Sonntag, 18. Februar 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 2

Bevor ich mit meinem zweiten Beitrag zum Jil Sander Sew Along loslege, möchte ich mich bedanken: für die Kommentare und Mails, für die guten Tipps und fürs Mutmachen und überhaupt für das bekundete Interesse. Regina/Formspielerins Werke hat sich, wie ich an ihrem langen Kommentar erkennen konnte, soweit in das Kleid hineingedacht, dass sie es jetzt selbst auch nähen will. Ich finde das prima! Danke an alle - das gibt mir einen zusätzlichen Schub für mein kniffliges Projekt.

Das Kleid im Stil von Jil Sander, das ich mir ausgesucht habe, schaut man sich am besten in meinem ersten Beitrag an. Aus einer Mail von A. weiß ich nun, dass das Modell aus der Fall 2014 Ready to wear-Kollektion stammt. Sie hat mir auch einen Link zu einer weißen Version des Kleides (Look 10)  geschickt. Leserin M. hat mir geraten, es mit Drapieren zu versuchen; eine gute Idee, doch dafür waren meine Kenntnisse nicht ausreichend. Die Idee, dass das Vorderteil des Kleids aus einem Teil zugeschnitten sein soll, habe ich nicht technisch umsetzen können. Falls das funktionieren sollte, braucht man spätestens hier gute Drapier-Kenntnisse.

Also habe ich weiter herumprobiert. Ausgehend vom Schnittmuster eines Shiftkleids (schon einmal genäht und gut passend; hier gebloggt) habe ich mir mein neues Muster zusammengebastelt. Eine Weile habe ich geglaubt, es kann nicht funktionieren, die Längsnaht im hinten liegenden Faltenbruch verlaufen zu lassen. Doch, es geht. Die Verbindungsnaht endet genau am Nahtende: Stecknadel.



Am "Kreuzungspunkt" der oberen und unteren Falte wird das große Vorderteil am unteren Ende der Längsnaht eingeschnitten, damit man die Teile drehen kann um die Quernaht zu schließen.



Nachdem ich wusste, wie ich die Falten nähen wollte, habe ich nur grob den Bereich der Falte (Ich hatte schon zwei Fehlversuche und wollte nicht noch mehr Vlies investieren.) aus einem dünnen Vlies - Vlieseline L11 - zugeschnitten und genäht. Davon sind auch die Fotos. Alles klappt soweit; ich habe ein Vorderteil mit einer 5cm tiefen Falte, die auf Taillenhöhe die Richtung wechselt. Die Falte ist also überall gleich breit.



Was ich noch nicht weiß, ist, ob das Ganze ein tragbares Kleid wird. Wird die Falte im Stoff oben richtig liegen und unten gut fallen? Ob ich wohl den Brustabnäher auf der Seite der Falte auch weglassen kann (kleinere Oberweite)?

Als nächstes werde ich mir ein komplettes Schnittmuster zeichnen und ein Probemodell nähen. Dann habe ich auch die Chance festzustellen, wie elastisch der Stoff sein muss. Ein nicht elastischer Stoff ist, fürchte ich, nicht geeignet. Falls das doch ginge, wäre mir das nur recht, denn dann hätte ich evtl. etwas im Bestand.

Ich vermute, mein Entwurf ist weder der einzig mögliche noch der beste. Den Beweis erbringt Regina mit ihrer Version (siehe Link oben); sie hat wohl die Falte anders gelöst. Hier enden zunächst einmal meine Möglichkeiten. Wer Lust hat, noch weiter mit mir über das Kleid nachzudenken, ist natürlich mehr als willkommen.

Mit dem nächsten Post habe ich dann hoffentlich ein vorzeigbares Probemodell oder ich habe gemerkt, dass ich komplett auf dem Holzweg war.

Jetzt verlinke ich diesen Beitrag noch bei Monika vom Blog wollixundstoffix und danke nochmals für die Anregung.

Die Fortsetzung sollte in etwa 14 Tagen folgen. Dann erfragt Monika einen Zwischenstand und ab 25. März können die fertigen Jil Sander-Modelle präsentiert werden.

Samstag, 10. Februar 2018

Der Wintermantel

Alle paar Wochen treffe ich mich mit Roswitha (Blog: Blauraute) zum gemeinsamen Nähen. Dann wird ein Tag lang gerattert und geschnattert. Wir hatten uns einmal kennengelernt, als Roswitha einen Stoff aus meinem Flohmarktangebot gekauft hatte. Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt wohnen, haben wir uns zum Nähen verabredet und dann schnell gemerkt, dass das mit uns beiden gut funktioniert: Wir sind etwa gleich alt, haben die gleiche Menge Näherfahrung und Schneiderwissen und eine ziemlich ähnliche Vorstellung davon, wie gut etwas genäht sein sollte/muss, wenn wir damit zufrieden sein wollen.

Bei einem dieser Näh-Treffen noch im alten Jahr haben wir uns gegenseitig gezeigt, welchen Wintermantel wir vorhatten zu nähen. Und siehe da - es war das selbe Modell: burdastyle 12-2010-120 . Was lag dann näher, als diese Mäntel gemeinsam zu nähen? Nun endlich, beim letzten Treffen vor ein paar Tagen, haben wir es geschafft, ein Foto von uns in den Mänteln zu machen.



Wir sind beide sehr zufrieden mit unseren jeweiligen Mänteln und haben sie schon oft getragen. Wir erwägen auch beide, dieses Schnittmuster gelegentlich noch einmal zu verwenden; es eignet sich auch gekürzt für eine Jacke und aus einem etwas dünneren Stoff.




Mittwoch, 7. Februar 2018

Me Made Mittwoch: grauer Wollrock

Alle Beitragenden zum MMM wissen es längst, viele Besucher ebenfalls, gelegentliche Leser bekommen es vielleicht erst nach und nach mit: Den Me Made Mittwoch gibt es jetzt nur noch monatlich, und zwar am ersten Mittwoch des Monats. Heute hier.

Dann hat man relativ viel Zeit zu überlegen, was man präsentieren möchte. Wenn ich mich richtig erinnere, war ursprünglich der Gedanke, dass man die Kleidung zeigt, die man an diesem Tag gerade trägt um zu dokumentieren, wie wir Hobbyschneiderinnen unsere selbst gemachte Kleidung in unseren Alltag integrieren und diese Stücke ganz selbstverständlich tragen. Inzwischen wird sehr viel  neu Genähtes präsentiert; ob das nun gerade an diesem Tag auch wirklich getragen wird, ist eher zweitrangig (und ohnehin nicht nachprüfbar).

Ich glaube, ich habe immer neu genähte Kleidungsstücke gezeigt; man will diese Teile sowieso posten und dann ist der MMM eine schöne Plattform. So halte ich es auch heute:


Es geht um den Rock, den ich kürzlich genäht habe; ein Burdamodell aus Heft 11-2017 Nr. 106 (Link zum Modell auf der Burdaseite).
Der Stoff, ein mittelgrauer, eher dünnerer Wollflanell von Pavani,  lang schon länger in meinem Schrank und er war auch mal für ein anderes Modell vorgesehen. Zu diesem Schnitt passt er perfekt. Im Original ist der Rock nicht gefüttert - das geht gar nicht. Ich habe natürlich ein Futter eingenäht und dafür die Schnittmusterteile des Vorderteils aneinandergelegt und somit auf die Teilungsnähte verzichtet. Positiv aufgefallen ist mir, dass der Fadenlauf des hinteren Rockteils nicht der hinteren Mitte entspricht. Das hatte bei mir den Vorteil, dass ich auf eine Hohlkreuzanpassung gänzlich verzichten konnte. Die vorderen Teilungsnähte sind bei mir auch ganz klassisch genäht und haben keine Zierstiche. Das erschien mir bei diesem Stoff unpassend.

Ich kann mir diesen Rock sehr gut aus einem leichten Wollwalk vorstellen, mit offenkantiger Verarbeitung der Teilungsnähte. Was ich im Gegensatz zum zweiten Modell im Burdaheft nicht machen würde, ist, Ripsbänder aufzunähen. Das macht das Vorderteil steif, was m.E. nicht gut zu diesem Rock passt. Als Schnitt für einen Sommerrock habe ich ihn jedoch schon in Erwägung gezogen. Er ist ja ganz schnell genäht. Vielleicht sollte man dann durchaus noch etwas Weite einfügen und verlängern.

Oben trage ich zum Rock ein ziemlich altes Wickel-Oberteil, von dem ich aber irgendwie nicht lassen möchte; es trägt sich so angenehm (Wollgespinst: wärmt ein wenig, aber nicht zuviel). Unten habe ich den Rock mit einem anderen Wickelteil kombiniert. Das Gittermuster hat die gleiche Farbe wie der Rock.


Fazit: Ein rundum empfehlenswerter Schnitt.

Montag, 5. Februar 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 1

In Frankfurt/Main findet im Museum für Angewandte Kunst momentan eine Jil Sander-Ausstellung statt. Die möchte ich mir gern noch ansehen bevor sie im Mai endet. Vielleicht sogar in einem selbst genähten Modell à la Jil Sander? Monika hat mir diese Idee in den Kopf gepflanzt, als sie einen kleinen Sew Along auf ihrem Blog angekündigt hat. Es soll vier Termine geben; momentan läuft der erste, in dem die Ideen gesammelt werden.

Mein Modell habe ich bereits ausgewählt: Es ist ein Kleid mit einer raffinierten Falte im Vorderteil. Gefunden habe ich die Vorlage bei einem Modeversand im Netz. Dort ist auch das einzige Bild, das ich von diesem Kleid aufspüren konnte. Glücklicherweise kann man üppig vergrößern (bitte die Bildquelle anklicken).

Bildquelle





Und dann habe ich gegrübelt, wie dieser Schnitt funktioniert. Eine Idee habe ich, aber ich bin trotzdem auf eure Hilfe angewiesen. Wer eine Idee hat und sich die Mühe machen möchte, sich in diesen Schnitt hineinzudenken, ist sehr willkommen zu kommentieren (und alle anderen natürlich auch!).

Ich denke, das Vorderteil besteht aus zwei Teilen: rechte Vorderteilhälfte plus Rockteil der linken Seite; die rechte Hälfte oberhalb der Taille ist das zweite Teil. Man kann dort eine Naht in der Taille sehen. Die Falte scheint auf Taillenhöhe ihre Richtung zu ändern: oben liegt sie auf der rechten, unten auf der linken Seite. Rechts ist sie oben am Ausschnitt und auf Taillenhöhe mit ein paar durchgenähten Stichen fixiert (Kreuze in der Skizze). Das Kleid hat Brustabnäher, die aus der Seitennaht kommen. Soweit die Beschreibung dessen, was man auf dem Foto erkennen kann. Ich habe eine Skizze versucht:



Um hinter die Konstruktion zu kommen, habe ich mir ein Miniatur-Vorderteil aus einem Papiertaschentuch ausgeschnitten. So sehen meine zwei Vorderteile aus:



Damit die Falte in der Taille ihre Richtung ändern kann, muss man die komplette Falte einschneiden. Die vertikale Naht, die das linke, obere Teil mit dem Rumpf verbindet, dürfte genau unsichtbar im Faltenbruch liegen. Ich habe nur noch nicht herausbekommen, wie man die horizontale Taillennaht machen muss, damit sich alles richtig verbindet.

Hat sich jemand das Kleid von hinten angesehen? Raffiniert, was? Ich glaube, das werde ich mir schenken und einfach eine Mittelnaht mit dem Zipper einplanen. Ich glaube nicht, dass diese außergewöhnlichen Nahtlinien des Originals essenziell sind für einen guten Sitz des Kleides.

Wie habe ich die Belege zu machen? Am Arm ist es eigentlich klar; am Halsausschnitt in nicht so knapper Breite einmal rund herum, so dass der Beleg mit als Falte gelegt wird. So stelle ich es mir vor. Ich würde das Kleid auch komplett füttern wollen. Muss ich das Futter genauso zuschneiden wie den Oberstoff?

Und der Stoff? Im Original ein Krepp aus Wolle mit Polyester und Elasthan. Ein weicher Fall wird sicherlich gebraucht. Vielleicht habe ich etwas im Vorrat, wenn nicht, kaufe ich auch.

Oh, oh - Fragen über Fragen!

Mein Ehrgeiz ist zwar angestachelt durch diese selbstgestellte Aufgabe und ich sehe auch die Möglichkeit eines Scheiterns, aber ich möchte es versuchen.

Monika hat auf ihrem Blog wollixundstoffix ein Tool installiert, wo ich mich jetzt verlinke. Danke, Monika, für diese schöne Idee. Ich habe es ja insgeheim bedauert, dass ich mich im letzten Jahr nicht an deiner/eurer Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" beteiligt habe; mit meinem Jil Sander-Kleid hole ich da sozusagen etwas nach (hoffe ich).

Freitag, 2. Februar 2018

Das Modell des Monats: burdastyle 01-2018-108

Sandra vom Blog "Zufall wenn's klappt" hat für dieses Jahr eine challenge ins Leben gerufen, mit der Idee, aus jedem Monatsheft von burdastyle (oder Fashion Style) wenigstens ein Modell zu nähen und dann bei ihr zu verlinken. Ich nähe sowieso meistens Modelle aus den Burdaheften, häufig sind es aber die älteren Ausgaben. Jetzt bekomme ich einen Ansporn, Schnitte aus den aktuellen Heften stärker zu berücksichtigen.

Ich habe ein sehr, sehr, sehr einfaches Modell genäht: Das Jersey-Jäckchen Nr. 108. Warum solch ein einfacher Schnitt in Kurzgrößen angeboten wird, erschließt sich mir nicht, denn genau so wie ich ihn durch geringfügige Verlängerung des Rumpfs und der Ärmel auf Normalgröße bringen konnte, hätte man das auch problemlos umgekehrt machen können. Da hat es sich die Burdaredaktion einfach gemacht.



Ein Schnitt mit Fledermausärmeln verlangt in der Regel Aufmerksamkeit beim Auflegen der Teile auf den Stoff. Da die angeschnittenen Ärmel Länge brauchen, muss man oft den Stoff einlagig zuschneiden. So sieht es Burda vor; ich habe es bei meinem Stoff auch in doppelter Lage geschafft; nur bei den Ärmeln konnte ich keinen Saum mehr zugeben und habe mich mit einem falschen Saum beholfen.

Mein Stoff ist ein Baumwolle-Leinen Pikee-Jersey, den ich mal vor zweieinhalb Jahren bei Florence gekauft habe; Farbe: beerenfarben-weiß meliert. Also Material aus dem Bestand, der sich mit diesem Jäckchen wieder etwas verkleinert hat. Der Stoff ist hochwertig; zwar eher dünn, aber mit viel Stabilität. Man spürt auch deutlich den Leinenanteil.



Ein paar Kleinigkeiten habe ich geändert. Im Original ist die Jacke sehr halsnah; das habe ich etwas entschärft, in dem ich oben ca. 2cm weggenommen habe, die bis auf Brusthöhe auslaufen. Meine Kanten und Säume sind breiter: unten und an den Ärmeln 2,5cm und vorn 2cm. Breiter war nicht möglich, weil sich sonst der Stoff am Hals nicht rund gelegt hätte. Einen Gürtel, wie ihn Burda vorsieht, habe ich bisher noch nicht (Stoff ist aber noch übrig); vielleicht ist die Optik mit Gürtel sogar schöner.

Für die Fotos habe ich das Jäckchen schnell über mein heutiges schwarzes Grundoutfit geworfen; das geht, aber mit weiß kombiniert ist es sicherlich besser. Und vielleicht finde ich ja noch ein beerenfarbiges Shirt für untendrunter. Es darf auch ein gekauftes sein.

 


 


Auf dem Foto unten links ist zu erkennen, dass das Jäckchen hinten etwas kürzer ist als vorn. Auch wenn es mir vor dem Zuschnitt klar war, wenn ich diesen Schnitt noch einmal verwenden sollte, würde ich das ändern und die Saumlinie begradigen. Oder sie ganze Jacke um eine Handbreit verlängern. Mit Gürtel sähe das vielleicht besser aus - also noch nähen und ausprobieren.

Die erwähnte Kombination mit weiß habe ich zumindest einmal auf diese Weise getestet:



Da habe ich noch einen Kombipartner für meine weiße Jeans. Das ist gut.

Schauen wir mal, was die anderen Hobbyschneiderinnen an Nähenswertem in den aktuellen Ausgaben von burdastyle und Fashion Style gefunden haben: Hier bei Sandra sind sie verlinkt.

Dienstag, 23. Januar 2018

Bequeme Sweater

Wer braucht sie nicht, die bequeme und unkomplizierte Kleidung für zuhause, den Urlaub, die lange Autofahrt ... Für diese Zwecke hatte mein Kleiderschrank zuletzt echte Lücken. Sie sind nun aufgefüllt mit drei neuen Sweatern, die ich in den letzten Monaten schon häufig getragen habe.


Der erste Sweater hat den Kragen von Schnitt "Käthe" (bei makerist zu bekommen). Er besteht aus einem unten abgerundeter Einsatz im Vorderteil mit einer Art Schalkragen. Ich habe ihn auf mein bewährtes und gut passendes Grundschnittmuster für Jersey/Sweatstoffe angewendet. Hier kann man es besser sehen:



Deshalb war alles schnell genäht, denn ich wusste ja, dass es passen würde. Der verwendete Stoff ist ein schwerer, sehr formstabiler Jersey aus Baumwolle und Modal plus Elasthan mit einem kleinen floralen Allover-Muster und einem längs verlaufenden Musterstreifen an einer Webkante. Aus diesem Musterstreifen habe ich nur den inneren Kragen zugeschnitten, da ich das Muster nicht so dominant haben wollte. Nun ist es aber nicht mehr besonders sichtbar, was auch wieder schade ist. Vielleicht hätte ich das doch andersherum anordnen sollen.
Den Stoff habe ich in einem kleineren Geschäft (das jetzt schließt, da es sich nicht mehr trägt; schade) in der nahen Stadt gekauft. Als ich ihn zuhause vor mir ausgebreitet hatte, spukte mir doch das Wort "Kinderstoff" durch den Kopf. Und tatsächlich: Einige Online-Stoffshops haben ihn in dieser Kategorie eingeordnet. Na gut, jetzt darf ich mich wieder ein wenig kindlich fühlen ...
Auf jeden Fall ist dieses Oberteil sehr angenehm zu tragen. Die Grundfarbe ist ja eine Art aubergine-violett und nicht dunkelblau, wie ich im Geschäft annahm; schwierig zu kombinieren oder auch gerade deshalb gleichermaßen passend zur blauen Jeans und zur schwarzen Hose.

(verschlimmbessert durch starkes Aufhellen)
Dieser Sweater aus dunkelblauem French Terry, ein leichter Sweat, auch Sommersweat genannt, ist nach dem gleichen Schnitt entstanden, nur den Verlauf der Kragenkurve habe ich etwas die Steilheit am Ende genommen, damit sich der Kragen etwas leichter umlegt. Eine gute Entscheidung, die ich besser schon beim ersten Sweater getroffen hätte. Die Innenseite des Kragens besteht aus einem Jerseyrest von einem Polo-Shirt (hier gezeigt).
Und auch dieses Teil ist wieder ein bequemes Alltagsstück. Überhaupt mag ich diese French Terry-Qualität sehr gern. Sie besteht aus Baumwolle mit etwas Elasthan und liegt so angenehm zwischen leichtem Jersey und dickem Sweat.


Für Sweater Nummer drei habe ich den Rest Stoff von Nummer eins verarbeitet plus ein neu dazu gekauftes Stück vom eben gelobten French Terry, wieder dunkelblau, deshalb so unattraktiv auf dem Foto. Man hatte mir ja beim Kauf des gemusterten Stoffs glaubhaft versichert, dass man ihn auch quer verarbeiten kann, ohne dass er sich zu stark dehnt oder gar ausleiert. Also habe ich den Rest meiner Bordüre für die oberen Partien genutzt; das war gerade so ausreichend für vorn und hinten. Die Ärmel haben ein "Bündchen" aus dem Kleingemusterten bekommen. Für den Halsausschnitt wollte ich eine andere Variante. Ich habe einen kleinen hochstehenden Kragen (2,5cm breit) gearbeitet, der eine Einlage aus einem dünnen Volumenvlies bekommen hat. So hat der Kragen Stand und ein wenig Fülle.

Wenn ich mir jetzt die Fotos anschaue - mal abgesehen davon, dass die dunklen Farben so schlecht herauskommen - denke ich, dass ein weiteres Exemplar in einer hellen, freundlichen Frühlingsfarbe nicht schlecht wäre.

Dienstag, 16. Januar 2018

Flohmarkt 2/2018

Ich möchte einen Teil meiner pflanzengefärbten Wolle abgeben. Schließlich beginnt bald die neue Färbesaison - zumindest wenn man frisches Pflanzenmaterial verwenden möchte - und ich möchte ja wieder färben können, ohne dass mein Vorrat an Wolle zu stark wächst. Ich bin halt auch nicht die schnellste Strickerin ...

Bei pflanzengefärbten Garnen muss man immer bedenken, dass die Farben mit der Zeit - ich spreche hier von Jahren - verblassen können (nicht müssen). Ich rate immer dazu, pflanzengefärbte Stoffe oder Garne dann lichtgeschützt aufzubewahren, wenn man sie nicht benutzt. Man muss auch berücksichtigen, dass die so gefärbten Fasern nach wie vor etwas abfärben können. Also nicht gerade dunklere Farben auf einer weißen Bluse tragen. Was ich allerdings nie beobachtet habe, ist, dass beim Waschen evtl. austretende Farbreste benachbarte Farben verfärbt hätten. Das als Vorab-Information für alle Interessenten.

Beim folgenden Garn handelt es sich immer um die selbe Qualität: 100% Schurwolle, Lauflänge 300m/100g. Jedes Knäuel wiegt ca. 50g.
Preis pro Knäuel: € 2,50
Ich habe 11 Knäuel abzugeben; wer alle zusammen nimmt, zahlt nur € 23.-
Hinzu kommt noch das Porto.

*************** LEIDER SCHON ALLES VERKAUFT **********************

Los geht's:

1. braune Zwiebelschalen


Links: erster Zug mit braunen Zwiebelschalen - Farbe wie ein Hokkaido-Kürbis.
Zwei Knäuel in der gleichen Farbe.
Rechts: zweiter Zug mit braunen Zwiebelschalen - sonnenblumengelb.
Zwei Knäuel in der gleichen Farbe.

2. Padouk und rote Zwiebelschalen


Links: Padouk ist ein exotisches Holz, dessen färbende Späne ich von einem Drechsler bekommen habe. Die Farben der beiden Knäuel (lachsfarben) unterscheiden sich minimal, denn es handelt sich um einen 1. und 2. Zug.
Rechts: Zwei gleichfarbige Knäuel in einem hellen, matten Olivgrün.

3. Eukalyptus und Solarfärbungen


Links oben: mit Eukalyptusblättern in der Flotte gefärbt: ein mattes Gelb.
Rechts oben: eine Solarfärbung (Link zu meinen Solarfärbungen im Blog) mit Eukalyptusblättern und roten Zwiebelschalen; ergibt ein gelblich-grünlich meliertes Garn.
Unten: eine Solarfärbung nur mit Eukalyptusblättern, fällt ein wenig unregelmäßiger aus als die Färbung in der Flotte - was aber seinen Reiz hat.
Diese drei Farben harmonieren gut miteinander. Eigentlich alle:



Interessenten melden sich bitte in den Kommentaren oder per Mail; die Adresse kann oben unter "Kontakt" aufgerufen werden. Die Kaufabwicklung erfolgt dann über Mail.

Hier auch noch der Verweis auf meinen ersten Flohmarkt, wo noch einiges zu haben ist.
Danke für euer Interesse.

ALLES VERKAUFT

Donnerstag, 11. Januar 2018

Flohmarkt 1/2018

Zur Jahreswende wurde bei mir aufgeräumt und aussortiert, so dass ich hier im ersten Flohmarkt des Jahres 2018 einige aussortierte Artikel anbieten möchte. Ich habe noch mehr - deshalb kann ich auf alle Fälle noch einen zweiten ankündigen.

Die Preise verstehen sich immer incl. Versand solange das Ziel in Deutschland liegt. Bei Versand ins Ausland ändert sich evtl. der Preis.

Alles ist nach bestem Wissen beschrieben und da jedes Angebot eigentlich ein Schnäppchen ist, würde ich auch nicht gern etwas zurücknehmen.

Bei Interesse bitte über die Kommentare melden oder eine Mail schreiben - Adresse kann oben unter dem Header "Kontakt" aufgerufen werden. Die Kaufabwicklung erfolg dann per Mail.

Ich habe alle Fotos klein eingestellt, deshalb bitte für einen besseren Eindruck bzw. Lesbarkeit anklicken.

Los geht's:


1. Filzwolle - Kammzug

Vor vier Jahren wollte ich einmal Nassfilzen ausprobieren und habe diese vier Päckchen Merino Schurwollkammzug bestellt.  Da es allerdings nie dazu gekommen ist, möchte ich jetzt diesen Artikel  verkaufen. Alles ist praktisch unangetastet; sogar die Original-Rechnung lag noch im Karton.


4 Päckchen Merino Schurwollkammzug à 10g, jeweils dreifarbig in grün, blau, rot und grau.
Preis incl. Versand in D: € 7.-


2. Buch: Selbstgenähtes für den Garten

neuwertig
mit Schnittmusterbogen
Preis incl. Versand in D: € 2.-


3. Buch: Kunstvolle Stickereien

neuwertig
Preis incl. Versand in D: € 2.-


4. Buch: Sticken mit der Nähmaschine

neuwertig
Preis incl. Versand in D: € 2.-


5. Stoff: Baumwollstoff mit Fransen

leicht transparent
Abstand der längs verlaufenden Fransenstreifen: 3 bzw. 4,5cm
Farbe: weiß
Menge: 1,80m, 140cm brt. (gewaschen, dabei haben sich die ursprünglich glatten Fäden verknüddelt wie auf dem Foto zu sehen)
Preis incl. Versand in D: € 8.-


6. Stoff: Baumwoll-Flanell mit Fischgratmuster


Dieser Stoff war ursprünglich für ein kerniges Männerhemd gedacht und ich denke nach wie vor, dass er dafür gut geeignet ist.
Kleine Webfehler (siehe Foto) ca. 60cm von einer Schnittkante und ca. 50cm von einer Webkante
Farbe: dunkelblau/natur
Menge: 3m, 140cm brt. (gewaschen)
Preis incl. Versand in D: € 8.-
VERKAUFT

7. Stoff: Leichtsweat aus Baumwolle


mit kleinem Elasthananteil
Farbe: pink auf rosa-meliert
Menge: 1,15m, 150cm brt. (gewaschen)
Preis incl. Versand in D: € 6.-


8. Stoff: Seidenkrepp


dünn und transparent wie Chiffon
geeignet z. B. für einen Schal; evtl. färben, bedrucken, bemalen, befilzen ...
Farbe: hellgelb
Menge: 2m, 100cm brt. (nicht gedehnt)
Preis incl. Versand in D: € 10.-
VERKAUFT

Mittwoch, 10. Januar 2018

Dies und das

Um die Jahreswende herum sind ein paar kleinere Näharbeiten entstanden, die ich heute zeigen möchte.
Gewichte zum Beschweren von Stoffen, zwei Geo-Bags und eine Schürze.

Gewichte

Es war mir durchaus schon eine Weile bekannt, dass man aus großen Unterlegscheiben (oder Muttern) aus dem Baumarkt Gewichte machen kann, die beim Nähen nützlich sein können. Nun habe ich es endlich realisiert. Ich habe zwei Unterlegscheiben zusammengefasst in eine "Hülle" aus Walkstoff eingenäht. Die Maschinennaht habe ich in einem zweiten Arbeitsgang mit Sticktwist überstickt und mittig einen Perlmuttknopf aufgenäht. Warum Walkstoff? Das war Zufall; er fiel mir gerade in die Finger. Das hat sich aber schon als gute Wahl herausgestellt, denn dieser raue Stoff rutscht nicht so leicht. Außerdem entfiel das Versäubern; ich habe die Kanten einfach mit der Zackenschere beschnitten. Zehn Scheiben für zusammen €3,50 hatte ich gekauft, so dass ich nun im Besitz von fünf Gewichten bin:




Sie sind nicht nur zum Beschweren von Stoff beim Zuschneiden nützlich; auf Papier gelegt, halten sie mir meine Schnittmusterteile an Ort und Stelle auch wenn ich beim Stoffausbreiten "Wind" mache.



Geo-Bags

Viele von uns Näherinnen kennen dieses geniale Täschchen von Pattydoo, für das man sogar ein kostenloses Schnittmuster bekommt (Danke!). Jetzt habe ich es endlich auch genäht. Für meine Exemplare habe ich indische Jamavar-Stoffe verwendet, die ich vor Zeiten einmal als Rest bei Anita Pavani gekauft hatte. Diesen Stoff habe ich auf der linken Seite mit "Haushaltstüchern" (wie auch bei diesen Täschchen) verstärkt; das Futter ist ein schwarzer Baumwollstoff. Für das kleinere Täschchen habe ich die kleine Größe des Täschchens auf 70% ausgedruckt. Das war dann schon ein wenig knifflig zu nähen, denn man muss auf recht kleinem Raum arbeiten.



Ich werde dann demnächst einmal die große Variante angehen und überlege schon im Hinterkopf, wie weit man den Schnitt noch vergrößern könnte für eine richtig große Tasche.

Schürze

Ich brauchte dringend eine neue Schürze und da ich sie kurz vor Weihnachten genäht habe, habe ich einfach einen Stoff mit weihnachtlichem Muster verwendet. Der Schnitt fiel mir genau zum richtigen Zeitpunkt vor die Füße: hier ist der Link zum Schnittmuster.




Die Schürze ist wirklich sehr leicht zu nähen und in Windeseile fertig. Ich habe einen der Abschnitte vom oberen Schürzenteil als Tasche aufgesetzt und den Tascheneingriff mit kontrastfarbigem Schrägband eingefasst.



Mal schauen, ob ich in meinem jetzt tadellos aufgeräumten Stoffschrank ...



... ein geeignetes Stück für eine saisonunabhängige Schürze finde.

Apropos Stoffschrank: Meine Stoffvorräte halten sich in Grenzen; so sieht es zumindest auf dem Foto aus. In diesem Schrank befinden sich allerdings 60 Stoffe, die ich nach meiner Aufräumaktion fein säuberlich auf kleinen Karteikarten inventarisiert habe. Teilweise habe ich kleine Stoffstücke an die Kärtchen getackert. Dann hat sich auch noch irgendwo ein Täschchen gefunden, in das meine 60 Kärtchen genau hineingepasst haben. Sieht doch total harmlos aus, oder?


Und der Inhalt:




Aber wenn ich 60 Stoffe verarbeiten will, habe ich eine Weile zu tun. Angefangen habe ich bereits. Demnächst in diesem Kino!

Donnerstag, 4. Januar 2018

Jahresbilanz 2017

Ich wünsche allen
ein glückliches, friedliches und gesundes neues Jahr
mit vielen kreativen Momenten.

Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich zusammentragen, was ich in 2017 genäht habe. Da sind:

1  Mantel
1  Kostüm (Umarbeitung)
3  Jacken, einfach
2  Kleider
5  Hosen
5  Blusen
4  Shirts
2  Sweater
4  Röcke
2  Nachthemden
4  Herrenhemden
4  Herrensweater
1  Quilt (Bettgröße)
4  Kissen
4  Taschen bzw. Beutel (mit Siebdruck)


 
  
 


Am Mantel (Position 1 der Liste) fehlen zwar noch die Knopflöcher und Knöpfe, aber da die meiste Arbeit in 2017 stattgefunden hat, führe ich ihn hier auf. Er bekommt noch einen eigenen Blogpost.
Nicht wenige Teile von der Liste sind bisher hier im Blog nicht aufgetaucht. Manchmal fand ich es nicht weiter erwähnenswert, manchmal habe ich es einfach vergessen oder konnte im entscheidenen Moment gerade nicht fotografieren (wahrscheinlich wegen schlechter Lichtverhältnisse). Auch den Quilt habe ich noch nicht gezeigt, sollte es aber nachholen, da ich ihn recht gut gelungen finde.
Ein Lieblingsstück, wie es der Me Made Mittwoch gerade erfragt, habe ich in diesem Jahr nicht; das Weihnachtskleid ist noch zu jung, um dieses Prädikat zu erringen.
In 2017 habe ich bei den Stoffspielereien mitgemacht, wenn auch nicht jeden Monat. Im September war ich erstmalig Gastgeberin.
Ich habe mit Siebdruck gearbeitet und habe gefärbt, erstmals auch mit Indigo.
Im Frühjahr 2017 habe ich an einem Färbekurs teilgenommen, viel Spaß gehabt, eine Menge gelernt und viel Motivation mit nach Hause genommen. Meine Rostfärbungen sind ein Ausdruck davon. Diese Arbeit, die im Zusammenhang mit den Stoffspielereien entstanden ist, mag ich besonders:




Pläne für 2018?

Nun, ein paar Ideen habe ich, möchte sie aber jetzt nicht offenbaren. Das ist mein offenes Hintertürchen, falls es mit der Umsetzung nicht klappt. Was ich sicher weiß, ist, dass ich an keinem Strick-Sew Along mehr teilnehmen werde, denn dafür bin ich einfach zu langsam. Färben werde ich mit Sicherheit und im ersten Durchgang nochmals mit Indigo, dann auch mit Shibori-Arbeiten. Und Siebdruck.
Ach, jetzt habe ich doch ein paar Pläne ...


Und zum guten Schluss kommt noch die Danksagung:

Vielen Dank für das Lesen und Kommentieren auf meinem Blog während des vergangenen Jahres. Ich werde mich auch weiterhin bemühen, in meinen Blogposts ausführlich über meine Nähprojekte zu berichten und die Weitergabe meiner Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen. Das war ursprünglich einmal meine Motivation, einen Blog zu starten, hatte ich doch bis dahin so häufig von den Informationen anderer profitiert. Ich wollte etwas in die Hobbygemeinschaft zurückgeben und das ist nach wie vor meine Idee. Deshalb kann ich auch gut auf andere Plattformen (Instagram, twitter ...), wo der kurze, schnelle Austausch Vorrang hat, verzichten. Also: Siebensachen auch in Zukunft immer HIER.