. Die Stoffe haben etwas Stand und mit aufgebügelter Vlieseline genau so viel Festigkeit, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe mich von dieser Anleitung inspirieren lassen, habe das Prinzip übernommen, nur die Maße nach meinen Vorstellungen geändert. Als Futterstoff und für den Einfass habe ich schwarzes Feinleinen verwendet.
Und so sehen sie aus:


Kurze Nähanleitung:
  • Zuschneiden: Taschenkörper 22x32cm, 2 Seitenteile à 8x12cm, Einfass 4cm; Taschenteile inkl. füßchenbreiter NZG. 1 Zipper 22cm lang;
  • Taschenteile mit Vlieseline verstärken;
  • Taschenteile mit Futter doppeln;
  • die offenen Kanten des Taschenkörpers overlocken;
  • (fortfahren wie in der oben genannten Anleitung beschrieben);
  • den Einfass gut heften und von der rechten Seite aus feststeppen;
  • zum Annähen der Endstücke das RV-Füßchen verwenden.

Hier sind alle verwendeten Teile zu sehen:

Nach dem gleichen Muster werde ich noch eine Tasche in klassischer Kulturbeutel-Größe nähen und versuchen, eine Inneneinteilung hinzubekommen.

Freitag, 14. Januar 2011

Neues Leben für alte Kleider - Teil 1

Lucy in the Sky hat in ihrem Blog einen Wettbewerb ausgelobt, an dem ich mich sofort beteiligen kann, denn ich habe in der jüngeren Vergangenheit aus drei älteren, ungeliebten Kleidungsstücken drei neue genäht. Sie sind schon in meiner Burda-Galerie zu sehen: eine Leinen-Jacke

eine Kashmir-Strickjacke.

und noch eine Jacke:



Da sie dort ausführlich besprochen sind, möchte ich mich hier nicht wiederholen. Fragen zu Details oder Ausführung beantworte ich gern.
Kleidungs-Recycling finde ich grundsätzlich gut; für mich persönlich macht es nur Sinn, wenn die Ausgangs-Teile so hochwertig sind, dass sich ein Umarbeiten lohnt. Darüber hinaus kann man jedes Umarbeiten natürlich auch als "Fingerübung" sehen oder einfach als "Spielwiese" für die eigene Kreativität.

WIP: Quilt als Bettüberwurf

Ich bin im  Moment dabei, eine Patchworkdecke als Bettüberwurf zu nähen. Angefangen habe ich dieses Projekt bereits vor ein paar Monaten - dann ist es eine Weile liegengeblieben und nun ist es an der Zeit, daran weiterzuarbeiten. Ich werde hier die Fortschritte dokumentieren: als WIP (Work in Progress).

Die Idee zu dieser Decke stammt aus dem "Patchwork Magazin" 3/2009, wo sie auf dem Titel zu sehen ist:




Ich habe nur die Idee übernommen, Materialwahl und Ausführung stammen von mir.
Meine Materialien sind Leinen und Dupionseide. Die dominierende Farbe ist blau. Ich habe viele Reste verwenden können, einige Stücke habe ich gezielt dazu gekauft (Resteverkauf im Stoffstudio bei Anita Pavani). Die rechteckigen Patches sind 7x14cm groß, die Dupion-Dreiecke 7x7cm (sie werden durch falten diagonal halbiert). Ich habe an allen Stücken genau 1cm NZG zugegeben, so dass ich also die Patches 9x16cm bzw. 9x9cm zugeschnitten habe. Meine Stapel zugeschnittener Patches sehen so aus:

Für die Ausführung habe ich mir einen Plan gemacht:

Die Decke besteht aus 315 Patches, ist 21 Patches breit und 15 Reihen hoch. Der gepatchte Teil wird 147x210cm groß sein plus Rand und Binding.
Ich nähe nun immer eine Reihe Patches zusammen, wobei ich die Farbzusammenstellung immer erst in diesem Moment mache, nähe dann die fertige Reihe sofort an das Hauptteil. Damit die Farben harmonisch verteilt sind, lege ich mir das Hauptteil auf meinem Arbeitsplatz aus und lege dann die nächste Reihe Patches aus, schaue auf das große Ganze und nähe dann die Teile zusammen.

Man kennt ja das Motto der Schneider: "Gut gebügelt ist halb genäht." Das gilt natürlich ganz besonders für die Patchworker. Ich bügele die Nähte wirklich sehr gründlich aus, was die Weiterverarbeitung spürbar erleichtert. Der nächste Schritt: die fertiggestellte Reihe wird an das Hauptstück genäht. Dafür stecke ich ganz exakt Naht auf Naht

und prüfe von unten, dass auch da die Naht genau getroffen ist:

Die Patches mit den kleinen Dreiecken aus Dupionseide nähe ich auch erst, wenn sie in einer Reihe gerade gebraucht werden. Ich habe die Dreiecke diagonal zur Hälfte gebügelt und lege sie nun so auf ein Patch:

Dann wird genau im Bügelbruch genäht, das Dreieck wieder im Bruch gefaltet (und gebügelt) und der überstehende Stoff hinter dem Seidendreieck abgeschnitten.

Auf diese Weise habe ich bis jetzt 6 Reihen fertig. Ich habe einmal die Zeit gestoppt und herausgefunden, dass ich 65 Minuten brauche für Auslegen der Patches, Zusammennähen zur Reihe, Ausbügeln und Annähen an das Hauptteil.
Also noch ein paar Tage Arbeit und das gepatchte Stück sollte fertig sein. Für Rand und Binding habe ich noch keine Stoffe und auch noch keine gereifte Idee für die genaue Ausführung, aber ein wenig Zeit bleibt ja noch bis ich an diesem Arbeitsschritt bin.