Mittwoch, 24. August 2011

Hemden, Hemden, Hemden

Seit Jahren nähe ich alle Hemden für meinen Mann, worauf wir beide ein wenig stolz sind.

Ich habe im Laufe der Zeit einmal den Schnitt gewechselt, als der Wunsch nach einem etwas körpernäherem Modell geäußert wurde. Es waren aber immer Burdaschnitte aus Monatsheften.

Wenn ich einen geeigneten Hemdenstoff sehe, wird gekauft, denn ich brauche ja Material und irgendwann wird es schon vernäht. Ich bin auch immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Stoffen; gern verarbeite ich Leinen, besonders Bicolor-Leinen, wie es sie bei Florence gibt. Auch auf Reisen gekaufte Stoffe sind beliebt; da wird dann immer ein wenig Erinnerung mit eingenäht.

Beispiele von Hemden aus der letzten Zeit:


Ein Hemd aus einem leichten Jeansstoff mit silberfarbenen Metallknöpfen. Zugegeben: ein unspektakuläres Material, aber Jeanshemden werden heiß geliebt und es müssen besser immer wenigstens zwei im Schrank sein.


Dieses Hemd ist aus einer terracottafarbenen Baumwolle in der Webart eines Gabardine. Der Stoff war von stoffe.de, die bräunlich-naturfarbenen Knöpfe sind zwar "nur" aus Kunststoff, aber fein braun-beige gemasert (auf dem Foto nicht gut zu erkennen), was ich hier sehr passend fand.


Dieses Hemd ist aus reinem Leinen, fast schwarz und mit feinen Nadelstreifen. Hier passen Perlmuttknöpfe (sowieso mein Favorit bei Knöpfen) sehr gut. Dieser Stoff war ein Glücksfall: nicht zu dick und nicht zu dünn, dicht gewebt aber nicht steif, sehr gut zu verarbeiten und die Trageeigenschaften  sind hervorragend. Den Stoff vom Hersteller Schönderlein & Helm habe ich in Gießen bei "Stoffblüte" gekauft.


Last but not least ein Kurzarmhemd aus einem Bicolor-Leinen (Farbe: khaki/schwarz) von Anita Pavani. Auch hier wieder mit Perlmuttknöpfen.

Als "Zugabe" noch zwei Hemden in meinem Atelier bei burda.

Zwei Gedanken zur Verarbeitung:

Für die Brusttasche habe ich mir eine Bügelschablone aus Pappe angefertigt. Die zugeschnittene und versäuberte Tasche wird auf die linke Seite des Schnittteils gelegt; dann werden die Nahtzugaben um die Kanten der Schablone gebügelt. Da die Brusttasche unten spitz ist, kann ich auf diese Weise sicherstellen, dass die Tasche schön symmetrisch ist, auch wenn ich vielleicht nicht ganz akkurat zugeschnitten habe.



Der Kragen mit Steg ist sicherlich das schwierigste Teil beim Hemd. Ärgerlich, wenn alles gut gelungen ist, nur die vorderen Kanten des Kragenstegs zu wünschen übrig lassen. Ich habe im Netz eine alternative Methode gefunden, die ich inzwischen einmal ausprobiert habe. Ich bin begeistert! So klappt die Ansatznaht viel, viel besser. Bisher habe ich noch keine eigenen Fotos davon, werde aber beim nächsten Hemd welche machen und dann zu diesem Thema eine "Fortsetzung" schreiben.

Kommentare:

  1. sensationell! die Hemden sehen toll aus, sehr professionell, darauf kannst du wirklich stolz sein!!
    Voller Bewunderung,
    Claudia

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  2. Ich bin so beindruckt, daß es mir gar nicht aus dem Kopf geht - a l l e Hemden selbst genäht - GROSSES Kompliment!

    Als ich meinem Mann davon erzählte, fragte er nur "Und warum hab' ich noch keins??"

    Nun, ganz einfach : ich fürchte mich vor dem Steg...

    Liebe Grüße Manuela (auch Hessen)

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  3. Danke für die Komplimente. Nun, diese Hemden-Näherei mache ich ja seit Jahren, da werden die Ergebnisse zwangsläufig immer ein wenig besser (learning by doing). Der Steg ist natürlich der schwierigste Teil.
    @ Manuela: nur Mut, versuche es einmal! Such dir für das erste Hemd einen wirklich gut zu verarbeitenden Stoff aus (in sich stabil, nicht fransend und nicht zu dick) und eine gute Anleitung.
    Liebe Grüße
    Siebensachen

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