Für diese Stoffspielereien hat sich Tyche ein schwieriges Thema einfallen lassen - finde ich zumindest. "Die Kunst des Weglassens". Das Richtige an der richtigen Stelle wegzulassen, ist sicherlich eine Kunst. Über die Sommerpause hatte ich genügend Zeit nachzudenken; zunächst erfolglos, dann bin ich durch die Eingabe der passenden Begriffe im Internet auf Anregungen gestoßen: "weniger ist mehr" hat mich zu Minimal Art geführt und dort zu ein paar Bildern, denen ich gefolgt bin.
Mein "Weglassen" besteht darin, Farben wegzulassen. Im Vorrat befanden sich ein paar Sperrholzplatten, etwa DIN A 4 groß, die ich mit naturgefärbten Garnen bespannen wollte. Auch hier hat der Vorrat die Farbrichtung gewiesen: es sind Gelb- und Grüntöne - nichts Buntes war erlaubt.
Zunächst eine Probe, um die Technik zu prüfen. Die Holzplatte habe ich mit Bleistiftstrichen eingeteilt und sodann mit einem einfachen Bastelkleber (Vorrat!) Garnfäden aufgeklebt, wobei ich sie um das Brett herumgewickelt habe. Anfang und Ende der Fäden sind mit einem Klebstreifen fixiert. Bei diesem Probestück spielten die Farben keine Rolle und ich habe auch nach ein paar Streifen aufgehört:
Erkenntnis: Das funktioniert soweit. Eine Skizze mit der Reihenfolge der Streifen und der Anordnung der Farben waren der nächste Schritt. Schnell habe ich herausgefunden, dass die Arbeit leichter von der Hand geht, wenn ich die Platte ein Stück über die Tischkante ragen lasse. Die Beschwerung auf der anderen Seite übernimmt eins meiner alten Bügeleisen.
Dann habe ich bemerkt, dass ich einen Fahler in meiner Entwurfsskizze hatte. So sieht das fertige Werk aus:
Zufrieden bin ich nicht. Die Aufteilung der Flächen ist nicht gut gelungen; falsche Skizze. Die Grüntöne sind zu dominant. An manchen Stellen schimmert das helle Holz durch. Der Kleber hat Flecken gemacht. Aber: Die Idee hat durchaus Potential, finde ich. Die Farben können besser gewählt werden. (Ich kann mir ja etwas gezielt färben.) Das Holz kann ich in einer passenden Farbe anmalen. Und ein besserer Kleber dürfte sich auch finden.
Ich habe einen Teil des Bildes mal abgedeckt, um die große einheitliche Fläche auf der rechten Seite zu eliminieren:
Ein bisschen klein, aber fast besser.
Auch wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin, hat mir diese Arbeit einige Erkenntnisse gebracht, vor allem im Hinblick auf Farbkombinationen. Ich weiß, dass ich da noch dazu lernen muss; das merke ich auch bei meiner Handweberei.
Die Stoffspielereien von heute werden auf Tyches Blog gesammelt. Unbedingt mal schauen, gerade weil wir diesmal ein ausgefallenes Thema haben.
Nun richte ich meine Blick schon auf den nächsten Monat, denn Ende Oktober (Sonntag, 25.10.) bin ich Gastgeberin bei den Stoffspielereien. Das Thema lautet: Schablonieren. Ich möchte schon jetzt anmerken, dass dieser Tag bei mir ein Reisetag sein wird. Ich denke, ich werde morgens noch die Möglichkeit haben, meinen Post zu veröffentlichen, wie es mit dem Verlinken klappt, muss ich dann sehen. Ich bitte um euer Verständnis.




Ein fein reduziertes Design, das dunkel sticht tatsächlich heraus. Vielleicht kann man auch an den anderen Seiten einen dunklen Rand schmaler malen? Kontur und Rahmen finde ich meistens gut.
AntwortenLöschenDie Idee mit den Fäden gefällt mir. Ich hatte mal langweiliges beiges Baumwollgarn um ein Brettchen gewickelt und mit blauen Seidenmalfarben angemalt.
LG Ute
Danke für deinen Kommentar und die Idee für eine Verbesserung. Ich denke, hier werde ich nichts mehr verändern, sondern weiterführende Ideen eher in ein neues Projekt einfließen lassen.
LöschenEine coole Idee mit dem Wickeln. Als kleines Bild gefällt mir das Werk besser. Vielleicht lässt sich auf der verdeckten Seite noch helles Garn einweben, um das viele Dunkel zu brechen? Liebe Grüsse von Regua
AntwortenLöschenAuch dir herzlichen Dank. Ich werde eure Vorschläge sammeln und überlegen, wie ich sie in Zukunft anwenden kann.
LöschenEine tolle Idee, für solch Minimal Art gefärbte Fäden um eine Fläche zu wickeln. Dein Werk erinnert mich an etwas, was ich vor längerer Zeit mal in den Stories des selvedge-Magazins gesehen hatte - ich habe mich ein "wenig" durchgeclickt und habe den Beitrag gefunden, bevor ich zu ungeduldig wurde: der portugiesische Künstler heißt João Bruno Videira. Vielleicht findest Du da weitere Inspiration für gewickelte Fädenflächen :-) Liebe Grüße!
AntwortenLöschenVielen Dank für den Link zu dem portugiesischen Künstler. Faszinierend, was er macht und die Webseite ist auch sehr ansprechend aufgemacht.
LöschenEine schöne Arbeit, minimalistisch und grafisch ansprechend. Ähnliche Arbeiten habe ich in kleiner und über Steinen bei 'Larkandbower' gesehen und selbst auch schon ausprobiert. Weben ohne Rahmen hat Potential und ich bin gespannt auf dein nächstes Werk. Liebe Grüße, Elvira
AntwortenLöschenDanke, Elvira, besonders auch für den Link. Auch hier: ganz tolle Anregungen. Ich würde am liebsten gleich weitermachen.
LöschenAbsolut spannend, Wollfäden um ein Holzbrett zu wickeln, um ein minimalistisches Bild zu machen. Auch mir gefällt der kleine Ausschnitt besser.
AntwortenLöschenLiebe Grüße Gabi
Vielen Dank für deinen Kommentar. und deine Meinung.
Löschendiese art zu weben direkt auf der holzplatte * alle beispiele gefallen mir und kann eigentlich keine mehr oder wenige bewerten * alle so feine farben alles passt zusammen * kunst !!!
AntwortenLöschenlieber gruss
mo
Merci bien, Mo.
LöschenLiebe Beate, Deine Umsetzung des Themas mit reduzierter Farbgebung finde ich sehr interessant, und dank Deiner Fähigkeiten als Weberin sehen die Probestücke doch schon gut aus. Die Versuche mit diversen Klebern oder anderen Untergrundmaterialien können ja manchmal sehr frustrierend sein. Die dunklen Flecken vom Kleber finde ich aber nicht störend. In kleinem Format stelle denke ich da schon wieder an elegante Grußkarten.Und - dankeschön, daß Du Dich dem schwierigen Thema gestellt hast.
AntwortenLöschenLiebe Gräße
Tycge
Vielen Dank!
LöschenEine spannende Arbeit, die bei mir Bauhaus-Assoziationen weckt. Ich könnte mir solche Flächen auch gut in groß vorstellen, z.B. für Korbmöbel oder als Raumteiler.
AntwortenLöschenBauhaus? - Ja, durchaus. Im Großformat - 2m mal 2m, vielleicht - kann 9ch mir das gut vorstellen. Dafür müsste man nur das passende Garn finden.
LöschenBeim ersten kurz Draufsehen, dachte ich gleich die Weberin hat den Kettfaden weggelassen und mach nur Schuß. Wäre auch logisch für mich, dann las ich deine Farbidee. Schön reduziert ist sehr edel, aber um genau zu planen, ist es sicher günstig, man macht sich einen exakten Farbentwurf, denn mit dem Kleber läßt sich ja später nicht korrigieren.Ich finde z.B. auch doppelt und nur einfach ist schon ein echter Farbunterschied und lässt sich gestalterisch einbauen. Da machst du mit Sicherheit weiter.Gefällt mir gut.
AntwortenLöschenviele Grüße , Karen
Danke für deinen Kommentar und den Zuspruch. Ich habe ja noch ein paar Sperrholzplatten ….
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