Das März-Thema lautet: Taschen. Das ist diesmal ein sehr konkretes Thema, lässt aber trotzdem viel Raum für Spielereien.
Ich bin keine versierte Taschennäherin, habe aber schon so einige Taschen genäht und weiß die Vorteile zu schätzen. Kann man die Tasche doch genau auf den persönlichen Geschmack, die Bedürfnisse und geplanten Einsätze abstimmen.
Für mein Projekt habe ich das Spielerische in den Vordergrund gerückt.
Beim Weben beginnt man oft mit einem Musterstück, um Webstruktur und Farben zu testen bevor man die eigentliche Arbeit beginnt. Und so sammeln sich im Laufe der Zeit einige Probestücke an, von denen ich für meine geplante Tasche ein paar verwendet habe.
Es sollte ein Beutel werden, auf den ich handgewebte Patches als "Dekoration" aufnähen wollte. Und so bin ich vorgegangen:
Zunächst habe ich den Basisstoff herausgesucht; der Fundus ist groß und die Wahl fiel auf ein rustikales Leinen. Die verfügbare Menge hat genau ausgereicht für den Beutel-Korpus und die Henkel. Ich habe einige Stücke harmonierendes Handgewebe herausgesucht und die Größe der Patches festgelegt: 6x6cm. Bei der Verteilung der Stoffstücke habe ich meine L-Shapes (ich glaube, so heißen sie) herausgeholt und so auf den Basissttoff gelegt, dass die Nahtzugaben und Säume abgedeckt waren:
Dann habe ich Papier im Format der Stoffpatches (6x6cm) ausgeschnitten und so auf dem Stoff verteilt, dass mir die Anordnung gefallen hat:
Im nächsten Schritt habe ich das Papier durch den Stoff ersetzt:
Die Patches habe ich mit Vliesofix, das man aufbügelt und auf beiden Seiten klebt, auf dem Leinen fixiert und mit einem etwas kräftigeren schwarzen Nähgarn in einem sehr schmal eingestellten Zickzack-Stich aufgenäht. Dabei habe ich die Nähte an den Seiten unregelmäßig lang auslaufen lassen. Abgezirkelt und millimetergenau hätte mir hier nicht gefallen. Die leicht unregelmäßige Optik kam mir dann zustatten, als ich die fertig aufgenähten Stoffstücke im Ganzen betrachtet habe: Einige Nähte sind mir ein wenig "aus der Bahn" geraten, wahrscheinlich, weil sich das Leinen beim Aufnähen etwas verzogen hat. Nun ja, beim nächsten Mal wird's besser.
Auf der Rückseite sind keine Patches, aber ein paar Linien, im gleichen Zickzackstich genäht. Sie kaschieren ein paar helle Knicke im Stoff - sieht doch so aus, als wären sie eine Design-Idee, nicht wahr?
Auf den Henkeln taucht der gleiche Zickzack-Stich wieder auf:
Ich mag solche Stoffbeutel sehr und habe im Laufe der Jahre schon zahlreiche genäht, die zum Teil verschenkt worden sind und zum Teil von mir verwendet werden. An dem einen oder anderen habe ich sogar die verschlissenen Henkel ersetzt, weil der Korpus zu schade war zum Wegwerfen. In meiner Handtasche befindet sich immer ein solcher Beutel, der auch ungeplante Einkäufe aufnehmen kann. Dieser Beutel ist kräftiger und schwerer und eignet sich weniger, um ihn zusammengefaltet mitzunehmen. Er wartet dann auf einen geeigneten Einsatz.
Die Stoffspielereien werden heute auf dem Blog Petersilie&Co gesammelt; Sabine Michaela hat das Thema ausgesucht. Danke dafür! Mit Klick auf den Link gelangt man zur Sammlung der Taschen-Spielereien der Mitstreiterinnen. Wahrscheinlich sind auch bei diesem konkreten Thema phantasievolle Taschen gearbeitet worden.
Im April (letzter Sonntag: 26.4.) geht es weiter mit dem Thema: "Altes in Neuem" bei Karen (feuerwerk by KAZE).
Mach mit, trau dich! Die Stoffspielereien sind offen für alle Blogger:innen, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu auf deinem Blog.
Auf der Webseite der Stoffspielereien (Link) kann man sich über die zukünftigen und vorherigen Themen informieren.







Der Stapel an Webmustern ist faszinierend. Der eine oder andere Stoff würde sich vermutlich auch gut als kleines Täschchen machen. Deine Idee, auf einen Leinenbeutel verschiedenfarbige Patches gleichen Webmusters zu nähen finde ich noch besser. Mit Einkaufsbeuteln in Handtaschen handhabe ich ähnlich, meine sind allerdings nur schnöde aus buntem Stoff genähte, nicht so schick wie bei dir.
AntwortenLöschenLiebe Grüße, heike
Danke, Heike. Ich hatte erst alle theoretisch in Frage kommenden Muster herausgekramt und dann festgestellt, dass ich eine Serie vom gleichem Muster zusammen bekomme.
LöschenEine elegante und doch robuste Tasche. Deine Webmuster- Patches geben ihr den richtigen Pfiff. Sie sind eh zu schade für nur die Schublade. Meine Schwiegermutter hatte eine solche stabile Tasche stets zum Geburtstag dabei, um all die Geschenke zu transportieren. Sie nannte sie „Beutetasche“. Liebe Grüße, Elvira
AntwortenLöschenDanke, Elvira. Ja, dieser Beutel ist robuster, stabiler als meine anderen; dann werden die Einsatzmöglichkeiten auch etwas anders werden.
LöschenDie Leinentasche sieht chic aus, mit den Webstückchen wird sie richtig edel. So eine gut aussehende, große und stabile Tasche braucht man immer mal wieder.
AntwortenLöschenLiebe Grüße Gabi
Vielen Dank, Gabi. Auch du findest den Beutel elegant ….
LöschenDie Webmuster sind so wunderbar - auf dem Leinenbeutel haben sie nun einen gebührlichen Auftritt! Vielleicht könnte man auch anderen, geliebten Stoffstückchen so einen häufigeren Blick gewähren. Liebe Grüße!
AntwortenLöschenDanke, Kerstin. Es ist schon komisch: je länger ich webe, desto häufiger mache ich diese Webproben …. Am Anfang habe ich einfach drauf los gewebt …. Manche Proben hebe ich gezielt auf, damit ich für später eine Referenz habe.
LöschenIch war jetzt überrascht über die offenen Verteilung der Webstücke, hatte ich nach dem ersten Foto eine Art Patchwork erwartet. Schön geworden und stabil für schwere Einkäufe.
AntwortenLöschenDeine Probestücke sehen alle toll aus und verdienen es weiter irgendwo unterzukommen.
Viele Grüße Karen
Danke, Karen. Das erste Foto habe ich auch als erstes gemacht und da noch nicht gewusst, welche Stücke ich verwenden würde, aber das Projekt stand im Prinzip schon fest.
LöschenSo viele schöne Webmuster exzellent in Szene gesetzt, vielleicht wäre das auch eine Idee für meine Test Granny Squares und Maschenmuster.
AntwortenLöschenLiebe Grüsse Sabine
Danke, Sabine. Ja, so etwas kann ich mir auch für gehäkelte Granny Squares vorstellen.
LöschenLiebe Beate, diese Webproben bilden einen wunderbaren Schmuck für die große "Beutetasche", wie groß sind die Stücke denn? Oder hast Du sie zerschnitten?
AntwortenLöschenDas Aufsteppen mit Zickzack und die auslaufenden Nahtlinien finde ich sehr stimmig, die Idee für Rückseite sowieso.
Du zeigst uns ein schönes Beispiel, was man aus dem selbst Geschaffenen alles machen kann, danke dafür und liebe Grüße von Tyche
Vielen Dank, Tyche. Meine Webproben sind in der Regel so 10 bis 12 cm breit, oder auch breiter, wenn das Muster es verlangt. Ich habe also zerschnitten.
Löschendeine reizvolle tasche habe ich soeben entdeckt : mit "handgewebte patches" somit ein artisanales kunstwerk mit zarte farbharmonie ! wunderschön fast zu schade um damit einkaufen zu gehen :)
AntwortenLöschenlieber gruss
mo
Danke. Doch, doch, ich werde die Tasche benutzen.
LöschenEinen schönen Platz für Deine Webmuster hast Du gefunden. Da kannst Du Dich bei der praktischen Nutzung des Beutels daran erinnern. Ich mag die gestalterische Aufteilung der Flächen. Selbst habe ich so eine Aufteilung mal mit Druck-Experimenten probiert. Ich glaube, ich kenne die Aufteilung von Koseki.
AntwortenLöschenLG Ute
Koseki - ja, natürlich! Gerade stelle ich fest, dass ich vor Jahren schon einmal eine ähnliche Tasche gemacht und auch gebloggt habe. Das hatte ich nur total vergessen. Danke dir!
LöschenSo eine schöne Idee und Nutzung deiner Webmusterstücke! Dass die Nähte nicht ganz gerade sind, merkt bei Verwendund sicher niemand, wenn der Inhalt Beulen verursacht. Und auch sonst nicht. Liebe Grüße, Gabi
AntwortenLöschenDanke, Gabi. Ich denke du hast Recht: im Gebrauch sieht man das eine oder andere nicht.
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