Sonntag, 17. April 2011

Raku: neuer Kurs, neue Keramiken

Ich habe in den letzten Wochen wieder einen Raku-Kurs besucht, der am Wochenende mit einem Brenntag zu Ende gegangen ist.
Keramik brennen bedeutet immer, auf Überraschungen gefasst sein zu müssen - bei Raku um so mehr. Das Krakelee ist zwar bis zu einem gewissen Grad steuerbar aber das jeweilige Ergebnis ist immer individuell und nicht wiederholbar.


Zur Illustration einige Fotos:



Der Rakuofen wird bei knapp 1000 Grad geöffnet. Die Keramik ist jetzt rotglühend. Die Teile werden mit großen Metallzangen herausgenommen...


... und in einen mit Sägespänen gefüllten Behälter gelegt.


Die Sägespäne fangen sofort Feuer; dann wird die Tonne luftdicht verschlossen (hinten im Bild zu sehen). Durch den Sauerstoffentzug entsteht in der Glasur das typische Krakelee. Der Kohlenstoff dringt in diese Risse in der Glasur ein und färbt die Keramik schwarz. Unglasierte Teile werden gänzlich geschwärzt.


Eine Nahaufnahme mit ganz feinen und dickeren, schwarzen Rissen.

Dann werden die Behälter geöffnet und die Keramiken entnommen. Sie sind jetzt ziemlich rußig und teilweise mit verbrannten Sägespänen verklebt. Das sieht z. B. so aus:


Nun werden die Gegenstände mit Wasser, Topfschwamm und Scheuermilch gründlich gesäubert. Erst jetzt kann man wirklich erkennen, wie die Glasur geraten ist.


Meine drei Blumenübertöpfe sehen mit Kakteen darin so aus:



Bei einer Vase hatte ich eine doppelte Überraschung:

Geplant war eine dreifarbige Glasur: in der Mitte ocker und türkis. Durch eine Unterbrechung und Ablenkung beim Glasieren habe ich versehentlich zweimal ocker aufgetragen, was mir bei der Arbeit nicht aufgefallen ist.


So kam die Vase aus der Tonne...


... und so sieht sie gesäubert aus.
Im ersten Bild ganz oben sieht man die Vase rotglühend im gerade geöffneten Ofen.

Ich habe außerdem einige Perlen gearbeitet, mit denen ich Ketten gestalten möchte. Die Ergebnisse folgen in den nächsten Tagen in einem weiteren Post.











Kommentare:

  1. Von so einer Technik habe ich noch nie gehört, die Ergebnisse sind ja wunderschön. Schade, das es hier auf dem Land solche Möglichkeiten nicht gibt, aber vielleicht auch gut so, sonst hätte mein Tag zu wenig Stunden...
    LG Karina

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  2. Natürlich gibt es Kurse für Raku-Keramik auch auf dem Land! Möchte sagen: auch und gerade. Das Problem ist wohl eher, dass der Tag nur 24 Std. hat ...
    LG
    Siebensachen

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  3. wie interessant! Und was für tolle Gefäße du gemacht hast - wow! Sie erinnern mich an 50-Jahre Stücke, sehr, sehr schön..
    Schöne Ostern dir,
    Claudia

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  4. Ich finde das richtig spannend zu sehen, wie aus unscheinbaren Materialien so interessante, detailreiche Alltagsgegenstände entstehen!
    Faszinierend!!
    Liebe Grüße, Bettina

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  5. Hallo,
    ich bin sprachlos- so schöne Arbeiten. Die Glasuren und die Formen- wow!
    Leider hat mein Tag auch nur 24 Stunden, sonst wäre Raku-Keramik auch etwas, das ich gerne ausprobieren würde.
    Jetzt werde ich hier regelmäßig auf Besuch kommen- ein wunderschöner Blog!
    Liebe Grüße
    Claudia

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  6. Auch wenn es schon etwas her ist melde ich mich nochmal. Hier bei uns gibt es solche Kurse wirklich nicht, aber im Urlaub auf Ameland habe ich einen entdeckt, der leider außerhalb unserer Zeit dort stattfand. Wenn wir den nächsten Urlaub planen werde ich mich bei der Töpferei mal rechtzeitig umhören.
    LG Karina

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