Sonntag, 8. April 2012

Stoffe färben mit Pflanzenfarben - erste Versuche

Stoffe zu färben habe ich in der Vergangenheit schon ein paarmal probiert, jedoch immer mit Farben von der Industrie. Jetzt wollte ich Pflanzenfarben einsetzen und schauen, zu welchen Ergebnisse ich mit Leinen kommen kann.
Im Vorfeld habe ich mich ein wenig im Netz umgetan und Informationen gesammelt. Ich wollte einfach und unaufwändig beginnen und mich bei Erfolg steigern (Mengen, Materialien, Farben). Bei meinem ersten Versuch habe ich ausschließlich mit Tee gefärbt: schwarzer Tee, Kamillentee, Hibiskustee und Ringelblumenblütentee und habe mich an eine Anleitung aus dem Netz gehalten, die man hier einsehen kann.
Zunächst habe ich kleine Stoffproben Leinen und ein Stück Spitze aus Baumwolle gefärbt. Die Farben sind wie erwartet eher pastellig geraten, gefallen mir jedoch insgesamt recht gut.



Im Foto sieht man von oben nach unten die Färbungen mit: Kamille, schwarzem Tee, Hibiskus* 30 Min. und 60 Min. sowie Ringelblume. Zum Vergleich und als farblicher Kontrast liegen meine Muster auf weißem und dunkelbraunem Leinen. Die Ringelblumen-Färbung ist praktisch von der Kamille nicht zu unterscheiden. Das Muster, das 60 Min. im Hibiskustee gelegen hat, ist zwar zwei Nuancen kräftiger, hat jedoch eine leichten Grauschleier. Alle Färbungen sind sehr gleichmäßig geraten. Baumwolle und Leinen haben in meinem Test die Farbe praktisch gleich gut angenommen.

Vorgehensweise in Stichworten:

  • in einem ausreichend großen Topf viel Wasser zum kochen bringen;
  • den Tee, möglichst in Beuteln oder Stoffsäckchen, hineingeben und 20 Min. leicht köcheln lassen;
  • den Sud von der Kochstelle nehmen und Alaun hineingeben, umrühren;
  • 1 Std. stehen lassen und dann die Teebeutel rausnehmen;
  • wieder zum kochen bringen und den angefeuchteten Stoff hineingeben;
  • eine Stunde in der Färbeflotte leicht köcheln lassen, dabei den Stoff ab und zu etwas bewegen, damit er gleichmäßig gefärbt wird;
  • nun den Stoff herausnehmen, mit klarem Wasser spülen;
  • ich habe jetzt den Stoff noch in ein Bad mit Essigwasser gelegt;
  • und dann mit Bio-Waschmittel einmal kurz durchgewaschen und gespült;
  • trocknen und bügeln;
  • fertig.


Bei der Berechnung der Mengen muss man Stoffgewicht, Teemenge und Alaun (beides in g) zueinander bringen, die Wassermenge ist mehr oder weniger egal, solange man viel nimmt, damit das Färbegut ausreichend locker schwimmen kann. Ich habe mich an die Mengen gehalten, die im oben genannten Link angegeben sind, jedoch die Mengen reduziert, da ich nur wenig Stoff gefärbt habe.

Waschbeständigkeit habe ich bisher noch nicht getestet, wird aber folgen; auch werde ich demnächst größere Stücke färben und jeweils von den Ergebnissen berichten.

Wie gesagt: ich bin auf diesem Gebiet eine blutige Anfängerin; Experten sind sehr willkommen und dürfen gern ihre Erfahrungen hier beisteuern und kommentieren.

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* Im Handel als Malventee.

Kommentare:

  1. sehr interessant, dankeschön für die ausführliche Beschreibung, tolle Effekte hast du erzielt,
    schönen Ostermontag, liebe Grüße, Christine

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  2. Guten Tag,

    ich bin durch den Blog von Sewing Galaxis hier gelandet. Ich finde diesen Experiment hoch interessant. Ich habe zwar schon gewusst, dass man den Stoff mit schwarzem Tee färben kann. Aber das mit Kamille,Hibiskus und Ringelblume ist mir bis jetzt unbekannt. Die Farben sehen echt schön aus.

    Ich bin sehr interessiert, ob diese Farben auch waschbeständig sind.

    VG,

    Pimo

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