Montag, 6. April 2026

Neuer Webstuhl

 Ich habe einen neuen Webstuhl:


Es ist ein Tischwebstuhl von Ashford mit 8 Schäften. 8 Schäfte mussten es jetzt endlich sein, hatte ich doch die ganze Zeit so viele schöne Muster gesehen, für die man mehr als meine bisherigen 4 Schäfte gebraucht hätte und die lange unerreichbar waren. Ein Tischwebstuhl musste es aus Platzgründen sein, denn meinen großen Webstuhl (4 Schäfte) mit Tritten habe ich natürlich immer noch und er braucht einigermaßen Platz. Der neue Webstuhl teilt sich jetzt den Platz mit meiner Nähmaschine; d.h. die Nähmaschine wandert auf ein Regalbord, wenn sie nicht gebraucht wird und der Webstuhl, na ja, irgendwo hin, wo gerade Platz ist, wenn ich nähen will. Das geht.

Auf dem Foto sieht man, dass ich mir die Hebel, mit denen man die Schäfte bewegt, nummeriert habe. Das brauche ich (noch?), sonst würde ich Fehler über Fehler machen. Oben links sieht man zwei kleine Zettel, auf denen ich die Abfolge der Hebel-Stellungen notiert habe. Für mein erstes Projekt; es sind Gästehandtücher:


Für den Anfang hatte ich extra ein kleineres Projekt gewählt und das war gut so, denn zu Beginn hatte ich ein paar Fehler, die aber beseitigt werden konnten. Die Tücher sind ca. 43x23cm groß und so verschieden sie auch aussehen, sie wurden mit der gleichen Kette gewebt. Unterschiedliche Farben und Abfolge der Schäfte machen die Optik aus. Ich habe auch Baumwolle, Halbleinen und Leinen ausprobiert um die Ergebnisse zu sehen.


Auf dem Foto kann man gerade so erkennen, dass das zweite Tuch von links breiter ist als die anderen: Das ist das Tuch mit dem reinen Leinengarn im Schuss. Dass sich das so verhalten würde, war mir neu. 


Ich bin sehr zufrieden mit diesem Muster, das man quasi endlos variieren kann. Für Geschirrtücher würde es sich perfekt eignen; dafür brauche ich allerdings noch dünnere Garne, die ich nicht besitze. Ein Projekt für die nähere Zukunft.

Sonntag, 29. März 2026

Stoffspielereien im März 2026

Das März-Thema lautet: Taschen. Das ist diesmal ein sehr konkretes Thema, lässt aber trotzdem viel Raum für Spielereien.

Ich bin keine versierte Taschennäherin, habe aber schon so einige Taschen genäht und weiß die Vorteile zu schätzen. Kann man die Tasche doch genau auf den persönlichen Geschmack, die Bedürfnisse und geplanten Einsätze abstimmen.

Für mein Projekt habe ich das Spielerische in den Vordergrund gerückt.

Beim Weben beginnt man oft mit einem Musterstück, um Webstruktur und Farben zu testen bevor man die eigentliche Arbeit beginnt. Und so sammeln sich im Laufe der Zeit einige Probestücke an, von denen ich für meine geplante Tasche ein paar verwendet habe.


Es sollte ein Beutel werden, auf den ich handgewebte Patches als "Dekoration" aufnähen wollte. Und so bin ich vorgegangen:

Zunächst habe ich den Basisstoff herausgesucht; der Fundus ist groß und die Wahl fiel auf ein rustikales Leinen. Die verfügbare Menge hat genau ausgereicht für den Beutel-Korpus und die Henkel. Ich habe einige Stücke harmonierendes Handgewebe herausgesucht und die Größe der Patches festgelegt: 6x6cm. Bei der Verteilung der Stoffstücke habe ich meine L-Shapes (ich glaube, so heißen sie) herausgeholt und so auf den Basissttoff gelegt, dass die Nahtzugaben und Säume abgedeckt waren:


Dann habe ich Papier im Format der Stoffpatches (6x6cm) ausgeschnitten und so auf dem Stoff verteilt, dass mir die Anordnung gefallen hat:


Im nächsten Schritt habe ich das Papier durch den Stoff ersetzt:

Die Patches habe ich mit Vliesofix, das man aufbügelt und auf beiden Seiten klebt, auf dem Leinen fixiert und mit einem etwas kräftigeren schwarzen Nähgarn in einem sehr schmal eingestellten Zickzack-Stich aufgenäht. Dabei habe ich die Nähte an den Seiten unregelmäßig lang auslaufen lassen. Abgezirkelt und millimetergenau hätte mir hier nicht gefallen. Die leicht unregelmäßige Optik kam mir dann zustatten, als ich die fertig aufgenähten Stoffstücke im Ganzen betrachtet habe: Einige Nähte sind mir ein wenig "aus der Bahn" geraten, wahrscheinlich, weil sich das Leinen beim Aufnähen etwas verzogen hat. Nun ja, beim nächsten Mal wird's besser.


Auf der Rückseite sind keine Patches, aber ein paar Linien, im gleichen Zickzackstich genäht. Sie kaschieren ein paar helle Knicke im Stoff - sieht doch so aus, als wären sie eine Design-Idee, nicht wahr?


Auf den Henkeln taucht der gleiche Zickzack-Stich wieder auf:

Ich mag solche Stoffbeutel sehr und habe im Laufe der Jahre schon zahlreiche genäht, die zum Teil verschenkt worden sind und zum Teil von mir verwendet werden. An dem einen oder anderen habe ich sogar die verschlissenen Henkel ersetzt, weil der Korpus zu schade war zum Wegwerfen. In meiner Handtasche befindet sich immer ein solcher Beutel, der auch ungeplante Einkäufe aufnehmen kann. Dieser Beutel ist kräftiger und schwerer und eignet sich weniger, um ihn zusammengefaltet mitzunehmen. Er wartet dann auf einen geeigneten Einsatz.

Die Stoffspielereien werden heute auf dem Blog Petersilie&Co gesammelt; Sabine Michaela hat das Thema ausgesucht. Danke dafür! Mit Klick auf den Link gelangt man zur Sammlung der Taschen-Spielereien der Mitstreiterinnen. Wahrscheinlich sind auch bei diesem konkreten Thema phantasievolle Taschen gearbeitet worden.

Im April (letzter Sonntag: 26.4.) geht es weiter mit dem Thema: "Altes in Neuem" bei Karen (feuerwerk by KAZE). 

Mach mit, trau dich! Die Stoffspielereien sind offen für alle Blogger:innen, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu auf deinem Blog.

Auf der Webseite der Stoffspielereien (Link) kann man sich über die zukünftigen und vorherigen Themen informieren. 

Sonntag, 25. Januar 2026

Stoffspielereien im Januar 2026


Neues Jahr - neue Stoffspielereien! Unser Thema im Januar lautet: Ein Buch als Inspiration. Gabriele sammelt auf Ihrem Blog "langer Faden" die Beiträge. Meine Inspiration war das Buch "The Art of Manipulating Fabric" von Colette Wolff; das ist sozusagen ein Griff in die Vergangenheit, denn ganz zu Beginn der Stoffspielereien war das für uns eine Hauptquelle. Auf der Webseite der Stoffspielereien ist das Buch unter "Inspirationen" aufgeführt.

Ich bin im Kapitel 8 "Tucking" fündig geworden, das sich den Themen Biesen und Falten widmet. Dabei habe ich kein Projekt im Sinn gehabt, sondern wollte Möglichkeiten erforschen. An zwei Stoffstücken habe ich das Abnähen von unregelmäßigen Falten erprobt; an einem Baumwollsatin und einem zarten, transparenten Batist. Beim ersten Stück bin ich nicht wirklich planvoll vorgegangen, sondern habe mir nur während des Nähens nach und nach überlegt, wie ich weitermache.

Einige Fotos:

 


 

Spätestens nach den schrägen Abnähungen vom letzten Foto sieht das Ganze unruhig aus und gefällt mir nicht mehr besonders. Beim zweiten Versuch bin ich etwas planvoller vorgegangen und habe mich auf zwei Richtungen beschränkt:


Fällt auf, dass ich die Falten jeweils in nur eine Richtung gebügelt habe? Das bringt mehr Ruhe hinein. Aber wenn die Falten zu sehr parallel sind, kann es auch schnell langweilig aussehen. Also sind kleine Abweichungen von einem gleichmäßigen Gitter wahrscheinlich der richtigere Weg.

Ich habe gemerkt - und gelernt - , dass es einige Stellschrauben gibt, die die Optik entscheidend verändern. Die Wahl des Stoffes, die Breite der Falten, ihre Gruppierung, ihre Dichte, ihre Anordnung (Parallelität, Richtung) ... Wie wirkt das Ganze bei einem größeren Stoffstück?

Ich könnte mir vorstellen, diese Technik bei einem Kleidungsstück anzuwenden; vielleicht die Passe einer Bluse oder ein Teil eines Kleides.

Und nun hole ich wieder Schwung für neue Projekte im neuen Jahr. Im Februar-Thema sehe ich eine kleine Herausforderung: Licht und Dunkelheit.

Alle Themen des Jahres:


Mach mit, trau dich! Die Stoffspielereien sind offen für alle Blogger:innen, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu auf deinem Blog.

Heute werden die Beiträge von Gabriele gesammelt - bitte hier klicken.

Montag, 19. Januar 2026

Schöner schlafen


Neue Schlafanzüge mussten her. Kaufen? Nein! - Nähen! Mein Plan: eine Hose nähen und ein gekauftes Shirt als Oberteil. Für die Hose habe ich mir bei einem Versand ein Muster bestellt und, weil ich den Stoff interessant fand, auch eine Griffprobe eines Jerseys mit gewebtem "Würfelmuster". Als ich dann beide Stoffe in der Hand hatte, habe ich bemerkt, dass sie perfekt zusammen passen. Folglich habe ich auch das Oberteil selbst genäht. Und da mir das so gut gefallen hat und es bei der Händlerin noch eine so schöne Kombi gab, entstand noch ein zweiter Pyjama:


Die beiden Exemplare sind fast gleich; sie unterscheiden sich nur in der Verarbeitung des Halsausschnitts.



Die Qualität der Stoffe ist sehr gut; der Jersey ist sogar eine Bio-Baumwolle.

Soll ich noch verraten, wo ich die Stoffe gekauft habe? Hier. (Keine Werbung; habe alles selbst bezahlt.)