Freitag, 10. Februar 2017

Siebdruck: Meine ersten Schritte

In der letzten Zeit hatte sich die Idee im Hinterkopf festgesetzt: Siebdruck. Wie macht man das? Welche Ergebnisse kann man erzielen? Ist das ohne allzu großen Aufwand machbar? Soll ich das nicht mal probieren?
Dann habe ich zufällig ein Buch zum Thema gefunden, das nicht nur Siebdruck sondern auch Stempeln und Schablonieren detailliert erklärt. Und ich habe zuhause von meinem Interesse erzählt mit der Folge, dass ein Einsteiger-Siebdruck-Set unter dem Weihnachtsbaum lag.
Inzwischen habe ich die ersten Versuche gemacht und bin begeistert!

Mein Siebdruck-Set enthält zwar die komplette Ausstattung für das Belichten eines Siebs, ich habe aber ein paar Nummern kleiner angefangen und zunächst Schablonen aus Papier geschnitten.



Dafür habe ich gewöhnliches Druckerpapier verwendet und mit der schwarzen Farbe aus dem Set auf Baumwollstoff gedruckt. Das Papier hat sich nach dem ersten Farbauftrag durch die Feuchtigkeit der Farbe an etlichen Stellen leicht gewellt. Trotzdem konnte ich die selbe Schablone mehrfach verwenden.
Vor den nächsten Versuchen habe ich mir noch weitere Farben und zwei der fertigen Siebdruckschablonen von Jeromin bestellt. Für diese Siebe bzw. Folien wird für den Farbauftrag ein Schaumstoffroller empfohlen. Ich finde, die Jeromin-Schablonen sind sehr leicht zu handhaben und haben bei mir gute Ergebnisse gebracht. Diese Siebe sind relativ klein (maximal 15x20 cm) und man muss sie mehrfach auflegen, wenn man eine Fläche bedrucken will. Wie ich dabei mit der noch feuchten Farbe umgehe um nichts zu verwischen, habe ich noch nicht so richtig raus. Im Moment habe ich mehrere Tücher parallel bedruckt, so dass jedes ein wenig Zeit zum Trocknen hatte. Der Fön hat auch ausgeholfen.
Für die folgenden Drucke habe ich meine blaue, rote und gelbe Farbe  gemischt und bin dabei ziemlich spontan vorgegangen. Ich habe auch das Sieb beim Farbwechsel nicht ausgewaschen sondern habe den Farbverlauf, der sich aus dem Wechsel ergeben hat, mit einbezogen.



Hier habe ich auf ein Naturleinen mit leichter Struktur aber glatter Oberfläche gedruckt; ich finde, das harmoniert sehr gut. Hier die beiden Tücher nebeneinander im Vergleich:


Der nächste Schritt: Ich habe für die Schablonen Plastikfolie statt Papier verwendet, zunächst die einfachen Klarsichthüllen. Das mit dem Motiv bedruckte Blatt Papier steckt verrutschsicher in der Hülle. Mit einem scharfen Cutter lässt sich das Plastik ganz gut schneiden und ich habe gleich zwei Schablonen auf einen Streich.



Bei diesem Motiv habe ich sowohl mit Rakel als auch mit dem Schaumstoffroller gearbeitet um zu testen, was besser funktioniert. Ein echtes Ergebnis habe ich noch nicht, denn auch die aufgetragene Farbmenge beeinflusst das Ergebnis ja erheblich. Hier ein weniger gut gelungener Druck:



Beim blauen Streifen war zu wenig Farbe im Spiel und bei den ockerfarbenen Streifen zu viel, auch sind die Ränder nicht überall scharf begrenzt. Wenn man das nicht unbedingt zum Ziel hat, ist das auch in Ordnung. Zum Vergleich ein - aus meiner Sicht - sehr gut gelungener Druck:


Bei dieser Nahaufnahme kann man auch erkennen, wie die Farben sich verhalten, wenn man übereinander druckt. Ich wollte auch ausprobieren, wie man auf ganz dünnem Stoff druckt:



Klappt. Da wäre wahrscheinlich ein etwas hellerer, transparenterer Farbton schöner.

Bei einem der beiden oben gezeigten Drucke werde ich bei der nächsten Druck-Session noch weitere Farben aufbringen. Und auch das Rosenmotiv werde ich mir noch aus Plastikfolie ausschneiden, um noch eine weitere Farbe zum schwarzen Druck hinzuzufügen.

Den bunten Schirmchen-Druck von ganz oben habe ich dann gleich verarbeitet:




Kürzlich habe ich den Blog "So mach ich das" entdeckt. Dort werden monatlich Links gesammelt, zu Beiträgen, die Arbeiten aus und mit Stoff beinhalten. Wichtig ist, dass man erklärt, wie man gearbeitet hat, welche sonstigen Materialien benutzt worden sind, woher die Inspirationen und Anleitungen stammen etc. Hier sind die Teilnahme-Regeln im Detail und hier ist die Linkliste für den Monat Februar, wo ich diesen Blogpost verlinkt habe.

Außerdem passt mein Stoffbeutel natürlich in Utes Linksammlung "Nix Plastix", wo genähte Stoffbeutel als Alternative zu Plastikbeuteln zusammengetragen werden.

Ich danke den Bloggerinnen für die Möglichkeit, meine Arbeiten dort zu zeigen.

Zusammengefasst:

  • Das ganz oben erwähnet Buch: Lena Corwin, Printed at Home, Verlag EMF (deutsch)
  • Link mit Info zu Siebdruck mit Papierschablonen (und mehr); Blog: Am liebsten bunt
  • Link mit Info vom Jeromin Blog

Kommentare:

  1. Oh wie schön, liebe Siebensachen! Deine ersten Versuche mit Siebdruck gefallen mir sehr gut! Nach einem ersten Workshop im letzten Jahr möchte ich das auch gerne weiter ausbauen, ein Einsteigerset habe ich allerdings noch nicht. Kommt Zeit, kommt Set. Liebe Grüße, Gabi

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  2. Danke für Deinen Bericht! Ich habe auch vor Weihnachten die ersten Versuche mit den Jeromin-Schablonen gemacht, muss aber noch weiter üben.
    Liebe Grüße
    Ines

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  3. Wow, tolle Sache. Jetzt klick ich aber schnell weiter, ehe das "Habenwollenvirus" ausbricht ;)
    LG
    Tanja

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  4. Solche lange hergesehnte Experimente sind toll. Deine ersten Ergebnisse sind beachtlich. Besonders freut mich Dein erstes Verwerten als Stoffbeutel für meine Linksammlung. Deine Muster gefallen mir auch, ich mag grafische heute Muster. Auch farbliche Überlagerung sind spannend.
    LG Ute

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  5. Solche lange hergesehnte Experimente sind toll. Deine ersten Ergebnisse sind beachtlich. Besonders freut mich Dein erstes Verwerten als Stoffbeutel für meine Linksammlung. Deine Muster gefallen mir auch, ich mag grafische heute Muster. Auch farbliche Überlagerung sind spannend.
    LG Ute

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  6. Deinen ersten Siebdruckversuche sehen sehr professionell aus wie ich finde.Kompliment.
    Das war ja ein Thema voriges Jahr zur Aktion bei Tabea und der Müllerin,leider war ich da trotz vieler Versuche und professionalem Sieb überhaupt nicht zufrieden.Das sieht bei dir sooo gut.
    Bin gespannt, was du so entstehen lassen wirst.
    VG Karen

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  7. Wunderbar, du hast mit dem Siebdrucken angefangen!
    Und das kann sich echt schon sehen lassen.
    Die kleinen handlichen Jerominschablonen sind tatsächlich super um ein Gefühl für die Farben zu bekommen. Gerade das Hinmischen transparenter oder hellerer Farben ist doch nicht so einfach und eine rechte Materialschlacht mit farblosem Medium. Da muss man so vorsichtig mischen!
    Das Belichten ist dann die Königsdisziplin, das habe ich auch noch nicht zuverlässig im Griff. Deshalb warte ich sehr gespannt auf deine Erfahrungen!

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