Donnerstag, 16. Mai 2013

Blusen für den Sommer - die zweite und die dritte

Die zweite und dritte Sommerbluse sind nach einem (für meine Verhältnisse) relativ aktuellen Schnitt entstanden: burda 05-2012-105 (technische Zeichnung hier).
Es ist eine kragenlose Bluse mit Knopfleiste und zusätzlichem Bindeteil über dem Vorderteil, genäht in Gr. 40.

Ich hatte bei diesem Modell das Gefühl, ich sollte ein Probemodell nähen und habe dafür einen preiswerten milchkaffeebraunen (viel Milch) Baumwollstoff mit kleinen hellen Webpunkten gefunden. Die Farbe ist zwar nicht besonders prickelnd, aber die Qualität ist sehr gut und bei € 3,90/m ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der "richtige" Stoff ist eine feine, leicht transparente Baumwoll-Seiden-Mischung in einem Fantasiemuster in gedämpften Farben. Hier habe ich € 15.-/m investiert. Beide Stoffe sind vom Kasseler Stoffhaus am Kö.

Das Ergebnis:

                           


Folgende Änderungen habe ich vorgenommen:
  • Das Rückenteil ist im Stoffbruch zugeschnitten; da die hintere Mitte dem Fadenlauf entspricht, gab es keinen guten Grund, dort eine Naht zu machen.
  • Am Vorderteil habe ich die Weite reduziert, in dem ich den Abnäher, der bei den Modellvarianten 103 und 104 genäht, bei diesem Modell jedoch einfach ungenäht bleibt, "wegkonsruiert" habe. Eine Schnittbesprechung bei Pattern Review hatte mich darauf gebracht.
  • Ich habe die Ärmel von Modell 103 verwendet und um 2cm verlängert.
  • Da das Bindeteil bis zur Taille reicht, habe ich an der unteren Kante 1,5cm zugegeben - meine übliche Änderung - und zur Spitze hin auslaufen lassen.
  • Ich habe statt der verdeckten Knopfleiste eine klassische - wie bei Modell 103 - gearbeitet.
  • Den Halsausschnitt habe ich noch etwas vertieft und mit einem schräg zugeschnittenen Stoffstreifen eingefasst.
  • Die Abnäher am Rücken habe ich an der breitesten Stelle bis kurz vor die Naht eingeschnitten.
  • Die Seitennähte enden in 10cm langen Schlitzen.
Zum Bindeteil:
  • Mir war bei den Fotos der Schnittbesprechungen von Pattern Review (siehe oben) aufgefallen, dass der Knoten immer in Brusthöhe ist. Ich wollte ihn jedoch lieber in Taillenhöhe haben, so wie die technische Zeichnung es zeigt. Wie kommt es zu diesem Unterschied? Ich denke, bei größerer Oberweite rutscht der Knoten nach oben. Und: je fester der Knoten gebunden wird, desto höher sitzt er - je lockerer desto tiefer. Also knote ich lockerer.
  • An der Ausschnittkante  habe ich ein paar Zentimeter weggekniffen - besser bei kleinerer Oberweite.
  • Beim zweiten Modell habe ich noch am unteren Rand ein paar Zentimeter weggekniffen, was dazu führt, dass der Zipfel des Bindeteils etwas nach unten verschoben wird; man kann dann tiefer knoten.
  • Für das zweite Modell habe ich die Zipfel des Bindeteils um ein paar Zentimeter verkürzt. Ich finde, die Optik ist harmonischer, wenn die Zipfel oberhalb der Saumlinie enden.
  • Mein Rat: wenn man eine bestimmte Vorstellung hat, wie und wo der Knoten sitzen soll, ist es ratsam das Bindeteil als Probe zu nähen.

Damit ich hier wenigstens Tragefotos posten kann, habe ich die Blusen - ganz einfallslos - zur Jeans kombiniert (die ich gerade an hatte). Geht auf jeden Fall und da ich Jeans sowieso viel trage, wird dies auch in Zukunft häufiger so aussehen. Andere Kombinationen werde ich demnächst noch ausprobieren. Zu der eher blass-langweiligen Farbe der Probebluse passt allerdings einer meiner Lieblingsschmucksets ziemlich gut - man sieht ihn auch auf meinem neuen Profilfoto.

Bluse von der Seite


Das Foto vom Rücken zeigt, dass ich die Abnähertiefen mehr als einmal einschneiden sollte - es zieht sich noch etwas:



Auch wenn ich die Blusen noch nicht tragen konnte, möchte ich behaupten, dass dies ein sehr guter Schnitt ist. Durch die Doppelung im Vorderteil kann man sehr gut halbtransparente Stoffe verwenden und muss sich über unerwünschte "Einblicke" keine Gedanken machen.
Ich könnte mir vorstellen, dass z.B. die Liberty Batist Stoffe sich sehr gut für dieses Modell eignen und ich liebäugele bereits mit einem dritten Modell aus einem Liberty-Batist mit Jugendstil-Print.

Noch ein Gedanke: es wird immer wieder mal darüber geschimpft, dass burda in den Heften ein und den selben Schnitt mehrfach mit kleinen Abwandlungen verwendet und somit eine größere Modellvielfalt vorspiegelt. Ich habe damit kein Problem. Häufig haben mich diese Modellvarianten für eigene Abwandlungen von Modellen inspiriert und bei dieser Bluse hier konnte ich einfach die Ärmel der anderen Modellvariante übernehmen und habe mir das Zeichnen eines kurzen Ärmels erspart.



Kommentare:

  1. Vielen Dank für's Zeigen - ich habe das Heft auch, aber die Bluse war bisher voll an mir vorbeigegangen. Nun werde ich sie mir doch nochmal genauer anschauen müssen, weil Deine Bluse gefällt mir doch ganz gut :)

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  2. Ich hatte das Modell eigentlich auch nicht bemerkt - aber momentan bin ich immer auf Kleidersuche - das schränkt ein *lach*
    Auf alle Fälle ein Modell, das mir auch gefallen würde.
    Ehrlich: die Milchkaffeebluse gefällt mir an Dir ausnehmend gut - sie wirkt sehr elegant!
    LiLo

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  3. Hab mir jetzt dein Kissen angesehen,habe ich nicht mitbekommen. Sehr schön geworden, auch mit dem extra weißen Streifen.die schnittkanten sehen so exkat aus, dass man nicht denekt, dass sie offen sind. Trotz vlieseline hat der helle Stoff gefranst bei mir.
    Fleißig, fleißig, was hier so an Garderobe entsteht.
    VG Kaze

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  4. Hallo, bin zufällig auf diesen Blog gestoßen.Finde die Präsentation der Blusen sehr gelungen und anregend. Eine unaufällige Kleiderfarbe lässt sich gut mit Tüchern und Schmuck kombinieren. Es lohnt sich in jedem Fall, ein Modell mehrfach zu nähen und Schritt für Schritt kommt man der Schnittanpassung näher. Probiere das gerade selbst mit einem Etui-Kleid-Schnitt von Mia Führer aus "Das kleidet" aus.
    Viele Grüße
    schurrmurr

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