Mittwoch, 18. März 2015

Me Made Mittwoch: Altes, Neues und Zukünftiges

Beim Me Made Mittwoch zeigen Hobbyschneiderinnen ihre selbstgemachte Kleidung an der Frau und verlinken ihre Beiträge im MMM-Blog.

Das hatte ich gestern an:


Das Alte: Das Langarmshirt mit zusammengesetztem Vorderteil und extra umrandeten Halsausschnitt habe ich hier schon einmal gezeigt. Die Jacke habe ich vor ziemlich genau zwei Jahren schon einmal beim MMM präsentiert. Sie basiert auf burdastyle 01-2011-126. Gestern habe ich sie zumindest in den noch kühleren Morgenstunden getragen.

Das Neue: Die Hose ist ebenfalls selbstgenäht und brandneu. Der Schnitt - burdastyle 07-2009-102 - war jedoch schon erprobt und ich musste nur kleine Korrekturen vornehmen für ein ganz ansehnliches Ergebnis, wie ich finde. Ich werde demnächst noch näher darauf eingehen, zumal ich hier schon einen weiteren Stoff liegen habe, der in eine Hose nach diesem Schnitt verwandelt werden soll. So sieht die Hose vorn am Bund aus:



Das Zukünftige: Kürzlich habe ich am Stoffmarkt einen Feinstrick ergattert, aus dem ich die oben gezeigte Jacke noch einmal nähen will (das wäre dann das dritte Mal):


Der Stoff ist quergestreift; viel besser würden mir jedoch die Streifen in der Längsrichtung gefallen. Ich bin noch dabei zu überlegen, ob ich es wagen kann, den Strickstoff quer zu verarbeiten. Er ist leicht, so dass das Stoffgewicht die Jacke wahrscheinlich nicht in die Länge ziehen würde.

Gestern war ich übrigens bei Anita Pavani im Stoffstudio, um mir die neue Ware anzusehen. Mit drei neuen Stoffen bin ich nach Hause gekommen. Hier ein Blick auf weitere zukünftige Werke:


Der untere Stoff ist ein unglaublich weicher Feincord mit seidigem Griff, von dem ich wohl das letzte Stück ergattert habe. Der rote Stoff mit klitzekleinem Rautenmuster ist eine Baumwolle mit 2% Elasthan für ein Sommerkleid und der großgemusterte Baumwollbatist ist für ein Oberteil gedacht. Hoffentlich gefällt mit dieser große Print auf Dauer... Die Reihenfolge des Nähens wird sich demnächst herausstellen, aber ich denke, diese neuen Stoffe haben ein großes Aufforderungspotential. Ich muss nur noch meine freie Nähzeit durch den Multiplikator jagen.



Mittwoch, 11. März 2015

Me Made Mittwoch: Bluse multicolor




Am heutigen Me Made Mittwoch trage ich wieder ein Modell, das gerade fertig geworden ist, jedoch zuvor eine ganze Zeit unfertig herumgelegen hat - vielleicht, weil es auf den Frühling gewartet hat. Nun ist es aber Zeit!
Es ist eine Bluse nach burdastyle 05-2014-13.

Ich habe einige Änderungen gemacht:
- An der Passe sind vorn und hinten Kräuseln vorgesehen - ich habe Fältchen gelegt.
- Meine Bluse hat lange Ärmel, die ich von einem anderen Schnitt abgenommen habe.
- Da ich die rückwärtige Weite etwas bändigen wollte, habe ich hinten in Taillenhöhe ein Bindeband hinzugefügt, das in der Seitennaht mitgefasst wird.



Ich habe angefangen zu nähen, ohne die Nähanleitung weiter zu beachten um dann später festzustellen, dass burda beim Zusammenfügen von Kragen und Passe anders - und besser - vorgegangen ist. Um die Kragenansatznaht zu kaschieren, habe ich schließlich einen Schrägstreifen eingesetzt. Eine kleine Schwierigkeit gibt es aus meiner Sicht beim Ansatz des Kragens. Die Kragenspitze muss nämlich genau vorn im Umbruch enden und alles, was mehr als einen Millimeter abweicht, könnte auffallen - bei meinem wilden Muster glücklicherweise nicht.
Der Stoff ist vom vorletzten Stoffmarkt - da hatte ich schwer zugeschlagen und noch immer ist nicht alles vernäht. Der leichte Baumwollpopeline ist eine farbliche Wollmilchsau: es passt fast alles dazu - schwarz, braun, grau, olivgrün und Jeans. Und sollte ich jemals eine orangefarbene Hose haben, auch sie würde zur Bluse passen. Heute trage ich eine schlammfarbene Hose, die ich, weil gekauft, im Foto unterschlage. Gelegentlich sollt eich mal einen schmalen Rock dazu probieren.



Mit den Änderungen mag ich die Bluse; den schmalen Kragen, den burda Stehkragenblende nennt, finde ich sehr kleidsam und war das ausschlaggebende Detail für die Wahl der Bluse. Der Ausschnitt ist burdatypisch tief; ich werde wohl immer wenigstens ein Top drunter tragen; heute ist es ein Langarmshirt.

Und hier ist der Link zur Sammlung aller Beiträge zum heutigen MMM.

Mittwoch, 4. März 2015

Me Made Mittwoch: Bluse im Tunika-Stil

Vorgestern fertig geworden, gestern probegetragen und heute beim Me Made Mittwoch* gezeigt:



Eine Bluse im Tunika-Stil, verschlusslos, nach burdastyle-Schnitt 08-2014-114.



Der Stoff ist vom Holländischen Stoffmarkt und vermutlich eine Mischung von Leinen, Viskose und ein wenig Synthetik. Bei Stoffmarktstoffen kann man da ja nie so sicher sein. Aber ich glaube, er trägt sich ganz gut und eigentlich ist dies auch nur ein Probemodell. Ich war mir nicht sicher, ob mir die deutlich überschrittenen Schultern gefallen werden. Das Tragegefühl ist OK, aber betont diese Form nicht noch hängende Schultern?

Die langen Teilungsnähte im Vorder- und Rückenteil habe ich mit selbstgemachten Paspeln aus mittelbraunem Feinleinen abgesetzt. Der Ausschnitt ist eigentlich etwas größer geraten als geplant, denn ich wollte dort zunächst noch einen Besatz anbringen, habe das aber bei der Anprobe verworfen, denn dann wäre der Ausschnitt wiederum zu klein geraten und ich hätte die Bluse sicherlich nicht mehr bequem an- und ausziehen können. Der Originalschnitt sieht am Ausschnitt einen kleinen Verschluss vor.

Also habe ich das Halsloch kurzerhand ganz schmal mit den gleichen Paspeln versäubert und - wie auch die anderen Paspelnähte - knappkantig abgesteppt. Und weil's so schön war, haben die Ärmelabschlüsse auch einen Paspelsaum bekommen.

Hier die Bluse ohne Schal (übrigens auch ein eigenes Werk in Eco Print-Technik):



Hier sieht man besser, dass ich an den Seiten hohe Schlitze gelassen habe; das mache ich gern, solange das Modell es zulässt.



Auf den Fotos trage ich die Bluse wenig einfallsreich und farblich nicht besonders gekonnt mit einer Jeans - nun ja, sagt man nicht, zu Jeans passe alles?

Ob der Schnitt bei mir eine Zukunft haben wird, ist noch offen; ich schätze, ich muss sie noch häufiger tragen, um das sagen zu können.

* Der Me Made Mittwoch ist eine Verlinkungsaktion, bei der Hobbyschneiderinnen - Männer wären auch willkommen - ihre selbstgenähte Kleidung zeigen und demonstrieren, dass sie zu ihrem Alltag gehört. Heute hier anzuschauen.



Dienstag, 3. März 2015

Stricktops aus pflanzengefärbter Wolle

Nach und nach verarbeite ich meine pflanzengefärbte Wolle. Einige Stränge habe ich abgegeben aber es bleibt noch viel für mich selbst. Und die neue Färbesaison naht ...

Ein 100g-Strang Lacewolle ist wunderbar ausreichend für ein ärmelloses Top. Ich habe während der letzten Monate gleich zwei nach der selben Vorlage gestrickt:


Garn: Merinowolle, gefärbt mit roten Zwiebelschalen




Garn: Merinowolle, gefärbt mit Rotholz, erster Zug

Die Modelle basieren auf dem Mohair Minimalist Top von Anna Kuduja; die Anleitung ist bei Ravelry kostenlos zu bekommen. Das grüne Top ist zuerst entstanden und lehnt sich noch stärker an das Original an; das rote hat einen Zwei-rechts-zwei-links-Kragen, den ich eigentlich gern voluminöser gehabt hätte, aber mein fehlendes Strickwissen hat verhindert, das beim Maschenanschlag zu berücksichtigen.
Ich überlege, ob man nicht auch Ärmel anstricken könnte - am Armloch die Maschen auffangen und dann runterstricken. Kennt sich jemand aus und kann mir Tipps geben?

Da die Wolle dünn und das Strickwerk locker ist, wärmt das Top zwar spürbar, aber nie zuviel und ist im beginnenden Frühjahr durchaus noch tragbar.

Sonntag, 22. Februar 2015

Stoffspielereien im Februar: Chenille

Heute ist der letzte Sonntag im Monat und deshalb Showtime für die Stoffspielereien. Das Thema im Februar ist Chenille.
Ich gebe zu, es ist erst einmal nicht so richtig an mich gegangen. Aber dann habe ich bodenständig-praktisch gedacht und eine Idee war geboren:



Die Quilter kennen die Technik des Chenille wahrscheinlich. Das Prinzip: man legt mehrere Lagen von gleich großen Stoffstücken im gleichen Fadenlauf übereinander, steckt oder heftet und zeichnet dann, am besten in der Mitte, eine Markierung diagonal zum Fadenlauf für die erste Naht. Dann werden rechts und links davon in gleichem Abstand weitere Nähte gearbeitet, bis die Fläche komplett gefüllt ist. Nun werden zwischen den Nähten die Stofflagen aufgeschnitten, der unterste Stoff jedoch nicht. Die Schnittkanten sollen kräftig ausfransen, was durch bürsten oder waschen erreicht werden kann. Chenille fertig.

Meine Umsetzung der Chenilletechnik ist eine ..... Duschmatte!
Sie besteht aus dem Trägerstoff und drei Lagen Baumwollflanell plus unten drunter - damit es recht weich wird - eine Lage Baumwollvlies.



Angezeichnet und in 2cm Abstand durchgenäht.



Mit der Schneiderschere aufgeschnitten. Das ging problemlos; ich brauchte keinen Chenille-Cutter.



Wie franse ich nun die Kanten aus? Waschen in der Maschine? Landen dann nicht viele, viele Fädchen im Flusensieb? In den Trockner? Ich habe keinen. Ich habe schließlich gebürstet und mit den Fingernägeln ausgestrichen, was jedoch seine Zeit braucht.
Und hinterher konnte ich das Nähzimmer saugen.
Aber meine Duschmatte ist fertig und sieht gar nicht so übel aus:



Sie hat noch eine einfarbige Rückseite bekommen und ein Binding.
Die Wäschen (vielleicht zunächst im Wäschesack, wegen der Flusen) werden nach und nach die Schnittkanten weiter aufdröseln, so dass sich der Chenilleeffekt verstärken wird.



Dies ist wahrscheinlich eine eher aufwändige Methode, einen Duschvorleger zu nähen, aber darum ging es ja nicht. Weitere Anwendungen wären aus meiner praktischen Sicht: Kissen und Stuhlkissen. Letztere könnte ich durchaus gebrauchen.

Nun bin ich neugierig auf die anderen Chenille-Spielereien - es ist sicher auch Kunstvolles dabei; darauf bin ich besondres gespannt. Griselda vom Blog Machwerke sammelt heute die Beiträge.

Apropos:

Ich habe kürzlich in meiner Auflistung der Stoffspielereien (siehe oben in der Leiste) die Themen ergänzt. Eins fehlt mir; vielleicht kann jemand aushelfen. Außerdem habe ich dort die bereits angekündigten Themen der nächsten Monate aufgeführt.

Und last but not least:

Mit den heutigen Stoffspielereien können wir dreijähriges Jubiläum feiern, denn wir haben im Februar 2012 mit dieser Aktion begonnen. Hier ist Suschnas Aufruf zu den Stoffspielereien, die anfangs noch Stoffmanipulationen hießen, vom Februar 2012. Die ursprüngliche Idee war ja, mit den Stoffmanipulationen in die dritte Dimension zu gehen. Nun, mit der Chenille-Technik haben wir sowohl den Stoff manipuliert als auch die dritte Dimension erreicht.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch einmal ausdrücklich allen danken, die in der Vergangenheit Ideen, Zeit und Engagement in die Stoffspielereien gesteckt und die monatlichen Beiträge gesammelt haben.



Dienstag, 17. Februar 2015

Tipp: Vorbehandlung von BW-Stoffen zur Vermeidung von Streifen

Wer näht und oft Baumwolle-und Leinenstoffe verwendet, die vor der Verarbeitung gewaschen werden müssen, kennt das Problem: häufig hat man besonders bei dunklen und einfarbigen Stoffen nach der Wäsche unschöne helle Streifen, die nicht wegzubekommen sind.
Ich glaube, ich habe jetzt die Lösung!
Ich weiche den Stoff vor der ersten Wäsche mind. 12 Std. in kaltem Wasser ein. Dabei sollte der Stoff locker liegen und mit Wasser bedeckt sein. Also ein ausreichend großes Behältnis nehmen, zur Not die Badewanne. Dann kommt der Stoff tropfnass in die Waschmaschine. Ein sanftes Waschprogramm einstellen, Biowaschmittel verwenden und beim Schleudern die kleinste Stufe mit Intervall oder Knitterschutz wählen.
Dann sollte der Stoff so herauskommen wie mein schwarzer Baumwollstoff:



Diesen Trick habe ich von Linumo. Bei diesem Händler für Leinen habe ich den Stoff für diese Decke bestellt. Dort wird die oben beschriebene Vorgehensweise als Vorbehandlung der Stoffe empfohlen. Beim Deckenstoff habe ich das erstmalig erfolgreich so gemacht und in der Zwischenzeit noch bei anderen Stoffen probiert; nun sollte dieser schwarze Baumwollstoff der ultimative Test sein.
Test bestanden.

Freitag, 13. Februar 2015

Strickprojekt: Leichte Jacke aus pflanzengefärbter Wolle

Kürzlich habe ich mir nach längerer Zeit einmal wieder eine Strickzeitschrift mit Anleitungen für Kleidung gekauft - mit der Idee, dass ich nach etlichen Schals und Tüchern, einmal wieder eine Jacke stricken könnte.
Ich hatte noch pflanzengefärbte Lacewolle im Vorrat, in drei Farbtönen gefärbt mit Efeubeeren (viertes Bild in diesem Post). Ich bin gespannt, wie weit ich mit dem Garn kommen werde, denn ich habe nur zusammen 200g, aber beim Rückenteil bin ich unter den Armen und es schaut ganz gut aus:



Das Modell ist aus der aktuellen Verena, in der verlinkten Übersicht das zweite Modell von links in der dritten Reihe. Ein zackenförmiges Lacemuster mit zwei Krausrippen dazwischen, die mit doppeltem Garn gestrickt werden; ich verwende dafür zwei verschiedene Farbtöne. Das Muster macht optisch durchaus was her, ist aber ziemlich leicht zu stricken. Meine Sicherungsleine wären die vier Reihen kraus rechts, bis zu denen ich aufziehen und wieder auffangen könnte, falls mir im Lacemuster ein Fehler unterläuft.

Diesen Beitrag verlinke ich auf Marisas Blog Maschenfein, wo allmonatlich Strickerinnen (und vielleicht auch Stricker?) zeigen, was sie gerade auf den Nadeln haben.