Mittwoch, 17. Februar 2016

Me Made Mittwoch: Polo-Sweater

Vor ein paar Tagen ist ein neues Oberteil entstanden, das mir zum Ausklang des Winters noch gerade recht kommt. Vor ein paar Tagen genäht und seit dem schon mehrmals getragen - die Fotos sind vom Montag:

 

Der Stoff ist ein leichter Sweat mit einem interessanten aufgedruckten Muster von dunkel nach hell abgestuft (wurde in Rapporten verkauft); der Hintergrund sieht aus wie ein Webstoff in Leinwandbindung:


Die Farbe des Musters ist irgendwo zwischen Aubergine und Pflaume, der Hintergrund ist schwer zu beschreiben, vielleicht hell schlammfarben (Diese Bezeichnung klingt immer so unattraktiv, die Farbe hingegen finde ich durchaus passabel.) Der Polo-Ausschnitt ist aus einem pflaumenfarbenen, leichten Leinen, das perfekt zum Sweat passt. Diesen Stoff habe ich einmal reflexartig beim Kasseler Stoffhaus am Kö gekauft, weil mir die Farbe so gut gefallen hat. Die Qualität des Stoffs hat sich dann erst nach der Wäsche gezeigt, denn nach der Entfernung der Appretur war das Leinen viel dünner als es mir beim Kauf erschien. Was aber der tollen Farbe keinen Abbruch tut. Nun habe ich noch reichlich übrig und überlege, was ich daraus machen könnte. Die Farbe passt übrigens auch ziemlich gut zu diesem Rock:


(hier gebloggt)

Zurück zum Sweater: Der Schnitt ist von dieser Bluse übernommen, ich habe jedoch den Brustabnäher entfernt, die hintere Mitte mit Naht gearbeitet, so dass ich ein wenig die Taille modellieren konnte, desgleichen habe ich die Seitennähte in der Taille ein wenig hereingenommen. Trotzdem sitzt der Polo-Sweater eher locker, aber ich wollte hier gern ein etwas weiteres und auch längeres Oberteil. Der Ausschnitt stammt von einer Bluse aus einem Burdaheft vom Juli 2007, bei der ich einfach die Knopfleiste auf meine gewünschte Länge gekürzt habe. Beim Nähen des Poloausschnitts habe ich dann das Burdabuch "Nähen leicht gemacht" herangezogen; hier schlage ich öfters nach, wenn ich Hilfe brauche.

Bei meinem letzten Besuch im Stoffgeschäft habe ich den gemusterten Stoff in Grün liegen sehen (der auberginefarbene war sofort ausverkauft - Glück gehabt!) ... hm, vielleicht sollte ich noch einmal zugreifen?

Alle Me Made Mittwoch-Beiträge sind heute hier versammelt. Vielen Dank an die Organisatorinnen, die sich Woche für Woche viel Mühe geben.

Mittwoch, 13. Januar 2016

Me Made Mittwoch: Lieblingsmodelle 2015

Der Me Made Mittwoch-Blog fragt uns Hobbynäherinnen heute, beim ersten Zusammentreffen im neuen Jahr, nach unseren selbstgenähten Lieblingsmodellen vom letzten Jahr.
Ein einzelnes Kleidungsstück kann ich da gar nicht nennen; es sind mehrere.

Als erstes kam mir meine Trenchjacke in den Sinn.

Schnitt: burdastyle 03-2009-119 


In 2013 war sie auch schon die Nr. 1; in der Bilanz für 2014 hatte ich sie zwar nicht erwähnt, aber bei den Favoriten war sie trotzdem. Meine Prognose: Wenn sie nicht auseinderfällt wird sie womöglich zum Modell des Jahrzehnts. Ich würde diesen Schnitt sehr gern noch einmal in einem leichten Wollstoff realisieren; vielleicht klappt es ja dieses Jahr vor Beginn des Herbsts.

Im Sommer waren die ärmellosen Shiftkleider meine Favoriten:

  
Schnitt: burdastyle 06-2004-130; hier gebloggt


Im Schrank liegen eins bis zwei Stoffe, die ich vorhabe, ebenfalls so zu vernähen. Ich freue mich schon drauf.

Zwei Blusen kann ich noch benennen, beide nach dem selben Schnitt, die zweite ist noch nicht gebloggt:

 
Schnitt: burdastyle 05-2014-113, hier gebloggt


Das ist mit meinen Abwandlungen für mich ein sehr schöner Schnitt und in den Blusen fühle ich mich absolut wohl. Das Beste wird wohl sein, ich nähe dieses Jahr noch eine Variante mit kurzen Ärmeln.

Zum Schluss noch ein Rock, der als Neuling im Kleiderschrank zwar noch nicht so häufig getragen worden ist, aber bestimmt im nächsten Jahresüberblick wieder Erwähnung finden wird, weil der Stoff so schön und der Schnitt so gelungen ist:

Schnitt: burdastyle 02-2014-103, hier gebloggt


Auch hier gibt es die Idee, eine Variante für den Sommer zu nähen.

Ach, ich muss an dieser Stelle noch die rote Winterjacke erwähnen, die im Rahmen des letzten Sew alongs entstanden ist. Ein Favorit ist sie leider (noch) nicht geworden, obwohl ich sie schon oft getragen habe - mangels Alternativen. Bei der Vorstellung das Jacke habe ich sie nur über einer Jeans gezeigt; das war eigentlich nicht die Kombination, die ich primär im Sinn hatte - eher diese:

Schnitt: burdastyle 09-2012-101


Richtig gut sieht die Jacke weder zum kurzen noch zum langen Flanellrock noch zum Bananenrock aus. Sie müsste schmaler sein. Zum Rock vielleicht auch kürzer; zur Hose wäre mir länger lieber. Also, letztlich eine unglückliche Länge und ich denke, zur nächsten Saison brauche ich einen neuen Anlauf.

Hm, ich glaube meine Aufzählung ist nicht nur eine Liste des Gewesenen, sondern auch des Zukünftigen - und ich wollte doch keine Näh-Pläne für dieses Jahr machen ...




Sonntag, 3. Januar 2016

Flohmarkt 2016

Ich habe zum Jahreswechsel in meinem Hobbybereich aufgeräumt und ausgemistet. Dabei sind einige Schneiderzeitschriften angefallen, die ich abgeben möchte. Die meisten Exemplare sind unbenutzt, bei einigen habe ich die Schnittmusterbögen ausgeheftet, sie liegen aber selbstverständlich immer bei.
Pro Zeitschift hätte ich gern € 2.-, incl. Versand in D. Beim Kauf von mehreren Zeitschriften reduziert sich der Endbetrag; ich werde ihn den tatsächlich anfallenden Portokosten anpassen.
Bei Interesse bitte in den Kommentaren melden, oder besser eine Mail schicken - die Adresse ist im Profil.

1. Meine Nähmode











1/2011 (verkauft)
3/2012
4/2015

2. Meine Boutique











Nr. 1, 2, 3 (verkauft)

3. La Mia Boutique (it.)











10/2011 (verkauft)
02/2012 (verkauft)
11/2012 (verkauft)
10/2013 (verkauft)

4. Idée Couture/ La Mia Boutique (fr.) L15245











(verkauft)


5. Sabrina Woman

S 602
S 1138
S 1183
S 1273
S 1536
S 1659
1/2011
2/2011
3/2011
1/2012
2/2012
3/2012
4/2012
1/2013

Hier noch einige Schnittmuster und redaktionelle Artikel aus der
Damen Rundschau. Die Schnittmuster haben keine Anleitung, die Artikel beschäftigen sich mit Schnittkonstruktionen. Den Preis müssten wir uns überlegen - einerseits möchte ich kein Geld dafür haben, andererseits möchte ich nicht auf allen Portokosten sitzen bleiben.

6.  Negligés und Nachthemden, Gr. 34, 38, 42

 


7. Kurzmantel mit kastiger Schulter, Gr. 36, 40, 44, 48














8. Fledermaus T-Shirt und Hose, Gr. S, M, L














9. Bluse mit Pelerine (nach Gianfranco Ferre), Anleitung für eine Konstruktion an der Puppe











10. Mieder mit Jäckchen, Gr. 36, 40, 42














11. Hosen und Bermudas, Kontruktionspläne










Samstag, 26. Dezember 2015

Rock: burdastyle 02-2014-103

Beim letzten Me Made Mittwoch habe ich meinen "Weihnachtsrock" vorgestellt, bin aber alle Informationen dazu aus Zeitmangel an diesem Tag schuldig geblieben. Aber zunächst noch einmal das Modellfoto, jetzt etwas aufgehellt und somit besser erkennbar:



Hier nun meine Anmerkungen zum Schnitt und meiner Umsetzung:

Schnitt und Stoff:
  • Der Schnitt ist aus dem Februarheft 2014 von burdastyle, Modell 103. Übrigens: meines Erachtens das Burdaheft des Jahres 2014; der Rock ist bereits mein drittes Modell aus diesem Heft und dabei wird es sicherlich nicht bleiben.
  • Mein Stoff: ein ganz leichter italienischer Stoff aus 70% Wolle und 30% Seide von meiner örtlichen Karstadtfiliale; ein extrem reduzierter Preis hat mir das spontane Zugreifen leicht gemacht. Und der Stoff hat gleich zwei schöne Seiten:
 

An der Webkante sind beide Seiten zu sehen und der eingewebte Beweis der noblen Herkunft:


Da ich hatte am Ende noch etwas Stoff übrig hatte, habe mir aus dem Rest einen Schal genäht. Er hat nur die Länge der Stoffbreite (mehr Stoff war dann doch nicht übrig) und an den Enden die Original-Webkanten. Das sieht ungewöhnlich aus, zumal die Webkanten unterschiedlich ausfallen. Aber es gefällt mir, so wie es ist. Auf jeden Fall empfinde ich den Schal als eine Komplettierung, denn über einem schlichten schwarzen Shirt getragen (siehe oben), fühle ich mich gleich "angezogener". 

Nähen:
  • Im Bereich des Zippers in der HM habe ich schmale Vlieselinestreifen aufgebügelt um Ausdehnen des Stoffs zu vermeiden.
  • Wichtig zu wissen: die Taschenbeutel werden nur 7,5 cm (siehe Markierung im Schnitt) aufeinander genäht. Dafür muss man sozusagen in die Teile hinein greifen. Obwohl ich mit Burda-Anleitungen eigentlich nie Schwierigkeiten habe, habe ich hier die Angeben in Schritt 3 nicht auf Anhieb verstanden. Als ich dann SyBilles Anmerkungen zu diesem Modell gelesen habe, wurde mir vieles klarer: die Taschen sind in der Mitte offen!
Futter nähen:
  • Da beim Original-Modell der Rock ungefüttert ist, habe ich mir einen Futterschnitt gebastelt: 
  • Dafür habe ich die im Foto rot markierten schmalen Streifen weggefaltet, denn im Futter brauche ich keine Taschen. Teil 7 ist im Stoffbruch zugeschnitten, Teil 8 nicht.

  • Die Futterteile zusammennähen, die HM bleibt zunächst offen.
  • Die Vorderteile an die Anstoßlinien falten und festheften,
  • HM nähen, oben für den RV offen lassen.
  • Futter einheften und mit dem Rockbund festnähen.
Allgemein:
  • Obwohl der Rock oben schmal anliegt und insgesamt nicht wirklich weit aussieht, hat er eine Saumweite von beachtlichen 2,14 m! Das könnte ihn interessant machen für alle Freundinnen von Tellerröcken.
  • Steckt ein Oberteil im Rockbund, gefällt mir das gleich besser, wenn der Bund einen Gürtel hat. Ich habe einen sehr schmalen aus dem Rockstoff genäht und die eher unauffällige Optik sagt mir sehr zu. Die Gürtelschnalle ist übrigens ein recyceltes Teil eines ausrangierten Lederrucksacks. Solche Kleinteile werfe ich inzwischen praktisch nie mehr weg und gerade schöne, schlichte Gürtelschnallen sind so schwer zu finden - jedenfalls da, wo ich einkaufe.


  • Der Rock trägt sich sehr angenehm, was ich Stoff und Schnitt zuschreibe. Ich kann mir gut vorstellen, aus diesem Schnitt einen Sommerrock zu nähen, sollte dann aber darauf achten, wieder einen weichen Stoff zu erwischen, vielleicht einen Mousseline. Die Falten im VT sollten ungebügelt sein und "natürlich" liegen.
  • Die "Bauchtasche" halte ich inzwischen für überflüssig; lässt man sie weg, bleiben zwei großzügige Kellerfalten übrig und so würde ich einen zukünftigen Sommerrock auf jeden Fall nähen.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Me Made Mittwoch: Weihnachtsrock

Beim Me Made Mittwoch zeigen Hobbyschneiderinnen selbstgenähte Kleidung, die sie an diesem Tag tragen* - oder am Vortag, oder am letzten Wochenende, oder so. Ich möchte heute zeigen, was ich morgen, am Heiligabend tragen werde - ein Blick in die Zukunft sozusagen:




Einen Blick voraus habe ich an dieser Stelle noch nie gemacht und auch die Kürze dieses Posts ist untypisch für mich. Ein gut halb fertiger Post mit meinen Anmerkungen zum Schnitt und meiner Umsetzung wartet auf Fertigstellung an einem der nächsten Tage und wird dann hier erscheinen. Heute nur soviel: Beim Schnitt handelt es sich um burdastyle 02-2014-103.

Und jetzt wünsche ich allen:


Frohe Weihnachten


_______________________________

* heute hier





Montag, 21. Dezember 2015

Genähte Buch/Heft-Hülle: einfach, schnell und schön




Das Foto zeigt einen Teil eines Eco Prints auf Leinen, das ich für eine selbstgenähte Hefthülle verwendet habe. Sie ist so einfach und schnell gemacht, dass dies auch noch als Last-Minute-Weihnachtsgeschenk zu realisieren ist.

  

Bei diesem Exemplar ziert der Blätterdruck die ganze Vorderseite des Covers. Die vordere schmale Kante in dunkelbraun (zum Schutz gegen vorzeitige Abgrabbel-Spuren) und die Rückseite ist ebenfalls aus Leinen.

  

Beim nächsten Exemplar habe ich wieder einen Eco Print auf Leinen verwendet; die einfarbigen Teile  sind hier aus schwarzem Leder. Blick ins Innenleben:

vorn

  
hinten mit geteiltem Extrafach für Notizen, Visitenkarten etc.

Die Anleitung habe ich hier gefunden. Dort bekommt man zusätzlich eine Anregung für ein gepatchtes Cover. Das Wichtigste ist die Basis-Anleitung:
  • Das Buch ausmessen: von Rand zu Rand und auch die Buchstärke mitzählen. Der Einsteckstreifen innen sollte meiner Meinung nach nicht schmaler als 8 cm sein.
  • NZG zum Versäubern der Einsteckstreifen einkalkulieren und 5 mm zugeben zum besseren Handhaben.
  • Die Höhe des Buchs messen und pro Seite 1 bis 1,5 cm NZG addieren. Auch hier ein paar Millimeter zugeben, damit sich nach dem Wenden das Heftcover noch problemlos einstecken lässt.
  • Alle Teile habe ich mit einer mittelstarken Vlieseline bebügelt, das Leder mit Vlieseline für Leder - unverzichtbar, da sie Verschieben und Ausdehnen verhindert.
  • Für die Zusammensetzung der Teile - es sind nur zwei - den Angaben im obigen Link folgen.
  • Man sollte gut messen - zwischendrin immer mal nachmessen - und leidlich akkurat nähen, dann kann nichts schiefgehen und man hat in kürzester Zeit ein schönes Cover für ein Buch, ein Notizheft, für eine Kladde.
  • Schön finde ich auch das eingearbeitete Lesebändchen - vielleicht auch zwei?
  • Denkbar ist auch, am Rand ein Gummiband einzuarbeiten, das das Buch sicher geschlossen hält, evtl. kombiniert mit einer Halterung für einen Stift: diese Gimmicks sind hier beschrieben.
  • Ich verwende gern die Hefte von Clairefontaine; sie machen einen soliden Eindruck, es gibt sie in nahezu allen Größen und Varianten und das Heftcover ist ausreichend stabil.
Solange man eine Chance hat, Buch, Heft oder Kladde rechtzeitig zu kaufen, sollte dieses Projekt bei jeder Hobbyschneiderin auf den letzten Drücker zu machen sein; ausreichend Stoffe und Reste hat man ja in der Regel. Viel Erfolg!

Freitag, 18. Dezember 2015

Neulich, beim Türken ...

... habe ich eine Tüte getrocknete schwarze Bohnen gekauft und vor ein paar Tagen einen Teil davon für einen Eintopf eingeweicht.

Was das mit meinen Hobbys zu tun hat? - Einiges, denn mit dem Einweichwasser der schwarzen Bohnen kann man blau färben. Das habe ich eigentlich gewusst, hatte es aber wieder vollkommen vergessen, bis ich jetzt dieses farbkräftige Bohnen-Einweichwasser vor mir gesehen habe.

Ich hatte gerade so viel Farbbrühe, dass es für einen kleinen Test gereicht hat. Das Schöne am Färben mit Bohnenwasser ist, dass die Färbung kalt verläuft. Der Aufwand ist also minimal, wenn man, so wie ich in diesem Fall, gebeizte Stoffe und Garne im Vorrat liegen hat. Es genügt dann, das angefeuchtete Material in die Brühe zu legen und gelegentlich zu bewegen, bevor man es nach ca. 24 Std. wieder rausholt.

Meine Tester waren ein Baumwoll-Stoffstück, mit Eisen und Kupfer gebeizt; das hatte ich mal für Eco Prints vorbereitet. Und ein Faden Schurwolle, mit Alaun gebeizt.

Das Ergebnis:


Die Baumwolle hat die Farbe sehr gut angenommen und nach meiner Beobachtung hätte für das gleiche Ergebnis auch eine kürzere Färbezeit (als 24 Std.) ausgereicht. Der Farbton ist ein helles Blau mit einem Stich türkis.



Der Wollfaden ist hingegen deutlich blasser geblieben und hat einen Hang ins Grüne. Vielleicht hat bei der Beize der Weinstein gefehlt. Außerdem fürchte ich, war das Garn nicht komplett durchfeuchtet, bevor ich es in die Farbbrühe getan habe. Das lässt ich alles noch weiter austesten - ich habe noch Bohnen und der nächste Türke ist nicht weit.